CBD wird von vielen Menschen als mögliche Unterstützung bei Reisekrankheit diskutiert. Es ersetzt keine medizinische Behandlung, kann aber im Rahmen des Endocannabinoid-Systems eine Rolle bei Prozessen wie Übelkeit, Stressreaktionen und vegetativer Unruhe spielen. Wichtig sind realistische Erwartungen, die richtige Anwendung und eine rechtlich saubere Einordnung ohne übertriebene Heilversprechen.
Kann CBD bei Reisekrankheit wirklich helfen?
- Reisekrankheit wird auch Kinetose genannt
- Typische Symptome sind Übelkeit, Schwindel und Kaltschweißigkeit
- CBD ist nicht psychoaktiv und wirkt nicht berauschend
- CBD darf nicht als Heilmittel beworben werden
- Vorbeugung ist oft wichtiger als die akute Behandlung
- Individuelle Verträglichkeit spielt eine große Rolle
Die wichtigsten Punkte im Überblick
| Thema | Wichtige Information |
|---|---|
| Was ist Kinetose? | Eine Reaktion des Körpers auf widersprüchliche Sinneseindrücke bei Bewegung |
| Häufige Auslöser | Auto, Schiff, Bus, Flugzeug, VR-Brillen |
| Typische Symptome | Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit, Schwindel, Herzklopfen |
| CBD-Einordnung | Wird als unterstützende Option diskutiert, ersetzt aber keine Therapie |
| Wichtiger Hinweis | Keine unzulässigen Gesundheitsversprechen nach HCVO/LMIV |
Zugegebenermaßen war 2020 nicht gerade das große Reisejahr. Dennoch bleibt Reisekrankheit für viele Menschen ein Thema, das jede Autofahrt, Fährüberfahrt oder Urlaubsreise deutlich unangenehmer machen kann. Wer betroffen ist, kennt das Gefühl nur zu gut: Schon nach wenigen Kilometern wird flau im Magen, der Kopf fühlt sich seltsam an und die Vorfreude auf die Reise verschwindet schlagartig.
Kaugummis helfen nicht jedem, klassische Medikamente machen oft müde und manche Menschen sind selbst dann betroffen, wenn sie das Fahrzeug sogar selbst steuern. Der Satz „Ich bin so schnell den Berg hochgefahren, dass mir übel wurde“ klingt zunächst lustig, ist physiologisch aber durchaus nachvollziehbar.
Was ist Reisekrankheit (Kinetose)?
Reisekrankheit, medizinisch Kinetose genannt, entsteht durch einen Konflikt zwischen verschiedenen Sinneseindrücken. Dein Gehirn bekommt widersprüchliche Informationen geliefert.
Ein klassisches Beispiel ist das Lesen im Auto. Deine Augen melden Stillstand, weil du auf ein Buch oder das Smartphone schaust. Gleichzeitig registriert dein Gleichgewichtsorgan im Innenohr die Bewegung des Fahrzeugs. Diese widersprüchlichen Signale bringen das Gehirn durcheinander.
Die Folge ist eine Reaktion des vegetativen Nervensystems. Dabei können unter anderem Histamin und andere Botenstoffe beteiligt sein, was Übelkeit, Schweißausbrüche oder Erbrechen begünstigen kann.
Warum sind Kinder häufiger betroffen?
Bei Kindern unter 12 Jahren ist Reisekrankheit besonders häufig. Das liegt unter anderem daran, dass bestimmte neurologische Verarbeitungsprozesse noch nicht vollständig ausgereift sind. Auch Frauen berichten häufiger über Kinetose als Männer. Ebenso gibt es Häufungen bei Menschen mit Migräne oder erhöhter Ängstlichkeit.
Warum ist Seekrankheit oft besonders schlimm?
Auf dem Schiff wird das Problem oft noch deutlicher. Unter Deck nehmen die Augen oft scheinbare Ruhe wahr, während Muskeln und Gleichgewichtsorgan starke Bewegung registrieren. Deshalb wird Menschen mit Neigung zur Seekrankheit häufig empfohlen, möglichst viel Zeit an Deck zu verbringen und den Horizont zu fixieren.
Welche Symptome treten bei Reisekrankheit auf?
Viele denken zuerst nur an Übelkeit. Tatsächlich beginnt Reisekrankheit oft schon deutlich früher. Wer die ersten Warnsignale erkennt, kann rechtzeitig gegensteuern.
- häufiges Gähnen
- Müdigkeit
- blasse oder ungesunde Gesichtsfarbe
- Schwindelgefühl
- Kaltschweißigkeit
- Herzklpfen
- Kopfschmerzen
- vermehrter Speichelfluss
- flache Atmung
- Unruhegefühl
Wenn diese Symptome ignoriert werden, folgt oft die bekannte starke Übelkeit bis hin zum Erbrechen.
Wie kannst du Reiseübelkeit vorbeugen?
Die beste Strategie ist oft Vorbeugung. Wer seine persönlichen Auslöser kennt, kann viele Beschwerden deutlich reduzieren.
Praktische Tipps vor der Reise
- nicht zu fett oder zu schwer essen
- nicht mit völlig leerem Magen reisen
- ausgeschlafen starten
- möglichst in Fahrtrichtung sitzen
- Lesen und längeres Handy-Schauen vermeiden
- Alkohol und zu viel Kaffee besser reduzieren
- frische Luft nutzen
- den Horizont fixieren
- bei Bedarf Medikamente griffbereit haben
Hausmittel bei Reisekrankheit
Viele Menschen greifen zunächst zu klassischen Hausmitteln:
- Ingwer
- Kamille
- Pfefferminze
- ruhige Atmung
- leichte Entspannungsübungen
Wobei man ehrlich sagen muss: Wenn auf dem Schiff richtig Seegang herrscht, hilft manchmal auch das beste „Ommm“ nur noch begrenzt.
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Wie kann CBD bei Reisekrankheit eingeordnet werden?
CBD steht für Cannabidiol und ist ein nicht berauschender Bestandteil der Hanfpflanze. Im Gegensatz zu THC verursacht CBD keine psychoaktive Wirkung. Genau deshalb interessieren sich viele Menschen für Cannabidiol im Alltag, auch im Zusammenhang mit Reiseübelkeit.
Wichtig ist dabei eine klare rechtliche Einordnung: CBD ist kein zugelassenes Arzneimittel gegen Reisekrankheit und darf nicht mit Heilversprechen beworben werden. Trotzdem wird es wissenschaftlich im Zusammenhang mit dem Endocannabinoid-System untersucht.
Was ist das Endocannabinoid-System?
Um besser zu verstehen, warum CBD überhaupt im Zusammenhang mit Übelkeit diskutiert wird, lohnt sich ein Blick auf das körpereigene Endocannabinoid-System.
Dieses System ist an vielen Regulationsprozessen beteiligt, unter anderem bei:
- Stressreaktionen
- Appetit
- Schlaf
- Wohlbefinden
- vegetativen Prozessen
- Übelkeit und Brechreiz
Ein bekanntes körpereigenes Cannabinoid ist Anandamid. Dieses Molekül spielt ebenfalls eine Rolle bei der Regulation verschiedener Prozesse im Nervensystem.
Welche Rolle spielt CBD dabei?
CBD dockt nicht einfach direkt wie ein klassischer Schalter an, sondern beeinflusst verschiedene Systeme indirekt. Unter anderem wird diskutiert, dass CBD ein Enzym beeinflussen kann, das Endocannabinoide abbukt. Dieses Enzym heißt Fettsäureamid-Hydrolase, oft als FAAH abgekürzt.
Wenn dieser Abbauprozess beeinflusst wird, kann sich das auf die Verfügbarkeit körpereigener Cannabinoide wie Anandamid auswirken. Dadurch wird auch das Thema Brechzentrum relevant, das sich im Hirnstamm befindet.
Mehr zum neurologischen Hintergrund findest du auch beim Thema Hirnstamm.
Stressreaktionen auf Reisen
Ein Teil der Beschwerden bei Reisekrankheit entsteht auch durch eine starke Aktivierung des sympathischen Nervensystems. Das ist der Teil unseres Nervensystems, der für Alarmbereitschaft zuständig ist.
Auf Reisen ist das allerdings selten hilfreich. Herzklopfen, innere Unruhe und Schweißausbrüche machen die Situation eher schlimmer. Genau deshalb wird CBD häufig im Zusammenhang mit innerer Anspannung und vegetativer Unruhe thematisiert.
Welche CBD-Dosis wird bei Reisekrankheit diskutiert?
Hier gibt es keine pauschale Standardantwort. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Faktoren wie Körpergewicht, individuelle Empfindlichkeit, Produktqualität und persönliche Erfahrung spielen eine große Rolle.
Worauf solltest du achten?
- Starte nicht mit zu hohen Mengen
- Teste CBD nicht zum ersten Mal direkt vor einer langen Fahrt
- Achte auf hochwertige Produkte mit nachvollziehbarer Herkunft
- Plane die Einnahme eher vor Reisebeginn als erst bei starker Übelkeit
In älteren Untersuchungen wurden teilweise höhere Mengen betrachtet. Im Alltag greifen viele Menschen jedoch deutlich niedriger einsteigend an das Thema heran. Eine häufig genannte Orientierung war eine mittlere Dosierung etwa eine Stunde vor Reiseantritt.
Produkte wie beispielsweise von Hempamed werden oft wegen transparenter Qualität und nachvollziehbarer Herstellung genannt. Entscheidend ist jedoch immer die Produktqualität und nicht nur der Markenname.
Kann CBD mit anderen Mitteln kombiniert werden?
CBD sollte nicht automatisch gleichzeitig mit klassischen Medikamenten gegen Kinetose eingesetzt werden, ohne sich vorher gut zu informieren. Besonders bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme ist Rücksprache mit Arzt oder Apotheke sinnvoll.
Mit klassischen Hausmitteln wie:
- Ingwer
- Kamille
- Pfefferminze
wird CBD von vielen Anwendern eher pragmatisch kombiniert.
Was sagen Studien zu CBD und Übelkeit?
Die wissenschaftliche Datenlage ist interessant, aber nicht abschließend. Besonders untersucht wurde das Thema Übelkeit in anderen medizinischen Zusammenhängen, etwa bei belastenden Therapien. Das bedeutet nicht automatisch, dass sich diese Ergebnisse direkt auf klassische Reisekrankheit übertragen lassen.
Die verlinkte Studie zeigt, dass Cannabinoide im Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen wissenschaftlich relevant sind:
Studie: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20505775/
Trotzdem gilt: Für die direkte Anwendung bei alltäglicher Kinetose braucht es weiterhin differenzierte Betrachtung und keine pauschalen Versprechen.
FAQ: Häufige Fragen zu CBD bei Reisekrankheit
Hilft CBD sofort gegen Übelkeit?
Das ist individuell verschieden. Viele Menschen setzen eher auf eine vorbeugende Einnahme vor Reisebeginn statt erst bei starker Übelkeit.
Macht CBD beim Autofahren müde?
Manche Menschen berichten von Müdigkeit. Deshalb solltest du neue Produkte niemals erstmals direkt vor langen Autofahrten testen.
Ist CBD legal?
Die rechtliche Lage hängt stark vom Produkt, Inhaltsstoffprofil und Land ab. Wichtig sind seriöse Anbieter und rechtskonforme Produkte.
Ist CBD besser als Reisetabletten?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Klassische Medikamente sind gezielt dafür vorgesehen, können aber Müdigkeit verursachen. CBD wird eher als ergänzende Option diskutiert.
Zusammenfassung: Lohnt sich CBD bei Reisekrankheit?
CBD kann im Zusammenhang mit Reisekrankheit interessant sein, vor allem wenn klassische Mittel nicht gut vertragen werden oder zusätzliche Unterstützung bei vegetativer Unruhe gesucht wird. Es ist jedoch kein Wundermittel und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie.
Besonders wichtig sind weiterhin die Grundlagen: gute Vorbereitung, richtige Sitzposition, Vermeidung von Auslösern und realistische Erwartungen. Wer CBD ausprobieren möchte, sollte auf Qualität, Dosierung und individuelle Verträglichkeit achten.
Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltender Übelkeit, starken Beschwerden oder bestehenden Erkrankungen solltest du ärztlichen Rat einholen. Aussagen zu CBD stellen keine Heilversprechen dar und ersetzen keine Therapieempfehlung.
Studie(n): https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20505775/
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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