Die Dekarbonisierung von Logistik Hubs gehört zu den wichtigsten Aufgaben moderner Unternehmen. Lagerstandorte, Umschlagzentren, Distributionszentren und internationale Warenströme verursachen einen erheblichen Teil der weltweiten Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig steigen die Energiekosten, gesetzliche Anforderungen werden strenger und viele Kunden erwarten inzwischen sichtbar nachhaltige Lieferketten.
Dekarbonisierung von Logistik Hubs: Emissionen gezielt senken
Forschende gehen davon aus, dass die Logistikbranche weltweit rund 8 Prozent aller CO₂ Emissionen verursacht. Werden zusätzlich Häfen und Lagerstandorte berücksichtigt, steigt der Anteil sogar auf rund 11 Prozent. Genau deshalb rückt die Dekarbonisierung von Logistik Hubs immer stärker in den Fokus.
Viele Unternehmen konzentrieren sich zunächst auf emissionsärmere Transportmittel. Doch der Blick auf die eigentlichen Logistikstandorte zeigt, dass dort häufig große Einsparpotenziale verborgen liegen. Vor allem Kühlung, Heizung, Beleuchtung und die Intralogistik verursachen enorme Mengen an Energieverbrauch und Emissionen.
- Logistik und Warenverkehr verursachen weltweit rund 8 Prozent der CO₂ Emissionen
- Mit Lagerstandorten und Häfen steigt der Anteil auf etwa 11 Prozent
- Steigende Energiepreise erhöhen die Betriebskosten vieler Logistikzentren
- Unternehmen profitieren doppelt, weil weniger Emissionen oft auch geringere Kosten bedeuten
- Nachhaltige Standorte verbessern zusätzlich das Image und erfüllen kommende Vorgaben früher
Warum Logistik Hubs besonders hohe Emissionen verursachen
Ein Logistik Hub ist weit mehr als nur eine Lagerhalle. In modernen Zentren laufen unterschiedlichste Prozesse gleichzeitig ab. Waren werden angeliefert, sortiert, zwischengelagert, gekühlt, kommissioniert und wieder verschickt. Viele dieser Abläufe benötigen große Mengen Strom oder Wärme.
Hinzu kommt, dass Logistikstandorte sehr unterschiedlich aufgebaut sind. Ein Kühllager für Lebensmittel benötigt völlig andere Technik als ein Distributionszentrum für Textilien oder ein Lager für Gefahrstoffe. Deshalb gibt es keine einzige Standardlösung für die Dekarbonisierung von Logistik Hubs.
Die vom Fraunhofer Institut für Materialfluss und Logistik durchgeführte GILA Marktstudie zeigt jedoch deutlich, welche Bereiche besonders relevant sind. Seit mehreren Jahren werden weltweit fast 1000 Logistikstandorte untersucht. Ziel ist es, die größten Emissionsquellen sichtbar zu machen und konkrete Verbesserungen abzuleiten.
Die wichtigsten Emissionsquellen im Überblick
Die Untersuchung zeigt, dass vier Bereiche besonders viel Energie verbrauchen:
- Temperaturmanagement
- Beleuchtung
- Intralogistik
- Gebäudetechnik und Prozesse
Vor allem das Temperaturmanagement verursacht mit rund 41 Prozent den größten Anteil der Treibhausgasemissionen. Danach folgt die Beleuchtung mit etwa 18 Prozent. Die Intralogistik, also Gabelstapler, Förderbänder oder automatische Lagertechnik, verursacht rund 16 Prozent.
- 41 Prozent Temperaturmanagement, Kühlung und Heizung
- 18 Prozent Beleuchtung der Lager und Hallen
- 16 Prozent Intralogistik, Fördertechnik und Gabelstapler
- Weitere Anteile entstehen durch IT, Lüftung, Büroflächen und Außenanlagen
Temperaturmanagement als größter Hebel zur Emissionssenkung
Der größte Teil der Emissionen entsteht durch die Regulierung der Temperatur. Viele Waren müssen konstant gekühlt oder beheizt werden. Das gilt insbesondere für Lebensmittel, Medikamente, Chemikalien oder empfindliche elektronische Produkte.
Besonders energieintensiv sind Kühlhäuser und Tiefkühllager. Dort laufen Kühlaggregate oft rund um die Uhr. Schon kleine Temperaturabweichungen können große Auswirkungen auf die Qualität der gelagerten Waren haben. Deshalb scheuen viele Unternehmen zunächst Veränderungen.
Trotzdem gibt es erhebliche Einsparmöglichkeiten. Moderne Wärmepumpen, bessere Dämmung und intelligente Steuerungssysteme können den Energieverbrauch deutlich reduzieren. Auch die Nutzung von Abwärme spielt eine immer größere Rolle.
Praxisbeispiel: Kühlhaus mit intelligenter Steuerung
Ein Logistikzentrum für Lebensmittel installierte ein Smart Monitoring System. Dieses erfasst laufend Temperatur, Stromverbrauch und Auslastung der Kühlanlagen. Durch die genaue Steuerung konnte der Standort seine Energiekosten um rund 20 Prozent senken.
Besonders wirksam war dabei die automatische Anpassung an den tatsächlichen Bedarf. Kühlbereiche, die zeitweise weniger genutzt werden, müssen nicht dauerhaft auf maximaler Leistung betrieben werden.
Welche Maßnahmen beim Temperaturmanagement sinnvoll sind
- Moderne Wärmepumpen einsetzen
- Veraltete Kühlanlagen austauschen
- Hallen und Lager besser dämmen
- Automatische Temperatursteuerung verwenden
- Abwärme zurückgewinnen und erneut nutzen
- Tore und Ladezonen besser abdichten
Vor allem schlecht isolierte Gebäude verlieren oft enorme Mengen an Energie. Bereits kleine Verbesserungen an Türen, Toren oder Fenstern können spürbare Einsparungen bringen.
Beleuchtung in Lagerhallen effizient modernisieren
Die Beleuchtung ist die zweitgrößte Emissionsquelle in Logistik Hubs. Große Lagerhallen benötigen meist viele Stunden pro Tag künstliches Licht. In einigen Betrieben laufen die Lampen sogar rund um die Uhr.
Ältere Hallen nutzen häufig noch Leuchtstoffröhren oder Halogenlampen. Diese Technik verbraucht deutlich mehr Strom als moderne LED Systeme. Gleichzeitig erzeugen ältere Lampen zusätzliche Wärme, die wiederum gekühlt werden muss.
Der Umstieg auf LED Beleuchtung ist deshalb eine der schnellsten und wirtschaftlichsten Maßnahmen zur Dekarbonisierung von Logistik Hubs.
- Bis zu 70 Prozent weniger Stromverbrauch
- Längere Lebensdauer als herkömmliche Lampen
- Weniger Wartungsaufwand
- Verbesserte Lichtqualität in den Lagerbereichen
- Geringere Wärmeentwicklung
Warum intelligente Lichtsteuerung besonders wichtig ist
Allein der Austausch der Lampen reicht oft nicht aus. Noch größere Einsparungen sind möglich, wenn Unternehmen ihre Beleuchtung intelligent steuern. Bewegungsmelder, Tageslichtsensoren und Zeitschaltungen sorgen dafür, dass nur die tatsächlich genutzten Bereiche beleuchtet werden.
In einem automatisierten Hochregallager wurden beispielsweise Sensoren installiert, die das Licht nur dann einschalten, wenn sich Fahrzeuge oder Mitarbeitende in einem Bereich befinden. Dadurch sank der Stromverbrauch zusätzlich um mehr als 30 Prozent.
Praxisbeispiel: Lagerhalle mit LED und Sensorik
Ein Versandzentrum ersetzte alle alten Leuchtstoffröhren durch LED Technik. Zusätzlich wurden Sensoren für Bewegung und Tageslicht eingebaut. Das Unternehmen reduzierte seinen Stromverbrauch innerhalb eines Jahres um fast die Hälfte. Die Investition hatte sich bereits nach weniger als drei Jahren amortisiert.
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Intralogistik und Automatisierung als weitere Schlüsselbereiche
Zur Intralogistik gehören alle Transporte innerhalb eines Logistikstandorts. Dazu zählen Gabelstapler, Fördertechnik, automatische Lagersysteme und Kommissionierfahrzeuge. Viele dieser Systeme arbeiten mit Strom oder Diesel und verursachen dadurch zusätzliche Emissionen.
Vor allem ältere Dieselstapler gelten als problematisch. Sie erzeugen nicht nur CO₂, sondern auch Schadstoffe und Lärm. Deshalb steigen viele Unternehmen inzwischen auf elektrisch betriebene Fahrzeuge um.
Elektrostapler statt Diesel
Elektrische Gabelstapler sind deutlich effizienter als Dieselmodelle. Sie benötigen weniger Wartung, verursachen geringere Betriebskosten und können mit erneuerbarem Strom betrieben werden.
Besonders interessant wird dies, wenn ein Unternehmen seinen eigenen Strom über Photovoltaik erzeugt. Dann sinken die Emissionen der Intralogistik nochmals deutlich.
- Elektrostapler erzeugen keine direkten Abgase
- Sie arbeiten leiser und angenehmer
- Sie sind oft günstiger im Betrieb
- Sie eignen sich besonders für Innenbereiche
Automatisierung spart Energie und Zeit
Automatische Lagersysteme können ebenfalls helfen, Emissionen zu reduzieren. Moderne Software steuert Förderbänder, Regalbediengeräte und Kommissionierung so, dass unnötige Wege vermieden werden. Dadurch sinken Stromverbrauch und Zeitaufwand.
Ein Beispiel aus der Praxis zeigt, dass ein automatisiertes Lager durch optimierte Fahrwege und intelligente Steuerung rund 15 Prozent weniger Energie benötigte als zuvor.
- Dieselstapler durch Elektrofahrzeuge ersetzen
- Fahrwege und Prozesse digital optimieren
- Automatische Systeme gezielt steuern
- Leerlaufzeiten vermeiden
- Ladezeiten auf Zeiten mit günstigem Eigenstrom verlagern
Photovoltaik auf Logistikgebäuden nutzen
Viele Logistikzentren verfügen über sehr große Dachflächen. Genau diese Dächer eignen sich hervorragend für Photovoltaikanlagen. Damit können Unternehmen einen Teil ihres Strombedarfs selbst decken und ihre Energiekosten langfristig senken.
Da Lagerhallen meist viel Strom für Beleuchtung, Kühlung und Technik benötigen, lässt sich ein großer Teil des erzeugten Solarstroms direkt vor Ort nutzen. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit.
Warum Photovoltaik für Logistik Hubs besonders attraktiv ist
Im Vergleich zu anderen Gebäuden haben Logistikzentren oft sehr große, flache Dächer ohne starke Verschattung. Dadurch kann eine Photovoltaikanlage besonders effizient arbeiten.
Zusätzlich verbessert eigener Solarstrom die Klimabilanz des Standorts. Unternehmen werden unabhängiger von steigenden Strompreisen und können ihre Emissionen deutlich senken.
Praxisbeispiel: Eigenstrom für Lagerhalle und Stapler
Ein Distributionszentrum installierte eine große Photovoltaikanlage auf dem Hallendach. Der erzeugte Strom wird tagsüber direkt für die Beleuchtung, die Fördertechnik und das Laden der Elektrostapler genutzt. Dadurch spart das Unternehmen jedes Jahr mehrere Tonnen CO₂ ein.
Besonders interessant ist die Kombination mit Batteriespeichern. Diese speichern überschüssigen Solarstrom und stellen ihn später wieder zur Verfügung.
Smart Monitoring schafft Transparenz
Viele Unternehmen wissen gar nicht genau, wofür sie ihren Strom verbrauchen. Genau darin liegt jedoch ein großes Problem. Wer die größten Energieverbraucher nicht kennt, kann kaum gezielt investieren.
Die GILA Marktstudie zeigt, dass viele Logistikstandorte keine detaillierten Angaben über ihren Energieeinsatz machen können. Dadurch bleiben wichtige Einsparpotenziale ungenutzt.
Smart Monitoring Systeme lösen dieses Problem. Sie messen in Echtzeit, wie viel Strom einzelne Bereiche verbrauchen. Dadurch wird sichtbar, wo besonders hohe Emissionen entstehen.
Welche Daten Unternehmen erfassen sollten
- Stromverbrauch der Beleuchtung
- Energiebedarf der Kühlanlagen
- Verbrauch von Fördertechnik und Gabelstaplern
- Temperaturen in einzelnen Bereichen
- Lastspitzen und Leerlaufzeiten
Bereits wenige Sensoren können helfen, den Energieverbrauch deutlich besser zu verstehen. Oft zeigen sich dabei überraschende Ergebnisse. Nicht selten laufen Maschinen oder Beleuchtung auch dann weiter, wenn sie gar nicht benötigt werden.
Transparenz ist die Grundlage jeder erfolgreichen Dekarbonisierung von Logistik Hubs. Erst wenn du genau weißt, wo Energie verbraucht wird, kannst du sinnvolle Entscheidungen treffen.
Rechtliche Einordnung: Welche Vorgaben Unternehmen beachten müssen
Die Dekarbonisierung von Logistik Hubs ist längst nicht mehr nur eine freiwillige Maßnahme. Auf europäischer und nationaler Ebene entstehen immer mehr Vorgaben für Unternehmen.
Besonders wichtig sind die folgenden Regelungen:
- Energieeffizienzgesetz
- Gebäudeenergiegesetz
- CSRD Berichtspflicht zur Nachhaltigkeit
- EU Taxonomie
- CO₂ Bepreisung
Größere Unternehmen müssen künftig detaillierter nachweisen, wie hoch ihre Emissionen sind und welche Maßnahmen sie ergreifen. Wer frühzeitig investiert, hat deshalb oft einen klaren Vorteil.
Für wen die neuen Regeln besonders relevant sind
Vor allem folgende Unternehmen sind betroffen:
- Große Logistikunternehmen
- Speditionen mit eigenen Lagerstandorten
- Unternehmen mit temperaturgeführten Lagern
- Industriebetriebe mit großen Distributionszentren
- Betreiber von E Commerce Lagern
Auch kleinere Unternehmen sollten die Entwicklung im Blick behalten. Viele Auftraggeber verlangen bereits heute Informationen zur Nachhaltigkeit ihrer Lieferkette.
Vor und Nachteile der Dekarbonisierung von Logistik Hubs
Vorteile
- Geringere Energiekosten
- Weniger CO₂ Emissionen
- Bessere Wettbewerbsfähigkeit
- Positives Image bei Kunden und Geschäftspartnern
- Mehr Unabhängigkeit von steigenden Energiepreisen
- Frühzeitige Erfüllung gesetzlicher Anforderungen
Nachteile und Herausforderungen
- Hohe Anfangsinvestitionen
- Teilweise aufwendige Umrüstung bestehender Gebäude
- Fehlende Transparenz über den tatsächlichen Energieverbrauch
- Technische Lösungen müssen individuell angepasst werden
- Nicht jede Maßnahme rechnet sich an jedem Standort sofort
Trotzdem zeigt die Erfahrung vieler Unternehmen, dass sich Investitionen langfristig meist lohnen. Besonders Maßnahmen wie LED Beleuchtung oder intelligente Steuerung zahlen sich oft schon nach wenigen Jahren aus.
Medizinische und praktische Grenzen der Dekarbonisierung
Auch wenn die Dekarbonisierung von Logistik Hubs große Chancen bietet, gibt es Grenzen. Vor allem bei sensiblen Produkten darf die Sicherheit niemals gefährdet werden.
Im medizinischen Bereich müssen beispielsweise Arzneimittel exakt gelagert werden. Zu starke Einsparungen bei Kühlung oder Heizung können die Qualität beeinträchtigen. Ähnliches gilt für Lebensmittel oder Chemikalien.
Unternehmen müssen deshalb immer sorgfältig abwägen, welche Maßnahmen möglich sind. Nachhaltigkeit darf nicht dazu führen, dass Waren beschädigt werden oder gesetzliche Anforderungen verletzt werden.
Wo besondere Vorsicht nötig ist
- Medikamente und Impfstoffe
- Frische Lebensmittel
- Gefahrstoffe und Chemikalien
- Empfindliche Elektronik
Gerade in diesen Bereichen ist eine intelligente Steuerung wichtiger als eine pauschale Reduzierung des Energieverbrauchs.
Für wen die Dekarbonisierung von Logistik Hubs besonders wichtig ist
Die Bedeutung nachhaltiger Logistik steigt in nahezu allen Branchen. Besonders groß ist der Handlungsbedarf jedoch dort, wo hohe Energiekosten und komplexe Lagerprozesse zusammentreffen.
Wichtig ist die Dekarbonisierung insbesondere für:
- Lebensmittel Logistik
- Pharmaindustrie
- Handel und E Commerce
- Automobilindustrie
- Chemische Industrie
- Betreiber großer Logistikparks
Auch kleinere Unternehmen können profitieren. Bereits einzelne Maßnahmen wie LED Beleuchtung oder ein Energiemonitoring führen oft zu messbaren Verbesserungen.
Zusammenfassung: So gelingt die Dekarbonisierung von Logistik Hubs
Die Dekarbonisierung von Logistik Hubs ist kein kurzfristiger Trend, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe. Die größten Emissionsquellen liegen beim Temperaturmanagement, der Beleuchtung und der Intralogistik. Wer diese Bereiche gezielt analysiert, kann seinen Energieverbrauch deutlich senken.
Besonders wirksam sind moderne Wärmepumpen, LED Beleuchtung, Photovoltaik, Smart Monitoring und elektrische Fahrzeuge. Gleichzeitig benötigen Unternehmen mehr Transparenz über ihren tatsächlichen Energieverbrauch.
Wichtig ist, dass jede Maßnahme individuell zum jeweiligen Standort passt. Nicht jede Lösung eignet sich für jedes Lager. Dennoch zeigt die Praxis eindeutig: Wer frühzeitig handelt, spart langfristig Kosten, senkt Emissionen und verbessert seine Wettbewerbsfähigkeit.
Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news868836 und https://store.greenrouter.it/en
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Autor und Bild: Chad Gregor Paul Thiele
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