DHV: „Privater Cannabisanbau in Kleingärten ist legal“

In Deutschland hat der Cannabisanbau zu privaten Zwecken zunehmend an Bedeutung gewonnen. Dies spiegelt sich auch in der neuen Gesetzgebung wider, die am 1. April 2024 in Kraft trat. Der Deutsche Hanfverband (DHV) hat kürzlich seine Position zu einem besonders strittigen Punkt dargelegt: den Cannabisanbau in Kleingärten.

Legitimation des Cannabisanbaus in deutschen Kleingärten

DHV: Privater Cannabisanbau in Kleingärten ist legal
DHV: Privater Cannabisanbau in Kleingärten ist legal

In einem offenen Brief an den Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands e.V. (BdK) wurde ausführlich erläutert, warum der Anbau von Cannabis in diesen speziellen Bereichen unter das neue Cannabisgesetz fällt und somit rechtlich zulässig ist.

Gesetzliche Grundlagen und Missverständnisse

Der DHV hat darauf hingewiesen, dass es zu Missverständnissen bezüglich der Interpretation des neuen Cannabisgesetzes gekommen ist. Insbesondere bezieht sich dies auf den § 1 Nr. 12 des Gesetzes, der den privaten Eigenanbau von Cannabis regelt. Nach diesem Paragraphen ist der Eigenanbau „im Bereich der Wohnung“ erlaubt, was von einigen, einschließlich des BdK, fälschlicherweise so verstanden wurde, dass der Anbau in Kleingärten ausgeschlossen sei.

Der Deutsche Hanfverband argumentiert jedoch, dass eine genauere Betrachtung des Gesetzestextes und insbesondere der dazugehörigen Kommentierung des Kabinettsentwurfs eine andere Interpretation nahelegt. Diese Kommentierung stellt klar, dass der Begriff der „Wohnung“ im Sinne des Gesetzes alle zu privaten Wohnzwecken genutzten Räumlichkeiten, einschließlich Gärten, Kleingärten, Wochenendhäuser und ähnliche Einrichtungen umfasst. Daraus folgt, dass der private Anbau von Cannabis in Kleingärten durchaus unter die gesetzlichen Bestimmungen für den Eigenanbau fällt und somit legal ist.

Die Rolle des Kleingartenwesens in der Debatte

Der Deutsche Hanfverband fordert den Bundesverband der Kleingartenvereine auf, diese Interpretation des Gesetzes zu überprüfen und die Informationen auf ihrer Website entsprechend anzupassen. Es wird argumentiert, dass die Nutzung von Kleingärten traditionell den Anbau von pflanzlichen Erzeugnissen für den Eigenverbrauch umfasst und Cannabis in diesem Rahmen nicht ausgenommen werden sollte.

Sicherheitsmaßnahmen und Vereinsrecht

Des Weiteren bietet der DHV an, bei weiterführenden Fragen, insbesondere bezüglich der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz des Cannabisanbaus vor unberechtigtem Zugriff, unterstützend zur Seite zu stehen. Der Verband macht deutlich, dass er kein Interesse daran hat, den Anbau von Cannabis über vereinsrechtliche Wege zu erschweren, sondern vielmehr bestrebt ist, eine klare und faire Regelung zu fördern.

Ausblick und gesellschaftliche Relevanz

Mit dem Schreiben an den BdK möchte der Deutsche Hanfverband nicht nur eine Klärung herbeiführen, sondern auch zur gesellschaftlichen Akzeptanz des Cannabisanbaus in Kleingärten beitragen. Dies wird als ein Schritt gesehen, der nicht nur rechtliche, sondern auch kulturelle Bedeutung hat, da er die traditionelle Nutzung von Kleingärten erweitert und gleichzeitig moderne gesetzliche Rahmenbedingungen widerspiegelt.

Der offene Brief endet mit einer Einladung zur Diskussion und Kooperation. Der DHV zeigt sich zuversichtlich, dass durch offenen Dialog und gegenseitiges Verständnis eine gemeinsame Basis gefunden werden kann, die es ermöglicht, die neue Gesetzeslage effektiv und im Sinne aller Beteiligten umzusetzen.

Fazit und weiterführende Schritte

Der offene Brief des Deutschen Hanfverbands an den Bundesverband der Kleingartenvereine markiert einen wichtigen Punkt in der Diskussion um den privaten Cannabisanbau. Durch die klare Auslegung der gesetzlichen Bestimmungen und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit zeigt der DHV seinen Willen, an einer praktikablen und gesetzeskonformen Lösung zu arbeiten. Es bleibt abzuwarten, wie der BdK und seine Mitgliedsvereine auf diese Argumentation reagieren und ob die vorgeschlagenen Änderungen in die Praxis umgesetzt werden.

Dieser Dialog unterstreicht die Notwendigkeit einer fortlaufenden Kommunikation und Anpassung der Regelungen an die sich ändernden gesellschaftlichen Ansichten und rechtlichen Rahmenbedingungen. Der Deutsche Hanfverband setzt sich dafür ein, dass der Cannabisanbau in Deutschland nicht nur legal, sondern auch sicher und verantwortungsvoll praktiziert wird.

Quelle / Infos: https://hanfverband.de/dhv-privater-cannabisanbau-in-kleingaerten-ist-legal

———-

Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der News bzw. Pressemeldung

Nach oben scrollen