Ja, Cannabis und Hopfen gehören tatsächlich zur gleichen Pflanzenfamilie. Beide zählen zu den Hanfgewächsen, botanisch Cannabaceae genannt. Trotz ihrer unterschiedlichen Nutzung besitzen sie viele gemeinsame Merkmale. Dazu gehören ähnliche Blätter, eine windbasierte Bestäubung und bestimmte Inhaltsstoffe. Während Hopfen vor allem beim Bierbrauen bekannt ist, wird Cannabis als Nutzpflanze, Heilpflanze und Rohstoff verwendet.
Gehören Cannabis und Hopfen zur gleichen Familie?
| Merkmal | Cannabis | Hopfen |
|---|---|---|
| Botanische Familie | Cannabaceae | Cannabaceae |
| Gattung | Cannabis | Humulus |
| Hauptverwendung | Medizin, Fasern, Lebensmittel, CBD, THC | Bierbrauen, Aromastoffe, Naturheilkunde |
| Bestäubung | Durch Wind | Durch Wind |
| Wichtige Inhaltsstoffe | THC, CBD, Terpene | Bitterstoffe, ätherische Öle, Humulon |
| Blüten | Weibliche Blüten werden genutzt | Weibliche Dolden werden genutzt |
| Typischer Einsatz heute | Medizinisches Cannabis, Nutzhanf, Kosmetik | Bier, Kräuterprodukte, Naturkosmetik |
Viele Menschen vermuten, dass Cannabis und Hopfen nichts miteinander zu tun haben. Das liegt vor allem daran, dass beide Pflanzen heute völlig unterschiedlich genutzt werden. Cannabis wird meist mit CBD, medizinischem Cannabis oder berauschenden Cannabinoiden verbunden. Hopfen kennt fast jeder nur aus Bier. Botanisch betrachtet sind beide Pflanzen jedoch eng verwandt.
Die Familie der Hanfgewächse umfasst zahlreiche Arten und Gattungen. Cannabis und Hopfen gehören zu den bekanntesten Vertretern. Beide Pflanzen haben gemeinsame Vorfahren und weisen bis heute überraschend viele Ähnlichkeiten auf.
Was sind Hanfgewächse oder Cannabaceae?
Die Hanfgewächse, wissenschaftlich Cannabaceae genannt, gehören zur Ordnung der Rosenartigen. Innerhalb dieser Familie gibt es rund elf Gattungen und ungefähr 170 Arten. Zu den bekanntesten zählen:
- Cannabis, also Hanf
- Humulus, also Hopfen
- Celtis, der Zürgelbaum
Die Familie ist weltweit verbreitet. Sie umfasst krautige Pflanzen, Bäume, Sträucher und sogar Kletterpflanzen. Besonders Hopfen fällt auf, weil er als rankende Pflanze meterhoch wachsen kann.
Charakteristisch für Hanfgewächse sind:
- gezackte oder gelappte Blätter
- kleine, eher unscheinbare Blüten
- Bestäubung durch den Wind
- hohe Widerstandskraft gegen Schädlinge
- ein vergleichsweise geringer Wasserbedarf
Wie sehen die Blätter von Cannabis und Hopfen aus?
Schon auf den ersten Blick gibt es optische Gemeinsamkeiten. Die Blätter beider Pflanzen sind gezackt und wirken handförmig. Besonders bei jungen Pflanzen können Cannabis und Hopfen deshalb verwechselt werden.
Es gibt jedoch Unterschiede:
- Cannabis besitzt meist mehrere schmale Blättchen an einem Blattstiel.
- Hopfenblätter sind breiter und oft stärker gelappt.
- Cannabis wächst eher aufrecht.
- Hopfen ist eine rankende Pflanze und benötigt eine Kletterhilfe.
Cannabis und Hopfen teilen sich nicht nur die Pflanzenfamilie, sondern auch viele genetische Eigenschaften. Forschungen zeigen, dass beide Pflanzen ähnliche Gene für Duftstoffe und Bitterstoffe besitzen.
Warum gehören Cannabis und Hopfen botanisch zusammen?
Botaniker ordnen Pflanzen nach gemeinsamen Merkmalen und genetischen Verbindungen ein. Cannabis und Hopfen gehören deshalb zur gleichen Familie, weil sie:
- eine ähnliche Blütenstruktur besitzen
- durch Wind bestäubt werden
- vergleichbare Blattformen aufweisen
- verwandte chemische Stoffe produzieren
- eine ähnliche genetische Entwicklung zeigen
Vor allem die weiblichen Blüten sind bei beiden Pflanzen wichtig. Bei Cannabis werden die weiblichen Blüten wegen ihrer Cannabinoide geerntet. Beim Hopfen sind es die weiblichen Dolden, die Bitterstoffe und Aromen für Bier liefern.
Welche Rolle spielen weibliche Pflanzen?
Sowohl Cannabis als auch Hopfen sind meist zweihäusig. Das bedeutet, dass es getrennte männliche und weibliche Pflanzen gibt.
Die weiblichen Pflanzen sind wirtschaftlich deutlich wichtiger:
- Bei Cannabis enthalten sie die höchsten Mengen an THC und CBD.
- Bei Hopfen tragen sie die Dolden mit den Bitterstoffen.
Männliche Pflanzen werden oft entfernt, wenn eine gezielte Ernte gewünscht ist. Beim Cannabisanbau soll so verhindert werden, dass die weiblichen Blüten Samen bilden. Beim Hopfen konzentriert man sich ebenfalls meist auf weibliche Pflanzen.
Wie wurde Cannabis früher beim Bierbrauen verwendet?
Heute denkt man beim Bier fast ausschließlich an Hopfen. Das war jedoch nicht immer so. Vor vielen Jahrhunderten verwendeten Brauer zahlreiche Pflanzen, um Bier zu würzen oder haltbar zu machen.
Dazu gehörten unter anderem:
- Cannabis
- Schafgarbe
- Gagelstrauch
- Rosmarin
- Wacholder
Besonders im Mittelalter wurde Cannabis teilweise als Zusatz im Bier verwendet. Die Pflanze verlieh dem Getränk ein eigenes Aroma und konnte vermutlich auch eine leicht entspannende Wirkung haben.
Im Laufe der Zeit setzte sich jedoch Hopfen durch. Das hatte mehrere Gründe:
- Hopfen konserviert Bier besonders gut.
- Die Bitterstoffe verhindern ein schnelles Verderben.
- Der Geschmack wurde als angenehmer empfunden.
- Hopfen ließ sich gezielter anbauen.
Warum wurde Hopfen zum Standard beim Bier?
Eine wichtige Rolle spielte Hildegard von Bingen. Die berühmte Gelehrte und Heilkundige beschrieb bereits im 12. Jahrhundert die konservierenden Eigenschaften des Hopfens.
Ab dem 8. und 9. Jahrhundert verbreitete sich Hopfen immer stärker. Mit dem deutschen Reinheitsgebot von 1516 wurde schließlich festgelegt, dass Bier nur aus Wasser, Malz und Hopfen bestehen darf. Andere Pflanzen, darunter auch Cannabis, verschwanden damit fast vollständig aus dem Bierbrauen.
Mehr Informationen dazu findest du im Beitrag zum deutschen Reinheitsgebot für Bier.
Gibt es heute wieder Hanfbier?
Ja, Hanfbier erlebt seit einigen Jahren eine kleine Renaissance. Dabei wird dem Bier meist Hanf zugesetzt, oft in Form von Hanfsamen, Hanfblättern oder Hanfblüten ohne berauschende Wirkung.
Hanfbier enthält in der Regel kein relevantes THC und verursacht daher keinen Rausch. Stattdessen sorgt der Hanf für:
- ein leicht herbes Aroma
- pflanzliche und würzige Noten
- eine besondere Optik und Vermarktung
Einige Brauereien kombinieren sogar Hopfen und Nutzhanf miteinander. Dadurch entstehen besondere Craftbiere mit einem ungewöhnlichen Geschmacksprofil.
Mehr dazu findest du im Artikel über Hanfbier.
Hanfbier darf in Deutschland nur verkauft werden, wenn es die gesetzlichen THC Grenzwerte einhält. Meist wird dafür zertifizierter Nutzhanf verwendet.
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Welche Inhaltsstoffe haben Cannabis und Hopfen gemeinsam?
Obwohl Cannabis und Hopfen unterschiedlich genutzt werden, besitzen sie ähnliche Inhaltsstoffe. Beide Pflanzen enthalten sogenannte Terpene. Das sind Duftstoffe, die für Geruch und Aroma verantwortlich sind.
Typische Terpene in beiden Pflanzen sind:
- Myrcen
- Humulen
- Caryophyllen
- Limonen
Diese Stoffe sorgen dafür, dass manche Cannabisblüten an Hopfen oder Bier erinnern. Umgekehrt riechen manche Hopfensorten leicht nach Cannabis.
| Terpen | Vorkommen in Cannabis | Vorkommen in Hopfen | Typischer Geruch |
|---|---|---|---|
| Myrcen | Sehr häufig | Häufig | Erdig, würzig |
| Humulen | Vorhanden | Sehr häufig | Herb, hopfig |
| Caryophyllen | Häufig | Vorhanden | Pfeffrig, würzig |
| Limonen | Vorhanden | Selten | Zitrusartig |
Warum riecht manches Cannabis nach Hopfen?
Wenn Cannabisblüten stark nach Kräutern, Wald oder Bier riechen, liegt das oft am Terpen Humulen. Dieses kommt besonders häufig im Hopfen vor und ist auch in bestimmten Cannabissorten enthalten.
Beispiele für Cannabissorten mit hopfenähnlichem Aroma:
- OG Kush
- Northern Lights
- White Widow
- Haze Varianten mit viel Humulen
Welche Unterschiede gibt es zwischen Cannabis und Hopfen?
Trotz aller Gemeinsamkeiten unterscheiden sich beide Pflanzen deutlich in ihrer Wirkung und Nutzung.
| Bereich | Cannabis | Hopfen |
|---|---|---|
| Wirkung | Kann beruhigend oder berauschend wirken | Leicht beruhigend, nicht berauschend |
| Inhaltsstoffe | THC, CBD, Cannabinoide | Bitterstoffe, Humulon, Lupulon |
| Rechtliche Lage | Streng geregelt | Frei erhältlich |
| Verwendung | Medizin, Genuss, Industrie | Bier, Naturheilkunde |
| Wuchsform | Aufrecht | Kletterpflanze |
Hopfen enthält keine Cannabinoide wie THC oder CBD. Deshalb hat Hopfen keine berauschende Wirkung. Allerdings wird Hopfen seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde eingesetzt, zum Beispiel gegen:
- Schlafprobleme
- innere Unruhe
- Nervosität
- leichte Magenbeschwerden
Kann Hopfen ähnlich wirken wie CBD?
Hopfen besitzt keine Cannabinoide, doch einige seiner Inhaltsstoffe können eine beruhigende Wirkung entfalten. Vor allem in Kombination mit Baldrian wird Hopfen häufig in Schlafmitteln eingesetzt.
CBD aus Cannabis wirkt dagegen deutlich vielseitiger. Es wird unter anderem untersucht oder genutzt bei:
- Stress
- Angstgefühlen
- Entzündungen
- Schmerzen
- Epilepsie
Dennoch gibt es Überschneidungen. Sowohl Hopfen als auch CBD können entspannend wirken. Hopfen ist jedoch kein Ersatz für medizinisches CBD.
CBD ist in den USA als Bestandteil eines Arzneimittels gegen bestimmte Formen der Epilepsie zugelassen. Hopfen besitzt eine solche medizinische Zulassung nicht.
Welche Rolle spielen Cannabis und Hopfen in der Nachhaltigkeit?
Beide Pflanzen gelten als vergleichsweise nachhaltig. Vor allem Nutzhanf ist für Umwelt und Landwirtschaft interessant.
Vorteile von Hanfgewächsen:
- geringer Bedarf an Pestiziden
- vergleichsweise niedriger Wasserverbrauch
- schnelles Wachstum
- gute Bodenverbesserung
- hohe Widerstandskraft
Hanf wird heute unter anderem eingesetzt für:
- Textilien
- Seile und Taue
- Dämmstoffe
- Biokunststoffe
- Kosmetik
- Lebensmittel
- Sanierung belasteter Böden
Auch Hopfen wird nachhaltig angebaut, benötigt aber meist mehr Pflege und Stützen zum Wachsen.
Warum ist Cannabis als Nutzpflanze so vielseitig?
Cannabis gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Bereits vor Tausenden Jahren nutzten Menschen die Pflanze für Kleidung, Papier, Nahrung und Heilzwecke.
Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- robuste Fasern mit hoher Zugfestigkeit
- wertvolle Samen mit Omega 3 und Omega 6
- vielfältige Einsatzmöglichkeiten
- hohes wirtschaftliches Potenzial
Besonders Hanfsamen gelten als nährstoffreich. Sie enthalten:
- Proteine
- Aminosäuren
- Vitamine
- Mineralstoffe
- essenzielle Fettsäuren
Wie ist die rechtliche Lage bei Cannabis und Hanf in Deutschland?
Hopfen ist rechtlich völlig unproblematisch. Die Pflanze darf angebaut, verkauft und verarbeitet werden.
Bei Cannabis ist die Lage komplexer. Seit 2024 wurde Cannabis in Deutschland teilweise legalisiert. Erwachsene dürfen unter bestimmten Bedingungen Cannabis besitzen und anbauen.
Erlaubt sind unter anderem:
- bis zu 50 Gramm Cannabis zu Hause
- bis zu drei Cannabispflanzen pro erwachsene Person
- Anbau in Cannabis Anbauvereinigungen
Trotzdem gelten weiterhin zahlreiche Einschränkungen:
- THC haltige Produkte dürfen nicht frei verkauft werden.
- Medizinisches Cannabis bleibt verschreibungspflichtig.
- Jugendschutz und Werbeverbote gelten weiterhin.
CBD Produkte aus Nutzhanf sind meist legal, sofern sie die geltenden THC Grenzwerte einhalten.
Welche Fragen werden häufig zu Cannabis und Hopfen gestellt?
Ist Hopfen eine Art von Cannabis?
Nein. Hopfen ist keine Cannabisart, sondern eine eigene Gattung innerhalb der gleichen Pflanzenfamilie.
Kann Hopfen berauschen?
Nein. Hopfen enthält kein THC und wirkt daher nicht berauschend.
Warum riechen manche Biersorten nach Cannabis?
Einige Hopfensorten enthalten die gleichen Terpene wie Cannabis. Deshalb entstehen ähnliche Gerüche.
Darf man Cannabis statt Hopfen im Bier verwenden?
Grundsätzlich ja, allerdings gelten rechtliche Vorgaben. Vor allem der THC Gehalt muss unterhalb der erlaubten Grenzen liegen.
Ist Hanfbier legal?
Ja, sofern es mit Nutzhanf hergestellt wird und die THC Grenzwerte eingehalten werden.
Fazit: Warum sind Cannabis und Hopfen enger verwandt als viele denken?
Auch wenn Cannabis und Hopfen heute ganz unterschiedlich genutzt werden, stammen beide Pflanzen aus derselben Familie. Die Hanfgewächse verbinden ähnliche Blätter, weibliche Blüten, Terpene und eine lange Kulturgeschichte.
Hopfen wurde zum wichtigsten Bestandteil von Bier, während Cannabis als vielseitige Nutz und Heilpflanze erhalten blieb. Heute entdecken immer mehr Menschen die Gemeinsamkeiten neu. Das zeigt sich bei Hanfbier, in der Forschung und bei der Frage, wie nachhaltig und vielseitig Hanfgewächse wirklich sind.
Zusammengefasst gilt: Cannabis und Hopfen sind botanische Verwandte, aber keine identischen Pflanzen. Ihre Verbindung erklärt jedoch, warum sie sich in Duft, Aufbau und Geschichte erstaunlich ähnlich sind.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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