Grünland und Dürre: Helfen vielfältige Landschaften?

Die kurze Antwort: Ja, die Ergebnisse einer neuen Studie sprechen dafür. Während der Dürre und Hitzewelle 2018 verlor Grünland in stärker vereinheitlichten Agrarlandschaften häufiger an Produktivität. Landschaften mit vielfältigerer Nutzung schnitten günstiger ab. Das bedeutet allerdings nicht, dass einzelne Hecken oder kleinere Felder eine Dürre verhindern. Entscheidend ist das Zusammenspiel der Landschaft, und wie groß der Schutz unter anderen Bedingungen ausfällt, muss weiter erforscht werden.

Leidet Grünland in vielfältigen Landschaften weniger unter Dürre?

Grünland und Dürre: Helfen vielfältige Landschaften?
Grünland und Dürre: Helfen vielfältige Landschaften?
Frage Was zeigt die Untersuchung? Was bedeutet das praktisch?
Was wurde untersucht? Grünland in unterschiedlich strukturierten Agrarlandschaften während der Dürre und Hitzewelle 2018. Der Blick richtet sich auf das Umfeld von Wiesen und Weiden, nicht allein auf die Bewirtschaftung einer einzelnen Fläche.
Was war das wichtigste Ergebnis? In stärker vereinheitlichten Landschaften wurde mehr Grünland während der Dürre unproduktiv. Auch die Pflanzenmasse ging zurück. Landschaftsvielfalt kann für die Sicherung von Futtererträgen relevant sein.
Wie wurde geforscht? Die Forschenden verbanden Satellitendaten, weitere Fernerkundungsdaten, einen Ost-West-Vergleich und ein Modell zum Pflanzenwachstum. Die Studie geht über einen einfachen Vergleich einzelner Flächen hinaus.
Was bleibt offen? Welche Elemente den größten Beitrag leisten und wie sich Vor- und Nachteile über mehrere Jahre ausgleichen. Aus den Ergebnissen lässt sich keine allgemeingültige Bauanleitung für jeden Betrieb ableiten.

Eine Wiese kann nach einem heißen, trockenen Sommer ganz anders aussehen als nach einem Jahr mit regelmäßigen Niederschlägen. Das betrifft nicht nur ihre Farbe. Bleibt das Wachstum aus, fehlt Futter für Tiere oder Material für die Heuernte. Die Frage, wie gut Grünland solche Phasen übersteht, ist daher für landwirtschaftliche Betriebe unmittelbar relevant.

Forschende der Universität Bonn haben untersucht, ob dabei auch die Landschaft rund um eine Wiese oder Weide eine Rolle spielt. Ihr Ergebnis lenkt den Blick über den Feldrand hinaus: Wie Flächen in einer Region angeordnet und genutzt werden, kann beeinflussen, wie stark Grünland unter extremer Trockenheit leidet.

Faktenbox: Die Meldung in Kürze

  • Meldung: Eine im September 2026 veröffentlichte Studie untersucht die Folgen vereinheitlichter Agrarlandschaften für deutsches Grünland im Dürre- und Hitzejahr 2018.
  • Bedeutung: Landschaftsvielfalt könnte dazu beitragen, Ertragsverluste bei extremem Wetter zu begrenzen.
  • Einordnung: Besonders interessant sind die Ergebnisse für Grünlandbetriebe, Landschaftsplanung und die Anpassung der Landwirtschaft an Wetterextreme.
Grünland und Dürre: Helfen vielfältige Landschaften?
Grünland und Dürre: Helfen vielfältige Landschaften?

Was hat die Studie über Grünland und Dürre herausgefunden?

Das Forschungsteam um Marco Ferro und Jan Börner vom Institut für Lebensmittel- und Ressourcenökonomik der Universität Bonn untersuchte, wie sich die Struktur einer Agrarlandschaft auf Grünland während eines extremen Wetterereignisses auswirkt. Im Mittelpunkt stand das Jahr 2018, als große Teile Deutschlands von Hitze und Trockenheit betroffen waren.

Die Forschenden berichten, dass stärker vereinheitlichte Landschaften mit größeren Verlusten bei der Produktivität des Grünlands verbunden waren. Während der Dürre wurden dort mehr Grünlandflächen unproduktiv, und die erzeugte Pflanzenmasse nahm ab. Nach ihrer Auswertung trug die vereinheitlichte Landschaftsstruktur zu diesen Folgen bei.

Das Wort unproduktiv braucht eine kurze Einordnung: Es bedeutet in diesem Zusammenhang nicht zwangsläufig, dass eine Fläche dauerhaft verloren ist. Gemeint ist, dass sie unter den untersuchten Bedingungen nicht mehr ausreichend nutzbaren Aufwuchs lieferte. Ob und wie schnell sich eine konkrete Fläche später erholt, ist eine andere Frage.

Die Studie macht damit einen Punkt sichtbar, der in Debatten über Dürre leicht untergeht. Für den Ertrag einer Wiese zählen Niederschlag, Temperatur, Boden und Bewirtschaftung. Möglicherweise zählt aber auch, wie vielfältig die umgebende Landschaft aufgebaut ist.

Was bedeutet Landschaftsvielfalt in dieser Untersuchung?

Eine vielfältige Agrarlandschaft besteht nicht einfach aus möglichst vielen einzelnen Pflanzenarten auf derselben Wiese. Die Bonner Forschenden betrachteten Merkmale auf einer größeren räumlichen Ebene. Dazu gehören unterschiedliche Nutzungen und Kulturpflanzen sowie grüne Strukturen wie kleinere Gehölze oder Obstgärten.

Das ist ein wichtiger Unterschied: Artenvielfalt innerhalb einer Grünlandfläche und Vielfalt zwischen landwirtschaftlichen Flächen sind zwei verschiedene Dinge. Beide können ökologisch bedeutsam sein. Die vorliegende Untersuchung fragt vor allem danach, was die Landschaft im Umfeld des Grünlands während einer extremen Dürre bewirkt.

Warum verglichen die Forschenden Ost- und Westdeutschland?

Ost- und Westdeutschland bieten für diese Forschungsfrage einen aufschlussreichen Vergleich. Die landwirtschaftlichen Strukturen haben sich historisch unterschiedlich entwickelt. In vielen ostdeutschen Regionen gibt es große Betriebe und ausgedehnte, zusammenhängende Flächen mit ähnlicher Nutzung. In westdeutschen Regionen sind Betriebe und Flächen häufig kleiner; die Nutzung ist vielerorts kleinteiliger.

Diese Unterschiede entstanden nicht zufällig im Dürrejahr 2018. Gerade deshalb sind sie für die Untersuchung interessant: Das Forschungsteam konnte Landschaften vergleichen, deren Struktur bereits lange vor dem Extremereignis verschieden war. Es nutzte den historischen Unterschied, um den möglichen Einfluss der Landschaftsstruktur genauer zu bestimmen.

Ein Ost-West-Vergleich allein würde allerdings noch keine Ursache beweisen. Auch Böden, Niederschlagsmengen, Betriebsformen und andere regionale Eigenschaften können sich unterscheiden. Die methodische Herausforderung bestand deshalb darin, solche Einflüsse möglichst gut zu berücksichtigen. Die Forschenden kombinierten dafür Fernerkundungsdaten mit einem Ansatz zur Untersuchung von Ursache und Wirkung sowie einem Modell des Pflanzenwachstums.

Faktenbox: Zusammenhang oder Ursache?

Wenn in zwei Regionen zugleich unterschiedliche Landschaften und unterschiedliche Dürreschäden auftreten, ist das zunächst nur ein Zusammenhang. Die Studie versucht darüber hinaus abzuschätzen, welchen Beitrag die Landschaftsstruktur selbst geleistet hat. Solche Verfahren stärken die Aussagekraft, bleiben aber von den verfügbaren Daten und den Annahmen der Auswertung abhängig.

Wie kann eine vielfältige Landschaft Grünland bei Dürre helfen?

Die Universität Bonn nennt die Wasserspeicherung als einen möglichen Teil der Erklärung: Landschaften mit weniger unterschiedlichen Nutzungsformen können während einer Dürre weniger Wasser speichern. Für das Grünland ist Wasser im Boden entscheidend, weil Gräser und andere Pflanzen nur dann weiter wachsen können, wenn ihre Wurzeln ausreichend Feuchtigkeit erreichen.

Wie Wasser in einer Landschaft verfügbar bleibt, hängt von mehreren Bedingungen ab. Bodenbeschaffenheit, Bewuchs, Verdunstung und die Verteilung der Flächen wirken zusammen. Auch Gehölze und andere grüne Strukturen können das unmittelbare Umfeld verändern. Daraus folgt aber keine einfache Regel, nach der beispielsweise jeder zusätzliche Baum automatisch den Grasertrag erhöht. Bäume benötigen selbst Wasser und können mit benachbarten Pflanzen konkurrieren.

Die Stärke der Untersuchung liegt darin, die Landschaft als Ganzes zu betrachten. Sie prüft nicht, ob ein bestimmter Feldrain oder eine einzelne Baumreihe an einem bestimmten Standort die Dürrefolgen um einen festen Prozentsatz reduziert. Für solche konkreten Entscheidungen müssen Betriebe ihre örtlichen Bedingungen berücksichtigen.

Warum ist die Pflanzenmasse für Betriebe so wichtig?

Pflanzenmasse bezeichnet hier den Aufwuchs, den Grünland erzeugt. Daraus kann beispielsweise Futter für Rinder, Schafe oder andere Weidetiere werden. Sinkt der Aufwuchs während einer Dürre, hat das mögliche Folgen für die Futterplanung: Es steht weniger Material zum Mähen bereit, Weideflächen liefern weniger Nahrung und Futtervorräte können stärker beansprucht werden.

Wie schwer ein solcher Verlust wirtschaftlich wiegt, hängt vom Betrieb ab. Ein Hof mit ausreichenden Reserven kann einen schlechten Schnitt anders auffangen als ein Betrieb mit knappen Vorräten. Deshalb lässt sich aus einem Rückgang der Pflanzenmasse nicht unmittelbar ein bestimmter finanzieller Schaden für jeden Hof berechnen.

Die Bonner Forschenden ergänzten ihre Auswertung durch ein Modell, das Pflanzenwachstum unter unterschiedlichen Bedingungen abbildet. Damit schätzten sie ab, wie sich eine weniger vielfältige Landschaft auf dürrebedingte Verluste an Pflanzenmasse auswirken könnte. Ein Modell ist dabei ein Hilfsmittel zur Einordnung, keine Messung jeder einzelnen Ernte.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Was bedeuten die Ergebnisse für die Praxis auf dem Hof?

Die Studie legt nahe, dass Maßnahmen gegen Dürrefolgen nicht ausschließlich an der einzelnen Wiese ansetzen sollten. Wer nur fragt, welche Pflanzen auf einer Fläche wachsen oder wann gemäht wird, betrachtet möglicherweise einen Teil des Problems. Auch die Nutzung und Gestaltung des Umlands kann für die Widerstandsfähigkeit wichtig sein.

Ein denkbares Praxisbeispiel ist eine Region mit großen, ähnlich genutzten Schlägen und wenig grüner Infrastruktur. Wenn dort mehrere Betriebe ihre Flächenplanung besprechen, können sie prüfen, wo mehr unterschiedliche Nutzungen oder geeignete Landschaftselemente sinnvoll wären. Ob eine konkrete Änderung hilft, hängt jedoch vom Standort, den Böden, der verfügbaren Fläche und den Kosten ab.

Für einen einzelnen Betrieb ergeben sich daraus keine sofort verbindlichen Schritte. Die folgenden Fragen können aber eine sachliche Bestandsaufnahme unterstützen:

  1. Wie ist das Umfeld aufgebaut? Gibt es nahezu ausschließlich große, ähnlich genutzte Flächen oder unterschiedliche Nutzungen und Strukturen?
  2. Wo traten 2018 und in späteren Trockenphasen Probleme auf? Wiederholen sich niedrige Erträge auf denselben Grünlandflächen?
  3. Welche Standortbedingungen sind bekannt? Boden, Wasserverfügbarkeit und örtliches Klima müssen in die Bewertung einfließen.
  4. Welche Änderungen sind realistisch? Flächenzuschnitt, Nutzung, Pflege und mögliche grüne Strukturen sollten gemeinsam betrachtet werden.
  5. Wie lässt sich die Wirkung beobachten? Erträge und Zustand der Flächen über mehrere Jahre zu dokumentieren ist aussagekräftiger als ein einzelner Sommer.

Bei der Planung kann es außerdem sinnvoll sein, benachbarte Betriebe einzubeziehen. Landschaftsstrukturen enden nicht an Eigentumsgrenzen. Ein einzelner Hof hat deshalb nur begrenzten Einfluss auf die gesamte Umgebung seines Grünlands.

Kann ein großer Betrieb trotzdem Vorteile haben?

Ja. Die Forschenden weisen ausdrücklich darauf hin, dass große Betriebe in normalen Jahren effizienter wirtschaften können. Größere, zusammenhängende Flächen können Arbeitsabläufe vereinfachen. Offen bleibt, ob diese Vorteile Nachteile in Jahren mit starker Dürre ausgleichen oder sogar übertreffen.

Für eine faire Bewertung müsste man mehrere Jahre betrachten: normale Jahre, trockene Jahre und besonders extreme Ereignisse. Hinzu kommen Kosten für Bewirtschaftung und mögliche Umgestaltungen. Die Studie zum Hitze- und Dürrejahr 2018 beantwortet diese gesamte wirtschaftliche Abwägung noch nicht.

Faktenbox: Was die Studie für die Praxis aussagt

Vielfalt auf Landschaftsebene ist ein möglicher Baustein für widerstandsfähigeres Grünland. Die Ergebnisse liefern einen Grund, Landschaftsstruktur bei der Anpassung an Dürre mitzudenken. Sie belegen weder einen garantierten Schutz für jede einzelne Wiese noch, dass große Betriebe grundsätzlich schlechter wirtschaften.

Welche Grenzen hat die Untersuchung?

Die Ergebnisse beziehen sich auf ein außergewöhnliches Ereignis: die kombinierte Dürre und Hitzewelle des Jahres 2018. Solche Extrembedingungen sind für die Frage nach Widerstandsfähigkeit besonders aufschlussreich. Sie erlauben aber keine einfache Aussage darüber, wie groß der Effekt in jedem anderen Jahr oder jeder anderen Region ausfallen wird.

Auch innerhalb Deutschlands gibt es große Unterschiede. Ein Grünlandstandort auf tiefgründigem Boden reagiert möglicherweise anders als eine flachgründige Fläche. Hanglage, Grundwassernähe, Niederschläge und Bewirtschaftung können die Folgen von Trockenheit verändern. Eine allgemeine Empfehlung muss daher vor Ort geprüft werden.

Hinzu kommt: Die Untersuchung betrachtet Landschaftsvielfalt als zusammengesetzte Eigenschaft. Welche einzelnen Elemente besonders wirksam sind, bleibt eine wichtige Frage für weitere Forschung. Wer aus der Studie eine konkrete Zahl für die optimale Feldgröße oder einen festen Mindestanteil an Gehölzen ableiten möchte, würde über ihre Aussage hinausgehen.

Schließlich beruhen Teile der Analyse auf Modellen und Fernerkundung. Satelliten können großflächige Veränderungen erfassen, ersetzen aber nicht jede Beobachtung auf einem Betrieb. Modelle helfen dabei, mögliche Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum abzuschätzen. Ihre Ergebnisse sollten stets zusammen mit den verwendeten Annahmen gelesen werden.

Was lässt sich rechtlich aus der Studie ableiten?

Die Untersuchung selbst führt keine neuen Pflichten für landwirtschaftliche Betriebe ein. Sie ist ein wissenschaftlicher Beitrag zur Frage, wie Landschaften auf extreme Wetterereignisse reagieren. Ob und in welcher Form Flächen umgestaltet werden können, hängt von den jeweils geltenden Regeln, Eigentumsverhältnissen und örtlichen Gegebenheiten ab.

Das gilt beispielsweise, wenn ein Betrieb Gehölze pflanzen oder die Nutzung einer Fläche ändern möchte. Aus dem Forschungsergebnis folgt weder eine allgemeine Genehmigung noch eine Verpflichtung zu einer bestimmten Maßnahme. Für konkrete Vorhaben ist die rechtliche Situation am Standort zu prüfen.

Für wen ist die Studie besonders relevant?

Für Grünlandbetriebe ist die Untersuchung interessant, weil sie eine zusätzliche Größe für die langfristige Futter- und Flächenplanung aufzeigt. Dürreschäden lassen sich nicht immer vermeiden. Wer ihre Ursachen besser versteht, kann Risiken jedoch gezielter einschätzen.

Für Landschaftsplanung und Beratung ist wichtig, dass die Betrachtung einzelner Parzellen möglicherweise zu kurz greift. Maßnahmen, die über Betriebsgrenzen hinweg abgestimmt werden, können sinnvoll sein, wenn die Landschaftsstruktur insgesamt eine Rolle spielt.

Für die Forschung ergeben sich konkrete Anschlussfragen. Welche Nutzungsvielfalt ist unter welchen Standortbedingungen hilfreich? Welche Rolle spielen Gehölze, Obstgärten oder die Größe zusammenhängender Flächen? Und wie verändert sich die wirtschaftliche Bewertung, wenn mehrere Dürrejahre betrachtet werden?

Für Verbraucherinnen und Verbraucher erklärt die Studie, weshalb eine Dürre landwirtschaftliche Betriebe unterschiedlich treffen kann. Die Unterschiede liegen nicht allein daran, wie viel Regen auf eine einzelne Wiese fällt. Auch die Struktur ihrer Umgebung kann zur Wirkung des Extremwetters beitragen.

Welche Fragen zu Grünland und Dürre bleiben häufig offen?

Verhindert eine vielfältige Landschaft Ertragsausfälle bei Dürre?

Nein. Auch vielfältig strukturierte Landschaften können unter extremer Trockenheit erhebliche Ertragsverluste erleiden. Die Studie deutet darauf hin, dass die Verluste im untersuchten Ereignis geringer ausfallen konnten als in stärker vereinheitlichten Landschaften. Sie beschreibt einen möglichen Schutzfaktor, keine Garantie.

Geht es um mehr Arten auf der Wiese oder um die Umgebung?

Im Mittelpunkt steht vor allem die Vielfalt der Agrarlandschaft, also die Mischung von Nutzungen und grünen Strukturen im Umfeld des Grünlands. Die Artenzusammensetzung einer einzelnen Wiese ist eine andere Forschungsfrage und sollte mit dem hier untersuchten Effekt nicht gleichgesetzt werden.

Beweist die Studie, dass ostdeutsches Grünland grundsätzlich schlechter ist?

Nein. Der historische Unterschied zwischen Agrarlandschaften in Ost- und Westdeutschland diente den Forschenden als Grundlage für ihren Vergleich. Die Aussage bezieht sich auf den Einfluss der Landschaftsstruktur unter den untersuchten Bedingungen. Sie ist kein pauschales Urteil über sämtliche Betriebe oder Grünlandflächen einer Region.

Wissen wir bereits, welche Landschaftselemente am meisten helfen?

Aus der Mitteilung der Universität Bonn lässt sich keine eindeutige Rangfolge einzelner Elemente ableiten. Die Forschenden nennen gerade die Frage nach besonders wirksamen Eigenschaften einer Landschaft als Thema für weitere Untersuchungen.

Ist die Studie auch für künftige Dürrejahre wichtig?

Ja, als Hinweis für die Anpassung an Extremereignisse. Das Jahr 2018 bot eine Gelegenheit, die Wirkung verschiedener Landschaftsstrukturen unter starkem Stress zu untersuchen. Wie gut sich die Ergebnisse auf künftige Ereignisse übertragen lassen, muss weitere Forschung zeigen.

Was ist das Fazit zu vielfältigen Landschaften und Grünland?

Die Studie der Universität Bonn liefert Hinweise darauf, dass die Gestaltung der Agrarlandschaft für Grünland in einer Dürre einen Unterschied macht. Während der Hitze und Trockenheit 2018 verloren stärker vereinheitlichte Landschaften mehr nutzbaren Grünlandaufwuchs. Vielfalt im Umfeld einer Wiese könnte somit helfen, die Folgen extremer Wetterereignisse abzumildern.

Für die Praxis ist vor allem die Größenordnung der Betrachtung neu und wichtig: Eine widerstandsfähige Wiese hängt möglicherweise nicht nur von ihrem eigenen Boden und ihrer Pflege ab, sondern auch von der Landschaft um sie herum. Welche Veränderungen sich an einem konkreten Standort lohnen, muss dennoch unter ökologischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Gesichtspunkten geprüft werden.

Originalpublikation: Marco Ferro, Jan Börner, Silke Hüttel, Katja Kowalski, Patrick Hostert, Krisztina Kis-Katos: The causal effect of agricultural landscape simplification on Germany’s grasslands during a compound drought and heatwave in 2018, American Journal of Agricultural Economics. DOI: https://doi.org/10.1002/ajae.70096

Weitere Informationen: Originalstudie beim Verlag und Forschungsmitteilung der Universität Bonn.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news877934 und https://doi.org/10.1002/ajae.70096


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


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