Interview mit Fabian Baumann über Cantura, CBD und Cannabis Clubs

Die deutsche Cannabisbranche befindet sich weiterhin in einer entscheidenden Entwicklungsphase. Zwischen wechselnden rechtlichen Rahmenbedingungen, steigenden Qualitätsanforderungen und einem zunehmend professionellen Markt müssen Unternehmen flexibel handeln und gleichzeitig langfristige Strukturen aufbauen. Einer, der diese Entwicklung seit mehreren Jahren aus unternehmerischer Perspektive begleitet, ist Fabian Baumann, Gründer und Geschäftsführer der Cantura Biopharma Group mit Sitz in München.

Fabian Baumann (Cantura Organics und Cantura Cannabis Club)

Interview mit Fabian Baumann über Cantura, CBD und Cannabis Clubs
Interview mit Fabian Baumann über Cantura, CBD und Cannabis Clubs

Unter dem Dach der Unternehmensgruppe treffen verschiedene Bereiche der Cannabiswirtschaft aufeinander. Dazu gehören die Bio-CBD-Marke Cantura Organics, der Vertrieb von medizinischem Cannabis in Zusammenarbeit mit Apotheken sowie Lösungen für den legalen Betrieb von Anbauvereinigungen. Die unternehmerischen Wurzeln reichen bis zum CBD-Multibrand-Shop Thankyoujane zurück, aus dem sich im Laufe der Jahre eine eigene Marke und eine wachsende Cannabis-Community entwickelt haben.

Fabian Baumann kommt ursprünglich aus dem Finanzbereich. Entsprechend betrachtet er die Cannabisbranche nicht nur aus Sicht eines Pflanzenliebhabers, sondern vor allem als jungen, regulierten und kapitalintensiven Wachstumsmarkt. Themen wie Finanzierung, Warenbestand, Qualitätssicherung, Laboranalysen und verlässliche Geschäftsmodelle spielen für ihn eine ebenso wichtige Rolle wie Aufklärung, Verbraucherschutz und der Abbau gesellschaftlicher Vorurteile.

Im Interview spricht Fabian Baumann darüber, wie er in die Cannabis- und CBD-Branche eingestiegen ist, welche Veränderungen den Markt seit 2020 geprägt haben und warum sich viele frühere Anbieter nicht dauerhaft behaupten konnten. Außerdem erklärt er, welche Ziele Cantura verfolgt, wo die größten Hürden bei der europäischen Expansion liegen und wie sich unternehmerische Erfahrung und die demokratischen Strukturen eines Cannabis Clubs miteinander verbinden lassen.

Darüber hinaus geht es um die zukünftige Entwicklung des europäischen CBD-Marktes, die Bedeutung von Netzwerken und Innovationen sowie um typische Missverständnisse rund um CBD und Cannabis. Auch angehende Gründerinnen und Gründer erhalten eine realistische Einschätzung dazu, worauf es beim Aufbau eines Unternehmens in dieser stark regulierten Branche tatsächlich ankommt.

Im folgenden Interview gibt Fabian Baumann einen offenen Einblick in seine Arbeit, seine unternehmerischen Ziele und seine Vorstellungen von einer professionellen und verantwortungsvollen Cannabisbranche in Deutschland und Europa.

Fabian Baumann (Cantura Organics und Cantura Cannabis Club)
Fabian Baumann (Cantura Organics und Cantura Cannabis Club)

Bitte stelle dich und Cantura bzw. Thankyoujane kurz vor.

Ich bin Fabian Baumann, Gründer und Geschäftsführer der Cantura Biopharma Group mit Sitz in München. Wir bündeln drei Cannabis-Segmente: unsere Bio-CBD-Marke Cantura Organics, die wir direkt an Endkundinnen und Endkunden verkaufen, die Distribution von medizinischem Cannabis in Zusammenarbeit mit Apotheken, und wir ermöglichen den legalen Betrieb von Anbauvereinigungen. Angefangen haben wir 2017 mit thankyoujane.de als CBD-Multibrand-Shop — daraus ist über die Jahre ein Unternehmen mit eigener Marke und eigener Cannabis-Community worden. Was uns über alle drei Bereiche verbindet, ist wofür Cantura steht: Cannabis und Natura. Wir sind überzeugt, dass die Cannabispflanze bei verantwortungsvollem Konsum viel Gutes tun kann.

Wie bist du in die Cannabis- und CBD-Branche eingestiegen?

Über die Zahlen, ehrlich gesagt. Ich komme aus dem Finanzbereich und habe mir 2019/2020 angeschaut, welche Märkte in Europa gerade neu entstehen — und Cannabis war ein besonderer Kandidat: ein Milliardenmarkt, der zu großen Teilen illegal läuft, mit einer Regulierung, die sich absehbar bewegen wird. Das war für mich weniger eine Lifestyle-Entscheidung als eine unternehmerische. Wir sind dann bewusst mit CBD gestartet, weil das der legal saubere Einstieg war, und haben von dort aus Schritt für Schritt die Bereiche dazugebaut, die rechtlich möglich wurden. Rückblickend war das genau richtig: Wir hatten Marke, Kundenbeziehung und Logistik schon aufgebaut, als 2024 mit dem Konsumcannabisgesetz das nächste Fenster aufging.

Was hat dich persönlich motiviert, diesen Weg einzuschlagen?

Zwei Dinge. Erstens das Stigma: Über kaum eine Pflanze wird so viel Unsinn erzählt wie über Cannabis. Ich erlebe bis heute, dass Menschen sich für etwas rechtfertigen, das ihnen guttut und niemandem schadet — und dass Themen wie Schlaf, Stress oder Schmerzen im Gespräch mit dem eigenen Umfeld tabu bleiben. Zweitens der Schwarzmarkt: Wer heute an der Straßenecke kauft, weiß nicht, was drin ist. Kein Labor, keine Herkunft, keine Verantwortung. Diese beiden Punkte — Aufklärung und Konsumentenschutz— sind für mich der eigentliche Antrieb. Das Geschäftliche und das Gesellschaftliche liegen hier zufällig mal in dieselbe Richtung, und das ist ein ziemlich angenehmer Ort zum Arbeiten.

Worauf legst du bei deiner Arbeit und deinen Unternehmen besonderen Wert?

Auf Tempo und auf Ehrlichkeit. Tempo, weil wir in einem Markt arbeiten, in dem sich Regeln schneller ändern als Businesspläne — ein gutes Ergebnis heute ist mir lieber als ein perfektes in drei Monaten. Ehrlichkeit vor allem im Produkt: Wir lassen jede Charge analysieren, und was auf dem Etikett steht, steht auch drin. In einer Branche, die lange von großen Behauptungen gelebt hat, ist Nüchternheit fast schon ein Alleinstellungsmerkmal.

Welche Ziele verfolgst du mit Cantura in den kommenden Jahren?

Konkret: Wir wollen von aktuell einstelligen Millionen Euro Umsatz auf zweistellig wachsen. Dafür skalieren wir auf drei Achsen gleichzeitig — den D2C-Shop über neue Produkte und mehr Reichweite, für Anbauvereinigungen wollen wir weitere Standorte und größere Anbaukapazität zur Verfügung stellen, und die Apothekendistribution im medizinischen Bereich beraten. Wir sind gerade dabei, dafür Kapital einzusammeln, weil dieses Wachstum ohne Vorfinanzierung von Anbau und Warenbestand nicht zu machen ist. Mittelfristig ist unser Anspruch, zu den größten CBD-Anbietern Europas zu gehören — nicht als Marketingfloskel, sondern weil dieser Markt konsolidieren wird und wir auf der richtigen Seite dieser Konsolidierung stehen wollen.

Cantura Cannabis Club
Cantura Cannabis Club

Du kommst ursprünglich aus dem Finance-Bereich. Wie hat dieser Hintergrund deinen Weg als Unternehmer in der Cannabis-Branche geprägt?

Massiv — und nicht nur positiv. Positiv: Ich schaue mir jedes Geschäftsmodell erst mal als Zahlenwerk an. Deckungsbeitrag, Working Capital, Cash-Reichweite — das sind die Fragen, die in unserer Branche über Leben und Tod entscheiden, weil hier extrem viel Kapital in Warenbestand und Anbau gebunden ist. Ich habe deshalb nie an das Prinzip „erst Wachstum, dann irgendwann Marge” geglaubt, und das hat uns durch zwei ziemlich raue Jahre getragen, in denen viele Wettbewerber verschwunden sind. Die Kehrseite: Als Finanzmensch neigt man dazu, Marken für weiche Faktoren zu halten. Da musste ich dazulernen — im D2C entscheidet am Ende nicht das Excel, sondern ob die Leute deiner Marke vertrauen.

Seit deinem Einstieg im Jahr 2020 hat sich der CBD-Markt stark verändert. Welche Entwicklungen waren aus deiner Sicht besonders prägend?

Drei Phasen. Erst der Goldrausch 2020/21: Jeder machte CBD, die Regale waren voll, die Qualität war es oft nicht. Dann die Bereinigung — steigende Kosten, Preisverfall, unklare Rechtslagen, und plötzlich waren zwei Drittel der Anbieter weg. Und seit 2024 die eigentliche Besonderheit: Mit dem Konsumcannabisgesetz ist Cannabis in Deutschland aus der Grauzone in einen regulierten Rahmen gerückt, und damit hat sich auch der Blick auf CBD verändert. Prägend war für mich vor allem, dass sich die Kundschaft verändert hat: Aus Early Adoptern sind ganz normale Menschen geworden, die ein Produkt für Schlaf oder Entspannung suchen und dabei auf Bio-Qualität und Laborwerte achten wie bei Lebensmitteln auch.

Mit dem Cantura Cannabis Club verbindest du Unternehmertum und Vereinsarbeit. Welche Synergien ergeben sich daraus und wo unterscheiden sich beide Bereiche besonders?

Die Synergien sind eher immateriell: Cannabis-Know-how, Wissen zu Regulatorik und Qualitätssicherung, Laboranalytik, digitale Prozesse — das braucht ein Cannabis-Verein genauso wie ein Unternehmen, und ich kann das beisteuern. Der Unterschied ist fundamental und man muss ihn sehr sauber trennen: Ein Cannabis Club gehört seinen Mitgliedern, nicht mir. Ich sitze da nicht als Geschäftsführer, sondern in einem Verein mit demokratischen Strukturen — und das erdet ungemein. Was ich daraus mitgenommen habe: Vereinsarbeit funktioniert über Beteiligung, nicht über Ansagen. Das hat meinen Führungsstil im Unternehmen mehr verändert als jedes Managementbuch.

Cantura verfolgt das Ziel, einer der größten CBD-Anbieter Europas zu werden. Welche Herausforderungen gilt es auf diesem Weg zu meistern?

Die größte ist die Rechtsunsicherheit — nicht die Regulierung an sich, sondern dass sie in jedem EU-Land anders aussieht und sich laufend bewegt. Ein Produkt, das in Deutschland verkehrsfähig ist, kann in Frankreich, Spanien oder Österreich anders bewertet werden; das macht Internationalisierung teuer und langsam. Die zweite Hürde ist Kapital: Cannabis ist für viele Banken und Zahlungsdienstleister immer noch eine Risikobranche, und ohne Vorfinanzierung wächst hier niemand. Die dritte ist der Preisdruck — CBD ist teilweise zur Commodity geworden, und wer sich nicht über Qualität, Marke und Kundenbindung differenziert, hat schlicht kein Geschäftsmodell. Und die vierte, ganz unspektakulär: gute Leute finden, die Lust auf eine Branche haben, in der man auch mal seiner Familie erklären muss, wo man arbeitet.

Du engagierst dich außerdem im Startup-Hub Lechvalley. Welche Bedeutung haben Innovation und Netzwerke für die Weiterentwicklung der Cannabisbranche?

Enorm, weil wir eine junge Branche ohne eingespielte Strukturen sind. Es gibt keine 50 Jahre Erfahrung, auf die man zurückgreifen kann — also müssen wir voneinander lernen, auch von Wettbewerbern. In Netzwerken wie Lechvalley treffe ich auf Gründerinnen und Gründer aus ganz anderen Feldern, und gerade das hilft: Die Themen, an denen wir scheitern — Payment, Regulierung, Supply Chain, Kapitalbeschaffung — hatten andere vor uns auch, nur in einem anderen Kontext. Mir persönlich macht das Mentoring am meisten Spaß, besonders mit jungen Gründerinnen. Man gibt ein paar Abkürzungen weiter und bekommt dafür eine Perspektive zurück, die man sich selbst längst abtrainiert hat.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Wie siehst du die zukünftige Entwicklung des europäischen CBD-Marktes und welche Rolle wird Deutschland dabei spielen?

Ich erwarte Konsolidierung: weniger Anbieter, größere und professionellere, mit eigener Produktion und echter Qualitätssicherung. Parallel wird CBD weiter in den Mainstream wandern — Drogerie, Apotheke, Lebensmittelregal statt Nischenshop. Deutschland spielt dabei eine Schlüsselrolle, weil wir der mit Abstand größte Markt sind und weil das Konsumcannabisgesetz international genau beobachtet wird: Wenn der deutsche Weg funktioniert, wird er Vorbild für andere Länder. Was wir dringend brauchen, ist eine europäisch einheitliche Regelung — die aktuelle Flickenteppich-Situation kostet die ganze Branche unnötig Geld und bremst genau die seriösen Anbieter aus.

Welches Missverständnis über CBD oder die Cannabisbranche würdest du gerne aus der Welt schaffen?

Dass CBD ein Rauschmittel sei. CBD macht nicht high — Punkt. Und das zweite, größere Missverständnis: dass diese Branche aus Aussteigern in Hanf-Shirts besteht. Wir reden über Landwirtschaft, Labore, GMP-Standards, Apothekenlogistik und Compliance-Abteilungen; unser Alltag sieht deutlich mehr nach Pharmaindustrie aus als nach Woodstock. Und drittens, in die andere Richtung — weil auch das ein Missverständnis ist: Cannabis ist kein Wundermittel. Es kann für manche Menschen ein Baustein sein, aber es sollte immer verantwortungsvoll konsumiert werden.

Welchen Rat gibst du Menschen, die ein Unternehmen in der Cannabisbranche gründen möchten?

Erstens: Hol dir früh eine gute Rechtsberatung und rechne sie fest ein — in dieser Branche ist Compliance kein Nebenkostenpunkt, sondern Teil des Produkts. Zweitens: Plane mit mehr Kapital und mehr Zeit, als dein Businessplan sagt. Anbau, Warenbestand und Genehmigungen binden Geld über Monate, und Zahlungsdienstleister oder Banken machen es einem zusätzlich schwer. Drittens: Bau eine Marke, nicht nur ein Produkt — die Produkte gleichen sich an, das Vertrauen nicht. Und viertens, das Wichtigste: Mach es nicht, weil du Cannabis magst. Mach es, weil du Lust auf einen harten, regulierten, aber wachsenden Markt hast. Alle anderen sind in den letzten Jahren wieder verschwunden.

Worauf dürfen sich eure Kunden und die Branche in den kommenden Monaten besonders freuen?

Bei den Anbauvereinigungen haben wir diesen Sommer kräftig in die Anlagen investiert — neue Klimatechnik und zusätzliche, voneinander getrennte Blüteräume. Ab Herbst heißt das schlicht: mehr und gleichmäßigere Qualität für unsere Mitglieder, nachdem uns die Hitze in diesem Jahr zeitweise ausgebremst hat. Auf der Produktseite arbeiten wir an Erweiterungen unseres Bio-Sortiments, und im medizinischen Bereich bauen wir die Zusammenarbeit mit Apotheken weiter aus. Für die Branche insgesamt gilt: Die nächsten Monate bringen die ersten belastbaren Daten dazu, wie der deutsche Weg tatsächlich wirkt — darauf freue ich mich am meisten, weil Fakten in dieser Debatte lange Mangelware waren.

Was wünschst du dir persönlich für die Zukunft von Cannabis, Hanf und der gesamten Cannabisbranche in Deutschland?

Dass wir irgendwann aufhören, darüber zu reden, als wäre es etwas Besonderes. Ich wünsche mir eine Regulierung, die sich an Fakten orientiert statt an Bauchgefühl, und die verlässlich genug ist, dass man auf zehn Jahre planen kann. Ich wünsche mir, dass Nutzhanf als das gesehen wird, was er ist: eine anspruchslose, klimafreundliche Kulturpflanze, aus der man Lebensmittel, Textilien und Baustoffe machen kann — dieser Teil geht in der Debatte fast völlig unter. Und persönlich wünsche ich mir, dass niemand mehr die Stimme senken muss, wenn er sagt, dass er abends ein paar Cannabis-Tropfen nimmt, um besser zu schlafen. Das wäre für mich der eigentliche Erfolg.

Interview mit Fabian Baumann über Cantura, CBD und Cannabis Clubs
Interview mit Fabian Baumann über Cantura, CBD und Cannabis Clubs

Fazit: Professionalisierung entscheidet über die Zukunft der Cannabisbranche

Das Interview mit Fabian Baumann zeigt, wie stark sich die deutsche Cannabis- und CBD-Branche in den vergangenen Jahren verändert hat. Aus einem Markt, der lange von rechtlichen Grauzonen, Vorurteilen und teilweise überzogenen Versprechen geprägt war, entwickelt sich zunehmend ein professionelles und stärker reguliertes Wirtschaftsfeld. Wer sich darin langfristig behaupten möchte, benötigt nicht nur gute Produkte, sondern auch ausreichend Kapital, verlässliche Prozesse, rechtliche Kompetenz und eine glaubwürdige Marke.

Mit Cantura verfolgt Fabian Baumann einen breit aufgestellten Ansatz. Die Verbindung aus Bio-CBD-Produkten, medizinischem Cannabis, Apothekenkooperationen und Unterstützung für Anbauvereinigungen verdeutlicht, wie vielfältig die Branche inzwischen geworden ist. Gleichzeitig macht das Gespräch deutlich, dass diese Bereiche rechtlich und organisatorisch sauber voneinander getrennt werden müssen. Insbesondere Cannabis Clubs funktionieren nach anderen Grundsätzen als klassische Unternehmen und leben von demokratischen Strukturen sowie der aktiven Beteiligung ihrer Mitglieder.

Baumanns Hintergrund im Finanzbereich ermöglicht einen vergleichsweise nüchternen Blick auf einen Markt, der häufig noch stark emotional betrachtet wird. Umsatzwachstum allein reicht nicht aus, wenn Finanzierung, Warenbestand, Marge und rechtliche Absicherung nicht stimmen. Seine Einschätzung zur bevorstehenden Konsolidierung erscheint deshalb nachvollziehbar: Langfristig dürften sich vor allem Anbieter durchsetzen, die Qualität nachweisen, Vertrauen aufbauen und auf veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen reagieren können.

Bemerkenswert ist außerdem, dass Fabian Baumann Cannabis weder verklärt noch grundsätzlich problematisiert. Er betont das Potenzial der Pflanze, verweist aber zugleich auf einen verantwortungsvollen Umgang und grenzt sich von unrealistischen Heilversprechen ab. Diese sachliche Haltung ist wichtig, wenn Cannabis, CBD und Nutzhanf dauerhaft in der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mitte ankommen sollen.

Ob Cantura tatsächlich zu einem der größten CBD-Anbieter Europas wachsen kann, wird unter anderem von der weiteren Regulierung, der Finanzierung und der Entwicklung des europäischen Marktes abhängen. Das Interview zeigt jedoch, dass klare Ziele, praktische Branchenerfahrung und ein realistisches Verständnis der bestehenden Herausforderungen vorhanden sind. Für die gesamte Branche bleibt zu hoffen, dass künftig stärker Fakten, Qualität und Verbraucherschutz die Diskussion bestimmen und weniger alte Vorurteile oder kurzfristige Marktversprechen.

Quellen / Infos / Fotos: Fabian Baumann (Cantura Organics und Cantura Cannabis Club)

Redaktioneller Hinweis: Die in diesem Interview geäußerten Meinungen, Einschätzungen und Aussagen stammen ausschließlich vom Interviewpartner und spiegeln nicht zwangsläufig die Auffassung der Redaktion von Metaller.de wider. Das Interview dient der Information und dem Austausch unterschiedlicher Sichtweisen innerhalb der Cannabis-, Hanf- und CBD-Branche.

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Ziel der Interviewreihe ist es, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen, Wissen zu vermitteln und Menschen zu Wort kommen zu lassen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit Cannabis und Hanf beschäftigen.

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Über den Autor:
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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