Facebook und Instagram, einst gefürchtete Zensoren des harmlosen grünen Pflänzchens namens Cannabis, scheinen endlich gechillt zu haben.
Die große Überraschung im Meta-Kosmos
Nach Jahren voller „Das darfst du nicht sagen!“, „Zeig das bloß nicht!“ und „Meld das als Drogenverkauf!“, kann man nun offenbar wieder nach „Cannabis“ oder „Marijuana“ suchen, ohne gleich digital mit dem Rohrstock verprügelt zu werden.
Meta – das riesige Social-Media-Monster, das Facebook, Instagram, Threads (und wahrscheinlich auch bald deinen Toaster) kontrolliert – hat ganz still und heimlich die Suchzensur für Cannabis-bezogene Begriffe fallen lassen. Und das, nachdem es ordentlich Kritik gehagelt hat von Aktivisten, Patienten, Aufklärern und vermutlich auch ein paar genervten Oma-Erna-nach-Hanftee-Suchern.
Vorher: „Bitte melden Sie Drogendealer!“
Wenn Facebook dich für ’ne Hanf-Suche direkt ins virtuelle Polizeirevier schickt
Noch zu Beginn des Jahres war alles anders. Wer nach „Marijuana“, „Cannabis“ oder gar nach offiziellen Seiten wie der „Massachusetts Cannabis Control Commission“ suchte, bekam kein Ergebnis – sondern einen moralischen Zeigefinger mit der Bitte, doch bitte Drogendealer zu melden.
Das war ungefähr so sinnvoll, als würde man beim Googeln nach „Bierbrauen“ direkt die Telefonnummer der Anonymen Alkoholiker eingeblendet bekommen.
Die Begründung? Es könnte sich ja um illegalen Drogenhandel handeln. Klar, Opi Hans, der mit Rückenschmerzen nach Infos zu CBD sucht, ist bestimmt kurz davor, ein Drogenkartell zu gründen.
Jetzt: Suchergebnisse ohne erhobenen Zeigefinger
Doch offenbar hat Meta endlich die grüne Brille aufgesetzt – und zwar nicht die mit dem Verbots-Filter. Wer nun Begriffe wie „Cannabis“ eintippt, bekommt wieder Suchergebnisse angezeigt. Keine „Bitte melden“-Hinweise mehr, keine virtuelle Ohrfeige, kein digitales Stigma. Einfach nur: Informationen. Wow, das Internet wie es sein sollte!
Die Frage bleibt: Warum hat es überhaupt so lange gedauert?
Ein offizielles Statement? Fehlanzeige. Meta hat sich auf Nachfrage von Marijuana Moment nicht zu einem Kommentar hinreißen lassen. Wahrscheinlich war die PR-Abteilung gerade damit beschäftigt, Katzenvideos zu sortieren oder sich durch TikTok-Tanzvideos zu klicken.
Aktivisten feiern, bleiben aber vorsichtig optimistisch
Morgan Fox von NORML (der sich beruflich vermutlich täglich durch einen digitalen Urwald an Meta-Richtlinien kämpfen muss) zeigt sich vorsichtig erfreut: „Ich hoffe, dass diese Änderungen nicht nur temporär sind“, schreibt er.
Denn wer die Meta-Welt kennt, weiß: Was heute freigegeben ist, kann morgen wieder verboten sein – wie bei einem DJ, der ständig die Playlist ändert und dabei nie die guten Lieder spielt.
„Bleibt wachsam!“ ist das neue „Legalize it“
Fox mahnt: Ohne strukturelle Veränderungen bei der Moderation kann es jederzeit wieder zurück in die Zensur-Hölle gehen. Also aufgepasst, Hanffreunde: Das digitale Gras wächst, aber der Rasenmäher steht immer noch irgendwo in der Ecke.
Die Stimme der Vernunft: Kat Murti bringt’s auf den Punkt
Kat Murti von Students for Sensible Drug Policy bringt es im Interview auf den Punkt: „Meta ist eine der größten Informationsquellen der Welt. Menschen müssen sich dort über Gesundheit, Politik und Gesetze informieren können – ohne Angst vor Zensur.“
Doch trotz der positiven Entwicklung bei den Suchfunktionen gebe es weiterhin Probleme: Legale Cannabis-Unternehmen, Aufklärungskanäle und harm-reduction-Gruppen werden nach wie vor algorithmisch benachteiligt, gesperrt oder schlicht unsichtbar gemacht. Ein bisschen wie „Verstecken spielen“, nur dass niemand gewinnt.
Wenn Cartoons als Drogendealer gelten
Der Fall Brian „Box“ Brown: Ein Comiczeichner kämpft gegen den Meta-Filter
Brian „Box“ Brown, Cartoonist und erklärter Hanf-Fan, hatte sich in der Vergangenheit lautstark über Meta beschwert. Seine Zeichnungen – oft sehr politisch und informationsreich – wurden von Facebook als „Drogenverkauf“ eingestuft. Seine Reichweite? Tot. Seine Sichtbarkeit? Verschwunden.
„Meine Comicstrips sind zu nerdig, um jemanden zum Kiffen zu bringen“, sagte er einmal. Jetzt bemerkt auch er: Irgendetwas hat sich geändert. Posts werden weniger häufig gebremst, Warnungen bleiben aus. Aber ob das dauerhaft so bleibt, ist fraglich. Denn Meta ist eben Meta. Berechenbar wie ein Eichhörnchen auf Koffein.
Aktuelle Angebote (Werbung):
Unternehmen, Communitys und Content Creators: Zwischen Hoffnung und Frust
Puffco, die Vape-Firma mit Herz für Veteranen und Patienten
Die Firma Puffco, bekannt für stylishe Vape-Devices und ihren Einsatz für Veteranen und Patienten, veröffentlichte ein emotionales Video: „Die Welt wollte uns nicht – also haben wir auf Instagram unser Zuhause gebaut.“ Doch auch sie klagten darüber, dass Meta ihre Inhalte löscht, blockiert oder schlicht unsichtbar macht. Community-Aufbau? Eher Community-Abbau.
Backup-Accounts sind die neuen Visitenkarten
Wer als Cannabis-Influencer, Aufklärer oder legales Unternehmen auf Instagram unterwegs ist, braucht heute mindestens zwei Konten: eines zum Posten, das andere, wenn Meta mal wieder „den Hammer rausholt“. Legal? Ja. Sichtbar? Kommt drauf an, wie Meta gerade drauf ist.
Von Shadowbans und Werbeverboten: Die lange Liste der Skandale
Facebooks Schattenbann der Cannabis-Seiten – schon 2018 ein Thema
Schon 2018 vermuteten viele Cannabis-Seiten, dass sie „geshadowbanned“ wurden. Die Seiten existierten zwar noch, konnten aber nicht mehr gefunden werden. Wie ein Coffee-Shop mit offener Tür, aber zugeklebten Fenstern.
Meta erlaubt CBD-Werbung – unter Auflagen
Im Juli 2023 lockerte Meta seine Werbungspolitik für bestimmte CBD-Produkte. Aber nur, wenn:
die Produkte extern zertifiziert wurden,
keine psychoaktive Wirkung haben,
und niemand unter 18 angesprochen wird.
Kurz gesagt: Werbung ja, aber nur mit einem digitalen TÜV-Stempel und vielen, vielen Fußnoten.
Was machen eigentlich die anderen Plattformen?
Twitter/X: Kiff’ ruhig, aber poste mit Stil
Twitter, heute als X bekannt, hatte 2020 eine ähnliche Anti-Such-Funktion. Seit Elon Musk das Ruder übernommen hat, wurde die Maßnahme jedoch eingestellt. Werbung für Cannabis-Produkte ist inzwischen erlaubt – aber auch hier nur für zertifizierte Unternehmen.
Google: CBD? Ja. THC? Nope.
Google erlaubt seit 2023 Werbung für FDA-zugelassene CBD-Produkte und topische Anwendungen mit unter 0,3 % THC. Alles darüber? Tabu. Android-Nutzer schauen beim Thema Cannabis also weiterhin in die Röhre – zumindest offiziell.
Twitch: Kein Joint im Stream, aber Whisky geht klar
Twitch hat 2023 seine Richtlinien aktualisiert: Cannabis-Werbung ist verboten. Alkohol dagegen darf fröhlich beworben werden. Cheers!
Apple: Der heimliche Held?
Apple erlaubt mittlerweile Cannabis-Apps, inklusive Online-Shops wie Eaze. Wer ein iPhone besitzt, kann also zumindest legal shoppen – wenn auch mit stilvoller Zurückhaltung.
Fazit: Social Media hat noch einen weiten Weg vor sich
Meta hat zwar einen wichtigen Schritt gemacht und die Suchzensur aufgehoben – aber der Weg zur vollständigen Normalisierung von Cannabis-Inhalten in sozialen Netzwerken ist noch lang. Solange Algorithmen Inhalte verstecken, Unternehmen gelöscht und Aufklärung gebremst wird, bleibt die digitale Freiheit nur ein lauwarmer Joint ohne Wirkung.
Doch hey – immerhin sind wir beim Thema „Cannabis“ nicht mehr komplett auf stumm geschaltet. Und wer weiß? Vielleicht werden Facebook und Instagram eines Tages sogar echte Unterstützer der grünen Bewegung.
Aber bis dahin heißt es weiterhin: Teilen, kommentieren, informieren – und bitte nicht die Suchfunktion verwechseln mit dem Drogendezernat.
Quelle / Infos: https://www.marijuanamoment.net/facebook-and-instagram-seem-to-have-stopped-censoring-search-results-for-marijuana-and-cannabis/
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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele
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