Wildlebende Honigbienen gelten innerhalb der Europäischen Union erstmals als stark gefährdet. Forschende gehen davon aus, dass ihre Populationen ohne den Zuflug von Bienenschwärmen aus der Imkerei innerhalb von zehn Jahren um rund 56 Prozent schrumpfen würden. Hauptursachen sind der Verlust natürlicher Lebensräume, Krankheiten, Parasiten sowie der Rückgang geeigneter Nistplätze und Nahrungsquellen.
Warum sind wilde Honigbienen in der EU stark gefährdet?
Viele Menschen verbinden Honigbienen ausschließlich mit Imkereien, Honiggläsern und blühenden Obstwiesen. Tatsächlich existieren jedoch seit Jahrtausenden auch wildlebende Honigbienenvölker, die völlig unabhängig vom Menschen leben. Sie besiedeln Baumhöhlen, Felsspalten oder andere natürliche Hohlräume und erfüllen wichtige ökologische Aufgaben. Lange standen diese Populationen kaum im Fokus der Forschung. Neue wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch, dass gerade diese frei lebenden Bienenvölker erheblich unter Druck stehen.
Eine internationale Forschungsgruppe der Universität Hohenheim und des schweizerischen Forschungsinstituts Agroscope kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Ohne regelmäßige Verstärkung durch Schwärme aus der Imkerei würden die Bestände wildlebender Honigbienen in der Europäischen Union innerhalb eines Jahrzehnts um mehr als die Hälfte zurückgehen. Aufgrund dieser Erkenntnisse wurden wilde Populationen der Westlichen Honigbiene erstmals auf der Roten Liste der IUCN innerhalb der EU als stark gefährdet eingestuft. {index=0}
| Fakt | Ergebnis der Studie |
|---|---|
| Betroffene Art | Westliche Honigbiene (Apis mellifera) |
| Status in der EU | Stark gefährdet |
| Geschätzter Rückgang | Etwa 56 Prozent innerhalb von zehn Jahren |
| Anteil wildlebender Völker | Rund ein Sechstel aller Honigbienenvölker Europas |
| Wichtigste Ursachen | Lebensraumverlust, Parasiten, Krankheiten, fehlende Nahrung und menschliche Einflüsse |
| Forschungsinstitutionen | Universität Hohenheim und Agroscope Zürich |
Was ist passiert?
Wildlebende Honigbienen wurden innerhalb der Europäischen Union erstmals offiziell als stark gefährdet eingestuft.
Warum ist das relevant?
Die Tiere sind ein wichtiger Bestandteil natürlicher Ökosysteme und tragen zur genetischen Vielfalt der Honigbiene bei.
Für wen ist das wichtig?
Für Naturschutz, Landwirtschaft, Imkerei, Wissenschaft und alle Menschen, die sich für Biodiversität und den Erhalt funktionierender Ökosysteme interessieren.
Was unterscheidet wilde Honigbienen von Imkereibienen?
Auf den ersten Blick scheint diese Frage leicht beantwortet zu sein. Viele Menschen gehen davon aus, dass Honigbienen entweder in einem Bienenstock eines Imkers leben oder eben gar nicht existieren. Tatsächlich sieht die Realität deutlich komplexer aus.
Wildlebende Honigbienen gehören biologisch zur gleichen Art wie die Tiere in der Imkerei. Dennoch unterscheiden sich ihre Lebensbedingungen erheblich. Während Imker ihre Bienenvölker regelmäßig kontrollieren, Krankheiten behandeln und bei Futtermangel unterstützen, müssen wilde Bienenvölker vollständig ohne menschliche Hilfe überleben.
Sie bauen ihre Nester beispielsweise in:
- alten Baumhöhlen
- Felsspalten
- hohlen Mauern
- Spechthöhlen
- natürlichen Hohlräumen im Wald
Dort sind sie Wind, Wetter, Parasiten und Nahrungsknappheit unmittelbar ausgesetzt. Genau diese natürlichen Bedingungen machen sie für Forschende besonders interessant.
Keine klare Trennung zwischen wilden und gehaltenen Honigbienen
Die Wissenschaft betont inzwischen, dass eine strikte biologische Trennung zwischen Wildpopulationen und Bienenvölkern aus der Imkerei kaum möglich ist. Beide Gruppen stehen ständig miteinander in Kontakt.
Beispielsweise können:
- Bienenschwärme aus Imkereien in freier Natur neue Nester gründen.
- Junge Königinnen sich mit Drohnen wildlebender Völker paaren.
- Gene kontinuierlich zwischen beiden Populationen ausgetauscht werden.
Dadurch entsteht ein dynamischer Austausch, der seit Jahrhunderten stattfindet. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass Probleme einer Population Auswirkungen auf die andere haben können. Forschende weisen deshalb darauf hin, dass wildlebende Honigbienen keineswegs als vollständig isolierte Population betrachtet werden dürfen.
Warum sind wilde Honigbienen für die Natur so wertvoll?
Viele Menschen denken bei Honigbienen zunächst an Honigproduktion oder Obstplantagen. Tatsächlich erfüllen wildlebende Honigbienen jedoch zahlreiche weitere Aufgaben innerhalb natürlicher Ökosysteme.
Sie bestäuben:
- Wildpflanzen
- Waldbäume
- Sträucher
- seltene Blütenpflanzen
- Pflanzen an Waldrändern
Dadurch tragen sie wesentlich zur Stabilität ganzer Lebensgemeinschaften bei. Ohne Bestäubung könnten sich zahlreiche Pflanzenarten deutlich schlechter vermehren. Das wiederum hätte Auswirkungen auf Insekten, Vögel und andere Tiere, die auf diese Pflanzen angewiesen sind.
Ein genetischer Schatz für zukünftige Generationen
Besonders interessant ist die genetische Vielfalt wildlebender Honigbienen. Über viele Generationen hinweg mussten sich diese Populationen ohne menschliche Hilfe an Krankheiten, Parasiten und wechselnde Umweltbedingungen anpassen.
Dadurch besitzen einige Populationen Eigenschaften, die künftig auch für die Imkerei wertvoll sein könnten.
Ein bekanntes Beispiel ist der Umgang mit der Varroa-Milbe. Dieser ursprünglich aus Asien stammende Parasit zählt weltweit zu den größten Bedrohungen für Bienenvölker. Einige wildlebende Populationen außerhalb Europas zeigen jedoch bereits natürliche Anpassungen gegen diesen Schädling. Forschende sehen darin wichtige Hinweise für zukünftige Zuchtprogramme und den langfristigen Erhalt widerstandsfähiger Honigbienen.
Darüber hinaus existieren in einigen Regionen Europas noch Wildpopulationen seltener Unterarten, beispielsweise der Dunklen Europäischen Honigbiene. Solche Populationen gelten als wertvolle genetische Reserven und könnten langfristig helfen, die Anpassungsfähigkeit der gesamten Art zu erhalten.
Die Forschenden sehen deshalb nicht nur den unmittelbaren Artenschutz als wichtig an. Ebenso entscheidend ist der Erhalt der genetischen Vielfalt innerhalb der Art. Je größer diese Vielfalt ist, desto besser können sich Honigbienen an neue Krankheiten, Parasiten oder klimatische Veränderungen anpassen. Angesichts des Klimawandels gewinnt dieser Aspekt zunehmend an Bedeutung.
Wie groß ist der Rückgang wildlebender Honigbienen?
Die aktuelle Untersuchung liefert erstmals belastbare Schätzungen über die Entwicklung freilebender Honigbienen in Europa. Dafür werteten die Wissenschaftler Daten aus zahlreichen europäischen Ländern aus und kombinierten diese mit modernen Populationsmodellen.
Im Mittelpunkt stand eine entscheidende Frage: Wie würden sich die Bestände entwickeln, wenn keine Bienenschwärme mehr aus der Imkerei in die freie Natur gelangen würden?
Die Antwort fällt deutlich aus. Ohne diese regelmäßige Verstärkung würden die Bestände innerhalb von zehn Jahren durchschnittlich um etwa 56 Prozent zurückgehen. Das bedeutet nicht, dass jede Region gleichermaßen betroffen ist. Vielmehr zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern und Landschaften Europas.
Mehr als 1.600 dokumentierte Nistplätze
Für die Untersuchung wurden über 1.600 bekannte Nistplätze in insgesamt 15 europäischen Ländern ausgewertet. Dennoch betonen die Forschenden, dass viele Regionen bislang kaum untersucht wurden. Deshalb besteht weiterhin erheblicher Forschungsbedarf.
Die bekannten Daten zeigen jedoch bereits deutlich:
- Wildlebende Honigbienen kommen häufiger vor als lange angenommen.
- Viele Populationen sind klein und voneinander isoliert.
- Ein erheblicher Teil der Bestände ist ohne Unterstützung aus der Imkerei langfristig nicht überlebensfähig.
- In einigen Regionen sind Populationen bereits vollständig verschwunden.
Die Wissenschaft geht deshalb davon aus, dass die tatsächliche Situation vielerorts sogar kritischer sein könnte als derzeit bekannt.
Warum unterscheiden sich die Regionen Europas so stark?
Während manche Regionen Europas kaum noch wildlebende Honigbienen aufweisen, existieren in anderen Gebieten noch vergleichsweise stabile Populationen. Besonders auffällig sind Unterschiede zwischen dicht besiedelten Landschaften Mitteleuropas und naturnäheren Regionen.
Nach Angaben der Forschenden gehören Teile Englands zu den Gebieten, in denen sich stabile Wildpopulationen erhalten konnten. Dagegen gelten zahlreiche Regionen Mitteleuropas inzwischen als deutlich stärker gefährdet.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig:
- unterschiedliche Waldstrukturen
- Verfügbarkeit alter Höhlenbäume
- Anteil naturnaher Landschaften
- Landwirtschaftliche Nutzung
- Regionale Klimabedingungen
- Unterschiede in der Imkereidichte
Gerade alte Wälder mit zahlreichen Baumhöhlen bieten ideale Voraussetzungen für dauerhaft stabile Wildpopulationen. Fehlen solche Strukturen, sinken die Überlebenschancen erheblich.
Warum wurde die Honigbiene auf die Rote Liste gesetzt?
Viele Menschen dürfte die neue Einstufung überraschen. Schließlich gilt die Honigbiene allgemein nicht als selten. Tatsächlich beziehen sich die neuen Bewertungen jedoch ausschließlich auf die wildlebenden Populationen innerhalb der Europäischen Union.
Die Internationale Union zur Bewahrung der Natur (IUCN) unterscheidet hierbei zwischen:
- vom Menschen gehaltenen Populationen
- frei lebenden Populationen
Eine Population gilt als wild, wenn sie mindestens zehn Jahre ohne menschliche Unterstützung bestehen kann. Genau dieses Kriterium erfüllen viele europäische Wildpopulationen derzeit nicht mehr dauerhaft. Deshalb erfolgte erstmals die Einstufung als stark gefährdet.
Die Gefährdungskategorie „stark gefährdet“ beschreibt Arten oder Populationen mit einem sehr hohen Risiko, in naher Zukunft aus ihrem natürlichen Lebensraum zu verschwinden. Die Einstufung basiert auf wissenschaftlichen Kriterien wie Populationsgröße, Rückgang, Verbreitungsgebiet und langfristiger Überlebenswahrscheinlichkeit.
Auf gesamteuropäischer Ebene wird der Status derzeit noch als Daten unzureichend geführt. Der Grund dafür ist nicht eine bessere Situation, sondern fehlende Informationen aus verschiedenen Regionen Europas. Forschende gehen dennoch davon aus, dass viele Wildpopulationen bereits selten geworden oder lokal ausgestorben sind.
Aktuelle Angebote (Werbung):
Welche Ursachen bedrohen wilde Honigbienen?
Der Rückgang wildlebender Honigbienen lässt sich nicht auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Vielmehr wirken mehrere Belastungen gleichzeitig auf die Populationen ein.
1. Verlust natürlicher Lebensräume
Eine der größten Gefahren ist der fortschreitende Verlust geeigneter Lebensräume. Durch intensive Landwirtschaft, Bebauung und den Rückgang alter Wälder verschwinden immer mehr natürliche Nistmöglichkeiten.
Besonders problematisch ist das Fällen alter Bäume. Gerade sie besitzen häufig Höhlen, die von Bienenvölkern über viele Jahre genutzt werden können.
2. Mangel an Nahrung
Wildlebende Honigbienen sind vollständig auf das natürliche Blütenangebot angewiesen. Monotone Agrarlandschaften bieten jedoch häufig nur kurze Blühphasen.
Während Imker ihre Bienenvölker in schlechten Zeiten zufüttern können, besitzen Wildpopulationen diese Möglichkeit nicht. Fehlen über längere Zeit ausreichend Pollen und Nektar, sinken ihre Überlebenschancen deutlich.
3. Krankheiten und Parasiten
Die Varroa-Milbe zählt weiterhin zu den größten Bedrohungen für Honigbienen weltweit. Hinzu kommen verschiedene Krankheitserreger, die sich in geschwächten Populationen leichter ausbreiten können.
In der Imkerei werden diese Parasiten häufig behandelt. Wildlebende Völker müssen dagegen ohne menschliche Hilfe mit ihnen zurechtkommen.
4. Chemische Belastungen
Auch Pflanzenschutzmittel können sich negativ auf Gesundheit und Überlebensfähigkeit von Bienenvölkern auswirken. Zwar unterscheiden sich die Belastungen regional erheblich, dennoch gelten Pestizide als einer von mehreren Faktoren, die den Rückgang zusätzlich verstärken können.
5. Menschliche Einflüsse auf die genetische Vielfalt
Durch weltweiten Handel, intensive Bienenzucht und den Austausch von Königinnen verändern sich genetische Strukturen vieler Populationen. Dadurch könnten lokale Anpassungen an Krankheiten oder Umweltbedingungen verloren gehen. Die Forschenden sehen deshalb den Schutz regional angepasster Wildpopulationen als wichtigen Bestandteil zukünftiger Naturschutzstrategien.
Welche Folgen hat der Rückgang für Natur und Landwirtschaft?
Der Rückgang wildlebender Honigbienen betrifft weit mehr als nur eine einzelne Insektenart. Honigbienen übernehmen gemeinsam mit Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen, Schmetterlingen und weiteren Bestäubern eine zentrale Rolle in zahlreichen Ökosystemen. Fällt ein Teil dieser Bestäuber langfristig aus, kann dies weitreichende Folgen für Pflanzen, Tiere und letztlich auch den Menschen haben.
Wildlebende Honigbienen bestäuben zahlreiche Pflanzenarten in Wäldern, an Waldrändern und in naturnahen Landschaften. Dadurch tragen sie zur Samenbildung und Vermehrung vieler Pflanzen bei. Von diesen Pflanzen wiederum leben zahlreiche weitere Tierarten.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass wilde Honigbienen außerdem Lebensräume für andere spezialisierte Organismen schaffen. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Insektenarten, die auf Bienennester angewiesen sind. Ihr Verschwinden könnte daher ganze ökologische Netzwerke beeinträchtigen.
Auch die Imkerei profitiert von Wildpopulationen
Oft wird angenommen, dass Imkereien vollständig unabhängig von wildlebenden Honigbienen arbeiten. Tatsächlich besteht jedoch ein enger Zusammenhang.
Wildpopulationen können:
- wertvolle genetische Eigenschaften bewahren
- natürliche Anpassungen an Krankheiten entwickeln
- die genetische Vielfalt der gesamten Art erhalten
- langfristig neue Erkenntnisse für Zuchtprogramme liefern
Gerade angesichts neuer Krankheiten und der Folgen des Klimawandels könnten diese genetischen Reserven künftig eine noch größere Bedeutung erhalten.
Welche Schutzmaßnahmen schlagen Forschende vor?
Die Wissenschaft sieht durchaus Möglichkeiten, den Rückgang wildlebender Honigbienen zu bremsen. Voraussetzung ist allerdings, dass ihre Bedeutung künftig stärker im Natur- und Artenschutz berücksichtigt wird.
Zu den wichtigsten vorgeschlagenen Maßnahmen gehören:
- Erhalt alter Wälder und Höhlenbäume
- Schutz strukturreicher Waldränder
- Förderung naturnaher Landschaften
- Mehr blütenreiche Flächen mit heimischen Pflanzen
- Langfristiges Monitoring wildlebender Populationen
- Weitere Forschung zur genetischen Vielfalt
- Berücksichtigung wildlebender Honigbienen in Naturschutzprogrammen
Nach Ansicht der Forschenden sind stabile Wildpopulationen ein wichtiger Indikator für hochwertige Lebensräume. Wo ausreichend alte Bäume, vielfältige Blütenpflanzen und naturnahe Strukturen vorhanden sind, profitieren gleichzeitig zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten.
Auch Privatpersonen können einen Beitrag leisten:
- heimische Blühpflanzen im Garten oder auf dem Balkon pflanzen
- auf chemische Pflanzenschutzmittel möglichst verzichten
- alte Bäume und Totholz erhalten, wenn dies sicher möglich ist
- regionale Imkereien unterstützen
- naturnahe Lebensräume fördern und schützen
Was bedeutet die Einstufung auf der Roten Liste?
Die Rote Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN) gehört weltweit zu den wichtigsten Instrumenten des Artenschutzes. Seit den 1960er Jahren bewertet sie Tier- und Pflanzenarten anhand wissenschaftlicher Kriterien und schätzt deren Aussterberisiko ein.
Die Einstufung „stark gefährdet“ bedeutet nicht, dass die Honigbiene insgesamt unmittelbar vom Aussterben bedroht ist. Vielmehr bezieht sich diese Bewertung ausdrücklich auf die wildlebenden Populationen innerhalb der Europäischen Union. Honigbienen in der Imkerei sind davon nicht betroffen.
Dennoch verdeutlicht die neue Bewertung, dass auch bekannte und vermeintlich häufige Arten in ihrer natürlichen Lebensweise erheblich unter Druck geraten können.
Originalpublikation und weitere Informationen
Die wissenschaftlichen Ergebnisse wurden in einer Fachpublikation veröffentlicht.
Originalpublikation:
https://doi.org/10.1111/csp2.70345
Weitere Informationen:
Einstufung der Honigbiene durch die IUCN
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Sind Honigbienen generell vom Aussterben bedroht?
Nein. Die aktuelle Einstufung betrifft ausschließlich wildlebende Populationen der Westlichen Honigbiene innerhalb der Europäischen Union. Von Imkern gehaltene Bienenvölker sind davon nicht betroffen.
Warum sind wilde Honigbienen wichtig?
Sie tragen zur Bestäubung natürlicher Pflanzen bei, erhalten genetische Vielfalt und unterstützen stabile Ökosysteme. Außerdem können sie wertvolle genetische Eigenschaften für zukünftige Bienenzuchtprogramme bewahren.
Welche größte Bedrohung besteht derzeit?
Der Rückgang geeigneter Lebensräume gilt als einer der wichtigsten Faktoren. Hinzu kommen Parasiten wie die Varroa-Milbe, Krankheiten, fehlende Nahrungsquellen sowie weitere menschliche Einflüsse.
Kann jeder etwas zum Schutz beitragen?
Ja. Blühflächen, heimische Pflanzen, der Erhalt naturnaher Strukturen und ein bewusster Umgang mit Pflanzenschutzmitteln können die Lebensbedingungen vieler Bestäuber verbessern.
Fazit: Der Schutz wildlebender Honigbienen schützt weit mehr als nur eine Art
Die erstmalige Einstufung wildlebender Honigbienen als stark gefährdet innerhalb der Europäischen Union markiert einen wichtigen Meilenstein für den europäischen Naturschutz. Die Forschung zeigt deutlich, dass frei lebende Populationen trotz ihrer weiten Verbreitung erheblich unter Druck stehen und ohne regelmäßige Verstärkung aus der Imkerei vielerorts nicht dauerhaft überleben könnten.
Gleichzeitig machen die Ergebnisse deutlich, wie wertvoll diese Wildpopulationen für die genetische Vielfalt, die Anpassungsfähigkeit der Honigbiene und funktionierende Ökosysteme sind. Ihr Schutz kommt daher nicht nur den Honigbienen selbst zugute, sondern unterstützt zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten sowie die langfristige Stabilität unserer Landschaften.
Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news874682 und https://doi.org/10.1111/csp2.70345
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen, News bzw. Pressemeldung
