Wie schützt Rewilding Klima und Biodiversität?

Europäische Landschaften können Klima und Biodiversität gleichzeitig schützen, wenn natürliche Prozesse gezielt gefördert werden. Eine neue Studie zeigt, dass sogenanntes climate smart Rewilding helfen kann, Kohlenstoff zu speichern, Artenvielfalt zu stärken und Regionen widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Besonders Ost und Südeuropa besitzen großes Potenzial, während nördliche Regionen wichtige Funktionen für die Klimaanpassung übernehmen können.

Inhaltsverzeichnis

Wie können Europas Landschaften Klima und Biodiversität gleichzeitig schützen?

Wie schützt Rewilding Klima und Biodiversität?
Wie schützt Rewilding Klima und Biodiversität?

Der Schutz der biologischen Vielfalt und wirksamer Klimaschutz gehören zu den größten Herausforderungen unserer Zeit. Lange galten beide Ziele teilweise als Konkurrenz zueinander. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass sich Natur, Klima und gesellschaftliche Interessen häufig gemeinsam stärken lassen. Genau hier setzt das Konzept des climate smart Rewildings an.

Region Besonderes Potenzial Vorteile Herausforderungen
Osteuropa Klimaschutz und Wiederverwilderung Hohe Kohlenstoffspeicherung, Biodiversität Landnutzungskonflikte
Südeuropa Gesamteignung für climate smart Rewilding Naturschutz, Anpassung an Hitzeperioden Waldbrandrisiko
Nordeuropa Klimaanpassung Ökologische Korridore, Artenwanderung Abstimmung mit Forstwirtschaft
Westeuropa Begrenztes Potenzial Teilweise Wiederherstellung möglich Landschaftszerschneidung, hohe Bebauung

Was bedeutet climate smart Rewilding?

Climate smart Rewilding beschreibt einen Ansatz, bei dem natürliche Ökosysteme wiederhergestellt werden und gleichzeitig Klimaschutz, Klimaanpassung sowie gesellschaftliche Interessen berücksichtigt werden. Es geht also nicht nur darum, Natur sich selbst zu überlassen. Vielmehr sollen ökologische Prozesse gezielt genutzt werden, um langfristige Vorteile für Mensch und Umwelt zu schaffen.

Faktenbox: Was ist Rewilding?

Rewilding bedeutet Wiederverwilderung. Ziel ist es, natürliche Prozesse in Landschaften wiederherzustellen. Dazu gehören beispielsweise naturnahe Wälder, Feuchtgebiete, Wildtierkorridore oder extensive Beweidung durch große Pflanzenfresser.

Das Konzept wurde von Forschenden des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung, der Martin Luther Universität Halle Wittenberg und des EU Projekts WildE untersucht. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift One Earth veröffentlicht.

Weitere Informationen zur Studie gibt es direkt beim Deutschen Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung unter folgendem Link:

Wie Europas Landschaften Klima und Biodiversität gleichzeitig schützen können

Warum ist climate smart Rewilding für Europa wichtig?

Europa steht gleichzeitig vor mehreren großen Problemen:

  • Klimawandel
  • Artensterben
  • Bodendegradation
  • Waldbrände
  • Trockenheit
  • Verlust natürlicher Lebensräume

Viele klassische Naturschutzmaßnahmen reichen allein nicht mehr aus. Gleichzeitig zeigen sich Grenzen rein technischer Klimaschutzstrategien. Das neue Konzept soll beide Bereiche miteinander verbinden.

Welche Vorteile bietet der Ansatz?

  • Mehr Kohlenstoffbindung in Böden und Wäldern
  • Stärkere Widerstandsfähigkeit gegen Extremwetter
  • Förderung seltener Tier und Pflanzenarten
  • Bessere Wasserspeicherung in Landschaften
  • Neue Chancen für naturnahe Regionen
  • Langfristige ökologische Stabilität

Welche Regionen Europas profitieren besonders?

Die Studie kommt zu einem klaren Ergebnis. Nicht jede Region Europas eignet sich gleich gut für climate smart Rewilding. Einige Landschaften besitzen jedoch außergewöhnlich hohe Potenziale.

Warum gelten Ost und Südeuropa als besonders geeignet?

Ost und Südeuropa weisen laut Studie die höchste Gesamteignung auf. Dort gibt es häufig größere naturnahe Flächen, geringere Zerschneidung der Landschaft und teilweise brachfallende landwirtschaftliche Gebiete.

Dadurch entstehen Möglichkeiten für:

  • Natürliche Wiederbewaldung
  • Rückkehr von Wildtieren
  • Wiederherstellung von Feuchtgebieten
  • Natürliche Kohlenstoffspeicherung

Gerade ehemalige Agrarflächen können sich zu wichtigen Rückzugsräumen für Arten entwickeln.

Welche Rolle spielt Nordeuropa?

Nordeuropa besitzt laut Studie vor allem großes Potenzial für die Klimaanpassung. Besonders Finnland, die baltischen Staaten und Teile Schwedens könnten wichtige ökologische Korridore entwickeln.

Diese Korridore ermöglichen es Tierarten, auf klimatische Veränderungen zu reagieren und neue Lebensräume zu erreichen.

Faktenbox: Ökologische Korridore

Ökologische Korridore verbinden getrennte Lebensräume miteinander. Sie helfen Tieren und Pflanzen dabei, sich auszubreiten und auf den Klimawandel zu reagieren.

Warum ist Westeuropa stärker eingeschränkt?

Westeuropa besitzt zwar ebenfalls Potenziale, allerdings sind diese vielerorts eingeschränkt. Gründe dafür sind:

  • Starke Besiedlung
  • Intensive Landwirtschaft
  • Industriegebiete
  • Autobahnen und Infrastruktur
  • Zerschneidung natürlicher Räume

Viele Lebensräume sind isoliert. Dadurch fällt es Arten schwer, sich auszubreiten oder auf Umweltveränderungen zu reagieren.

Was bedeutet Landschaftszerschneidung?

Landschaftszerschneidung beschreibt die Aufteilung natürlicher Räume durch Straßen, Städte oder Industrieflächen. Dadurch werden Tierwanderungen behindert und Ökosysteme geschwächt.

Besonders große Säugetiere, aber auch Amphibien und Insekten leiden unter dieser Entwicklung.

Wie hängen Biodiversität und Klimaschutz zusammen?

Die Studie zeigt deutlich, dass Biodiversität und Klimaschutz eng miteinander verbunden sind. Artenreiche Ökosysteme gelten meist als stabiler und widerstandsfähiger.

Gleichzeitig gibt es Zielkonflikte.

Warum können Monokulturen problematisch sein?

Schnell wachsende Monokulturwälder speichern oft schneller Kohlenstoff als naturnahe Mischwälder. Dennoch bieten sie deutlich weniger Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Dadurch entstehen Risiken:

  • Geringere Artenvielfalt
  • Höhere Anfälligkeit für Schädlinge
  • Schwächere Widerstandsfähigkeit
  • Geringere ökologische Stabilität

Das climate smart Rewilding Konzept versucht deshalb, beide Ziele gemeinsam zu betrachten.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

Wie können landwirtschaftliche Flächen helfen?

Ein besonders interessantes Beispiel der Studie betrifft landwirtschaftliche Brachflächen. In einigen Regionen Europas könnten sie wichtige Funktionen übernehmen.

Welche Vorteile besitzen Brachflächen?

  • Förderung der Biodiversität
  • Speicherung von Kohlenstoff
  • Neue Lebensräume für Insekten
  • Bessere Bodenqualität
  • Natürliche Wasserspeicherung

Allerdings entstehen auch Risiken.

Warum steigt teilweise das Waldbrandrisiko?

Wenn Vegetation unkontrolliert wächst, sammelt sich mehr Biomasse an. In trockenen Regionen kann dies das Risiko für Waldbrände erhöhen.

Deshalb schlagen die Forschenden zusätzliche Maßnahmen vor.

Wie kann natürliche Beweidung helfen?

Natürliche oder extensive Beweidung kann überschüssige Vegetation reduzieren. Gleichzeitig bleibt die Landschaft offen und artenreich.

Typische Tiere für solche Konzepte sind:

  • Rinder
  • Pferde
  • Ziegen
  • Wisent ähnliche Beweidungsprojekte
Bedeutung für Europa

Die Studie zeigt, dass Naturschutz und Klimaschutz nicht getrennt betrachtet werden sollten. Regionale Lösungen können helfen, mehrere Probleme gleichzeitig zu lösen.

Welche Rolle spielen Menschen und Wirtschaft?

Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass climate smart Rewilding nicht gegen die Bevölkerung funktionieren kann. Regionale Interessen müssen berücksichtigt werden.

Warum sind sozioökonomische Risiken wichtig?

Neue Naturschutzmaßnahmen beeinflussen oft:

  • Landwirtschaft
  • Forstwirtschaft
  • Tourismus
  • Regionale Wirtschaft
  • Arbeitsplätze

Deshalb bewertet das Konzept auch mögliche gesellschaftliche Risiken.

Warum braucht jede Region individuelle Lösungen?

Europa besitzt sehr unterschiedliche Landschaften und Wirtschaftsstrukturen. Was in Finnland sinnvoll ist, muss nicht automatisch in Spanien oder Deutschland funktionieren.

Die Forschenden weisen deshalb darauf hin, dass lokale Anpassungen entscheidend bleiben.

Welche Bedeutung hat die Studie für Deutschland?

Auch Deutschland kann vom Konzept profitieren. Besonders interessant sind:

  • Renaturierung von Mooren
  • Wiederherstellung natürlicher Flusslandschaften
  • Vernetzung von Lebensräumen
  • Naturnahe Wälder
  • Extensive Beweidung

Gerade Moore gelten als extrem wichtige Kohlenstoffspeicher. Gleichzeitig fördern sie zahlreiche seltene Arten.

Welche Probleme bestehen in Deutschland?

Deutschland gehört zu den dicht besiedelten Ländern Europas. Viele Landschaften sind intensiv genutzt oder stark zerschnitten.

Dadurch entstehen Herausforderungen:

  • Flächenkonkurrenz
  • Konflikte mit Landwirtschaft
  • Hoher Infrastrukturanteil
  • Hoher Nutzungsdruck

Wie hilft die Studie politischen Entscheidungsträgern?

Die Forschenden sehen das Konzept als praktisches Werkzeug für Politik, Naturschutz und Raumplanung.

Welche Fragen können damit beantwortet werden?

  1. Welche Regionen besitzen das größte Potenzial?
  2. Wo entstehen Zielkonflikte?
  3. Welche Maßnahmen wirken besonders effektiv?
  4. Wie lassen sich Risiken minimieren?
  5. Welche Kombinationen bringen den größten Nutzen?

Dadurch können Investitionen gezielter eingesetzt werden.

Welche wissenschaftlichen Grundlagen nutzt die Studie?

Die Untersuchung basiert auf umfangreichen Datensätzen und räumlichen Analysen. Die Forschenden kombinierten Informationen zu:

  • Biodiversität
  • Klimaschutz
  • Klimaanpassung
  • Landnutzung
  • Risiken
  • Ökosystemleistungen

Die wissenschaftliche Veröffentlichung ist über den DOI Link abrufbar:

Originalpublikation in One Earth

Was sind Ökosystemleistungen?

Ökosystemleistungen sind Vorteile, die Menschen direkt oder indirekt aus der Natur erhalten.

Typische Ökosystemleistungen sind:

  • Sauberes Wasser
  • Kohlenstoffspeicherung
  • Bestäubung
  • Erosionsschutz
  • Kühlung von Landschaften
  • Hochwasserschutz

Gesunde Ökosysteme besitzen häufig mehrere dieser Funktionen gleichzeitig.

Einordnung

Das Konzept ist besonders relevant für Politik, Naturschutzorganisationen, Landbewirtschafter, Kommunen und Forschende. Es kann helfen, langfristige Strategien für klimaresiliente Landschaften zu entwickeln.

Welche Grenzen besitzt das Konzept?

Die Forschenden weisen darauf hin, dass das Konzept nicht alle zukünftigen Entwicklungen exakt vorhersagen kann.

Welche Unsicherheiten bestehen?

  • Politische Veränderungen
  • Wirtschaftliche Entwicklungen
  • Klimatische Extremereignisse
  • Veränderte gesellschaftliche Prioritäten
  • Regionale Nutzungskonflikte

Außerdem können lokale Besonderheiten nur begrenzt durch großräumige Modelle dargestellt werden.

Warum wird Biodiversität immer wichtiger?

Der Verlust biologischer Vielfalt gilt inzwischen als globale Krise. Viele Tier und Pflanzenarten verschwinden deutlich schneller als früher.

Die Folgen betreffen auch den Menschen:

  • Instabilere Ökosysteme
  • Verlust wichtiger Bestäuber
  • Schwächere Böden
  • Mehr Extremereignisse
  • Geringere Widerstandsfähigkeit

Die neue Studie zeigt, dass Schutzmaßnahmen oft gleichzeitig Klima und Biodiversität stärken können.

FAQ zum climate smart Rewilding

Was bedeutet climate smart Rewilding?

Es handelt sich um ein Konzept zur Wiederherstellung natürlicher Ökosysteme unter Berücksichtigung von Klimaschutz, Klimaanpassung und gesellschaftlichen Interessen.

Welche Regionen Europas besitzen das größte Potenzial?

Vor allem Ost und Südeuropa weisen laut Studie hohe Potenziale auf.

Warum ist Biodiversität wichtig für das Klima?

Artenreiche Ökosysteme gelten meist als stabiler, widerstandsfähiger und leistungsfähiger bei der Kohlenstoffspeicherung.

Welche Risiken gibt es?

Je nach Region können Nutzungskonflikte, Waldbrandrisiken oder wirtschaftliche Herausforderungen entstehen.

Welche Rolle spielen ökologische Korridore?

Sie verbinden Lebensräume und ermöglichen Tierarten die Anpassung an den Klimawandel.

Fazit: Warum könnte climate smart Rewilding Europas Zukunft prägen?

Die neue Studie zeigt eindrucksvoll, dass Klima und Biodiversität nicht getrennt gedacht werden sollten. Viele Landschaften Europas besitzen großes Potenzial, mehrere ökologische Ziele gleichzeitig zu unterstützen.

Climate smart Rewilding könnte dabei helfen, natürliche Prozesse wiederherzustellen, Kohlenstoff langfristig zu speichern und Artenvielfalt zu fördern. Gleichzeitig zeigt die Forschung aber auch, dass regionale Unterschiede und gesellschaftliche Interessen berücksichtigt werden müssen.

Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass Naturschutz und Klimaanpassung künftig stärker gemeinsam geplant werden sollten. Genau darin liegt möglicherweise einer der wichtigsten Ansätze für die Zukunft europäischer Landschaften.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news871330 und https://www.idiv.de/de/wie-europas-landschaften-klima-und-biodiversitaet-gleichzeitig-schuetzen-koennen/


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


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