Wie sinnvoll ist Regenwassernutzung in Deutschland?

Regenwassernutzung kann Trinkwasser sparen, vor allem bei Toilettenspülungen, Bewässerung und geeigneten Anwendungen in Betrieben. Wie groß der Nutzen ist, hängt jedoch stark von Niederschlag, Dachfläche, Bebauung und Wasserbedarf ab. Eine neue Studie für das Umweltbundesamt zeigt: In dicht bebauten Quartieren sind erhebliche Einsparungen möglich. Für einzelne Haushalte rechnet sich eine größere Anlage finanziell dagegen häufig nicht.

Wie sinnvoll ist Regenwassernutzung in Deutschland?

Wie sinnvoll ist Regenwassernutzung in Deutschland?
Wie sinnvoll ist Regenwassernutzung in Deutschland?
Regenwassernutzung im Überblick: Ergebnisse und praktische Bedeutung
Bereich Ergebnis der Studie Was bedeutet das für die Praxis?
Dicht bebaute Quartiere in Berlin Regenwasser könnte derzeit rund 40 Prozent des untersuchten Betriebswasserbedarfs decken. Das entspräche etwa 17 Prozent der bisherigen Trinkwassernutzung. Es gibt ein spürbares Einsparpotenzial, aber Regenwasser reicht nicht für den gesamten Bedarf.
Dicht bebaute Quartiere in München Rund 70 Prozent des Betriebswasserbedarfs könnten gedeckt werden. Die Trinkwassernutzung könnte dadurch um etwa 24 Prozent sinken. Regionale Regenmengen verändern das Ergebnis deutlich.
Zukünftige Trockenperioden Der gedeckte Anteil des Betriebswasserbedarfs könnte in den betrachteten Beispielen um 10 bis 20 Prozentpunkte zurückgehen. Eine heute passende Anlage muss auch unter veränderten Klimabedingungen bewertet werden.
Einfamilienhäuser Ein großer Teil des Betriebswasserbedarfs kann grundsätzlich gedeckt werden. Die Anlagen arbeiten jedoch meist nicht kostendeckend. Ökologische Ziele und persönliche Nutzung sind häufig wichtiger als eine schnelle Amortisation.
Gewerbe und Industrie Große Dachflächen können beträchtliche Wassermengen liefern. Bei passendem Wasserbedarf und geeigneten örtlichen Bedingungen kann sich eine Anlage auch wirtschaftlich lohnen.

Die Prozentwerte sind Ergebnisse modellierter Szenarien. Sie beschreiben keine pauschale Einspargarantie für jedes Gebäude in Berlin oder München. Entscheidend sind unter anderem die tatsächlich nutzbare Dachfläche, die Zahl der Nutzer, der Speicher und die Verteilung des Regens über das Jahr.

Faktenbox: Die Meldung in drei Punkten

  • Was ist passiert? Das Fraunhofer ISI hat im Auftrag des Umweltbundesamts untersucht, unter welchen Bedingungen Regenwassernutzung Trinkwasser spart und welche Kosten sowie Umweltwirkungen entstehen.
  • Warum ist das relevant? Wasserbedarf und verfügbares Wasser fallen während Trockenphasen regional und zeitlich zunehmend auseinander.
  • Für wen ist das wichtig? Für Kommunen, Wohnungsunternehmen, Betriebe, Bauherren und Haushalte, die eine Regenwasseranlage planen.
Wie sinnvoll ist Regenwassernutzung in Deutschland?
Wie sinnvoll ist Regenwassernutzung in Deutschland?

Was hat die Studie zur Regenwassernutzung untersucht?

Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI hat verschiedene Formen der Regenwassernutzung für Haushalte und Quartiere bewertet. Auftraggeber war das Umweltbundesamt. Die Forschenden betrachteten nicht allein die mögliche Trinkwassereinsparung. Sie bezogen auch wirtschaftliche, ökologische, hygienische, soziale und technische Fragen ein.

Grundlage waren Modellrechnungen für unterschiedliche Bebauungstypen und klimatische Bedingungen. Berlin, Köln und München dienen als Beispiele für Regionen mit vergleichsweise geringen, mittleren und höheren Niederschlägen. Solche Vergleiche helfen bei der Einordnung: Eine Anlage mit derselben Dachfläche und demselben Speicher erzielt an verschiedenen Orten nicht automatisch denselben Nutzen.

Auch innerhalb einer Stadt können die Ergebnisse stark schwanken. Ein Wohnblock mit vielen Bewohnern hat einen anderen Wasserbedarf als ein Gewerbebau mit großer Dachfläche und wenigen Beschäftigten. Hinzu kommt, dass Regenwasser nur dann Trinkwasser ersetzt, wenn es gesammelt, gespeichert und für eine passende Anwendung tatsächlich genutzt wird.

Was bedeutet Betriebswasser?

Betriebswasser ist Wasser, das für bestimmte Zwecke keine Trinkwasserqualität haben muss. Ein typisches Beispiel ist die Toilettenspülung. Je nach Anlage und hygienischer Bewertung kommen auch Gartenbewässerung oder Wäschewaschen infrage. Für Trinken, Kochen und die persönliche Hygiene gelten andere Anforderungen. Regenwasser aus einer üblichen Zisterne ist kein Trinkwasser.

Diese Unterscheidung ist für die Bewertung wichtig: Selbst wenn eine Anlage den gesamten geeigneten Betriebswasserbedarf decken könnte, würde sie deshalb nicht den gesamten Trinkwasserbezug eines Gebäudes ersetzen.

Wie viel Trinkwasser kann Regenwassernutzung einsparen?

Die Studie zeigt besonders für dicht bebaute Quartiere ein relevantes Einsparpotenzial. Dort wohnen viele Menschen auf wenig Fläche. Pro Hektar kann deshalb viel Trinkwasser durch Regenwasser ersetzt werden. Gleichzeitig ist die verfügbare Dachfläche je Bewohner begrenzt. Der Bedarf bleibt folglich auch bei großen gemeinschaftlich genutzten Anlagen höher als die verfügbare Regenwassermenge.

Für ein dicht bebautes Beispiel in Berlin errechneten die Forschenden eine mögliche Deckung von rund 40 Prozent des Betriebswasserbedarfs. Bezogen auf die bisherige Trinkwassernutzung entspricht das einer Einsparung von ungefähr 17 Prozent. Im untersuchten Münchner Beispiel könnten rund 70 Prozent des Betriebswasserbedarfs gedeckt und etwa 24 Prozent des Trinkwassers eingespart werden.

Die Zahlen beschreiben unterschiedliche Größen. Eine Deckung von 70 Prozent des Betriebswasserbedarfs bedeutet nicht, dass der gesamte Trinkwasserverbrauch um 70 Prozent sinkt. Haushalte benötigen weiterhin Trinkwasser für zahlreiche andere Zwecke. Wer Angebote für eine Anlage vergleicht, sollte deshalb immer prüfen, auf welche Bezugsgröße sich eine angegebene Prozentzahl bezieht.

Warum entscheidet die Bebauung über den Nutzen?

Für die Regenwassernutzung zählt das Verhältnis zwischen Sammelfläche und Wasserbedarf. Auf einem Einfamilienhaus steht den Bewohnern häufig relativ viel Dachfläche zur Verfügung. In einem großen Wohnblock teilen sich viele Menschen die Dachflächen des Gebäudes. Bei einem Gewerbebau kann die Situation umgekehrt sein: Das Dach ist groß, während die Beschäftigten allein nur wenig Wasser verbrauchen.

Ein anschauliches Beispiel: Zwei Gebäude haben jeweils eine Zisterne mit demselben Fassungsvermögen. Das erste ist ein kleines Wohnhaus mit Garten, das zweite ein dicht bewohntes Mehrfamilienhaus ohne Grünfläche. Im Wohnhaus kann die Zisterne nach einem Regen länger reichen. Im Mehrfamilienhaus wird sie möglicherweise rasch geleert. Die passende Speichergröße lässt sich deshalb nicht aus der Dachfläche allein ableiten.

Faktenbox: Drei Fragen vor jeder Einsparrechnung

  1. Wie viel Regenwasser lässt sich über geeignete Flächen tatsächlich sammeln?
  2. Wie viel Wasser wird für geeignete Zwecke regelmäßig gebraucht?
  3. Wie oft fallen Regen und Bedarf zeitlich auseinander?

Erst das Zusammenspiel dieser drei Größen zeigt, ob eine Anlage häufig genutzt wird oder über längere Zeit leer beziehungsweise voll steht.

Warum löst ein größerer Speicher Trockenphasen nicht einfach?

Eine Zisterne verschiebt die Nutzung des Regens zeitlich: Wasser aus einem Regentag steht später zur Verfügung. Sie erzeugt jedoch kein zusätzliches Wasser. Bleiben Niederschläge über längere Zeit aus, ist irgendwann auch ein großer Speicher leer. Zudem benötigt ein größerer Tank Platz und verursacht zusätzliche Kosten und Umweltaufwand bei Herstellung und Einbau.

In den untersuchten dicht bebauten Beispielen könnte die Deckung des Betriebswasserbedarfs unter zukünftigen Trockenperioden um 10 bis 20 Prozentpunkte sinken. Laut der vorliegenden Meldung könnten selbst größere Speicher diesen Rückgang nicht vollständig ausgleichen. Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen kurzfristigem Ausgleich und langfristiger Versorgung: Ein Tank hilft besonders dann, wenn Regenereignisse und Verbrauch um Tage oder Wochen auseinanderliegen. Bei anhaltender Trockenheit stößt er an Grenzen.

Für die Planung bedeutet das, dass Regenwassernutzung als ergänzende Wasserquelle betrachtet werden sollte. Wo eine Anlage im Gebäude Toiletten versorgt, muss die Versorgung auch dann zuverlässig funktionieren, wenn kein Regenwasser verfügbar ist. Die technische Lösung dafür gehört in die Planung eines Fachbetriebs.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Wann lohnt sich Regenwassernutzung finanziell?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Die Wirtschaftlichkeit hängt von den Baukosten, der vorhandenen Gebäudetechnik, dem Wasserverbrauch und den örtlichen Gebühren ab. Auch Strom für Pumpen sowie Wartung und mögliche Reparaturen gehören in die Rechnung. Auf der anderen Seite stehen eingesparte Trinkwasserkosten und gegebenenfalls geringere Abwassergebühren oder Vorteile beim Niederschlagswasserentgelt.

Bei einem bestehenden Einfamilienhaus kann die Nachrüstung aufwendig werden, wenn für Toiletten oder Waschmaschinen zusätzliche Leitungen verlegt werden müssen. Im Neubau lassen sich Leitungen und Speicher früher berücksichtigen. Das macht die Umsetzung oft einfacher, garantiert aber noch keine wirtschaftliche Amortisation.

Die Studie kommt für Einfamilienhäuser zu einer nüchternen Einschätzung: Ein großer Teil des Betriebswasserbedarfs lässt sich zwar mit Regenwasser decken, die Anlagen sind aber meist nicht kostendeckend. Wer eine Anlage allein wegen der erwarteten Ersparnis plant, sollte daher mit konkreten Angeboten und den örtlichen Gebühren rechnen. Ein hoher theoretischer Deckungsgrad ist für sich genommen noch keine Rendite.

Welche Kosten und Vorteile gehören in die Rechnung?

  • Investition: Speicher, Filter, Pumpe, Leitungen, Anschlüsse und fachgerechter Einbau.
  • Betrieb: Strom, Inspektion, Reinigung, Wartung und mögliche Ersatzteile.
  • Wasserersparnis: Die tatsächlich ersetzten Kubikmeter Trinkwasser, nicht nur die mögliche Sammelmenge.
  • Gebühren: Die Regeln des örtlichen Versorgers und der Kommune zu Abwasser und Niederschlagswasser.
  • Weiterer Nutzen: Zum Beispiel Regenwasserrückhalt, wenn das System dafür ausgelegt ist.

Ein praktischer Rechenfehler ist es, jeden Liter Niederschlag auf dem Dach als gespartes Trinkwasser anzusetzen. Ein Teil geht bei der Sammlung verloren, ein voller Tank kann keinen weiteren Regen aufnehmen und zu manchen Zeiten fehlt der Bedarf. Umgekehrt kann der Speicher leer sein, wenn besonders viel Wasser gebraucht wird.

Welche Chancen bietet Regenwassernutzung für Betriebe?

Gewerbegebäude besitzen häufig große Dachflächen. Die Menge des gesammelten Regens kann den Wasserbedarf der Belegschaft deutlich übersteigen. Interessant werden dann weitere Anwendungen, etwa die Bewässerung von Grünflächen, geeignete Kühlprozesse oder die Nutzung als Produktionswasser. Welche Verwendung möglich ist, hängt von den Anforderungen des jeweiligen Betriebs und von der erforderlichen Wasserqualität ab.

Ein Betrieb mit großem Hallendach und regelmäßigem Bedarf könnte Regenwasser fortlaufend einsetzen. Dadurch wird der Speicher öfter geleert und kann beim nächsten Regen erneut Wasser aufnehmen. Unter passenden Bedingungen kann eine solche Anlage laut Studie auch finanziell sinnvoll sein. Eine pauschale Aussage für alle Betriebe wäre dennoch falsch: Wasserpreise, Gebühren, Aufbereitungsbedarf und Nutzungsprofil unterscheiden sich erheblich.

Hinzu kommt ein möglicher Nutzen für die Entwässerung. Wenn Regen vor Ort zurückgehalten und später verwendet wird, gelangt bei bestimmten Regenereignissen weniger Wasser auf einmal in das Kanalsystem. Wie stark dieser Effekt ausfällt, hängt von der Speicherbewirtschaftung ab. Ist die Zisterne vor einem Starkregen bereits voll, steht kaum Rückhaltevolumen zur Verfügung.

Welche ökologischen Vorteile und Grenzen gibt es?

Wird Regenwasser für geeignete Zwecke genutzt, muss dafür weniger aufbereitetes Trinkwasser bereitgestellt werden. Das kann vor allem dort wertvoll sein, wo Wasserressourcen unter Druck stehen. Regenwassernutzung kann außerdem Teil eines städtischen Konzepts sein, das Wasser länger vor Ort hält und den schnellen Abfluss begrenzt.

Eine Regenwasseranlage hat allerdings selbst einen ökologischen Aufwand. Speicher, Pumpen und Leitungen müssen hergestellt und betrieben werden. Deshalb ist nicht jede möglichst große Anlage automatisch die umweltfreundlichste Lösung. Die passende Dimensionierung und die tatsächliche Nutzung entscheiden mit über das Ergebnis.

Auch andere Maßnahmen können wichtig sein: begrünte Dächer, durchlässige Flächen, Versickerung und schattenspendende Vegetation erfüllen jeweils andere Aufgaben. Eine Zisterne, die Wasser für Toiletten bereitstellt, sorgt nicht automatisch für mehr Verdunstung oder Grundwasserneubildung. Kommunen sollten diese Wirkungen gemeinsam betrachten und geeignete Maßnahmen für den jeweiligen Standort kombinieren.

Faktenbox: Was bedeutet ein naturnaher Wasserhaushalt?

Regen soll möglichst sinnvoll vor Ort genutzt, zurückgehalten, versickert oder durch Pflanzen verdunstet werden. Welche dieser Möglichkeiten geeignet ist, hängt vom Standort ab. Regenwassernutzung ist dabei ein Baustein. Sie ersetzt keine Prüfung, ob beispielsweise Versickerung oder Begrünung für ein Grundstück zusätzlichen Nutzen bringen.

Was müssen Haushalte bei Hygiene und Recht beachten?

Gesammeltes Regenwasser kann durch Dachflächen, Schmutz, Tiere oder die Lagerung verunreinigt werden. Es sollte daher nicht wie Trinkwasser behandelt werden. Besonders beim Wäschewaschen können für gesundheitlich empfindliche Menschen zusätzliche hygienische Fragen entstehen. Wer Regenwasser im Gebäude nutzen möchte, braucht eine fachgerecht geplante Anlage und muss die vorgesehene Nutzung berücksichtigen.

Nach der deutschen Trinkwasserverordnung müssen Trinkwasseranlage und Nichttrinkwasseranlage voneinander getrennt sein. Entnahmestellen für Nichttrinkwasser sind dauerhaft entsprechend zu kennzeichnen und gegen eine versehentliche Nutzung als Trinkwasser zu sichern. Für bestimmte im Gebäude betriebene Nichttrinkwasseranlagen bestehen zudem Anzeigepflichten gegenüber dem Gesundheitsamt. Welche Pflichten im konkreten Fall greifen, sollte vor der Installation mit dem zuständigen Gesundheitsamt und einem Fachbetrieb geklärt werden.

Auch örtliche Satzungen und Gebührenregeln können relevant sein. Wenn Regenwasser im Haus verwendet wird und anschließend als Schmutzwasser in die Kanalisation gelangt, sollte die Abrechnung vorab mit dem zuständigen Versorger geklärt werden. Bei Anlagen in Mietobjekten oder gemeinschaftlich genutzten Gebäuden kommen außerdem Fragen zu Zuständigkeit, Wartung und Zugang hinzu.

Eine einfache Regentonne für Gartenpflanzen ist ein anderer Anwendungsfall als ein Leitungsnetz für Toiletten in einem Wohnhaus. Die rechtliche und technische Einordnung sollte deshalb zur tatsächlichen Anlage passen.

Wie können Kommunen Regenwassernutzung sinnvoll fördern?

Kommunen können mit öffentlichen Gebäuden praktische Erfahrungen sammeln. Schulen, Verwaltungsgebäude oder andere Liegenschaften bieten je nach Dachfläche und Nutzung geeignete Beispiele. Ebenso wichtig sind klare Informationen für Bauherren: Welche Regeln gelten vor Ort? Welche Gebühren können sich ändern? Gibt es Fördermöglichkeiten oder Vorgaben für Neubauten?

Besonders wirksam kann eine frühzeitige Planung auf Quartiersebene sein. Dort lassen sich Dachflächen, Grünanlagen, Wasserbedarf und Entwässerung gemeinsam betrachten. Eine Anlage kann dann gezielt mit Rückhalt, Versickerung und Begrünung verbunden werden. Solche Konzepte erfordern Abstimmung zwischen Eigentümern, Versorgern und Kommune, eröffnen aber andere Möglichkeiten als die isolierte Nachrüstung eines einzelnen Hauses.

Die Forschenden empfehlen, Regenwassernutzung bereits zu Beginn von Neubauplanungen mitzudenken. Auch aufbereitetes Grauwasser, beispielsweise aus Duschen, kann in einem umfassenderen Wasserkonzept eine Rolle spielen. Regenwasser und Grauwasser sind jedoch unterschiedliche Wasserquellen mit jeweils eigenen Anforderungen an Technik und Hygiene.

Wie gehst du bei einer geplanten Anlage vor?

  1. Nutzung festlegen: Soll das Wasser nur für den Garten oder auch innerhalb des Gebäudes verwendet werden?
  2. Standort prüfen: Ermittle geeignete Sammelflächen, Platz für den Speicher und mögliche Leitungswege.
  3. Bedarf abschätzen: Betrachte den Verbrauch über das ganze Jahr. Gartenbewässerung fällt häufig gerade dann an, wenn wenig Regen fällt.
  4. Örtliche Regeln klären: Frage Gesundheitsamt, Kommune und Versorger nach den für dein Vorhaben geltenden Anforderungen.
  5. Fachplanung einholen: Lass Speicher, Filter, Anschlüsse und die sichere Trennung vom Trinkwassernetz passend auslegen.
  6. Wirtschaftlichkeit berechnen: Vergleiche Investition und laufende Kosten mit einer realistischen Trinkwasserersparnis.

Wenn du nur Pflanzen bewässern willst, kann bereits ein kleiner Speicher eine einfache Lösung sein. Soll Regenwasser dagegen im Gebäude eingesetzt werden, steigen Aufwand und Anforderungen deutlich. Der zusätzliche Nutzen sollte diese Unterschiede rechtfertigen.

Welche Fragen zur Regenwassernutzung sind besonders wichtig?

Kann ich mit Regenwasser meinen gesamten Trinkwasserbedarf ersetzen?

Mit einer üblichen Regenwassernutzungsanlage nicht. Sie liefert Wasser für ausgewählte Zwecke, die keine Trinkwasserqualität verlangen. Für Trinken, Kochen und weitere Anwendungen bleibt eine sichere Trinkwasserversorgung erforderlich.

Lohnt sich eine Zisterne im Einfamilienhaus?

Das hängt vom konkreten Haus und der Nutzung ab. Laut Studie können solche Anlagen viel Betriebswasser ersetzen, arbeiten aber überwiegend nicht kostendeckend. Besonders eine aufwendige Nachrüstung sollte sorgfältig kalkuliert werden.

Hilft Regenwassernutzung während einer langen Dürre?

Ein voller Speicher kann eine Zeit lang helfen. Wenn über längere Zeit kein Regen fällt, wird jedoch auch dieser Vorrat knapp. Regenwassernutzung vermindert den Trinkwasserbedarf, schafft aber keine verlässliche zusätzliche Regenmenge.

Ist Regenwassernutzung für Unternehmen interessanter?

Oft bestehen dort zusätzliche Möglichkeiten, weil große Dächer viel Wasser liefern und Betriebe geeignete Anwendungen haben können. Ob sich das lohnt, hängt besonders vom regelmäßigen Bedarf, der nötigen Wasserqualität und den örtlichen Kosten ab.

Was ist das Fazit zur Regenwassernutzung?

Regenwassernutzung kann in Deutschland einen sinnvollen Beitrag zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser leisten. Besonders interessant sind dicht bebaute Quartiere und Betriebe mit großen Dachflächen und passendem Wasserbedarf. Die Ergebnisse der Studie zeigen aber ebenso klar, dass Potenzial und Wirtschaftlichkeit regional stark schwanken. Lange Trockenphasen lassen sich durch größere Speicher allein nicht lösen. Wer eine Anlage plant, sollte Wasserbedarf, Hygiene, Kosten und örtliche Bedingungen gemeinsam prüfen.

Weitere Informationen: Die vollständige Studie „Vergleichende Bewertung verschiedener Maßnahmen der Regenwassernutzung in Haushalten und Quartieren“ beim Umweltbundesamt beschreibt die Untersuchung im Detail. Fraunhofer ISI informiert auf seiner Projektseite über Vorgehen und Fragestellung. Die rechtlichen Grundpflichten für entsprechende Anlagen sind insbesondere in § 12 Trinkwasserverordnung und § 13 Trinkwasserverordnung geregelt.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news877657 und https://www.isi.fraunhofer.de/de/competence-center/nachhaltigkeit-infrastruktursysteme/projekte/rwn-bewertung.html


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen, News bzw. Pressemeldung

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