Tropische Wälder sind für das Klima extrem wichtig, weil sie riesige Mengen Kohlenstoff speichern, den Wasserkreislauf stabilisieren und die Artenvielfalt schützen. Eine neue internationale Studie zeigt jedoch: Nicht nur komplette Abholzung, sondern auch Walddegradation verursacht erhebliche Kohlenstoffverluste. Gleichzeitig können geschädigte Wälder, deren Struktur erhalten bleibt, deutlich schneller wieder Kohlenstoff binden als vollständig gerodete Flächen.
Wie wichtig sind tropische Wälder für das Klima?
Quelle der zugrunde liegenden Meldung: Neue Datenbank zur Kohlenstoffbilanzierung in tropischen Wäldern
Warum sind tropische Wälder so wichtig für den globalen Kohlenstoffkreislauf?
Tropische Feuchtwälder gehören zu den leistungsfähigsten natürlichen Kohlenstoffspeichern der Erde. Sie enthalten rund 70 Prozent der globalen lebenden Biomasse. Damit sind sie nicht nur Lebensraum für Millionen Arten, sondern auch ein zentraler Bestandteil des weltweiten Kohlenstoffkreislaufs.
Wenn Bäume wachsen, nehmen sie Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf. Der Kohlenstoff wird in Stämmen, Ästen, Blättern, Wurzeln und Böden gespeichert. Solange der Wald gesund bleibt, kann dieser Kohlenstoff über lange Zeit gebunden bleiben. Wird der Wald jedoch abgeholzt, verbrannt oder stark geschädigt, gelangt ein Teil dieses gespeicherten Kohlenstoffs wieder als CO2 in die Atmosphäre.
Genau deshalb ist der Schutz tropischer Wälder ein zentraler Baustein im Klimaschutz. Es geht nicht nur darum, einzelne Bäume zu erhalten. Es geht darum, ganze Ökosysteme funktionsfähig zu halten.
Faktenbox: Tropische Wälder und Klima
Meldung: Tropische Feuchtwälder speichern rund 70 Prozent der globalen lebenden Biomasse.
Bedeutung: Werden diese Wälder geschädigt, können enorme Mengen Kohlenstoff freigesetzt werden.
Einordnung: Für Klimamodelle, nationale CO2-Bilanzen und Waldschutzprogramme sind genaue Daten entscheidend.
Welche Zahlen zeigen die Bedeutung tropischer Wälder besonders deutlich?
| Bereich | Wert oder Aussage | Bedeutung |
|---|---|---|
| Globale lebende Biomasse | Rund 70 Prozent in tropischen Feuchtwäldern | Tropische Wälder sind zentrale Kohlenstoffspeicher |
| Ausgewertete Studien | 146 Studien seit 1988 | Breite wissenschaftliche Datenbasis |
| Waldbrände | Durchschnittlich 49 Prozent Kohlenstoffverlust | Stärkster unmittelbarer Verlust in der Analyse |
| Selektiver Holzeinschlag | Durchschnittlich 34 Prozent Kohlenstoffverlust | Auch Teilnutzung verursacht erhebliche Schäden |
| Waldrandeffekte | Durchschnittlich 31 Prozent Kohlenstoffverlust | Fragmentierung schwächt Waldökosysteme |
| Regeneration degradierter Wälder | 41 bis 117 Prozent Kohlenstoffvorräte nach 20 Jahren | Strukturerhalt beschleunigt Erholung |
| Regeneration nach vollständiger Rodung | 1 bis 74 Prozent Kohlenstoffvorräte nach 20 Jahren | Erholung dauert deutlich länger |
Was ist Walddegradation?
Walddegradation bedeutet, dass ein Wald nicht vollständig verschwindet, aber in seiner Struktur und Funktion geschädigt wird. Er sieht auf den ersten Blick oft noch wie Wald aus, erfüllt seine ökologischen Aufgaben aber nur noch eingeschränkt.
Typische Ursachen für Walddegradation sind:
- selektiver Holzeinschlag
- Brände im Unterholz
- Dürreperioden
- Windbruch
- Fragmentierung durch Straßen, Siedlungen oder Landwirtschaft
- illegale Holzentnahme
- Übernutzung durch menschliche Eingriffe
Der Unterschied zur vollständigen Entwaldung ist wichtig. Bei Entwaldung wird der Wald weitgehend oder komplett entfernt. Bei Degradation bleibt er teilweise bestehen, verliert aber Biomasse, Artenvielfalt, Widerstandskraft und Kohlenstoffspeicherkapazität.
Warum wurde Walddegradation lange unterschätzt?
Vollständige Abholzung lässt sich vergleichsweise leicht messen. Satellitenbilder zeigen deutlich, wenn große Waldflächen verschwinden. Walddegradation ist dagegen schwieriger zu erkennen. Einzelne Bäume fehlen, Kronendächer werden lichter, Böden trocknen aus oder Feuer beschädigen den Unterwuchs. Aus der Ferne ist das nicht immer eindeutig sichtbar.
Deshalb wurden Kohlenstoffverluste durch Degradation in vielen Berichten lange uneinheitlich erfasst oder teilweise gar nicht berücksichtigt. Für nationale Treibhausgasinventare ist das problematisch. Wenn ein geschädigter Wald in der Statistik weiterhin fast wie ein intakter Wald behandelt wird, erscheinen die tatsächlichen Emissionen zu niedrig.
Faktenbox: Warum Degradation so wichtig ist
Meldung: Auch teilweise geschädigte Wälder verlieren erhebliche Mengen Kohlenstoff.
Bedeutung: Klimabilanzen können ungenau sein, wenn diese Verluste nicht sauber erfasst werden.
Einordnung: Besonders relevant für Länder mit großen tropischen Waldflächen und internationale Klimaschutzprogramme.
Was zeigt die neue Studie zu tropischen Wäldern?
Eine internationale Forschungsgruppe unter Leitung des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung und der University of Cambridge hat Daten aus 146 Studien zu tropischen Feuchtwäldern ausgewertet. Die Arbeiten reichen bis in das Jahr 1988 zurück. Ziel war es, Kohlenstoffverluste und Kohlenstoffgewinne nach Waldstörungen und anschließender Regeneration besser zu verstehen.
Die Studie wurde im Fachjournal Science Advances veröffentlicht. Sie liefert eine der bisher umfassendsten Bewertungen zur Kohlenstoffdynamik tropischer Feuchtwälder nach menschlich verursachten und natürlichen Störungen.
Besonders wichtig ist die neue harmonisierte Datenbank. Sie kann helfen, Klimamodelle, nationale Treibhausgasbilanzen und Berichte an die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen zu verbessern.
Welche Störungen verursachen die größten Kohlenstoffverluste?
Die Analyse zeigt, dass verschiedene Störungsarten unterschiedlich starke Auswirkungen haben. Besonders hohe Verluste entstehen durch Brände. Durchschnittlich gingen nach Waldbränden rund 49 Prozent des oberirdischen Kohlenstoffs verloren.
Auch selektiver Holzeinschlag verursacht deutliche Verluste. Obwohl dabei nicht der gesamte Wald entfernt wird, sinkt der gespeicherte Kohlenstoff im Durchschnitt um 34 Prozent. Das liegt nicht nur an den gefällten Bäumen selbst. Auch Rückegassen, beschädigte Nachbarbäume, aufgerissene Kronendächer und Bodenschäden beeinflussen die Kohlenstoffbilanz.
Waldrandeffekte verursachen durchschnittlich 31 Prozent Kohlenstoffverlust. Sie entstehen, wenn geschlossene Waldflächen zerschnitten werden. An den Rändern verändern sich Licht, Temperatur, Feuchtigkeit und Windverhältnisse. Dadurch sterben mehr Bäume ab, und der Wald verliert Stabilität.
Welche Faktoren verstärken die Schäden?
Besonders kritisch wird es, wenn Störungen häufiger oder intensiver auftreten. Ein Wald kann sich von einzelnen Eingriffen oft erholen. Wenn jedoch Brände, Trockenheit, Holzeinschlag und Fragmentierung zusammenkommen, steigt das Risiko dauerhafter Schäden deutlich.
Zu den verstärkenden Faktoren gehören:
- wiederholte Brände
- lange Dürreperioden
- zunehmende Hitze
- starke Fragmentierung
- fehlende Schutzmaßnahmen
- illegale Nutzung
- Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen
Warum können degradierte Wälder schneller regenerieren?
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie lautet: Ein degradierter Wald ist nicht automatisch ein verlorener Wald. Wenn zentrale Strukturen erhalten bleiben, kann sich ein geschädigtes Waldökosystem deutlich schneller erholen als eine vollständig gerodete Fläche.
Das liegt an mehreren Faktoren. In degradierten Wäldern bleiben häufig noch alte Bäume, Wurzelsysteme, Samenquellen, Mikroorganismen, Pilznetzwerke und Teile der Tierwelt erhalten. Diese Elemente beschleunigen die natürliche Regeneration.
Nach 20 Jahren Regeneration konnten degradierte Wälder deutlich höhere Kohlenstoffvorräte aufbauen als Wälder, die nach vollständiger Abholzung neu entstanden. Die Studie nennt für degradierte Wälder Werte von 41 bis 117 Prozent im Vergleich zu intakten Referenzsystemen. Bei Sekundärwäldern nach vollständiger Rodung lagen die Werte nur bei 1 bis 74 Prozent.
Was bedeutet das praktisch?
Für den Waldschutz bedeutet das: Jede Maßnahme, die die Waldstruktur erhält, zählt. Selbst wenn ein Wald bereits geschädigt ist, lohnt sich Schutz. Es ist oft besser, Degradation zu stoppen und Regeneration zu ermöglichen, als eine Fläche nach vollständiger Zerstörung mühsam wieder aufzubauen.
Aktuelle Angebote (Werbung):
Welche Rolle spielen moderne Satellitendaten?
Fortschritte in der satellitengestützten Fernerkundung machen es heute möglich, Waldveränderungen viel genauer zu erfassen als früher. Seit etwa 2015 haben sich die technischen Möglichkeiten stark verbessert. Forschende können heute besser unterscheiden, ob ein Wald vollständig abgeholzt wurde, ob er teilweise degradiert ist oder ob er sich bereits regeneriert.
Dabei werden unterschiedliche Datenquellen kombiniert:
- Satellitenaufnahmen
- Luftbilddaten
- Feldmessungen
- Langzeitbeobachtungen
- geografische Informationssysteme
- statistische Modelle
Diese Kombination ist wichtig, weil Satellitendaten allein nicht immer ausreichen. Feldmessungen liefern konkrete Daten zur Biomasse. Satelliten liefern dafür den großräumigen Überblick. Gemeinsam entsteht ein deutlich genaueres Bild.
Warum sind genaue Kohlenstoffdaten für Klimapolitik entscheidend?
Klimapolitik basiert auf Zahlen. Staaten müssen berechnen, wie viele Treibhausgase sie ausstoßen und wie viel Kohlenstoff durch Wälder aufgenommen oder freigesetzt wird. Wenn die Daten unvollständig sind, können auch Klimaschutzstrategien falsch ausgerichtet sein.
Die neue Datenbank kann helfen, wichtige Lücken zu schließen. Sie liefert Emissionsfaktoren für verschiedene Formen von Walddegradation und Regeneration. Solche Faktoren sind nötig, um nationale Treibhausgasinventare und Waldreferenzwerte genauer zu erstellen.
Relevant ist das unter anderem für:
- National Greenhouse Gas Inventories
- Forest Reference Emissions Levels
- Berichte an die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen
- IPCC-nahe Klimabilanzen
- REDD+ Programme
- Klimafinanzierung
Faktenbox: Bedeutung für Klimaberichte
Meldung: Die neue Datenbank verbessert die Berechnung von Kohlenstoffverlusten und Kohlenstoffgewinnen in tropischen Wäldern.
Bedeutung: Staaten können Emissionen aus Walddegradation realistischer erfassen.
Einordnung: Das kann Klimapolitik, Waldschutz und internationale Finanzierung beeinflussen.
Welche Bedeutung hat die Studie für REDD+?
REDD+ ist ein internationales Konzept zum Schutz von Wäldern. Es soll Länder dabei unterstützen, Entwaldung und Walddegradation zu reduzieren. Im Kern geht es darum, Emissionen aus Waldzerstörung zu vermeiden und den Erhalt von Kohlenstoffspeichern finanziell attraktiver zu machen.
Damit REDD+ glaubwürdig funktioniert, müssen Emissionen möglichst genau gemessen werden. Wer Wald schützt, muss nachweisen können, welche Emissionen vermieden wurden. Wer Regeneration fördert, muss berechnen können, wie viel Kohlenstoff wieder gebunden wird.
Die neue Studie liefert dafür wichtige Grundlagen. Sie zeigt, wie stark unterschiedliche Störungsarten wirken und wie schnell verschiedene Waldtypen Kohlenstoff zurückgewinnen können.
Welche Länder können besonders profitieren?
Länder mit großen tropischen Waldflächen können besonders von besseren Daten profitieren. Dazu gehören Staaten in Südamerika, Afrika und Südostasien. Wenn sie Walddegradation genauer erfassen, können sie ihre Klimaberichte verbessern und möglicherweise leichter Zugang zu internationaler Klimafinanzierung erhalten.
In der zugrunde liegenden Meldung wird Nigeria als Beispiel genannt. Das Land hat die Datenbank bereits genutzt, um Emissionen aus Walddegradation in seinem FREL-Beitrag für 2026 zu schätzen.
Das zeigt: Die Forschung bleibt nicht im Labor. Sie kann ganz konkret in politische Berichte und nationale Klimastrategien einfließen.
Welche Gefahren bedrohen tropische Wälder besonders stark?
Tropische Wälder stehen weltweit unter Druck. Die Ursachen unterscheiden sich regional, doch viele Muster ähneln sich. Besonders häufig entstehen Schäden durch wirtschaftliche Nutzung, Flächenumwandlung und zunehmende Klimastressfaktoren.
Zu den wichtigsten Gefahren gehören:
- Rodung für Landwirtschaft
- Viehzucht
- Sojaanbau
- Palmölproduktion
- Bergbau
- Straßenbau
- illegale Holzwirtschaft
- Waldbrände
- Dürre und Hitze
- Fragmentierung von Lebensräumen
Besonders problematisch ist die Kombination aus menschlichem Druck und Klimawandel. Ein bereits geschädigter Wald ist anfälliger für Trockenheit und Feuer. Nach einem Brand steigt wiederum das Risiko weiterer Brände. Dadurch kann ein Abwärtstrend entstehen, der nur schwer zu stoppen ist.
Warum ist Biodiversität für die Kohlenstoffspeicherung wichtig?
Tropische Wälder sind Hotspots der biologischen Vielfalt. Sie beherbergen unzählige Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen. Diese Vielfalt ist nicht nur aus Naturschutzsicht wichtig. Sie beeinflusst auch die Stabilität des gesamten Ökosystems.
Ein artenreicher Wald kann Stress oft besser abfedern. Unterschiedliche Baumarten reagieren unterschiedlich auf Dürre, Hitze, Schädlinge oder Stürme. Dadurch bleibt das System widerstandsfähiger.
Biodiversität unterstützt außerdem:
- Bestäubung
- Samenverbreitung
- Bodenbildung
- Nährstoffkreisläufe
- Wasserspeicherung
- natürliche Regeneration
Wenn Arten verschwinden, verliert der Wald an Stabilität. Das kann langfristig auch seine Fähigkeit zur Kohlenstoffspeicherung schwächen.
Welche Vorteile hat Waldschutz gegenüber Wiederaufforstung?
Wiederaufforstung ist wichtig, aber sie ersetzt keinen intakten Wald. Ein alter, gewachsener tropischer Wald ist ökologisch viel komplexer als eine neu bepflanzte Fläche. Er enthält mehr Biomasse, mehr Arten, stabilere Böden und gewachsene ökologische Beziehungen.
Deshalb gilt: Bestehende Wälder zu schützen ist meist wirksamer, schneller und sicherer als zerstörte Wälder später neu aufzubauen.
Vorteile von Waldschutz
- bestehender Kohlenstoff bleibt gespeichert
- Artenvielfalt bleibt erhalten
- Böden werden geschützt
- Wasserkreisläufe bleiben stabiler
- Regeneration ist bei Teilschäden schneller möglich
- Kosten können geringer sein als bei späterer Wiederherstellung
Grenzen von Wiederaufforstung
- junge Wälder speichern zunächst weniger Kohlenstoff
- Artenvielfalt entsteht nur langsam
- Monokulturen ersetzen keine natürlichen Wälder
- Böden können bereits stark geschädigt sein
- Erfolg hängt von Pflege, Klima und Standort ab
Welche rechtliche Einordnung ist wichtig?
Waldschutz ist nicht nur eine ökologische Frage, sondern auch eine rechtliche und politische Aufgabe. Internationale Abkommen, nationale Klimagesetze, Schutzgebiete und Berichtsstandards spielen zusammen.
Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem:
- die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen
- nationale Klimaberichtspflichten
- Waldschutzprogramme wie REDD+
- Schutzgebietsregelungen
- Regeln gegen illegale Entwaldung
- Lieferkettenvorgaben gegen Entwaldung
Eine wichtige Herausforderung besteht darin, wissenschaftliche Erkenntnisse in klare politische Maßnahmen zu übersetzen. Daten allein schützen keinen Wald. Sie helfen aber, Verantwortung genauer zuzuordnen, Fortschritte messbar zu machen und Finanzierungsmechanismen fairer zu gestalten.
Welche medizinischen oder gesundheitlichen Grenzen gibt es beim Thema Wald und Klima?
Beim Thema tropische Wälder geht es nicht um medizinische Heilversprechen. Wälder haben zwar indirekt eine hohe Bedeutung für Gesundheit, etwa durch Luftqualität, Wasserhaushalt, Ernährungssicherheit, Temperaturregulation und Schutz vor Extremereignissen. Daraus darf man aber keine einfachen medizinischen Wirkversprechen ableiten.
Seriös ist folgende Einordnung: Intakte Ökosysteme können gesunde Lebensbedingungen unterstützen. Sie ersetzen aber keine medizinische Versorgung und sind kein direktes Heilmittel gegen Krankheiten.
Gesundheitlich relevant sind tropische Wälder vor allem, weil sie:
- lokale Temperaturen beeinflussen
- Wasserzyklen stabilisieren
- Ernährungsgrundlagen sichern
- Lebensräume und traditionelle Nutzpflanzen erhalten
- Risiken durch Klimafolgen indirekt mindern können
Was kann gegen den Verlust tropischer Wälder getan werden?
Der Schutz tropischer Wälder braucht mehrere Ebenen. Einzelne Maßnahmen reichen nicht aus. Entscheidend ist eine Kombination aus politischem Schutz, nachhaltiger Landnutzung, wirtschaftlichen Anreizen und internationaler Zusammenarbeit.
Wichtige Maßnahmen sind:
- Entwaldung stoppen: Illegale Rodungen müssen wirksam verfolgt werden.
- Degradation erfassen: Teilweise Waldschäden müssen in Klimabilanzen sichtbar werden.
- Regeneration fördern: Geschädigte Wälder sollten geschützt werden, damit sie sich erholen können.
- Nachhaltige Landwirtschaft stärken: Produktion darf nicht dauerhaft auf Kosten natürlicher Wälder gehen.
- Lieferketten prüfen: Produkte mit Entwaldungsrisiko brauchen transparente Herkunftsnachweise.
- Lokale Gemeinschaften einbeziehen: Waldschutz funktioniert besser, wenn Menschen vor Ort beteiligt werden.
- Internationale Finanzierung verbessern: Länder mit großen Waldflächen brauchen faire Unterstützung.
Welche Rolle spielt unser Konsum?
Auch Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa haben indirekt Einfluss auf tropische Wälder. Viele Produkte stehen mit globalen Lieferketten in Verbindung. Dazu gehören Futtermittel, Fleisch, Palmöl, Holz, Kakao, Kaffee oder bestimmte Rohstoffe.
Bewusster Konsum allein löst das Problem nicht vollständig. Er kann aber ein Teil der Lösung sein, wenn er mit politischer Regulierung und Unternehmensverantwortung zusammenkommt.
Sinnvoll sind zum Beispiel:
- Produkte aus nachweislich entwaldungsfreien Lieferketten bevorzugen
- Lebensmittelverschwendung reduzieren
- weniger ressourcenintensive Produkte konsumieren
- nachhaltige Holzprodukte wählen
- Unternehmen mit transparenter Lieferkette unterstützen
- politische Maßnahmen für Waldschutz ernst nehmen
Welche Grenzen hat die neue Studie?
Auch eine große Metaanalyse kann nicht jede Unsicherheit beseitigen. Tropische Wälder sind sehr unterschiedlich. Der Amazonas, das Kongobecken und südostasiatische Regenwälder unterscheiden sich in Klima, Artenzusammensetzung, Bodentypen, Nutzungsgeschichte und Störungsdynamik.
Außerdem ist die Messung von Kohlenstoff in Böden, Totholz und Wurzeln anspruchsvoll. Die Studie liefert wichtige Werte zur oberirdischen Biomasse, doch für vollständige Kohlenstoffbilanzen müssen weitere Speicher berücksichtigt werden.
Weitere Unsicherheiten entstehen durch:
- unterschiedliche Methoden der ursprünglichen Studien
- regionale Datenlücken
- veränderte Klimabedingungen
- langfristige Folgen wiederholter Störungen
- schwer messbare Bodenkohlenstoffvorräte
Trotzdem ist die Studie ein wichtiger Fortschritt, weil sie vorhandene Daten systematisch bündelt und vergleichbarer macht.
FAQ: Häufige Fragen zu tropischen Wäldern und Klima
Warum sind tropische Wälder für das Klima so wichtig?
Sie speichern enorme Mengen Kohlenstoff, regulieren Wasserkreisläufe und beeinflussen regionale sowie globale Klimaprozesse. Werden sie zerstört, gelangen große Mengen CO2 in die Atmosphäre.
Was ist der Unterschied zwischen Entwaldung und Walddegradation?
Entwaldung bedeutet, dass Wald vollständig entfernt wird. Walddegradation bedeutet, dass der Wald teilweise erhalten bleibt, aber durch Eingriffe oder Umweltstress geschädigt wird.
Warum ist Walddegradation so schwer zu messen?
Weil der Wald äußerlich oft noch vorhanden ist. Die Schäden liegen häufig in lichteren Kronendächern, verlorener Biomasse, beschädigten Böden oder veränderter Artenzusammensetzung.
Welche Störung verursacht besonders hohe Kohlenstoffverluste?
In der Studie verursachten Waldbrände mit durchschnittlich 49 Prozent die höchsten unmittelbaren Verluste an oberirdischem Kohlenstoff.
Können geschädigte Wälder wieder Kohlenstoff speichern?
Ja. Wenn wichtige Strukturen erhalten bleiben, können degradierte Wälder relativ schnell wieder Kohlenstoff binden. Sie erholen sich häufig schneller als vollständig gerodete Flächen.
Warum sind genaue Daten für Klimapolitik wichtig?
Nur mit präzisen Daten können Staaten realistische Treibhausgasbilanzen erstellen, Fortschritte messen und wirksame Schutzprogramme entwickeln.
Was ist das wichtigste Fazit?
Tropische Wälder sind für das Klima unverzichtbar. Sie speichern riesige Mengen Kohlenstoff, stabilisieren Ökosysteme und schützen die biologische Vielfalt. Die neue Studie zeigt jedoch deutlich, dass nicht nur vollständige Abholzung problematisch ist. Auch Walddegradation verursacht erhebliche Kohlenstoffverluste und muss in Klimabilanzen stärker berücksichtigt werden.
Gleichzeitig liefert die Forschung eine wichtige positive Botschaft: Geschädigte Wälder sind nicht automatisch verloren. Wenn ihre Struktur teilweise erhalten bleibt, können sie sich deutlich schneller regenerieren als vollständig gerodete Flächen. Deshalb zählt jeder vermiedene Eingriff, jeder geschützte Waldrest und jede Maßnahme zur Regeneration.
Zusammenfassung
Die neue internationale Studie zur Kohlenstoffbilanzierung tropischer Wälder macht deutlich, wie wichtig präzise Daten für Klimaschutz und Waldpolitik sind. Tropische Feuchtwälder speichern rund 70 Prozent der globalen lebenden Biomasse. Brände, Holzeinschlag und Waldrandeffekte führen zu erheblichen Kohlenstoffverlusten. Besonders wichtig ist die Erkenntnis, dass degradierte Wälder schneller Kohlenstoff zurückgewinnen können als vollständig gerodete Flächen. Für Klimapolitik, nationale Treibhausgasinventare, REDD+ und internationale Waldschutzprogramme ist diese neue Datenbasis deshalb hochrelevant.
Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news873927
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen, News bzw. Pressemeldung
