Will die Mehrheit in Deutschland weiter Klimaschutz?

Ja. Eine Mehrheit der Menschen in Deutschland unterstützt weiterhin konsequenten Klimaschutz, doch der Rückhalt wird schwächer. Laut Sozialem Nachhaltigkeitsbarometer 2026 sorgen sich 80 Prozent wegen des Klimawandels. 54 Prozent wünschen sich höhere staatliche Ausgaben für Klimaschutz und rund 56 Prozent weitere Maßnahmen bei Energie, Verkehr und Wärme. Gleichzeitig wachsen Sorgen über Kosten, wirtschaftliche Folgen und die politische Umsetzung.

Inhaltsverzeichnis

Will die Mehrheit in Deutschland weiterhin konsequenten Klimaschutz?

Will die Mehrheit in Deutschland weiter Klimaschutz?
Will die Mehrheit in Deutschland weiter Klimaschutz?

Das ist eine der wichtigsten Erkenntnisse des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers der Transformation 2026. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Von einer grundsätzlichen Abkehr vom Klimaschutz kann keine Rede sein. Gleichzeitig reicht die Zustimmung zu abstrakten Klimazielen allein offenbar nicht mehr aus. Viele Menschen wollen wissen, wie der Umbau finanziert werden soll, welche Belastungen auf private Haushalte zukommen und ob politische Maßnahmen tatsächlich funktionieren.

Ergebnis des Nachhaltigkeitsbarometers 2026 Anteil Einordnung
Sorge wegen des Klimawandels 80 % Klimawandel bleibt für eine große Mehrheit ein relevantes Problem
Mehr staatliche Ausgaben für Klimaschutz gewünscht 54 % Mehrheit befürwortet zusätzliche öffentliche Investitionen
Weitere Maßnahmen bei Energie, Verkehr und Wärme ca. 56 % Grundsätzlicher Rückhalt für die Transformation besteht
Zustimmung zur Energiewende 60 % Weiterhin Mehrheit, aber weniger als in früheren Befragungen
Sorge vor persönlichen finanziellen Auswirkungen 53 % Kosten werden zu einem zentralen Akzeptanzfaktor
Umstieg ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar 79 % Förderung wird von vielen als Voraussetzung angesehen
Energiewendepolitik wird als bürgerfern empfunden 63 % Politische Vermittlung und Beteiligung bleiben Schwachstellen
Mehr erneuerbare Energien bei der Stromerzeugung unterstützt 78 % Hohe Zustimmung zu einem zentralen Element der Energiewende
Investitionen heute sollen langfristig Kosten senken ca. 59 % Klimaschutz wird von einer Mehrheit auch wirtschaftlich langfristig betrachtet

Faktenbox: Klimaschutz in Deutschland 2026

Meldung: Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer 2026 zeigt weiterhin eine mehrheitliche Unterstützung für Klimaschutz und Transformation. Gleichzeitig nimmt die Zustimmung in mehreren Bereichen gegenüber früheren Erhebungen ab.

Bedeutung: Besonders finanzielle Belastungen, Zweifel an der wirtschaftlichen Entwicklung und geringes Vertrauen in die politische Umsetzung beeinflussen die Akzeptanz.

Einordnung: Für Politik, Wirtschaft, Kommunen und private Haushalte bedeutet das: Klimaschutz braucht nicht nur ambitionierte Ziele, sondern auch bezahlbare Lösungen, nachvollziehbare Entscheidungen und eine als gerecht empfundene Verteilung der Kosten.

Was zeigt das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer 2026?

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation untersucht, wie Menschen in Deutschland den nachhaltigen Wandel wahrnehmen. Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Energie-, Verkehrs- und Wärmewende, weil Veränderungen in diesen Bereichen unmittelbar in den Alltag privater Haushalte eingreifen.

Das Instrument betrachtet dabei nicht nur die grundsätzliche Einstellung zum Klimawandel. Erfasst werden auch Erwartungen, Befürchtungen, Erfahrungen und die Zustimmung zu konkreten Transformationsmaßnahmen. Dadurch lässt sich besser erkennen, warum Menschen bestimmte Maßnahmen unterstützen, skeptisch betrachten oder ablehnen.

Für die Onlineerhebung 2026 wurden zwischen dem 23. März und dem 13. April insgesamt 6.566 Menschen befragt. Grundgesamtheit ist die deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland. Durchgeführt wurde die Erhebung über das forsa.omninet Panel.

Besonders interessant ist der langfristige Ansatz. Das aktuelle Projekt baut auf Untersuchungen aus den Jahren 2017 bis 2019 sowie 2021 bis 2023 auf. Teilweise werden dieselben Personen wiederholt befragt. Dadurch können nicht nur Momentaufnahmen entstehen, sondern auch Veränderungen von Einstellungen über längere Zeiträume untersucht werden.

Will die Mehrheit in Deutschland weiter Klimaschutz?
Will die Mehrheit in Deutschland weiter Klimaschutz?

Warum bleibt Klimaschutz für die Mehrheit wichtig?

Die vielleicht wichtigste Botschaft der aktuellen Untersuchung lautet: Die häufig vermittelte Vorstellung, große Teile der Bevölkerung hätten sich grundsätzlich vom Klimaschutz verabschiedet, lässt sich aus diesen Zahlen nicht ableiten.

Immerhin 80 Prozent der Befragten machen sich Sorgen wegen des Klimawandels. Gleichzeitig sprechen sich 54 Prozent dafür aus, dass der Staat mehr Geld als bisher für Klimaschutz ausgibt. Rund 56 Prozent wünschen sich weitere Maßnahmen innerhalb der Energie-, Verkehrs- und Wärmewende.

Damit besteht weiterhin ein gesellschaftliches Mandat für Klimaschutz. Dieses Mandat ist allerdings nicht bedingungslos. Genau darin liegt eine zentrale Veränderung gegenüber früheren Jahren.

Viele Menschen scheinen stärker danach zu fragen, wie Klimaschutz konkret umgesetzt wird. Es geht also zunehmend weniger ausschließlich um das Ziel und stärker um den Weg dorthin.

Warum ist der Unterschied zwischen Klimaziel und Klimapolitik wichtig?

Jemand kann den Ausbau erneuerbarer Energien unterstützen und gleichzeitig mit einer bestimmten Förderregelung unzufrieden sein. Ebenso kann ein Haushalt grundsätzlich klimafreundlich heizen wollen, sich aber eine Wärmepumpe oder eine umfassende Gebäudesanierung finanziell nicht leisten können.

Aus einer kritischen Haltung gegenüber einzelnen Maßnahmen lässt sich deshalb nicht automatisch eine Ablehnung des Klimaschutzes ableiten.

Diese Unterscheidung ist für die öffentliche Debatte wichtig. Zustimmung zu Klimaschutzzielen, Zustimmung zur Transformation und Zustimmung zu einer konkreten politischen Maßnahme sind drei unterschiedliche Dinge.

Warum nimmt die Zustimmung zum Klimaschutz teilweise ab?

Der Vergleich mit früheren Befragungen zeigt, dass der Rückhalt in mehreren Bereichen schwächer geworden ist. Besonders deutlich lässt sich das an der Energiewende erkennen.

Vor fünf Jahren lag deren Zustimmung nach den vorliegenden Vergleichsdaten noch bei 69 Prozent. Vor drei Jahren waren es 65 Prozent. Im Jahr 2026 liegt der Wert bei 60 Prozent.

Das bedeutet zunächst: Die Energiewende besitzt weiterhin mehrheitlichen Rückhalt. Gleichzeitig ist der Trend relevant. Ein Rückgang von 69 auf 60 Prozentpunkte sollte nicht ignoriert werden.

Als mögliche Ursachen kommen mehrere Faktoren zusammen:

  • wirtschaftliche Unsicherheit
  • Sorgen über steigende persönliche Kosten
  • Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit
  • fehlende oder als unzureichend empfundene staatliche Unterstützung
  • mangelndes Vertrauen in politische Entscheidungen
  • komplizierte oder widersprüchlich wahrgenommene Kommunikation
  • Sorge um Versorgungssicherheit
  • Unsicherheit über die langfristigen wirtschaftlichen Auswirkungen

Die Akzeptanzfrage wird damit zunehmend zu einer sozialen und wirtschaftlichen Frage.

Faktenbox: Zustimmung sinkt, Mehrheit bleibt

Eine sinkende Zustimmung bedeutet nicht automatisch mehrheitliche Ablehnung. Bei der Energiewende sank die Unterstützung über mehrere Jahre, liegt 2026 mit 60 Prozent aber weiterhin oberhalb der 50 Prozent Marke. Entscheidend wird deshalb sein, ob Politik und Wirtschaft bestehende Sorgen bei Kosten, Infrastruktur, Versorgungssicherheit und sozialer Gerechtigkeit überzeugend beantworten können.

Welche Rolle spielen finanzielle Sorgen beim Klimaschutz?

Die wirtschaftliche Situation gehört zu den entscheidenden Punkten der Untersuchung. 53 Prozent der Befragten sorgen sich um die persönlichen finanziellen Auswirkungen der Klimapolitik innerhalb der kommenden fünf Jahre.

Zusätzlich befürchten 39 Prozent gesamtwirtschaftliche Wohlstandsverluste im Zusammenhang mit der aktuellen Klimapolitik.

Solche Zahlen zeigen, warum Klimaschutz nicht isoliert von Einkommensentwicklung, Energiepreisen, Wohnkosten und allgemeiner wirtschaftlicher Sicherheit betrachtet werden kann.

Warum können Kosten die Akzeptanz verändern?

Für private Haushalte werden politische Transformationsziele spätestens dann konkret, wenn Entscheidungen über Heizung, Auto, Stromversorgung oder Gebäudesanierung anstehen.

Eine energetische Sanierung kann langfristig Energie sparen. Zunächst entstehen jedoch Investitionskosten. Ähnliches gilt für neue Heiztechnik oder den Wechsel auf bestimmte Formen klimafreundlicher Mobilität.

Wer über ausreichend finanziellen Spielraum verfügt, kann solche Investitionen möglicherweise leichter stemmen. Für Haushalte mit geringem oder mittlerem Einkommen kann dieselbe Entscheidung wesentlich schwieriger sein.

Genau hier entsteht ein wichtiger Zielkonflikt: Maßnahmen können aus klimapolitischer Perspektive sinnvoll sein, ohne für jeden Haushalt kurzfristig finanziell umsetzbar zu sein.

Warum halten 79 Prozent staatliche Unterstützung für notwendig?

Besonders deutlich wird die finanzielle Dimension an einer weiteren Zahl: 79 Prozent halten den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar.

Bei konkreten Investitionen zeigen sich ähnliche Hindernisse. Von den Befragten, für die ein klimaneutrales Heizsystem wie eine Wärmepumpe nicht infrage kommt, nennen 41 Prozent finanzielle Gründe. Bei der energetischen Gebäudesanierung sind es sogar 52 Prozent.

Weitere 26 Prozent sehen keine Möglichkeit, sich künftig umweltfreundlicher fortzubewegen.

Das kann beispielsweise Menschen betreffen, die in Regionen leben, in denen der öffentliche Nahverkehr nur eingeschränkt verfügbar ist. Wer für Arbeitsweg, Einkauf oder medizinische Versorgung auf ein Auto angewiesen ist, hat andere Voraussetzungen als jemand in einer Großstadt mit dichtem Bus- und Bahnnetz.

Was bedeutet soziale Gerechtigkeit beim Klimaschutz?

Sozial gerechter Klimaschutz bedeutet nicht zwangsläufig, sämtliche Kosten durch den Staat zu übernehmen. Entscheidend ist vielmehr, unterschiedliche finanzielle Möglichkeiten und strukturelle Voraussetzungen zu berücksichtigen.

Dazu können beispielsweise gehören:

  • gezielte Förderung für Haushalte mit begrenztem Einkommen
  • verlässliche Förderbedingungen über längere Zeiträume
  • Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs
  • bezahlbare klimafreundliche Energie
  • Planungssicherheit bei energetischen Sanierungen
  • verständliche Informationen zu Kosten und Fördermöglichkeiten
  • eine Infrastruktur, die klimafreundliche Alternativen tatsächlich nutzbar macht

Die entscheidende Frage lautet also nicht nur, welche klimafreundliche Technologie technisch verfügbar ist. Sie lautet auch, ob Menschen diese Technologie praktisch nutzen und wirtschaftlich finanzieren können.

Aktuelle Angebote (Werbung):

Werbung auf Metaller.de buchen!
Jetzt in Cannabis-Domains investieren!
CSC Connect - Full-Service für Cannabis-Anbauvereinigungen *
20% Rabatt mit dem Code METALLER20 bei Nordicoil.de (ext) *
Dutch Passion Cannabissamen *
Cannabis Akademie Deutschland Kurse *
* = Affiliatelinks

Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Sind Wirtschaftswachstum und Klimaschutz Gegensätze?

Ein häufig diskutierter Konflikt besteht zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Entwicklung. Das Nachhaltigkeitsbarometer zeigt allerdings, dass eine Mehrheit der Befragten darin keinen zwingenden Gegensatz sieht.

52 Prozent betrachten Wirtschaftswachstum und Klimaschutz als relativ gleichrangige Ziele. Zudem sehen bereits 44 Prozent Investitionen in den Klimaschutz als wirtschaftliche Chance. Lediglich 23 Prozent erkennen diesen positiven Zusammenhang derzeit nicht.

Das ist für die Einordnung relevant. Die gesellschaftliche Debatte lässt sich damit nicht einfach auf die Formel „Wirtschaft gegen Klima“ reduzieren.

Wie kann Klimaschutz wirtschaftliche Chancen schaffen?

Investitionen in Klimaschutz können Nachfrage nach neuen Technologien, Dienstleistungen und Infrastruktur erzeugen. Das betrifft beispielsweise erneuerbare Energien, Stromnetze, Speichertechnologien, Gebäudesanierung, Wärmetechnik und klimafreundliche Mobilität.

Gleichzeitig wäre es zu einfach, ausschließlich auf Chancen hinzuweisen. Transformation verursacht auch Kosten und kann bestehende Geschäftsmodelle unter Druck setzen. Unternehmen müssen investieren, Beschäftigte benötigen teilweise neue Qualifikationen und manche Regionen können stärker von Strukturveränderungen betroffen sein als andere.

Eine seriöse Betrachtung muss deshalb beide Seiten berücksichtigen.

Mögliche Chancen Mögliche Herausforderungen
Neue Technologien und Märkte Hoher Investitionsbedarf
Modernisierung von Infrastruktur Kosten für Unternehmen und Haushalte
Geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern Strukturwandel in traditionellen Branchen
Neue Arbeitsplätze in Transformationsbranchen Bedarf an neuen Qualifikationen
Langfristige Energieeinsparungen möglich Kurzfristig teilweise hohe Anfangskosten
Innovationschancen für Unternehmen Planungsunsicherheit bei wechselnden politischen Vorgaben

Warum ist das Vertrauen in die Klimapolitik so gering?

Neben finanziellen Sorgen tritt ein zweites Problem deutlich hervor: das Vertrauen in politische Prozesse und die Fähigkeit der Politik, den Wandel verständlich und nachvollziehbar zu gestalten.

56 Prozent der Befragten empfinden die Energiewendepolitik als tendenziell unverständlich. Noch höher ist der Anteil derjenigen, die sie als bürgerfern wahrnehmen. Dieser liegt bei 63 Prozent.

Besonders bemerkenswert: 55 Prozent fehlt das Vertrauen darin, dass die Bundesregierung den nachhaltigen Wandel im Interesse der Allgemeinheit gestaltet.

Damit entsteht ein Akzeptanzproblem, das sich nicht allein durch zusätzliche technische Lösungen beseitigen lässt.

Warum entscheidet Kommunikation über Klimaschutz?

Politische Kommunikation kann keine tatsächlichen finanziellen Belastungen wegdiskutieren. Sie kann aber erklären, warum bestimmte Maßnahmen beschlossen werden, welche Alternativen geprüft wurden, wer welche Kosten trägt und welche Unterstützung zur Verfügung steht.

Wenn diese Zusammenhänge unklar bleiben, entsteht schnell der Eindruck, Entscheidungen würden über die Köpfe der Betroffenen hinweg getroffen.

Bei komplexen Transformationsprozessen ist deshalb Transparenz besonders wichtig. Menschen müssen politische Entscheidungen nicht zwangsläufig gutheißen. Sie sollten jedoch nachvollziehen können, auf welcher Grundlage sie getroffen wurden.

Faktenbox: Vertrauen als Klimaschutzfaktor

Akzeptanz entsteht nicht ausschließlich durch Zustimmung zum Ziel. Menschen bewerten auch Verfahren, Kosten, Fairness und politische Glaubwürdigkeit. Wenn mehr als die Hälfte der Befragten der Bundesregierung bei der Gestaltung des nachhaltigen Wandels nicht vertraut, wird politische Verlässlichkeit selbst zu einem wichtigen Faktor für erfolgreichen Klimaschutz.

Was zeigt das Sondervermögen über das Informationsproblem?

Ein anschauliches Beispiel liefert die Befragung zum Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Rund 85 Prozent fühlen sich darüber schlecht informiert.

Die Untersuchung zeigt zudem einen Zusammenhang zwischen Information, Vertrauen und Bewertung. Menschen, die sich nicht ausreichend informiert fühlen oder der Bundesregierung wenig Vertrauen entgegenbringen, betrachten die politischen Ziele des Sondervermögens kritischer.

Das bedeutet nicht automatisch, dass bessere Information jede Kritik beseitigen würde. Kritik kann schließlich auch nach umfassender Information bestehen bleiben. Transparente Kommunikation schafft aber eine bessere Grundlage dafür, Entscheidungen sachlich bewerten zu können.

Bei öffentlichen Milliardeninvestitionen ist außerdem entscheidend, dass Bürger nachvollziehen können, wofür Mittel verwendet werden und welche Ergebnisse damit erreicht werden sollen.

Gibt es in Deutschland eine fundamentale Ablehnung des Klimaschutzes?

Die Daten sprechen nicht dafür. Trotz sinkender Zustimmung in einzelnen Bereichen zeigen mehrere Ergebnisse weiterhin einen deutlichen Rückhalt für zentrale Elemente der Transformation.

78 Prozent unterstützen einen höheren Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung. Auch der Ausbau von Windenergie vor Ort wird mehrheitlich befürwortet.

Das ist bemerkenswert, weil lokale Infrastrukturprojekte häufig kontroverser wahrgenommen werden als abstrakte nationale Klimaziele.

Kann finanzielle Beteiligung die Akzeptanz von Windenergie erhöhen?

Interessant ist in diesem Zusammenhang die finanzielle Beteiligung von Menschen vor Ort. Rund ein Drittel derjenigen, die Windrädern ablehnend gegenüberstehen, könnte sich laut Befragung durch eine Beteiligung an den Erträgen des erzeugten Windstroms umstimmen lassen.

Das verdeutlicht einen wichtigen Mechanismus: Akzeptanz hängt nicht nur davon ab, ob eine Anlage sichtbar ist oder Landschaft verändert. Entscheidend kann auch sein, ob Menschen vor Ort einen konkreten Nutzen erkennen.

Kommunale Einnahmen, Beteiligungsmodelle oder günstigere lokale Energietarife können deshalb grundsätzlich dazu beitragen, Nutzen und Belastungen regional ausgewogener zu verteilen.

Warum wollen 59 Prozent heute in Klimaschutz investieren?

Rund 59 Prozent der Befragten vertreten die Ansicht, dass jetzt in Klimaschutz investiert werden müsse, um langfristig Kosten zu senken.

Diese Zahl zeigt, dass viele Menschen Klimaschutz nicht ausschließlich als aktuellen Kostenfaktor betrachten. Investitionen können auch als Vorsorge verstanden werden.

Das betrifft einerseits den Umbau des Energiesystems und andererseits die Anpassung an Klimafolgen. Extremwetter, Hitze, Trockenheit, Starkregen und Hochwasser können erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Infrastruktur muss deshalb nicht nur emissionsärmer, sondern zunehmend auch widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Veränderungen werden.

Die politische Herausforderung besteht darin, kurzfristige Belastungen und langfristige Vorteile miteinander in Einklang zu bringen.

Was bedeutet das Nachhaltigkeitsbarometer für die Politik?

Aus den Ergebnissen lassen sich mehrere zentrale Aufgaben ableiten. Die Politik kann sich weiterhin auf eine grundsätzliche Mehrheit für Klimaschutz stützen. Sie sollte diese Zustimmung aber nicht als selbstverständlich betrachten.

Besonders wichtig erscheinen fünf Bereiche:

  1. Bezahlbarkeit: Klimafreundliche Technologien müssen auch für Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen erreichbar sein.
  2. Planungssicherheit: Häufig wechselnde Vorgaben und Förderbedingungen können Investitionen erschweren und Vertrauen beschädigen.
  3. Infrastruktur: Klimafreundliches Verhalten muss praktisch möglich sein. Ohne geeigneten Nahverkehr ist der Verzicht auf das Auto beispielsweise in vielen ländlichen Regionen unrealistisch.
  4. Transparenz: Ziele, Kosten, Förderungen und erwartete Wirkungen politischer Maßnahmen sollten verständlich kommuniziert werden.
  5. Gerechtigkeit: Kosten und Vorteile der Transformation sollten nachvollziehbar und sozial ausgewogen verteilt werden.

Das bedeutet nicht, dass jede politische Maßnahme automatisch breite Zustimmung finden kann. Interessenkonflikte gehören zu tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen dazu. Entscheidend ist jedoch, wie mit diesen Konflikten umgegangen wird.

Was bedeutet die Entwicklung für private Haushalte?

Für private Haushalte zeigt die Untersuchung vor allem, wie eng Klimapolitik inzwischen mit alltäglichen Entscheidungen verbunden ist.

Heizung, Strom, Mobilität und Wohnen sind keine abstrakten politischen Themen. Sie betreffen monatliche Ausgaben und teilweise Investitionen über viele Tausend Euro.

Wer ein Eigenheim besitzt, beschäftigt sich möglicherweise mit Wärmepumpe, Photovoltaik oder Dämmung. Mieter haben dagegen oft nur begrenzten Einfluss auf die Heiztechnik oder energetische Sanierung ihres Gebäudes. Menschen in ländlichen Regionen haben andere Mobilitätsmöglichkeiten als Bewohner großer Städte.

Einheitliche Lösungen können deshalb an unterschiedlichen Lebensrealitäten scheitern.

Warum sind Stadt und Land unterschiedlich betroffen?

Ein praktisches Beispiel ist die Verkehrswende. In einer Großstadt mit Straßenbahn, S Bahn, Bussen und Carsharing kann ein Haushalt möglicherweise auf ein eigenes Auto verzichten.

In einem Dorf, in dem wenige Busverbindungen bestehen und der Arbeitsplatz 20 Kilometer entfernt liegt, sieht die Situation völlig anders aus.

Die politische Forderung nach klimafreundlicher Mobilität kann in beiden Fällen identisch sein. Die praktische Möglichkeit zur Umsetzung ist es nicht.

Genau solche Unterschiede sind wichtig, wenn Akzeptanz langfristig erhalten werden soll.

Wie sollte der Rückgang der Zustimmung eingeordnet werden?

Der Rückgang darf weder dramatisiert noch ignoriert werden.

Es wäre falsch, aus sinkenden Zustimmungswerten eine generelle gesellschaftliche Abkehr vom Klimaschutz abzuleiten. Die hohen Werte bei der Sorge über den Klimawandel, erneuerbaren Energien und zusätzlichen Klimaschutzinvestitionen sprechen dagegen.

Ebenso problematisch wäre jedoch die Annahme, die vorhandene Mehrheit werde unabhängig von Kosten und politischer Umsetzung dauerhaft bestehen bleiben.

Das Nachhaltigkeitsbarometer deutet vielmehr auf eine konditionierte Zustimmung hin: Viele Menschen wollen Klimaschutz, erwarten aber, dass er bezahlbar, praktikabel, nachvollziehbar und fair umgesetzt wird.

Genau darin könnte die wichtigste politische Botschaft der Untersuchung liegen.

Faktenbox: Kein Entweder oder

Die Ergebnisse lassen sich nicht sinnvoll auf „für Klimaschutz“ oder „gegen Klimaschutz“ reduzieren. Menschen können ambitionierte Klimaziele unterstützen und gleichzeitig einzelne Maßnahmen, Kosten oder politische Verfahren kritisieren. Für die langfristige Akzeptanz kommt es deshalb darauf an, Klimaschutz, wirtschaftliche Tragfähigkeit und soziale Gerechtigkeit gemeinsam zu betrachten.

Wie aussagekräftig ist das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer?

Die Untersuchung besitzt mit 6.566 Befragten eine umfangreiche empirische Basis. Besonders interessant ist ihr Charakter als Panelstudie. Dabei werden wiederholt dieselben Personen befragt. Dadurch können Forschende besser untersuchen, wie sich Einstellungen einzelner Menschen im Laufe der Zeit verändern.

Das ist ein wichtiger Unterschied zu Befragungen, bei denen zu jedem Zeitpunkt vollständig andere Personen teilnehmen.

Dennoch gelten die üblichen Grenzen sozialwissenschaftlicher Befragungen. Antworten zeigen zunächst Einstellungen zum Zeitpunkt der Befragung. Sie erlauben nicht automatisch die Aussage, wie sich Menschen bei jeder konkreten politischen Entscheidung oder beispielsweise bei einer Wahl verhalten werden.

Auch die Formulierung von Fragen und Antwortmöglichkeiten sowie das politische und wirtschaftliche Umfeld zum Befragungszeitpunkt können Ergebnisse beeinflussen.

Das Nachhaltigkeitsbarometer sollte deshalb als wissenschaftliches Instrument zur Beobachtung gesellschaftlicher Einstellungen verstanden werden und nicht als Prognose für jede einzelne klimapolitische Entscheidung.

Welche Entwicklung könnte für den Klimaschutz entscheidend werden?

Die nächsten Jahre dürften zeigen, ob es gelingt, die grundsätzliche Zustimmung zum Klimaschutz in eine stabile Unterstützung konkreter Transformationsmaßnahmen zu übersetzen.

Dafür werden mehrere Entwicklungen entscheidend sein. Dazu gehören Energiepreise, wirtschaftliche Lage, verfügbare Fördermittel, Ausbau der Infrastruktur und die Frage, ob klimafreundliche Technologien für breite Bevölkerungsschichten tatsächlich bezahlbarer werden.

Ebenso wichtig dürfte das Vertrauen in staatliche Institutionen bleiben. Selbst technisch sinnvolle Maßnahmen können auf Widerstand treffen, wenn Bürger ihre Umsetzung als unverständlich, unfair oder schlecht organisiert wahrnehmen.

Umgekehrt kann eine transparente und verlässliche Politik Akzeptanz fördern, insbesondere wenn Menschen konkrete Vorteile wahrnehmen.

FAQ: Was sagt das Nachhaltigkeitsbarometer 2026 über Klimaschutz?

Will die Mehrheit der Deutschen weiterhin Klimaschutz?

Ja. Die Ergebnisse zeigen weiterhin mehrheitliche Unterstützung. 54 Prozent fordern höhere staatliche Ausgaben für Klimaschutz und rund 56 Prozent wünschen sich weitere Maßnahmen bei Energie, Verkehr und Wärme. Zudem sorgen sich 80 Prozent wegen des Klimawandels.

Nimmt die Zustimmung zum Klimaschutz ab?

In verschiedenen Bereichen ist ein Rückgang erkennbar. Die Zustimmung zur Energiewende liegt beispielsweise bei 60 Prozent. Vor fünf Jahren waren es noch 69 Prozent. Trotzdem besteht weiterhin eine Mehrheit.

Warum werden Menschen skeptischer?

Ein wichtiger Faktor sind finanzielle und wirtschaftliche Sorgen. 53 Prozent fürchten persönliche finanzielle Auswirkungen in den kommenden fünf Jahren. Hinzu kommen Zweifel an der politischen Umsetzung sowie mangelndes Vertrauen in die Bundesregierung.

Wie wichtig sind die Kosten für die Akzeptanz?

Sehr wichtig. 79 Prozent halten den Umstieg privater Haushalte auf klimafreundliche Technologien ohne staatliche Unterstützung für nicht machbar. Finanzielle Hindernisse werden beispielsweise bei Wärmepumpen und Gebäudesanierungen häufig genannt.

Unterstützen die Menschen erneuerbare Energien?

Ja. 78 Prozent unterstützen einen höheren Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung. Auch der lokale Ausbau der Windenergie findet laut Untersuchung mehrheitliche Zustimmung.

Sehen Menschen Klimaschutz als Gefahr für die Wirtschaft?

Das Bild ist differenziert. 39 Prozent sorgen sich um gesamtwirtschaftliche Wohlstandsverluste. Gleichzeitig betrachten 52 Prozent Wirtschaftswachstum und Klimaschutz als relativ gleichrangige Ziele. 44 Prozent sehen Klimaschutzinvestitionen bereits als wirtschaftliche Chance.

Warum ist Vertrauen in die Politik so wichtig?

Weil Menschen nicht nur Ziele bewerten, sondern auch deren Umsetzung. 55 Prozent fehlt das Vertrauen, dass die Bundesregierung den nachhaltigen Wandel im Interesse der Allgemeinheit gestaltet. Zusätzlich empfinden 63 Prozent die Energiewendepolitik als bürgerfern.

Wer steckt hinter dem Sozialen Nachhaltigkeitsbarometer?

Das Soziale Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und des Forschungsinstituts für Nachhaltigkeit am GFZ, kurz RIFS. Die Befragung 2026 wurde von forsa durchgeführt.

Wo findest Du den Jahresbericht 2026 und weitere Daten?

Die Ergebnisse, der Jahresbericht 2026 sowie eine interaktive Darstellung der Daten sind auf der offiziellen Website des Projekts verfügbar:

PDF und interaktives Tool:
https://www.soziales-nachhaltigkeitsbarometer.de/

Originalpublikation:
Ebersbach, B., Huttarsch, J. H., Körfer, M., Meisiek, A. & Schulze Marquarding, L. (2026). Soziales Nachhaltigkeitsbarometer der Transformation: Jahresbericht 2026. Gütersloh: Bertelsmann Stiftung.

Was ist das Fazit zum Klimaschutz in Deutschland 2026?

Die Mehrheit in Deutschland will weiterhin Klimaschutz. Die Ergebnisse des Sozialen Nachhaltigkeitsbarometers 2026 liefern keinen Beleg für eine grundsätzliche gesellschaftliche Abkehr von der Klimapolitik. Im Gegenteil: 80 Prozent sorgen sich wegen des Klimawandels, 78 Prozent unterstützen einen höheren Anteil erneuerbarer Energien und Mehrheiten sprechen sich für zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen und Investitionen aus.

Gleichzeitig ist die Zustimmung verletzlicher geworden. Besonders deutlich wird das bei der Energiewende, deren Unterstützung im langfristigen Vergleich zurückgegangen ist.

Entscheidend sind dabei offenbar weniger die grundsätzlichen Klimaschutzziele als die Bedingungen ihrer Umsetzung. Kosten, soziale Gerechtigkeit, Infrastruktur, wirtschaftliche Perspektiven, politische Verständlichkeit und Vertrauen spielen eine immer größere Rolle.

Die zentrale Herausforderung lautet deshalb nicht mehr ausschließlich, Menschen von der Notwendigkeit des Klimaschutzes zu überzeugen. Eine große Mehrheit erkennt den Klimawandel bereits als ernstes Problem an. Wichtiger wird die Frage, wie die notwendige Transformation so organisiert werden kann, dass Menschen sie praktisch bewältigen können und ihre Kosten als tragbar sowie ihre Verteilung als fair empfinden.

Das Nachhaltigkeitsbarometer liefert damit auch eine Warnung: Gesellschaftliche Zustimmung ist kein dauerhaft garantierter Zustand. Sie muss durch nachvollziehbare Entscheidungen, funktionierende Infrastruktur, verlässliche Rahmenbedingungen und eine sozial ausgewogene Klimapolitik immer wieder neu gestärkt werden.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news875877 und https://www.soziales-nachhaltigkeitsbarometer.de/


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen, News bzw. Pressemeldung

Nach oben scrollen