Mit der teilweisen Legalisierung von Cannabis in Deutschland ergeben sich weitreichende Veränderungen in gesellschaftlicher, medizinischer und rechtlicher Hinsicht.
Hintergrund der aktuellen wissenschaftlichen Untersuchung
Um die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen dieser neuen Gesetzeslage valide zu erfassen, führt der Forschungsverbund EKOCAN derzeit eine umfangreiche wissenschaftliche Erhebung durch. Im Fokus steht die systematische Erhebung von Daten sowohl bei Personen, die Cannabis konsumieren, als auch bei jenen, die keinen Konsum praktizieren.
Die Befragung findet in schriftlicher Form über ein Online-Formular statt und umfasst einen Zeitrahmen von etwa 10 bis 30 Minuten. Sie richtet sich an erwachsene Personen in Deutschland, unabhängig von deren individuellem Konsumverhalten. Der Forschungsverbund EKOCAN legt dabei besonderen Wert auf die Repräsentativität der Ergebnisse sowie auf die wissenschaftliche Unvoreingenommenheit bei der Analyse der erhobenen Daten.
Verantwortliche Einrichtungen im Forschungsverbund EKOCAN
Zentrum für Interdisziplinäre Suchtforschung (ZIS), Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Vertreten wird das ZIS im Rahmen des Projekts durch Dr. Jakob Manthey. Die Einrichtung verfügt über langjährige Erfahrung in der empirischen Suchtforschung und analysiert Konsumverhalten, gesundheitliche Folgen sowie Präventionsmaßnahmen im Kontext psychoaktiver Substanzen.
Institut für Allgemeinmedizin (ifam), Centre for Health and Society (chs), Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf
Das ifam, vertreten durch Univ.-Prof. Dr. Daniel Kotz, befasst sich unter anderem mit der Versorgungsforschung im Gesundheitswesen und erforscht gesundheitliche Risiken im alltäglichen Lebensumfeld. In der Studie liefert es wichtige Erkenntnisse zur medizinischen Dimension des Cannabiskonsums.
Institut für Kriminologie (IfK), Eberhard Karls Universität Tübingen
Univ.-Prof. Dr. Jörg Kinzig repräsentiert das kriminologische Fachgebiet im EKOCAN-Verbund. Die rechtlichen Implikationen der Legalisierung sowie deren Wirkung auf Strafverfolgung und gesellschaftliche Normwahrnehmung werden hier untersucht.
Ziele der Erhebung
Die Befragung verfolgt mehrere wissenschaftliche Zielsetzungen:
- Erfassung des aktuellen Konsumverhaltens in verschiedenen Bevölkerungsgruppen
- Analyse der subjektiven Wahrnehmung gesetzlicher Veränderungen
- Untersuchung möglicher Auswirkungen auf Gesundheit, Lebensstil und Kriminalitätswahrnehmung
- Vergleich zwischen Konsumierenden und Nicht-Konsumierenden hinsichtlich Einstellungen, Erfahrungen und Informationsstand
- Evaluation von Veränderungen im Umgang mit Cannabis im sozialen Umfeld, etwa in Familien, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum
Die Ergebnisse sollen eine belastbare Datengrundlage für politische Entscheidungsträger, medizinische Fachgesellschaften und gesellschaftliche Akteure bieten.
Teilnahmebedingungen und Ablauf der Befragung
Teilnahmevoraussetzungen
Teilnehmen können alle volljährigen Personen mit Wohnsitz in Deutschland. Es ist unerheblich, ob bereits Erfahrungen mit Cannabis bestehen oder nicht. Insbesondere wird auch die Perspektive von Nicht-Konsumierenden für die Studie als wertvoll angesehen.
Umfang und technische Umsetzung
Die Online-Befragung ist so konzipiert, dass sie auf verschiedenen Endgeräten (Computer, Tablet, Smartphone) problemlos ausfüllbar ist. Die geschätzte Dauer liegt bei durchschnittlich 20 Minuten. Der Fragebogen enthält sowohl geschlossene als auch offene Fragen, die sich mit Lebensrealitäten, Einstellungen, Informationsquellen und individuellen Einschätzungen zum Thema Cannabis beschäftigen.
Datenschutz und Vertraulichkeit
Der Schutz persönlicher Daten hat im Rahmen der Erhebung höchste Priorität. Sämtliche Angaben werden anonymisiert verarbeitet und unterliegen den geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Es erfolgt keine Speicherung von IP-Adressen oder sonstiger persönlicher Identifizierungsmerkmale.
Auch im Fall einer Teilnahme am optionalen Gewinnspiel bleiben die Daten voneinander getrennt: Für das Gewinnspiel wird eine separate, nicht mit den Antworten verknüpfte E-Mail-Adresse abgefragt. Die Auswertung des Fragebogens bleibt davon vollkommen unberührt.
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Gewinnspiel als freiwillige Zusatzmotivation
Nach erfolgreicher Teilnahme an der Befragung erhalten die Teilnehmer:innen auf Wunsch die Möglichkeit, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Verlost wird ein Wunschgutschein im Wert von 100 Euro. Die Teilnahme am Gewinnspiel ist optional und in keiner Weise an die Art oder Qualität der Antworten gebunden. Auch hier bleibt die Anonymität der Befragung gewahrt.
Bedeutung der Studie für Politik und Gesellschaft
Die partielle Legalisierung von Cannabis ist ein bedeutender gesellschaftlicher Einschnitt, der nicht nur die Rechtslage verändert, sondern auch Auswirkungen auf Wahrnehmungen, Einstellungen und soziale Dynamiken hat. Vor diesem Hintergrund ist eine fundierte wissenschaftliche Begleitforschung essenziell.
Mit der EKOCAN-Studie wird eine zentrale Datenbasis geschaffen, um zukünftig zielgerichtete Maßnahmen zu entwickeln, etwa in den Bereichen:
- Gesundheitsprävention
- Aufklärungsarbeit
- rechtliche Rahmenbedingungen
- Schulung medizinischer Fachkräfte
- Entwicklung von Leitlinien für den kontrollierten Umgang mit Cannabis
Die Einbeziehung sowohl konsumierender als auch nicht konsumierender Bevölkerungsgruppen ermöglicht eine differenzierte Sichtweise auf das Thema, fernab von ideologischen oder moralisierenden Standpunkten.
Informationen und Teilnahme
Alle Interessierten erhalten weiterführende Informationen zur Studie sowie den Link zur Teilnahme auf der offiziellen Webseite des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf unter:
Die Projektseite enthält detaillierte Hinweise zum Ablauf, zur Datensicherheit sowie zur Kontaktaufnahme mit den verantwortlichen Forscher:innen bei etwaigen Rückfragen.
Fazit: Beteiligung an gesellschaftlich relevanter Forschung
Die EKOCAN-Studie bietet einer breiten Öffentlichkeit die Gelegenheit, an einem bedeutenden wissenschaftlichen Projekt mitzuwirken. Gerade im Kontext der Veränderungen durch die Teillegalisierung von Cannabis ist eine möglichst breite Beteiligung wünschenswert, um vielfältige Sichtweisen und Erfahrungen in die Auswertung einfließen zu lassen.
Ob mit oder ohne eigene Konsumerfahrung – jede Stimme zählt. Die erhobenen Daten können einen wertvollen Beitrag zur fundierten Gestaltung zukünftiger Gesetzgebungsverfahren und Gesundheitsstrategien leisten.
Quelle / Infos: https://lime6.zis-hamburg.de/index.php/911258?lang=de&rec=rgz
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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele
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