Die Geburt eines Enkelkindes führt im Durchschnitt offenbar nicht dazu, dass Großeltern sich stärker um den Klimawandel sorgen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie mit Daten aus dem Vereinigten Königreich. Das sagt nichts darüber aus, wie wichtig einzelnen Großeltern der Klimaschutz ist. Die Untersuchung prüft eine Veränderung der geäußerten Sorge rund um die Geburt, nicht das gesamte Umweltverhalten einer Familie.
Machen Enkelkinder Großeltern klimabewusster?
| Frage | Antwort | Wichtige Einordnung |
|---|---|---|
| Was ist passiert? | Forschende haben untersucht, ob sich die Haltung zum Klimawandel nach der Geburt von Enkelkindern verändert. | Grundlage sind wiederholte Befragungen derselben Menschen im Vereinigten Königreich. |
| Was ist das zentrale Ergebnis? | Im Durchschnitt zeigte sich keine relevante Zunahme der gemessenen Klimasorgen. | Ein ausbleibender durchschnittlicher Effekt schließt Veränderungen bei einzelnen Personen nicht aus. |
| Was wurde gemessen? | Die Zustimmung zu einer Aussage darüber, ob die Folgen des Klimawandels zu weit in der Zukunft liegen, um sich Sorgen zu machen. | Eine Antwort auf diese Aussage bildet weder sämtliche Einstellungen noch konkretes Verhalten ab. |
| Für wen ist das wichtig? | Für Wissenschaft, Klimakommunikation, Familien und Initiativen mit älteren Menschen. | Appelle an die Zukunft der Enkel allein reichen als allgemeine Strategie offenbar nicht aus. |
Faktenbox: Das Ergebnis in einem Satz
In den untersuchten Befragungsdaten ließ sich rund um die Geburt von Enkelkindern im Durchschnitt keine relevante Steigerung der gemessenen Sorge über die zeitliche Nähe der Klimafolgen feststellen. Daraus folgt weder, dass Großeltern der Klimawandel gleichgültig ist, noch, dass sie keinen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
Was meldet die Studie über Enkelkinder und Klimasorgen?
„Ich möchte meinen Enkeln eine gute Welt hinterlassen“: Dieser Gedanke erscheint vielen Menschen unmittelbar einleuchtend. Wer ein Kind der nächsten Generation im Arm hält, könnte stärker über dessen Zukunft nachdenken. Daraus lässt sich eine überprüfbare Frage ableiten: Ändert die Geburt eines Enkelkindes tatsächlich die Einstellung der Großeltern zum Klimawandel?
Genau diesen Zusammenhang hat ein Forschungsteam mit Beteiligung von Dr. Lieke Voorintholt vom Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union an der Universität Trier untersucht. Mit ihr arbeiteten Prof. Dr. Gerard van den Berg und Prof. Dr. Adriaan Soetevent von der Universität Groningen an der Studie. Das Ergebnis widerspricht einer verbreiteten Erwartung: Für die betrachteten Personen war nach der Geburt eines Enkelkindes im Durchschnitt keine relevante Zunahme der gemessenen Klimasorgen erkennbar.
Das Ergebnis verdient eine genaue Lesart. Die Forschenden haben nicht gefragt, ob Großeltern ihre Enkel lieben oder sich eine lebenswerte Zukunft für sie wünschen. Ebenso wenig haben sie festgestellt, dass ältere Menschen grundsätzlich weniger Interesse am Klimaschutz hätten. Untersucht wurde eine bestimmte Veränderung in Befragungsantworten zu einem bestimmten Zeitpunkt im Familienleben.
Warum erscheint das Ergebnis zunächst überraschend?
Die Idee einer besonderen Verantwortung gegenüber späteren Generationen spielt in vielen Klimadebatten eine wichtige Rolle. Sie ist auch in Initiativen sichtbar, bei denen sich Großeltern ausdrücklich für Klimaschutz einsetzen. Solche Gruppen zeigen, dass generationenübergreifendes Engagement möglich und für manche Menschen sehr wichtig ist.
Aus sichtbaren Beispielen lässt sich jedoch kein allgemeiner Effekt ableiten. Engagierte Großeltern können schon lange vor der Geburt ihrer Enkel eine feste Haltung gehabt haben. Andere verändern ihre Ansichten vielleicht aus ganz anderen Gründen. Die Studie fragt deshalb, ob sich über viele Menschen hinweg eine zusätzliche Veränderung rund um die Geburt beobachten lässt.
Wie wurden die Klimasorgen von Großeltern untersucht?
Die Forschenden nutzten Angaben aus Understanding Society, einer britischen Langzeitbefragung. Bei einer solchen Untersuchung werden dieselben Menschen über längere Zeit wiederholt befragt. Das ermöglicht einen Vergleich ihrer Antworten zu verschiedenen Zeitpunkten. Zusätzlich machen die Teilnehmenden Angaben zu ihrer Familiensituation. Dadurch lässt sich nachvollziehen, wann sie Großeltern wurden.
Im Mittelpunkt stand die Zustimmung zu einer Aussage, nach der die Auswirkungen des Klimawandels zu weit in der Zukunft liegen, um der befragten Person Sorgen zu machen. Die Forschenden verglichen Antworten vor und nach der Geburt von Enkelkindern. Nach Angaben der Universität Trier blieb das Ergebnis auch bei anderen statistischen Vorgehensweisen im Wesentlichen bestehen.
Der Vergleich innerhalb einer Person ist hilfreich, weil Menschen schon vor der Großelternschaft unterschiedlich denken. Wer seit Jahren Klimaschutz unterstützt, beginnt mit einer anderen Haltung als jemand, der sich bislang kaum mit dem Thema beschäftigt hat. Wiederholte Befragungen können solche Ausgangsunterschiede besser berücksichtigen als eine einmalige Befragung verschiedener Altersgruppen.
Was bedeutet „im Durchschnitt“ bei diesem Ergebnis?
Ein durchschnittlicher Befund beschreibt ein Muster in den untersuchten Daten. Er legt nicht fest, was bei jeder einzelnen Großmutter oder jedem einzelnen Großvater geschieht. Manche könnten nach der Geburt eines Enkelkindes besorgter werden. Bei anderen könnte die Sorge gleich bleiben oder sogar sinken. Wenn sich über die betrachteten Personen hinweg keine relevante allgemeine Verschiebung zeigt, lässt sich daraus kein verlässlicher Automatismus ableiten.
Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied deutlich: Eine frischgebackene Großmutter informiert sich plötzlich intensiver über Hitzewellen, weil sie an die Zukunft ihres Enkelkindes denkt. Ihr Nachbar ist schon seit Jahrzehnten im Naturschutz aktiv und ändert seine Einstellung durch die Geburt eines Enkels kaum. Wieder eine andere Person beschäftigt sich vor allem mit unmittelbaren familiären Aufgaben. Alle drei Lebensläufe sind mit einem ausbleibenden durchschnittlichen Effekt vereinbar.
Faktenbox: Was wurde gemessen und was nicht?
- Gemessen wurde: eine Antwort auf eine Aussage zur zeitlichen Entfernung der Klimafolgen.
- Damit verbunden ist: ein Teilaspekt der geäußerten Klimasorge.
- Nicht direkt daraus ablesbar sind: Energieverbrauch, Wahlverhalten, Spenden, Gespräche mit Enkeln oder die Teilnahme an Klimainitiativen.
- Ebenso offen bleibt: ob einzelne Personen ihre Haltung bereits vor der Geburt verändert haben.
Warum verändern Enkelkinder die Klimasorgen nicht automatisch?
Die Studie beantwortet zunächst die Frage nach einem durchschnittlich beobachtbaren Zusammenhang. Sie liefert damit noch keine vollständige Erklärung für die Motive aller Befragten. Mehrere Überlegungen helfen jedoch, das Ergebnis einzuordnen. Sie sind mögliche Deutungen und sollten nicht mit nachgewiesenen Ursachen verwechselt werden.
Könnte sich die Haltung schon vor der Geburt verändern?
Großelternschaft beginnt im persönlichen Erleben nicht zwingend erst am Geburtstag des Kindes. Manche Menschen denken schon über künftige Enkel nach, wenn ihre erwachsenen Kinder eine Familie planen. Während einer Schwangerschaft wird die neue Rolle noch konkreter. Wenn sich die Haltung zum Klimawandel bereits in dieser Phase verändert, könnte ein Vergleich rund um die Geburt einen Teil dieser Entwicklung übersehen.
Auf diese Möglichkeit weist auch das Forschungsteam hin. Ob eine solche vorgezogene Veränderung tatsächlich stattfindet und wie häufig sie vorkommt, muss weitere Forschung klären. Bis dahin wäre die Aussage „Enkel haben keinen Einfluss“ zu weitgehend. Präziser ist: Für den untersuchten Zeitpunkt wurde keine relevante durchschnittliche Zunahme der gemessenen Sorge festgestellt.
Können bereits bestehende Überzeugungen eine Rolle spielen?
Menschen entwickeln ihre Haltung zum Klimawandel aus vielen Erfahrungen: durch Bildung, Nachrichten, politische Debatten, den eigenen Beruf, Naturerlebnisse oder konkrete Wetterereignisse. Wer sich längst Sorgen macht, kann nach der Geburt eines Enkelkindes weiterhin sehr besorgt sein, ohne auf einer Befragungsskala deutlich weiter nach oben zu rücken.
Umgekehrt kann eine enge Beziehung zum Enkel bestehen, ohne dass sie eine bestehende Einschätzung über die zeitliche Nähe der Klimafolgen verändert. Die Frage, was man für einen geliebten Menschen empfindet, ist nicht identisch mit der Frage, wie man einen Satz über den zeitlichen Horizont des Klimawandels beantwortet.
Kann der Alltag die Aufmerksamkeit auf andere Themen lenken?
Ein neues Enkelkind bringt für viele Familien Freude, neue Aufgaben und organisatorische Fragen. Manche Großeltern helfen bei der Betreuung, andere leben weit entfernt oder sehen das Kind nur gelegentlich. Wie stark die neue Rolle den Alltag verändert, kann sehr unterschiedlich sein. Daraus lässt sich ohne zusätzliche Daten keine Erklärung für den Studienbefund ableiten. Es zeigt aber, weshalb die bloße Geburt kein einheitliches Erlebnis für alle Befragten ist.
Auch persönliche Belastungen und unmittelbar spürbare Themen können im Alltag eine große Rolle spielen. Klimaschutz verschwindet dadurch nicht zwangsläufig aus dem Blick. Eine einzelne Befragungsantwort kann aber nur begrenzt erfassen, wie Menschen verschiedene Sorgen gegeneinander gewichten und welche Handlungen daraus folgen.
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Welche Grenzen hat die Studie zu Enkelkindern und Klimasorgen?
Gute Forschung macht eine große Frage messbar. Dabei wird die Frage zwangsläufig enger. Hier geht es um Antworten aus einer britischen Langzeitstudie und um die Veränderung der Zustimmung zu einer bestimmten Aussage. Wer das Ergebnis auf „Großeltern und Klimaschutz“ insgesamt überträgt, würde mehr behaupten, als diese Messung unmittelbar hergibt.
Warum ist die Formulierung der Frage wichtig?
In der verwendeten Aussage geht es darum, ob die Folgen des Klimawandels zu weit in der Zukunft liegen, um mir Sorgen zu machen. Dieses kleine Wort verändert den Bezugspunkt: Befragte können dabei an ihre eigene Lebenszeit und ihre persönliche Betroffenheit denken. Eine allgemeiner formulierte Frage danach, ob die Folgen zu weit in der Zukunft liegen, um sich Sorgen zu machen, lässt mehr Raum für Gedanken an andere Menschen.
Die Universität Trier verweist in ihrer Mitteilung auf eine frühere Untersuchung der Forschenden zur Formulierung solcher Fragen. Demnach fiel die Zustimmung zur allgemeineren Version geringer aus. Das unterstreicht, weshalb Antworten sorgfältig interpretiert werden müssen. Wer selbst keine unmittelbare persönliche Gefahr erwartet, kann die Risiken für Kinder, Enkel oder Menschen in anderen Regionen dennoch ernst nehmen.
Kann man das Ergebnis direkt auf Deutschland übertragen?
Die ausgewerteten Befragungen stammen aus dem Vereinigten Königreich. Viele Fragen zur Familie und zum Klimawandel stellen sich auch in Deutschland. Dennoch können gesellschaftliche Debatten, Erfahrungen mit Klimafolgen und die Zusammensetzung der befragten Bevölkerung unterschiedlich sein. Die Studie ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Diskussion, aber kein unmittelbarer Messwert für alle Großeltern in Deutschland.
Hinzu kommt die Unterscheidung zwischen Einstellung und Verhalten. Eine Person kann den Klimawandel für dringlich halten und ihren Alltag kaum verändern. Eine andere spart Energie oder nutzt häufig öffentliche Verkehrsmittel, ohne sich in einer Befragung besonders besorgt zu äußern. Ob die Geburt eines Enkelkindes konkrete Entscheidungen beeinflusst, verlangt eigene Messungen.
Faktenbox: So lässt sich das Studienergebnis korrekt wiedergeben
Die Forschenden fanden in den untersuchten britischen Längsschnittdaten keine relevante durchschnittliche Zunahme der gemessenen Klimasorge nach der Geburt von Enkelkindern. Aussagen über sämtliche Großeltern, alle Länder und jedes konkrete Klimaschutzverhalten gehen darüber hinaus.
Was bedeutet das Ergebnis für die Klimakommunikation?
Die Vorstellung, Großeltern ließen sich allein mit dem Hinweis auf die Zukunft ihrer Enkel zum Klimaschutz bewegen, klingt plausibel. Die Untersuchung gibt jedoch keinen Anlass, diesen Hinweis als allgemein wirksamen Auslöser einer veränderten Sorge vorauszusetzen. Wer Menschen erreichen will, sollte ihre bereits vorhandenen Erfahrungen, Fragen und Handlungsmöglichkeiten ernst nehmen.
Das gilt unabhängig vom Alter. Für eine Person ist vielleicht die Entwicklung eines nahe gelegenen Waldes besonders greifbar. Eine andere interessiert sich für bezahlbare Wärme im eigenen Haus, für Schattenplätze in der Stadt oder für die Luftqualität vor einer Schule. Solche Bezüge können ein Gespräch eröffnen. Ob eine bestimmte Ansprache tatsächlich mehr Engagement auslöst, muss allerdings gesondert geprüft werden. Die vorliegende Studie testet keine Kommunikationskampagne.
Wie könnte ein Gespräch zwischen den Generationen aussehen?
Ein gutes Gespräch beginnt mit einer offenen Frage statt mit einer Zuschreibung. „Welche Veränderungen in unserer Gegend sind dir aufgefallen?“ lässt dem Gegenüber Raum für eigene Beobachtungen. Darauf kann eine Frage folgen, welche Entwicklungen für die Familie wichtig erscheinen. Erst dann lässt sich über Maßnahmen sprechen, etwa über Hitzeschutz, Mobilität oder den Energieverbrauch im Haushalt.
- Beobachtungen sammeln: Welche Veränderungen haben die Beteiligten selbst wahrgenommen?
- Informationen prüfen: Welche Beobachtung beschreibt Wetter, welche einen langfristigen Trend?
- Interessen benennen: Geht es um Gesundheit, Kosten, Natur oder die Zukunft der Familie?
- Handlungsmöglichkeiten besprechen: Was ist für die Beteiligten sinnvoll und tatsächlich machbar?
Diese Schritte sind eine praktische Anregung für Gespräche, kein getestetes Ergebnis der Studie. Ihr Vorteil liegt darin, Menschen mit unterschiedlichen Ansichten nicht schon vor dem Gespräch in feste Rollen einzuordnen. Eine Großmutter muss keine Klimaschützerin sein, weil sie Enkel hat. Ein Großvater muss ebenso wenig erst durch ein Enkelkind anfangen, über die Umwelt nachzudenken.
Welche Vorteile und Grenzen haben Appelle an kommende Generationen?
Ein solcher Appell kann einen schwierigen, langfristigen Zusammenhang persönlich verständlich machen. Er erinnert daran, dass heutige Entscheidungen weit über die eigene Lebenszeit hinaus wirken können. Für Menschen, die diese Verantwortung bereits stark empfinden, kann der Bezug zur Familie sinnvoll sein.
Als pauschale Ansprache hat er Grenzen. Menschen ohne Enkel gehören ebenso zur Klimadebatte. Großeltern können sich durch die Unterstellung angesprochen fühlen, sie hätten erst jetzt einen Grund zur Sorge. Außerdem ersetzt ein emotionaler Bezug weder verständliche Informationen noch praktikable Lösungen. Die Studie legt gerade nahe, nicht automatisch von einer veränderten Einstellung durch die Geburt eines Enkelkindes auszugehen.
Was sagt die Studie über Klima-Großeltern und andere Initiativen aus?
Initiativen engagierter Großeltern werden durch den Befund keineswegs widerlegt. Ihre Mitglieder zeigen, was Menschen aus Überzeugung gemeinsam tun können. Die Untersuchung stellt eine andere Frage: Entsteht eine stärkere Klimasorge im Durchschnitt allein durch das Ereignis, Großmutter oder Großvater zu werden? Für die untersuchten Daten lautet die Antwort: Eine relevante Zunahme ließ sich nicht feststellen.
Beides kann gleichzeitig zutreffen. Es gibt engagierte Gruppen, und zugleich gibt es keinen allgemeinen messbaren Umschwung nach einer Geburt. Für Initiativen ist diese Unterscheidung sogar nützlich. Sie können Menschen über konkrete Interessen, gemeinsame Projekte und überprüfbare Informationen ansprechen, ohne familiäre Rollen als Erklärung für eine bestimmte Haltung vorauszusetzen.
Ein Beispiel wäre ein lokales Projekt für mehr Schatten und Grünflächen. Großeltern könnten sich beteiligen, weil sie mit Enkeln Zeit auf Spielplätzen verbringen. Andere Menschen unterstützen dasselbe Vorhaben, weil sie selbst unter Hitze leiden oder die Aufenthaltsqualität im Viertel verbessern möchten. Das Ziel kann gemeinsam sein, auch wenn die persönlichen Gründe verschieden sind.
Welche Fragen sollten weitere Studien beantworten?
Die Untersuchung macht mehrere Anschlussfragen sichtbar. Besonders interessant ist der Zeitraum vor der Geburt: Beginnt eine mögliche Veränderung bereits mit der Aussicht auf ein Enkelkind? Ebenso wichtig wäre, verschiedene Formen der Klimasorge und konkretes Verhalten getrennt zu betrachten. Eine einzelne Formulierung kann nicht jede Facette des Themas abdecken.
- Verändert sich die Haltung während der Schwangerschaft der eigenen Kinder?
- Unterscheiden sich Menschen, die regelmäßig Zeit mit Enkeln verbringen, von anderen Großeltern?
- Zeigen sich Veränderungen bei konkreten Entscheidungen, auch wenn die Befragungsantwort gleich bleibt?
- Führen anders formulierte Fragen zu einer anderen Einschätzung des Zusammenhangs?
- Lassen sich ähnliche Ergebnisse in Deutschland und weiteren Ländern beobachten?
Solche Fragen erweitern das Bild, ohne den aktuellen Befund abzuwerten. Wissenschaftliche Ergebnisse werden besonders nützlich, wenn klar ist, worauf sie sich beziehen und welche Punkte noch offen sind.
Welche häufigen Fragen zu Enkelkindern und Klimasorgen gibt es?
Sorgen sich Großeltern laut Studie nicht um das Klima?
Doch, viele Großeltern können sich um den Klimawandel sorgen. Die Studie berichtet, dass nach der Geburt eines Enkelkindes im Durchschnitt keine relevante zusätzliche Zunahme der untersuchten Klimasorge erkennbar war. Sie bewertet nicht, ob Großeltern insgesamt besorgt sind.
Beweist die Studie, dass Enkelkinder keinen Einfluss haben?
Nein. Einzelne Menschen können ihre Haltung ändern. Außerdem könnte eine Veränderung bereits vor der Geburt stattfinden. Der Befund bezieht sich auf ein durchschnittliches Muster in den untersuchten Daten und auf die verwendete Messung.
Wurde tatsächlicher Klimaschutz im Alltag untersucht?
Aus der berichteten Auswertung zur Befragungsaussage lässt sich kein allgemeiner Schluss über Alltagshandlungen ziehen. Ob jemand Energie spart, sich politisch engagiert oder bei einem lokalen Projekt mitarbeitet, ist eine andere Frage als die Zustimmung zu einem Satz über Klimafolgen.
Ist ein Hinweis auf die Zukunft der Enkel damit sinnlos?
Nein. Für einzelne Menschen kann dieser Bezug bedeutsam sein. Die Studie spricht dagegen, ihn als verlässlich wirksame Ansprache für alle älteren Menschen oder alle Großeltern vorauszusetzen. Gespräche profitieren davon, die tatsächlichen Interessen des Gegenübers kennenzulernen.
Gibt es eine rechtliche oder medizinische Aussage der Studie?
Nein. Die Untersuchung liefert keine rechtliche Bewertung von Klimaschutzmaßnahmen und keine medizinische Aussage über die Gesundheit von Großeltern oder Enkeln. Sie behandelt eine sozialwissenschaftliche Frage zu Befragungsantworten und familiären Veränderungen. Gesundheitsbezogene Folgen des Klimawandels müssten anhand dafür geeigneter medizinischer und umweltwissenschaftlicher Forschung beurteilt werden.
Was bleibt als Fazit zu Enkelkindern und Klimasorgen?
Die Geburt eines Enkelkindes ist für viele Familien ein bedeutendes Ereignis. In der ausgewerteten britischen Langzeitbefragung ging sie jedoch im Durchschnitt nicht mit einer relevanten Zunahme der gemessenen Klimasorge einher. Das Ergebnis korrigiert eine einfache Erwartung, ohne persönliches Engagement von Großeltern infrage zu stellen.
Entscheidend ist die Reichweite der Aussage: Untersucht wurde eine bestimmte Antwort zum zeitlichen Abstand der Klimafolgen, nicht die gesamte Haltung oder das Verhalten der Menschen. Für Gespräche über Klimaschutz heißt das, die Interessen älterer Menschen individuell ernst zu nehmen. Die Zukunft der Enkel kann ein wichtiger Gesprächsanlass sein. Ob sie für eine bestimmte Person der entscheidende Anlass ist, lässt sich aus ihrer Rolle als Großmutter oder Großvater allein nicht ablesen.
Originalpublikation: https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2026.105482
Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news878065 und https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2026.105482
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Bild-, Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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