Ein Fossil aus Sachsen-Anhalt könnte den bislang ältesten bekannten Nachweis der Gattung Cannabis darstellen. Forschende des Museums für Naturkunde Berlin untersuchen derzeit, ob ein rund 50 Millionen Jahre alter Blattabdruck tatsächlich zu einer frühen Cannabispflanze gehört. Sollte sich das bestätigen, müsste die bisherige Geschichte und Herkunft von Cannabis neu geschrieben werden.
Ist die älteste Cannabispflanze der Welt wirklich in Sachsen-Anhalt gefunden worden?
Ein spektakulärer Fund aus der Sammlung des Museums für Naturkunde Berlin sorgt derzeit weltweit für Aufmerksamkeit. Bei der Erschließung historischer Pflanzenfossilien stießen Wissenschaftler auf einen alten Blattabdruck, der erstaunlich stark an heutige Cannabispflanzen erinnert. Besonders brisant: Das Fossil stammt nicht aus Asien, sondern aus Sachsen-Anhalt.
Bislang gingen Forschende davon aus, dass die heute bekannte Art Cannabis sativa ursprünglich aus Nordwestchina stammt und dort vor rund 20 Millionen Jahren erstmals nachweisbar war. Das neu untersuchte Fossil könnte diese Annahme auf den Kopf stellen. Denn nach aktueller Datierung ist der Fund deutlich älter und stammt aus Mitteleuropa.
| Merkmal | Bisheriger Forschungsstand | Neuer Fund aus Sachsen-Anhalt |
|---|---|---|
| Alter | ca. 20 bis 28 Millionen Jahre | ca. 48 bis 56 Millionen Jahre |
| Fundort | Nordwestchina | Nähe Eisleben, Sachsen-Anhalt |
| Fundtyp | Pollenfunde und Genanalysen | Versteinerter Blattabdruck |
| Artbezeichnung | Cannabis sativa | Cannabis oligocaenica |
| Bedeutung | Ursprung von Cannabis in Zentralasien | Möglicher Ursprung in Europa |
Warum ist der Fund der ältesten Cannabispflanze so besonders?
Der Fund ist deshalb so bedeutend, weil er die bisherige Geschichte von Cannabis grundlegend verändern könnte. Nach heutigem Wissensstand stammen die ältesten sicheren Hinweise auf Cannabis aus Nordwestchina. Dort fanden Forschende uralte Pollen und verglichen das Erbgut heutiger Pflanzen.
Das Fossil aus Sachsen-Anhalt ist jedoch wesentlich älter. Es stammt aus dem unteren Eozän, einer geologischen Epoche vor etwa 56 bis 48 Millionen Jahren. Damit wäre die Pflanze mindestens doppelt so alt wie bisher bekannte Cannabisfunde.
• Das Fossil wurde bereits 1883 beschrieben.
• Es lag jahrzehntelang unbeachtet in der Sammlung des Museums.
• Neuere Datierungen zeigen, dass es viel älter ist als ursprünglich angenommen.
• Sollte sich der Verdacht bestätigen, wäre es der älteste bekannte Cannabisfund weltweit.
Besonders interessant ist, dass der Blattabdruck schon im 19. Jahrhundert wissenschaftlich beschrieben wurde. Damals erhielt er den Namen Cannabis oligocaenica. Das Wort „oligocaenica“ verweist auf das Oligozän, eine jüngere geologische Epoche. Moderne Untersuchungen zeigen jedoch, dass das Fossil in Wirklichkeit aus dem deutlich älteren Eozän stammt.
Wie sieht das fossile Cannabisblatt aus?
Der Blattabdruck erinnert überraschend stark an heutige Cannabispflanzen. Zu erkennen sind längliche, lanzettförmige Blätter mit gezacktem Rand. Genau diese Form ist typisch für Cannabis.
Allerdings reicht die Form allein noch nicht aus, um den Fund zweifelsfrei als Cannabis zu identifizieren. Viele Pflanzen besitzen ähnliche Blattformen. Deshalb prüfen die Forschenden weitere Merkmale.
Welche Merkmale sprechen für Cannabis?
- Lanzettförmige Blattstruktur
- Gezackter Blattrand
- Ähnlichkeit mit heutigen Hanfgewächsen
- Zugehörigkeit zur Familie der Cannabaceae möglich
Welche Merkmale fehlen noch?
- Feine Pflanzenhaare auf den Blättern
- Harzdrüsen und Trichome
- Chemische Rückstände wie Cannabinoide
- Genetische Spuren
Gerade die fehlenden Trichome sind ein Problem. Diese winzigen Harzdrüsen sitzen bei heutigen Cannabispflanzen auf Blättern und Blüten. Dort werden Cannabinoide wie THC gebildet. Im Fossil sind solche feinen Strukturen bisher nicht erhalten geblieben.
Problematisch daran ist, dass ohne diese typischen Pflanzenhaare keine hundertprozentige Zuordnung möglich ist. Es könnte sich theoretisch auch um eine verwandte Pflanzenart handeln, die nur ähnlich aussieht.
Was bedeutet der Fund für die Geschichte von Cannabis?
Wenn sich der Fund bestätigt, müsste die Herkunft von Cannabis neu bewertet werden. Bislang galt Zentralasien als Ursprungsregion der Pflanze. Das neue Fossil legt jedoch nahe, dass Cannabis oder eine direkte Vorform bereits vor rund 50 Millionen Jahren in Mitteleuropa vorkam.
Das hätte weitreichende Folgen für die botanische Forschung. Denn dann wäre Cannabis deutlich älter als bislang angenommen und möglicherweise nicht ausschließlich in Asien entstanden.
Das Eozän war eine Warmzeit vor rund 56 bis 34 Millionen Jahren. In Mitteleuropa herrschte damals ein subtropisches Klima. Es gab Palmen, dichte Wälder und viele Tierarten, die heute längst ausgestorben sind.
Im Eozän war das Klima in Deutschland deutlich wärmer als heute. In Sachsen-Anhalt wuchsen damals subtropische Wälder. Dass dort auch frühe Cannabispflanzen existiert haben könnten, erscheint daher durchaus plausibel.
In der Praxis dürfte es daran scheitern, dass Fossilien von Pflanzen oft nur unvollständig erhalten sind. Gerade bei Cannabis fehlen meist die feinen Details, die für eine eindeutige Identifikation notwendig wären. Deshalb wird die wissenschaftliche Debatte vermutlich noch längere Zeit andauern.
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Warum könnte Cannabis älter sein als bisher gedacht?
Neben Fossilien spielen heute auch genetische Analysen eine wichtige Rolle. Forschende vergleichen das Erbgut moderner Cannabispflanzen und berechnen daraus, wann sich die Gattung entwickelt haben könnte.
Bereits vor dem neuen Fossil gingen einige Wissenschaftler davon aus, dass die Gattung Cannabis bis zu 28 Millionen Jahre alt sein könnte. Der Fund aus Sachsen-Anhalt würde diese Schätzung sogar deutlich übertreffen.
Wie datieren Forschende so alte Pflanzen?
Für die Altersbestimmung kommen mehrere Methoden zum Einsatz:
- Datierung der Gesteinsschicht, in der das Fossil gefunden wurde
- Vergleich mit anderen Fossilien derselben Epoche
- Analyse von Pollen und Pflanzenresten
- Molekulare Datierung über DNA heutiger Pflanzen
Im Fall des neuen Fossils wurde vor allem die Gesteinsschicht neu untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass der Blattabdruck deutlich älter ist als ursprünglich angenommen.
Aus deutscher Sicht bedeutet das …
Aus deutscher Sicht bedeutet das, dass Deutschland plötzlich eine zentrale Rolle in der Geschichte von Cannabis spielen könnte. Bisher galt China als Wiege der Pflanze. Nun rückt Sachsen-Anhalt in den Fokus internationaler Forschung.
Das ist nicht nur aus wissenschaftlicher Sicht spannend. Auch für die gesellschaftliche Debatte rund um Cannabis ist der Fund interessant. Denn er zeigt, dass Cannabis keine moderne Erscheinung ist, sondern möglicherweise seit Millionen von Jahren Teil europäischer Ökosysteme war.
Gerade in Deutschland, wo die Diskussion um Cannabis lange stark ideologisch geprägt war, könnte ein solcher Fund dazu beitragen, die Pflanze stärker als natürlichen Bestandteil der Erdgeschichte zu betrachten.
Für Cannabisclubs könnte das konkret heißen …
Für Cannabisclubs könnte das konkret heißen, dass sie künftig noch stärker auf Aufklärung und Wissensvermittlung setzen. Der Fund liefert eine spannende Geschichte, die sich gut nutzen lässt, um die kulturelle und biologische Bedeutung von Cannabis zu erklären.
Viele Cannabis Social Clubs bemühen sich bereits heute darum, Vorurteile abzubauen. Hinweise auf die uralte Geschichte der Pflanze können dabei helfen.
- Cannabis ist keine moderne Modepflanze
- Die Pflanze begleitet den Menschen seit Jahrtausenden
- Möglicherweise wuchs Cannabis sogar schon vor Millionen Jahren in Deutschland
- Das kann helfen, die gesellschaftliche Akzeptanz zu stärken
Gerade für Bildungsangebote in Cannabisclubs, Vereinen oder Fachgeschäften könnte der Fund deshalb interessant sein.
Warum ist die rechtliche Einordnung trotzdem wichtig?
Auch wenn der Fund faszinierend ist, ändert er nichts an der aktuellen Rechtslage. Cannabis bleibt weltweit in vielen Ländern weiterhin streng reguliert oder verboten. In Deutschland hat sich die Situation zwar seit 2024 deutlich verändert, von einer vollständigen Legalisierung kann jedoch noch keine Rede sein.
Der historische Nachweis einer uralten Cannabispflanze ist wissenschaftlich relevant, ersetzt aber keine sachliche Debatte über Jugendschutz, Prävention und verantwortungsvollen Umgang.
• Erwachsene dürfen seit 2024 bis zu 50 Gramm Cannabis zu Hause besitzen.
• Anbauvereinigungen und Cannabisclubs sind erlaubt.
• Der private Eigenanbau ist eingeschränkt möglich.
• Verkauf in normalen Geschäften ist weiterhin verboten.
Für eine vollständige Legalisierung von Cannabis weltweit liefert der Fund zwar keine direkte politische Begründung. Er zeigt aber, dass Cannabis eine uralte Kultur- und Nutzpflanze ist, die nicht erst in der Moderne entstanden ist.
Was sagen Kritiker zum Fund der ältesten Cannabispflanze?
Nicht alle Fachleute sind überzeugt. Einige Botaniker weisen darauf hin, dass die Blattform allein nicht ausreicht. Es gibt zahlreiche Pflanzenarten mit ähnlichen gezackten Blättern.
Kritiker fordern daher weitere Untersuchungen. Dazu gehören:
- Vergleich mit anderen Fossilien derselben Zeit
- Neue hochauflösende Scans des Blattabdrucks
- Analyse möglicher Pflanzenhaare
- Suche nach weiteren Fossilien in Sachsen-Anhalt
Offene Fragen bleiben also bestehen. Trotzdem halten viele Forschende den Fund für äußerst spannend und plausibel.
Was könnte als Nächstes untersucht werden?
Die Wissenschaftler des Museums für Naturkunde Berlin wollen das Fossil weiter analysieren. Moderne Technik könnte helfen, bisher unsichtbare Details sichtbar zu machen.
Welche Methoden könnten zum Einsatz kommen?
- 3D-Scans des Fossils
- Mikroskopische Analyse der Blattoberfläche
- Vergleich mit heutigen Cannabispflanzen
- Suche nach weiteren Fossilien in der Region Eisleben
Vielleicht tauchen in Zukunft sogar noch ältere oder besser erhaltene Pflanzenreste auf. Sollte sich der Fund bestätigen, wäre Sachsen-Anhalt weltweit einer der wichtigsten Orte für die Erforschung der Cannabisgeschichte.
Warum ist der Fund auch für Hanf und CBD relevant?
Die Gattung Cannabis umfasst nicht nur THC-haltige Sorten, sondern auch Nutzhanf und CBD-reiche Pflanzen. Deshalb betrifft der Fund die gesamte Hanfbranche.
Die Entdeckung zeigt, dass Hanfgewächse schon sehr früh existierten und möglicherweise eine größere Rolle in der Naturgeschichte spielten als bisher angenommen.
Für Unternehmen, Hanfproduzenten, CBD-Hersteller und die Cannabisbranche insgesamt ist das eine interessante Botschaft. Sie können dadurch zeigen, dass Cannabis und Hanf tief in der Geschichte verwurzelt sind.
Wo findest du den wissenschaftlichen Hintergrund?
Die ursprüngliche Pressemitteilung stammt vom Museum für Naturkunde Berlin. Dort findest du weitere Informationen und Bilder des Fossils.
Zum Fachartikel des Museums für Naturkunde Berlin
FAQ: Häufige Fragen zur ältesten Cannabispflanze
Ist der Fund bereits sicher bestätigt?
Nein. Der Blattabdruck sieht Cannabis sehr ähnlich, doch endgültige Beweise fehlen noch.
Wie alt ist das Fossil?
Nach aktueller Datierung stammt das Fossil aus dem unteren Eozän und ist etwa 48 bis 56 Millionen Jahre alt.
Wo wurde das Fossil gefunden?
Der Fund stammt aus der Nähe von Eisleben in Sachsen-Anhalt.
Warum ist der Fund so wichtig?
Weil er die bisherige Annahme infrage stellt, dass Cannabis ursprünglich nur aus Zentralasien stammt.
Gab es damals schon THC?
Das ist bislang unklar. THC wird in feinen Pflanzenhaaren gebildet, die im Fossil bisher nicht nachweisbar sind.
Fazit: Könnte Deutschland die älteste Cannabispflanze der Welt beherbergen?
Der Fund aus Sachsen-Anhalt ist einer der spannendsten Cannabisfunde der letzten Jahre. Noch ist nicht sicher, ob es sich tatsächlich um die älteste bekannte Cannabispflanze der Welt handelt. Die Ähnlichkeit zu heutigen Pflanzen ist jedoch erstaunlich.
Wenn sich der Verdacht bestätigt, müsste die Geschichte von Cannabis neu geschrieben werden. Statt Zentralasien könnte Mitteleuropa eine viel größere Rolle gespielt haben als bisher gedacht.
Egal wie die weiteren Untersuchungen ausgehen: Der Fund zeigt eindrucksvoll, wie alt, faszinierend und eng mit unserer Naturgeschichte verbunden die Gattung Cannabis ist.
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber
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