CBDonnerstag KW18/2020: Stein auf Stein – das Hanfhaus wird bald fertig sein …

Ja, ihr habt richtig gelesen, Hanfhaus. Ich habe euch am CBDonnerstag, zu dem ich euch auch heute wieder herzlich begrüßen möchte, definitiv schon einige eigenwillige Verwendungsmöglichkeiten des Hanfs präsentiert. Vielleicht kann ich das heute sogar toppen… Warum um Himmels willen sollte man sein Haus aus Hanf bauen? Nun, Nachhaltigkeit und Ökohäuser sind große Themen, auch in der Bauwirtschaft. Möglichst schonend mit den vorhandenen Ressourcen umgehen natürlich ebenfalls.

Warum ist Hanf als Baumaterial so besonders?

Mal ehrlich, frisch der Schule entkommen und auf der Suche nach dem ersten eigenen Wohnsitz ist die Stadt natürlich verlockend. Bessere Jobangebote, mehr Freizeitangebote, coole Konzerte, Öffis rund um die Uhr. Bis einem irgendwann das Ein Zimmer-Appartement zu eng wird, aber eine größere Wohnung zu teuer, man feststellt, dass die Luftqualität grundsätzlich grottig ist und Lärm und Hektik ihr Übriges tun. An der Stelle denkt man an das Eigenheim im Grünen, manche an einen weißen Gartenzaun (warum, ist mir unerklärlich, der ist doch immer schmutzig…). Doch ist das heutzutage noch erstrebenswert? Mit einem so umweltfreundlichen Baumaterial wie Hanf definitiv ja!

Bereits Kolumbus wusste zu schätzen, dass Hanf hervorragende feuchtigkeits- und temperaturregulierende Eigenschaften besitzt. Außerdem sind Hanfmaterialien extra resistent gegenüber Feuer, Insekten und Fäulnis und zudem langlebig und robust. Kolumbus hat damit zwar nicht gebaut, aber seine Segel und Taue aus Hanf anfertigen lassen. Fast jedes Material, das zum Hausbau benötigt wird, kann aus Hanf hergestellt werden: Bodenplatten, Ziegel, Putz, Dämmwolle…


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Leider hat in Deutschland Hausbau mit Hanf trotz der hervorragenden Eigenschaften noch keine große Bedeutung. Frankreich, Belgien und vor allem Großbritannien sind in der Entwicklung bereits deutlich weiter: In Großbritannien wurde eine Lagerhalle für eine Bierbrauerei aus Ziegeln gebaut, die Hanf, Kalk und Zement enthalten. Die hervorragende Dämmwirkung sorgt dafür, dass das Gebäude auch an heißen Tagen ausreichend gekühlt wird und keine Klimaanlage benötigt wird. Hanfwände können Hitze speichern und sich selbst kühlen und sorgen so für eine Energieersparnis um satte 50 bis 70 %!

In vielen Wohnungen ist es ein leidiges Thema: Schimmelbefall. Das ist in Hanfhäusern üblicherweise kein Thema. Grund dafür ist das Feuchtigkeitsverhalten, welches auf das Kapillarsystem der Hanfpflanze zurückzuführen ist. Die Wand aus Hanfbeton nimmt die entstehende Feuchtigkeit nicht auf, sondern absorbiert sie. So setzt sich kein Wasser an der Oberfläche fest und Schimmelbefall wird vermieden. Vor allem in Badezimmern ohne Fenster wäre dieser Baustoff sehr empfehlenswert.

Hanfbeton absorbiert allerdings nicht nur Feuchtigkeit, sondern auch Lärm! Somit ist ein funktionierender Schallschutz gleich integriert. Das bezieht sich sowohl auf den Schallschutz bei Außenlärm, als auch bei Lärmentwicklung im Innenraum.

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Stein auf Stein – das Hanfhaus wird bald fertig sein …

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Was ist Hanfbeton?

Im Hanfbeton landen nicht die bekannten Hanfblätter, sondern Hanfschäben. Dabei handelt es sich um holzige Teile des Pflanzenstängels, es ist ein Nebenprodukt der Faserproduktion. Diese Schäben werden mit Kalk und Wasser gemischt und das Ergebnis kann in Wände oder Fundamente gegossen werden. Die Mischung hat nur 1/6 des Gewichtes der gleichen Menge an herkömmlichem Beton. Das ist natürlich auch beim Transport optimal. Hanfbeton härtet auch im Laufe der Zeit durch Wind und Wetter noch nach. Und das macht Hanfbeton aber in keinster Weise unflexibler, im Gegenteil: Hanfbeton ist bis zu 3 Mal biegsamer, hält somit Erdbeben etc. besser stand und benötigt nicht einmal Dehnungsfugen.

Nicht nur für uns, auch für die Umwelt hat Hanfbeton eine Menge Vorteile zu bieten. Dass Hanf schnell nachwächst (in 4 Monaten kann geerntet werden) und unkompliziert anzubauen ist, spricht schon einmal dafür. Für den Nutzhanfanbau braucht es keine Pestizide, die Anbaukosten sind vergleichsweise überschaubar. Auch die Herstellung des Hanfbetons punktet mit einer besseren Energiebilanz.

Wird ein Gebäude aus Hanfbeton abgerissen, so ist dieser Baustoff aufgrund der enthaltenen natürlichen Stoffe vollständig biologisch abbaubar. Durchschnittlich wird ein Haus in der EU 30 bis 50 Jahre genutzt. Danach wird es abgerissen und gilt als Sondermüll, weil die Baumaterialien nicht mehr getrennt werden können bzw. es zu aufwändig ist, diese zu trennen.

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Stein auf Stein – das Hanfhaus wird bald fertig sein …

Was ist der Nachteil an Hanf als Baustoff?

Hanfbeton erreicht erst nach einiger Zeit die erforderliche Tragfähigkeit, kann also nicht Dächer oder mehrstöckige Gebäude tragen. Dazu braucht es ein Grundgerüst aus Holz, herkömmlichem Beton oder Stahl. Der Vorteil ist wiederum, dass Hanf sich problemlos mit allen diffusionsoffenen Baustoffen verbinden lässt.

Ein weiterer Nachteil und definitiv der Hauptgrund dafür, warum sich nicht mehr Bauherren für den Baustoff Hanf entscheiden, ist der Preis. Dämmstoffe aus Hanf schlagen mit 10 bis 27 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Solange beispielsweise Styropor trotz katastrophaler Energiebilanz noch um so vieles günstiger ist, wird es als Dämmstoff vom nachhaltigen Hanf nicht abgelöst werden.

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Wofür kann Hanf als Baustoff eingesetzt werden?

Die Verwendungsmöglichkeiten für Hanf als Baustoff sind extrem vielfältig:

• Außenwände,
• bei bestehenden Bauwerden Innendämmung und Vollwärmeschutz,
• Isolationsmauern,
• Vollwärmeschutz bei Neubauten,
• Unterfußbodendämmung,
• Sanieren von Altbauten.

Hanf als Dämmstoff

Hanfdämmung als Wärme- und Schallschutz ist als Vlies, Filz, Platten und Matten erhältlich. Für spezielle Aufgaben wie die Hohlraumdämmung werden auch einzelne Fasern in Form von Stopfhanf verwendet. Durch die Zugabe von Borsalzen erreicht das Dämmmaterial aus Hanf Brandschutzklasse E. Durch die Zugabe von Polyesterfasern, Jute oder Maisstärke wird eine höhere Stabilität erreicht.

Die gute Feuchtigkeitsbalance des Hanfdämmmaterials ist ein weiterer großer Vorteil, weshalb es auch sehr beliebt ist in der Altbausanierung und bei der Wärmedämmung von denkmalgeschützten Gebäuden.

Da das Material sehr flexibel ist, eignet es sich auch optimal für die Zwischen- und Untersparrendämmung bei der Dachdämmung.

Hanf – der Baustoff der Zukunft

Bei allen Vorteilen ist Hanf momentan leider hauptsächlich für Bauherren geeignet, die auf der Suche nach einer ökologisch sinnvollen Umsetzung ihres Bauvorhabens sind. Von einer kostengünstigen Lösung kann noch keine Rede sein, was für viele ein Ausschlusskriterium darstellt. Es bleibt zu hoffen, dass die Braubranche die Augen öffnet und den praktischen und umweltfreundlichen Hanfbaustoffen eine Chance gibt. Wenn die entsprechende Nachfrage da ist, werden auch die Kosten für die Produktion sinken. Und dann kann der Traum vom nachhaltigen Ökohaus für alle Interessierten wahr werden. Übrigens: Wen die Größe eines herkömmlichen Hauses abschreckt, der sollte sich mit „tiny houses“ näher befassen. Der Trend zum kleinen Lebensraum scheint sich auch bei uns immer mehr zu etablieren….

Stein auf Stein - das Hanfhaus wird bald fertig sein ...
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Autorin: CBDoris

Wer ist CBDoris?
• Freiberufliche Texterin, Bloggerin und Autorin aus Österreich, Jahrgang 1980
• seit 2016 Inhaberin der Tiroler Textschmiede
• Metalhead, der auch mit Blues und Jazz was anfangen kann
• aktuelle Lieblingsbands: Warkings, Powerwolf, Amorphis, Ex Deo
• geht nie mit unlackierten Nägeln aus dem Haus
• verschlingt leidenschaftlich Thriller und Gummibärchen
• wäre manchmal gerne Alpaka-Hirtin in Peru

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