Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?

Hanf gilt für viele Menschen als modernes Superfood, doch die Nutzung der Pflanze als Lebensmittel reicht tatsächlich viele Jahrhunderte zurück. Genau deshalb wird bis heute kontrovers diskutiert, ob Hanfprodukte wirklich unter die sogenannte Novel Food Verordnung fallen. Während Hanfsamen und bestimmte Pflanzenteile traditionell konsumiert wurden, stehen insbesondere CBD Extrakte und Blüten rechtlich weiterhin im Fokus der Behörden.

Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?

Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?
Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?
Produkt Traditionelle Nutzung Novel Food Risiko
Hanfsamen Seit Jahrhunderten als Lebensmittel bekannt Gering
Hanföl Traditionell genutzt Gering
Hanfblätter Teilweise historische Nutzung Mittel
CBD Extrakte Moderne Verarbeitung Hoch
CBD Nahrungsergänzungsmittel Vor 1997 kaum dokumentiert Hoch

Was bedeutet die Novel Food Verordnung überhaupt?

Die Novel Food Verordnung wurde geschaffen, um Verbraucher vor Lebensmitteln zu schützen, die bislang kaum untersucht wurden oder für die keine ausreichenden Erfahrungen zum Verzehr existieren.

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob ein Produkt bereits vor dem 15. Mai 1997 in nennenswertem Umfang innerhalb der Europäischen Union konsumiert wurde. Falls das nicht nachweisbar ist, kann eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel erforderlich werden.

Eigentlich klingt das logisch. Verbraucher sollen geschützt werden. Problematisch wird es allerdings, wenn jahrhundertealte Nutzpflanzen plötzlich wie neue Erfindungen behandelt werden.

Faktenbox: Hanf und Novel Food auf einen Blick

  • Hanfsamen werden seit Jahrhunderten als Lebensmittel genutzt
  • Die EU Novel Food Verordnung gilt für neuartige Lebensmittel
  • Stichtag der Verordnung ist der 15. Mai 1997
  • CBD Extrakte werden häufig als Novel Food eingestuft
  • Traditionelle Hanfgerichte existierten bereits im Mittelalter
  • Hanf wurde früher für Suppen, Brei, Käse und Öl verwendet

Warum ist Hanf überhaupt betroffen?

Die Hanfpflanze selbst ist uralt. Dennoch unterscheiden Behörden oft zwischen traditionellen Hanfbestandteilen und modernen Extrakten.

Besonders kritisch betrachtet werden:

  • CBD Extrakte
  • isolierte Cannabinoide
  • hochkonzentrierte Nahrungsergänzungsmittel
  • bestimmte Blütenprodukte

Hanfsamen und klassisches Hanföl gelten dagegen in vielen Fällen als traditionelle Lebensmittel.

Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?
Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?

Warum sorgt Hanf als Novel Food bis heute für Diskussionen?

Der Konflikt entsteht vor allem durch die unterschiedliche Auslegung innerhalb Europas. Während manche Behörden Hanfprodukte vergleichsweise liberal betrachten, gehen andere deutlich strenger vor.

Vor allem Unternehmer der Hanfbranche stehen dadurch häufig vor schwierigen Herausforderungen:

  • komplizierte Zulassungsverfahren
  • hohe Kosten
  • unsichere Rechtslage
  • unterschiedliche Behördenmeinungen
  • Risiko von Verkaufsstopps

Für kleine Unternehmen kann das schnell existenzbedrohend werden.

Besonders problematisch ist dabei, dass historische Nachweise oft schwer zu erbringen sind. Wer heute belegen möchte, dass ein bestimmtes Hanfprodukt bereits vor Jahrzehnten oder Jahrhunderten konsumiert wurde, muss teilweise tief in alte Archive, Kochbücher oder historische Dokumente eintauchen.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Wurde Hanf wirklich schon im Mittelalter gegessen?

Ja, und genau das macht die gesamte Diskussion so spannend. Historische Quellen zeigen eindeutig, dass Hanf in Europa seit vielen Jahrhunderten als Lebensmittel genutzt wurde.

Besonders interessant sind alte Rezeptbücher aus Österreich und Italien, die Hanfgerichte dokumentieren.

Diese historischen Quellen belegen unter anderem:

  • Hanfsuppen
  • Hanfbrei
  • Hanfquark
  • Hanfkäse
  • Hanfmus

Die Nutzung der Pflanze war also keineswegs ungewöhnlich.

Welche historischen Quellen gibt es?

Mehrere alte Kochbücher und handschriftliche Sammlungen gelten heute als wichtige Hinweise auf die traditionelle Nutzung von Hanf als Lebensmittel.

Dazu gehören unter anderem Werke aus:

  • dem 14. Jahrhundert
  • dem 15. Jahrhundert
  • Klosterküchen in Österreich
  • italienischen Rezeptbüchern

Einige dieser historischen Dokumente befinden sich heute sogar in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien.

Historischer FaktIm Mittelalter galt Hanf nicht nur als Nutzpflanze für Seile und Textilien. Auch in der Küche spielte die Pflanze eine Rolle. Besonders Hanfsamen wurden für Breie, Suppen und einfache Speisen verwendet.

Gab es wirklich Hanfsuppe im Mittelalter?

Tatsächlich ja. Alte Rezepttexte beschreiben detailliert, wie Hanfsuppe zubereitet wurde.

„Wildu machen ein hamff suppen….“

Die damaligen Rezepte wirken aus heutiger Sicht ungewöhnlich, zeigen aber klar, dass Hanf Teil der alltäglichen Ernährung war.

Beschrieben wird unter anderem:

  1. Hanf zerstampfen
  2. durch ein Sieb drücken
  3. in einer Pfanne kochen
  4. zu Mus verarbeiten
  5. mit Honig und Gewürzen verfeinern

Teilweise wurde die Suppe zusätzlich mit Wein, Äpfeln, Brot oder Zwiebeln ergänzt.

Wie könnte eine moderne Hanfsuppe aussehen?

Historische Rezepte lassen sich natürlich modern interpretieren. Eine einfache Hanfsuppe kann beispielsweise folgende Zutaten enthalten:

  • Hanfsamen
  • Gemüsebrühe
  • Erbsen
  • Mandeln
  • Gewürze
  • Kräuter

Damit zeigt sich erneut, dass Hanf keineswegs eine neue Modeerscheinung ist.

War auch Hanfkäse früher bekannt?

Ja. Alte Rezeptbücher erwähnen sogar hanfbasierte Quark und Käsevarianten.

Klosterküchen nutzten Hanfsamen offenbar vielseitig. Dabei wurden die Samen zerstoßen, gekocht und anschließend zu quarkähnlichen Speisen verarbeitet.

Interessant ist vor allem, dass diese historischen Rezepte zeigen:

  • Hanf war verfügbar
  • Hanf wurde verarbeitet
  • Hanf wurde regelmäßig gegessen
  • die Pflanze galt als normales Lebensmittel

Das widerspricht zumindest teilweise der Vorstellung, Hanf sei in Europa ein völlig neuartiges Lebensmittel.

CBDonnerstag KW14/2020: Hanf – Novel Food oder Nahrungsmittel mit jahrhundertealter Tradition?
CBDonnerstag KW14/2020: Hanf – Novel Food oder Nahrungsmittel mit jahrhundertealter Tradition?

Warum unterscheiden Behörden zwischen Hanfsamen und CBD?

Hier liegt einer der wichtigsten Punkte der gesamten Debatte.

Traditionelle Hanflebensmittel basieren meist auf:

  • Hanfsamen
  • Hanföl
  • gemahlenen Samen
  • einfachen Pflanzenteilen

CBD Extrakte entstehen dagegen häufig durch moderne Extraktionsverfahren. Genau deshalb argumentieren Behörden, dass solche Produkte nicht automatisch mit historischen Hanfspeisen vergleichbar seien.

Was ist der Unterschied zwischen traditionellem Hanf und modernen Extrakten?

Traditioneller Hanf Moderne CBD Produkte
natürliche Samen konzentrierte Extrakte
klassische Lebensmittel Nahrungsergänzungsmittel
historisch dokumentiert moderne Herstellungsverfahren
geringe Verarbeitung starke Verarbeitung

Genau deshalb betrachten Behörden viele CBD Produkte separat.

Welche Rolle spielt die Hanfindustrie in der Novel Food Debatte?

Die europäische Hanfindustrie kritisiert seit Jahren, dass Hanfprodukte teilweise unnötig streng reguliert werden.

Vertreter der Branche argumentieren:

  • Hanf sei historisch etabliert
  • die Pflanze werde seit Jahrhunderten genutzt
  • viele Produkte seien nicht neuartig
  • die Regulierung schade kleinen Unternehmen

Gleichzeitig fordern Behörden mehr Sicherheitsdaten für bestimmte Extrakte und hochkonzentrierte Cannabinoidprodukte.

Die Wahrheit liegt vermutlich irgendwo dazwischen.

Ist Hanf heute ein echtes Superfood?

Der Begriff Superfood ist rechtlich nicht geschützt und wird häufig im Marketing verwendet. Trotzdem besitzen Hanfsamen interessante ernährungsphysiologische Eigenschaften.

Sie enthalten unter anderem:

  • pflanzliches Eiweiß
  • Ballaststoffe
  • mehrfach ungesättigte Fettsäuren
  • Mineralstoffe

Allerdings dürfen in der EU keine unzulässigen Gesundheitsversprechen gemacht werden.

Deshalb sollte man Hanfprodukte weder als Wundermittel noch als medizinische Lösung darstellen.

Wichtige EinordnungHanflebensmittel können Teil einer abwechslungsreichen Ernährung sein. Aussagen über konkrete gesundheitliche Wirkungen sind jedoch nur zulässig, wenn sie den EU Health Claims entsprechen.

Wie sieht die rechtliche Lage bei Hanfprodukten aktuell aus?

Die rechtliche Situation bleibt weiterhin komplex.

Während klassische Hanfsamenprodukte meist problemlos verkauft werden können, sieht es bei CBD Produkten oft anders aus.

Wichtige Faktoren sind:

  • Herstellungsverfahren
  • Zusammensetzung
  • Cannabinoidgehalt
  • Produktart
  • Verwendungszweck

Je nach Land können Behörden unterschiedlich entscheiden.

Warum ist die Rechtslage in Europa uneinheitlich?

Die Novel Food Verordnung gilt zwar europaweit, doch einzelne Staaten interpretieren bestimmte Details unterschiedlich.

Dadurch entstehen Probleme für:

  • Hersteller
  • Shops
  • Importeure
  • Verbraucher

Ein Produkt kann in einem Land problemlos verkauft werden, während es in einem anderen kritisch geprüft wird.

Was bedeutet das für Verbraucher?

Für Verbraucher bedeutet die Situation vor allem eines: genau hinschauen.

Wichtige Punkte beim Kauf von Hanfprodukten:

  • seriöse Hersteller wählen
  • Laboranalysen beachten
  • rechtliche Hinweise prüfen
  • realistische Erwartungen haben
  • keine Wunderwirkungen erwarten

Gerade im Internet kursieren viele übertriebene Aussagen rund um CBD und Hanfprodukte.

Deshalb lohnt sich ein kritischer Blick auf Werbung und Marketing.

Kann man Hanf wirklich als traditionelles Lebensmittel bezeichnen?

Historisch betrachtet spricht vieles dafür. Zahlreiche Quellen belegen, dass Hanf in Europa seit Jahrhunderten genutzt wurde.

Allerdings muss man unterscheiden zwischen:

  • klassischen Hanflebensmitteln
  • modernen Extrakten
  • hochkonzentrierten CBD Produkten

Genau an diesem Punkt entzündet sich bis heute die Debatte rund um Novel Food.

FAQ: Häufige Fragen zu Hanf und Novel Food

Ist Hanf offiziell Novel Food?

Nicht pauschal. Hanfsamen gelten meist als traditionelle Lebensmittel. Bei CBD Extrakten sieht die Lage deutlich komplizierter aus.

Warum gilt CBD oft als Novel Food?

Weil hochkonzentrierte CBD Extrakte vor 1997 laut Behörden nicht ausreichend dokumentiert konsumiert wurden.

Sind Hanfsamen legal?

Ja, Hanfsamen und viele daraus hergestellte Lebensmittel sind in Deutschland und der EU grundsätzlich legal erhältlich.

Gab es Hanfgerichte wirklich schon im Mittelalter?

Ja. Historische Kochbücher und Klosterrezepte belegen die Nutzung von Hanf als Lebensmittel.

Ist Hanf ein Superfood?

Der Begriff Superfood ist kein offizieller wissenschaftlicher Begriff. Hanfsamen enthalten jedoch Eiweiß, Fettsäuren und weitere Nährstoffe.

Fazit: Ist Hanf Novel Food oder traditionelles Lebensmittel?

Die Diskussion rund um Hanf und Novel Food zeigt, wie kompliziert moderne Lebensmittelregulierung sein kann. Einerseits existieren zahlreiche historische Hinweise darauf, dass Hanf seit Jahrhunderten als Lebensmittel genutzt wurde. Andererseits unterscheiden Behörden heute zwischen traditionellen Pflanzenteilen und modernen Extrakten wie CBD.

Fest steht: Hanf ist keineswegs eine neue Erfindung unserer Zeit. Die Pflanze begleitet die Menschheit bereits seit vielen Jahrhunderten und spielte sowohl in der Küche als auch im Alltag eine bedeutende Rolle.

Auch künftig dürfte die rechtliche Entwicklung rund um Hanfprodukte spannend bleiben.


Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Aussagen zu möglichen Wirkungen von Hanf oder CBD beziehen sich nicht auf Heilversprechen. Bei gesundheitlichen Fragen solltest du medizinisches Fachpersonal konsultieren.


Über den Autor:
Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


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