Kräuterbeet: Kräuter sind Alleskönner – Kräuteranbau im eigenen Garten

Das Kräuterbeet: Kräuter sind faszinierende Alleskönner – ob als Verfeinerung im Essen, als duftender Badezusatz oder heilender Tee. Seit vielen Jahrhunderten haben Kräuter einen festen Platz in der Küche. Was in Klostergärten Tradition ist, lebt in Privathaushalten wieder auf: Der eigene Kräuteranbau. Egal ob ein großer, sonniger Garten hinter dem Haus wartet oder nur eine Fensterbank mit ein paar Töpfen bestückt werden kann – Kräuter sind kinderleicht zu ziehen und mit ein paar Tipps auch einfach zu pflegen.

Kräuter Der Weg zum eigenen Kräuterbeet

Kräuterbeet: Kräuter sind Alleskönner - Kräuteranbau im eigenen Garten
Kräuterbeet: Kräuter sind Alleskönner – Kräuteranbau im eigenen Garten

Kräuterbeet – Einjährig oder mehrjährig?

Zunächst unterscheidet man einjährige, zweijährige und mehrjährige Kräuter. Während einjährige Kräuter nach dem Ausbilden von Blättern, Trieben, Blüten und Samen nach einem Jahr absterben und entfernt werden müssen, durchlaufen zweijährige Kräuter diesen Prozess langsamer. Im ersten Jahr bilden sich Blätter und Triebe aus und erst im zweiten Jahr folgen Blüten und Samen. Mehrjährige Pflanzen hingegen liefern Jahr für Jahr Ernte und wachsen stetig weiter.



Der Boden

Je nach Bedürfnis der Pflanze sollte der Boden entweder sandig, humos oder lehmig sein. Welche Erde vorhanden ist, lässt sich über einen einfachen Test herausfinden. Kann man aus einer Hand voll Erde eine feste Rolle formen, die nicht wieder auseinander fällt, handelt es sich um Lehm- bzw. Tonboden. Humoser Boden ist vorhanden, wenn man eine lockere Kugel formen kann, welche nicht ganz so fest hält wie die Lehmrolle. Sandiger Boden ist daran zu erkennen, dass sich aus dem krümeligen Untergrund rein gar nichts formen lässt: Die Erde fällt direkt wieder auseinander. Dieser Boden ist dann auch sehr durchlässig.

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Kräuterbeet – Der Standort

Die meisten Kräuter wenden ihr Gesicht gerne der Sonne zu. So gedeihen mediterrane Gewürze wie Thymian, Rosmarin und Lavendel nur an einem sehr sonnigen Standort. Dort können sie auch ihr Aroma am besten entfalten. Aber auch für halbschattige oder schattige Plätzchen findet sich jede Menge Kraut. So mögen Bärlauch, Meerrettich und Pfefferminze es dunkel, Zitronenmelisse und Schnittlauch wachsen im Halbschatten gut heran.

Die Verwendung

Sind die Kräuter erst einmal geerntet, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. So können sie zum Beispiel aufgehängt und getrocknet werden. Anschließend zerbröselt bewahrt man sie in luftdichten Dosen auf und hat jeder Zeit leckeren, selbstgemachten Tee im Haus. Hierfür eignen sich neben den bekannten Sorten wie Pfefferminze oder Zitronenmelisse auch Heilkräuter wie Spitzwegerich, der schleimlösend wirkt sowie Frauenmantel, der bei Menstruationsbeschwerden hilft.

Badezusätze lassen sich ebenso herstellen wie Kräuterliköre und -essige. Frische Kräuter lassen sich übrigens gut mit Wasser zusammen in Eiswürfelformen einfrieren – so hat man auch in kräuterarmen Zeiten frisches Aroma für's Lieblingsessen.

Je nach Standort, Boden und Verwendungszweck bietet sich also eine Vielzahl an Kräutern, die zum Experimentieren und Genießen einlädt. Über viel Sonne freuen sich neben den oben genannten mediterranen Vertretern auch andere beliebte Pflanzen wie Basilikum, Dill und Fenchel, Kamille und Kapuzinerkresse. Gartenkresse, Ringelblume und Petersilie akzeptieren gut und gerne halbschattige Beete; ebenso Lorbeer, Rainfarn und Brennnessel. Letztere ist nämlich weit mehr als piksendes Unkraut – in ihrem Geschmack ähnelt sie als Suppe oder Salat verzehrt dem Spinat, als Tee wirkt sie entwässernd. Für den perfekten Start stellen wir hier nun noch jeweils einen Vertreter der ein-, zwei- und mehrjährigen Pflänzchen vor.

Kräuterbeet: Kräuter sind Alleskönner - Kräuteranbau im eigenen Garten
Kräuterbeet: Kräuter sind Alleskönner – Kräuteranbau im eigenen Garten

Kamille – wohltuende Heilpflanze

Die einjährige Kamille ist ein sehr traditionsreiches Kraut. Mit ihren gelbweißen Korbblüten sehen Kamillenpflanzen aus wie zu groß geratene Gänseblümchen, sind aber an ihren charakteristischen Blättern gut zu identifizieren. Sie bevorzugen trockenen, nährstoffarmen Boden und werden am besten im Spätsommer direkt ins Beet gesät. Der Samen darf nur leicht mit Erde bedeckt werden, da es sich um Lichtkeimer handelt. Ein Tee aus Kamillenblüten entspannt, hilft bei Magen-Darm-Beschwerden und Erkältung.

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Petersilie – der Küchenstandard

Die Petersilie wird in deutschen Küchen sehr gerne eingesetzt. Ob mit krausen oder glatten Blättern – sie verleiht Salaten, Suppen und Kartoffelgerichten den letzten Schliff. Petersilie benötigt humosen, nährstoffreichen Boden und bildet im zweiten Standjahr gelbe Doldenblüten aus. Sie lässt sich bereits ab Ende April ins Freie setzen und sollte gleichmäßig feucht gehalten werden. Petersilie freut sich über sonnige ebenso wie über halbschattige Orte.

Kräuterbeet: Kräuter sind Alleskönner - Kräuteranbau im eigenen Garten
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Bärlauch – mehrjähriger Genuss

Der Bärlauch ähnelt in seinem Geschmack seinem Verwandten, dem Knoblauch, und fühlt sich sowohl an sonnigen als auch an schattigen Standorten wohl. Die Pflanze mit den spitz zulaufenden Blättern bildet im Mai schöne weiße Blütensterne aus, wodurch man sie auch gerne mal mit dem Maiglöckchen verwechseln kann. Im März ausgesät gedeiht der Bärlauch in humosem, kalkhaltigem Boden sehr gut. Er lässt sich wunderbar für Pesto, Suppen und Soßen verwenden und gibt jedem Essen eine feine Knoblauchnote.

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AutorIn: Krauter Waldheim

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