Die National Football League (NFL) hat ihre Richtlinien für den Umgang mit Cannabis aktualisiert. Strafen wurden reduziert, THC-Grenzwerte erhöht – ein bedeutender Schritt in Richtung Entkriminalisierung.
Die Entwicklung der Cannabis-Politik in der NFL
Vor etwa vier Jahren hatte die NFL beschlossen, Spieler nicht mehr wegen des Konsums von Cannabis oder anderen Substanzen zu suspendieren. Diese Entscheidung war Teil eines Tarifvertrags, der eine neue Richtung im Umgang mit Substanzen einleitete.
Erhöhung des THC-Grenzwerts
Mit den neuen Richtlinien steigt der THC-Grenzwert für einen positiven Drogentest von 150 ng/ml auf 350 ng/ml. Die NFL Players Association (NFLPA) gab diese bedeutende Änderung in einer Übersicht der neuen Regelungen bekannt.
Reduzierte Strafen für Spieler
Die Strafen für positive Drogentests wurden deutlich gesenkt:
- Erster Verstoß: 15.000 US-Dollar Strafe, statt einem halben Spielgehalt.
- Zweiter Verstoß: 20.000 US-Dollar Strafe.
- Dritter Verstoß: Verlust eines vollen Spielgehalts.
- Vierter Verstoß: Verlust von zwei Spielgehältern.
Auch für verpasste Tests wurden die Strafen reduziert. Zusätzlich werden Teams nur noch allgemein über Verstöße informiert, ohne Details zu der nachgewiesenen Substanz preiszugeben.
Reset der Testergebnisse
Positive Testergebnisse werden nicht mehr kumulativ gezählt. Nach einem Jahr wird die Zählung der Verstöße zurückgesetzt, was den Spielern eine zweite Chance bietet.
Widersprüchliche Haltung der NFL
Trotz der Reformen bleibt die Haltung der NFL zu Cannabis zwiespältig. In einem Gerichtsverfahren argumentierte die Liga, dass der Konsum von Cannabis zu Verletzungen, schlechter Leistung und der Entfremdung der Fans führen könne.
Investitionen in Cannabinoid-Forschung
Gleichzeitig investiert die NFL in die Erforschung von CBD als alternative Schmerztherapie. Studien konzentrieren sich auf die Behandlung von Schmerzen und den Schutz vor Gehirnerschütterungen. Bereits 2022 hatte die Liga zwei Informationsforen zu CBD veranstaltet.
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Cannabis in anderen Sportligen
Auch andere Sportorganisationen haben ihre Richtlinien angepasst, um den gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden.
NBA und MLB: Vorreiter in der Entkriminalisierung
Die NBA hat Cannabis von ihrer Liste verbotener Substanzen gestrichen und erlaubt Spielern Investitionen in Cannabis-Marken. Die MLB ging eine Partnerschaft mit Charlotte’s Web Holdings ein, um CBD als offizielles Produkt der Liga zu etablieren.
UFC und NCAA
Die UFC hat Cannabis aus ihrer Liste verbotener Substanzen entfernt, während die NCAA kürzlich ähnliche Schritte für Division-I-Spieler unternommen hat.
Internationale Perspektive: WADA und die Debatte
Während viele Organisationen Fortschritte bei der Cannabis-Legalisierung machen, hält die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) an ihrem Verbot fest. Dies führte zu Kontroversen, wie im Fall der Läuferin Sha’Carri Richardson, die aufgrund eines positiven THC-Tests von den Olympischen Spielen ausgeschlossen wurde.
Kritik an der WADA-Politik
Die US-Anti-Doping-Agentur (USADA) forderte zusammen mit dem Weißen Haus eine Überarbeitung der WADA-Richtlinien. Experten betonten, dass Cannabis keine leistungssteigernden Vorteile bietet.
Fortschritte mit Herausforderungen
Die NFL und andere Sportorganisationen bewegen sich in Richtung einer liberaleren Cannabis-Politik. Dennoch bleiben Herausforderungen und widersprüchliche Ansichten bestehen. Die Reformen markieren jedoch einen bedeutenden Schritt in Richtung Entkriminalisierung und Akzeptanz.
Quelle / Infos: https://www.marijuanamoment.net/nfl-adopts-new-marijuana-policy-for-players-reducing-fines-and-increasing-thc-limit-for-drug-tests/
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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele
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