Sucht- und Cannabisprävention in Schulen

Am 19. November 2024 lud der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Burkhard Blienert, rund 130 Expertinnen und Experten nach Berlin ein.

Schulen als zentrale Akteure in der Suchtprävention

Sucht- und Cannabisprävention in Schulen
Sucht- und Cannabisprävention in Schulen

Ziel der Veranstaltung war es, die Rolle von Schulen in der neuen Cannabispolitik zu beleuchten und Maßnahmen für eine wirksame Suchtprävention zu diskutieren. Vertreterinnen und Vertreter aus Schulen, Präventionsstellen, Bildungsbehörden und Sozialversicherungsträgern tauschten sich über folgende Fragen aus: Welche Auswirkungen hat das Konsumcannabisgesetz auf Schulen? Wie kann Suchtprävention im Schulalltag integriert werden? Und wie unterstützt der Bund die Schulen bei dieser Aufgabe?

Burkhard Blienert: „Die Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch der Begegnung. Wichtig ist, dass im verdichteten Schulalltag neben den klassischen Unterrichtsfächern noch Raum bleibt für die zentralen Lebenskompetenzen. Schulen können eine Schlüsselfunktion bei der Suchtprävention einnehmen und den Jugendlichen wichtige Informationen bereitstellen. Dazu gehört ein aufgeklärter und kritischer Umgang mit Alkohol, Cannabis, Nikotin und Glücksspiel. Die Kompetenz, Nein zu sagen, muss erlernt werden. Weil Schulen heute aber viel abverlangt wird, geht es darum, sie auf diesem Weg bestmöglich zu unterstützen. Wir haben gemeinsam mit der BZgA und anderen Anbietern in den letzten Jahren viel getan, um den Schulen evidenzbasierte Angebote zur Verfügung zu stellen. Diese Konferenz ist einer von mehreren Schritten, die Schulen auf ihrem Weg zur Stärkung der Suchtprävention zu begleiten.“

Burkhard Blienert: Schulen als Schlüsselakteure der Prävention

Der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert betonte in seiner Eröffnungsrede die zentrale Rolle von Schulen:

„Schulen sind nicht nur Lernorte, sondern auch wichtige Begegnungsstätten. Neben den klassischen Unterrichtsinhalten müssen wir den Erwerb von Lebenskompetenzen fördern. Jugendliche müssen lernen, mit Suchtmitteln wie Alkohol, Cannabis und Nikotin kritisch umzugehen und auch Nein sagen zu können.“

Um Schulen bei dieser Aufgabe zu unterstützen, hat die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Vielzahl von evidenzbasierten Programmen und Materialien entwickelt. Diese Veranstaltung sei Teil eines fortlaufenden Prozesses, Schulen bei der Stärkung ihrer Präventionsarbeit zu begleiten.

Steigende Konsumzahlen verdeutlichen den Handlungsbedarf

Die aktuellen Zahlen der BZgA aus dem Jahr 2023 zeigen die Dringlichkeit der Suchtprävention: 8,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen haben bereits Cannabis konsumiert, bei den 18- bis 25-Jährigen liegt dieser Wert bei 47,2 Prozent. Auch Alkohol und Nikotin spielen weiterhin eine bedeutende Rolle. Angesichts dieser Entwicklungen und der Einführung des Konsumcannabisgesetzes ist eine intensivere Aufklärungsarbeit dringend notwendig.

Evidenzbasierte Unterstützung durch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Dr. Johannes Nießen, kommissarischer Leiter der BZgA, hob die umfangreichen Angebote seiner Organisation hervor:

„Wir stellen Lehrkräften und Fachkräften kostenfreie Materialien und Programme zur Verfügung, um Präventionsarbeit direkt an Schulen umzusetzen. Unsere Plattformen infos-cannabis.de und cannabispraevention.de bieten zahlreiche Materialien für den Unterricht.“

Zu den Angeboten zählen Workshops wie „Cannabis – Quo vadis“ oder der „Grüne Koffer“. Darüber hinaus unterstützt die BZgA Schulen mit digitalen Fortbildungen für Fachkräfte sowie Elternabenden zur Cannabisprävention. Ziel ist es, die Präventionsarbeit langfristig und nachhaltig zu stärken.


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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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Präventionsarbeit als Chance für eine gesunde Schulkultur

Maximilian von Heyden, Vorstandsvorsitzender des FINDER e.V., sieht in der Cannabisregulierung eine Gelegenheit, die Gesundheitsförderung an Schulen grundsätzlich zu verbessern: „Prävention sollte strukturell in den Schulalltag eingebunden werden. Ein gesundes Lernumfeld fördert nicht nur die Gesundheit, sondern auch den schulischen Erfolg.“

Dabei sei es wichtig, alle Beteiligten – von Lehrkräften und Schulsozialarbeit über Eltern bis hin zu den Jugendlichen selbst – aktiv einzubeziehen. Nur durch die Verbindung wissenschaftlicher Erkenntnisse mit den praktischen Erfahrungen vor Ort könne eine nachhaltige Präventionskultur entstehen.

Praktische Hilfestellungen für Schulen

Im Rahmen der Veranstaltung präsentierten verschiedene Präventionsprojekte ihre Ansätze auf einem „Markt der Möglichkeiten“. Die Teilnehmenden hatten Gelegenheit, sich über die neuesten Programme und Materialien zu informieren. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen soll ein Praxisleitfaden entwickelt werden, der Schulen konkrete Schritte zur Umsetzung evidenzbasierter Suchtprävention aufzeigt.

Nationale Präventionsinitiative: Ein gemeinsamer Weg zu mehr Gesundheit

Die Konferenz war Teil der Nationalen Präventionsinitiative (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/nationale-praeventions-initiativ) des Bundesministeriums für Gesundheit. Ziel dieser Initiative ist es, durch Dialog und Vernetzung die Gesundheit zu fördern und Krankheiten vorzubeugen. Schulen sollen dabei als zentrale Akteure in den Dialog eingebunden werden, um eine wirksame und nachhaltige Präventionsstrategie zu entwickeln.

Fazit: Schulen im Fokus der Suchtprävention

Angesichts steigender Konsumzahlen und der Einführung des Konsumcannabisgesetzes kommt Schulen eine entscheidende Rolle in der Suchtprävention zu. Mit evidenzbasierten Programmen, umfassender Unterstützung durch die Bundesregierung und der aktiven Einbindung aller Beteiligten können Schulen diese Herausforderung meistern. Die Konferenz am 19. November 2024 war ein wichtiger Schritt in Richtung einer stärkeren und nachhaltigeren Präventionskultur.

Quelle / Infos: https://www.bundesdrogenbeauftragter.de/presse/detail/brandenburg-forum-zu-drogen-und-entwicklungspolitik-themenschwerpunkt-kokain/

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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der News bzw. Pressemeldung

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