Wie reagiert der Amazonas-Regenwald auf El-Niño-Dürre?

Der Amazonas-Regenwald verändert bei extremer Dürre aktiv seine chemischen Prozesse. Forschende fanden heraus, dass Bäume während des El-Niño-Ereignisses 2023 bis 2024 deutlich mehr spezielle Schutzstoffe freisetzten. Diese chemischen Reaktionen helfen dem Wald offenbar dabei, Hitze, Trockenheit und oxidativen Stress abzumildern. Besonders bemerkenswert ist, dass diese Schutzmechanismen noch lange nach Ende der Dürre aktiv blieben.

Wie reagiert der Amazonas-Regenwald auf El-Niño-Dürre?

Wie reagiert der Amazonas-Regenwald auf El-Niño-Dürre?
Wie reagiert der Amazonas-Regenwald auf El-Niño-Dürre?

Der Amazonas-Regenwald gilt als eines der wichtigsten Ökosysteme der Erde. Er speichert enorme Mengen Kohlenstoff, beeinflusst globale Wetter- und Niederschlagsmuster und beherbergt eine einzigartige Artenvielfalt. Doch der Klimawandel setzt den tropischen Wald zunehmend unter Druck. Extreme Wetterereignisse wie El Niño führen zu längeren Dürreperioden, höheren Temperaturen und massiven Belastungen für Pflanzen und Tiere.

Eine aktuelle Studie des Max-Planck-Instituts für Chemie liefert nun neue Erkenntnisse darüber, wie der Amazonas-Regenwald auf diese Belastungen reagiert. Die Untersuchung zeigt, dass Bäume ihre chemische Kommunikation verändern und neue Schutzstoffe freisetzen, um mit Trockenstress umzugehen.

Wichtige Erkenntnis Bedeutung
Sesquiterpen-Emissionen stiegen um 122 Prozent Hinweis auf starke Stressreaktion der Bäume
Isopren und Monoterpene blieben relativ stabil Nicht alle chemischen Prozesse reagieren gleich
Neue Sesquiterpenalkohole nach der Dürre entdeckt Langfristiger Schutzmechanismus des Waldes
Veränderte Emissionen hielten lange an Stresswirkung endet nicht sofort mit Regen
Studie basiert auf Messungen am ATTO-Turm Direkte Luftanalysen über dem Kronendach
Faktenbox:

Die Studie zeigt erstmals detailliert, dass der Amazonas-Regenwald während extremer El-Niño-Dürre gezielt reaktive chemische Stoffe produziert. Diese Stoffe dienen vermutlich als Schutzmechanismus gegen Hitze, Trockenheit und Zellschäden.

Was ist während der El-Niño-Dürre im Amazonas passiert?

Das El-Niño-Ereignis 2023 bis 2024 gilt als eines der schwersten im Amazonasbecken. Viele Regionen litten unter extrem niedrigen Niederschlägen, hohen Temperaturen und stark ausgetrockneten Böden. Flüsse erreichten historische Tiefstände, Fischsterben nahm zu und zahlreiche Waldgebiete gerieten zusätzlich unter Stress.

El Niño beschreibt ein natürliches Klimaphänomen im Pazifik, das globale Wetterveränderungen auslösen kann. Besonders tropische Regionen wie der Amazonas reagieren empfindlich auf diese Veränderungen. Durch die gestörten Niederschlagsmuster fehlt dem Regenwald über längere Zeit Wasser.

Die aktuelle Untersuchung zeigt nun, dass der Wald nicht passiv auf diese Belastung reagiert. Stattdessen verändert er aktiv seine chemischen Prozesse.

Warum sind chemische Signale im Regenwald wichtig?

Bäume und Pflanzen kommunizieren ständig mit ihrer Umgebung. Sie setzen sogenannte biogene flüchtige organische Verbindungen frei. Fachleute sprechen von BVOCs. Diese Moleküle beeinflussen:

  • die Luftchemie
  • die Wolkenbildung
  • die Temperaturentwicklung
  • den Schutz vor Schädlingen
  • Stressreaktionen innerhalb der Pflanzen

Viele dieser Stoffe entstehen abhängig von:

  • Temperatur
  • Sonneneinstrahlung
  • Wasserverfügbarkeit
  • Schädlingsbefall
  • Hitzestress

Der Amazonas-Regenwald sendet also permanent chemische Signale in die Atmosphäre.

Welche Stoffe wurden während der Dürre freigesetzt?

Besonders auffällig war der starke Anstieg der sogenannten Sesquiterpene. Diese chemischen Verbindungen gelten als hochreaktiv und spielen eine wichtige Rolle bei Stressreaktionen von Pflanzen.

Laut Studie stiegen die Sesquiterpen-Emissionen während der Dürre um beeindruckende 122 Prozent.

Was sind Sesquiterpene?

Sesquiterpene gehören zu einer großen Gruppe pflanzlicher Naturstoffe. Sie kommen unter anderem in:

  • Gewürznelken
  • schwarzem Pfeffer
  • Harzen
  • ätherischen Ölen

vor.

Ein bekanntes Beispiel ist Caryophyllen. Dieser Stoff besitzt einen würzigen Geruch und kommt auch in verschiedenen Pflanzenarten vor.

Im Regenwald scheinen Sesquiterpene mehrere Funktionen zu erfüllen:

  • Schutz vor oxidativem Stress
  • Kommunikation zwischen Pflanzen
  • Reaktion auf Trockenheit
  • Schutz der Zellstrukturen
  • Beeinflussung atmosphärischer Prozesse
Bedeutung der Studie:

Die Forschenden gehen davon aus, dass sich der Stoffwechsel des Regenwaldes bei extremer Dürre grundlegend verändert. Das könnte langfristige Folgen für Klima, Atmosphäre und Stabilität des Ökosystems haben.

Warum reagieren Isopren und Monoterpene anders?

Interessant ist, dass andere bekannte Pflanzenstoffe kaum Veränderungen zeigten. Die Werte von:

  • Isopren
  • Monoterpenen

blieben während der El-Niño-Dürre relativ stabil.

Das deutet darauf hin, dass der Regenwald sehr gezielt bestimmte Stoffgruppen produziert. Offenbar aktiviert der Wald unter extremem Stress spezielle Schutzmechanismen statt einfach generell mehr chemische Stoffe freizusetzen.

Diese Erkenntnis ist für die Forschung besonders wichtig. Sie zeigt, dass tropische Wälder komplexer auf Klimastress reagieren als bisher angenommen.

Warum entdeckten Forschende neue Schutzstoffe nach der Dürre?

Besonders überraschend war eine Beobachtung nach Ende der Trockenperiode. Selbst während der folgenden Regenzeit fanden Forschende weiterhin ungewöhnliche chemische Verbindungen in der Luft.

Dazu gehörten spezielle Sesquiterpenalkohole wie:

  • Beta-Eudesmol
  • Alpha-Eudesmol
  • Gamma-Eudesmol

Diese Stoffe sind weniger flüchtig als andere Pflanzenverbindungen und bleiben länger in der Atmosphäre.

Was bedeutet oxidativer Stress?

Oxidativer Stress entsteht, wenn Pflanzenzellen durch Hitze und Wassermangel geschädigt werden. Dabei bilden sich aggressive Sauerstoffverbindungen, die:

  • Zellmembranen angreifen
  • Proteine schädigen
  • den Stoffwechsel stören
  • Wachstum beeinträchtigen

Die neu entdeckten Verbindungen könnten helfen, diese Schäden abzumildern.

Bemerkenswert ist vor allem die Dauer der Reaktion. Die chemischen Veränderungen blieben bestehen, obwohl die eigentliche Dürre bereits vorbei war.

Das spricht dafür, dass der Regenwald langfristig unter den Folgen extremer Trockenheit leidet.

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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

Wie untersuchten Forschende die Luft über dem Regenwald?

Die Messungen fanden am Amazon Tall Tower Observatory statt, kurz ATTO.

Diese Forschungsstation liegt etwa 150 Kilometer nordöstlich von Manaus in Brasilien.

Warum ist ATTO für die Forschung so wichtig?

ATTO zählt zu den bedeutendsten Forschungsstationen für tropische Atmosphärenforschung weltweit. Dort untersuchen Wissenschaftler:

  • Luftzusammensetzung
  • Klimaprozesse
  • Treibhausgase
  • Wolkenbildung
  • chemische Reaktionen im Regenwald

Die Luftproben wurden auf einem 80 Meter hohen Turm direkt über dem Kronendach entnommen.

Alle eineinhalb bis drei Stunden sammelten die Forschenden Proben der Waldluft.

Im Labor analysierte das Team die Stoffe anschließend mithilfe von:

  • Gaschromatographie
  • Massenspektrometrie

Diese Verfahren ermöglichen eine sehr präzise chemische Analyse flüchtiger Moleküle.

Warum ist diese Studie für den Klimawandel relevant?

Die Ergebnisse haben weitreichende Bedeutung für die Klimaforschung.

Der Amazonas-Regenwald beeinflusst das globale Klima enorm. Veränderungen seiner chemischen Prozesse können Auswirkungen haben auf:

  • Wolkenbildung
  • Niederschläge
  • Luftqualität
  • Kohlenstoffkreisläufe
  • globale Temperaturentwicklung

Wenn der Wald häufiger unter Extremstress gerät, könnten sich diese chemischen Veränderungen dauerhaft etablieren.

Warum werden El-Niño-Ereignisse problematischer?

Klimamodelle gehen davon aus, dass El-Niño-Ereignisse in Zukunft:

  • häufiger auftreten
  • intensiver werden
  • länger andauern

Dadurch steigt die Belastung für tropische Wälder massiv.

Forschende befürchten, dass sich der Amazonas langfristig verändern könnte. Wenn extreme Dürreperioden häufiger auftreten, könnte der Regenwald an Widerstandskraft verlieren.

Einordnung:

Die Studie ist nicht nur für Wissenschaftler relevant. Sie betrifft auch Klimaentwicklung, Biodiversität, Landwirtschaft und globale Wetterprozesse. Der Amazonas beeinflusst das Klima weit über Südamerika hinaus.

Welche Folgen könnten die neuen chemischen Prozesse haben?

Die erhöhte Freisetzung reaktiver Stoffe kann zahlreiche Auswirkungen auf die Atmosphäre haben.

Welche atmosphärischen Folgen sind möglich?

  • Veränderung der Wolkenbildung
  • Beeinflussung regionaler Niederschläge
  • Veränderte Ozonbildung
  • Auswirkungen auf Luftqualität
  • Veränderte chemische Reaktionen in der Atmosphäre

Da viele dieser Stoffe hochreaktiv sind, beeinflussen sie komplexe Prozesse in der Luft über dem Regenwald.

Das zeigt erneut, wie eng Klima, Wälder und Atmosphäre miteinander verbunden sind.

Wie widerstandsfähig ist der Amazonas-Regenwald noch?

Die Widerstandsfähigkeit des Amazonas ist ein zentrales Thema der Klimaforschung.

Der Regenwald besitzt grundsätzlich eine hohe Anpassungsfähigkeit. Pflanzen entwickeln unterschiedliche Strategien, um mit Stress umzugehen.

Dazu gehören:

  • chemische Schutzstoffe
  • Veränderungen im Wasserhaushalt
  • Anpassungen im Stoffwechsel
  • Schutz vor Überhitzung

Doch diese Anpassungsfähigkeit hat Grenzen.

Wenn Dürreperioden zu häufig auftreten, kann sich der Wald möglicherweise nicht mehr ausreichend erholen.

Was droht bei dauerhaftem Stress?

Langfristige Folgen könnten sein:

  • höhere Baumsterblichkeit
  • Verlust von Artenvielfalt
  • geringere Kohlenstoffspeicherung
  • mehr Waldbrände
  • Veränderung regionaler Klimamuster

Ein geschwächter Amazonas hätte globale Auswirkungen.

Welche Rolle spielt der Amazonas für das Weltklima?

Der Amazonas-Regenwald wird oft als grüne Lunge der Erde bezeichnet. Diese Beschreibung ist zwar vereinfacht, zeigt aber seine enorme Bedeutung.

Das Ökosystem:

  • speichert Milliarden Tonnen Kohlenstoff
  • reguliert Niederschläge
  • kühlt regionale Klimazonen
  • beeinflusst Luftströmungen
  • schützt Artenvielfalt

Wenn sich der Regenwald dauerhaft verändert, hat das Auswirkungen weit über Südamerika hinaus.

Was sagen die Forschenden selbst?

Studienleiter Jonathan Williams betont, dass sich der Regenwald zwischen einzelnen El-Niño-Ereignissen normalerweise erholen kann.

Doch genau diese Erholungsphasen könnten künftig kürzer werden.

Erstautor Joseph Byron erklärt zudem, dass die freigesetzten Verbindungen während extremer Dürre reaktiver werden und länger in der Luft bleiben.

Das deute auf einen grundlegenden Wandel im Stoffwechsel des Waldes hin.

Warum ist die Studie wissenschaftlich besonders interessant?

Die Untersuchung knüpft an frühere Arbeiten des Forschungsteams an.

Bereits zuvor hatten die Forschenden sogenannte Enantiomere untersucht. Dabei handelt es sich um Spiegelmoleküle, die als chemische Stressindikatoren dienen können.

Die neue Studie erweitert dieses Wissen deutlich.

Sie zeigt nun konkret:

  • welche Stoffe freigesetzt werden
  • wie stark sich die Emissionen verändern
  • wie lange die Effekte anhalten
  • welche Rolle die Stoffe möglicherweise spielen

Wo findet man die Originalstudie?

Die wissenschaftliche Veröffentlichung erschien in Nature Communications Earth & Environment.

Die Studie ist hier abrufbar:

https://doi.org/10.1038/s43247-026-03597-7

Weitere Informationen zur Untersuchung und zum Forschungsprojekt gibt es außerdem hier:

https://www.mpic.de/6011226/amazon-rainforest-response-climate-stress?c=3477744

FAQ zum Amazonas-Regenwald und El-Niño-Dürre

Was ist El Niño?

El Niño ist ein Klimaphänomen im Pazifik, das weltweit Wetterveränderungen auslösen kann. Häufig führt es im Amazonasgebiet zu extremer Trockenheit.

Warum produziert der Regenwald chemische Stoffe?

Pflanzen nutzen chemische Verbindungen zur Kommunikation und als Schutzmechanismus gegen Stress, Hitze oder Schäden.

Was sind BVOCs?

BVOCs sind biogene flüchtige organische Verbindungen. Dabei handelt es sich um Moleküle, die Pflanzen an die Atmosphäre abgeben.

Warum sind Sesquiterpene wichtig?

Sie helfen Pflanzen offenbar dabei, mit Umweltstress umzugehen und könnten die Atmosphärenchemie beeinflussen.

Was bedeutet oxidativer Stress?

Oxidativer Stress beschreibt Zellschäden durch aggressive Sauerstoffverbindungen, die bei Hitze und Trockenheit entstehen.

Warum ist die Studie relevant für den Klimawandel?

Die Ergebnisse zeigen, wie empfindlich der Amazonas auf Extremereignisse reagiert und wie sich Klimastress langfristig auf das Ökosystem auswirken könnte.

Fazit: Der Amazonas-Regenwald verändert sich unter Klimastress deutlich

Die neue Studie liefert wichtige Hinweise darauf, wie komplex der Amazonas-Regenwald auf extreme Dürre reagiert. Statt nur unter Trockenheit zu leiden, aktiviert der Wald offenbar gezielte chemische Schutzmechanismen.

Besonders auffällig ist der starke Anstieg reaktiver Sesquiterpene sowie das langfristige Auftreten spezieller Schutzstoffe nach Ende der Dürre.

Die Forschung zeigt gleichzeitig, wie eng Regenwald, Atmosphäre und Klima miteinander verbunden sind. Wenn El-Niño-Ereignisse künftig häufiger und intensiver auftreten, könnten sich diese chemischen Veränderungen dauerhaft etablieren.

Damit wird deutlich, dass der Amazonas-Regenwald nicht nur ein Opfer des Klimawandels ist, sondern aktiv versucht, sich gegen die zunehmenden Belastungen zu schützen.

Quelle / Infos / Pressemitteilung: https://idw-online.de/de/news871794 und https://doi.org/10.1038/s43247-026-03597-7


Über den Autor:

Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber


Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen, News bzw. Pressemeldung

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