Die öffentliche Diskussion über Cannabis ist seit Jahrzehnten geprägt von Vorurteilen, Halbwahrheiten und hartnäckigen Mythen.
Cannabis als Einstieg in die Gartenleidenschaft
Einer der bekanntesten Vorwürfe ist, dass Cannabis als „Einstiegsdroge“ zu härteren Substanzen wie Kokain oder Heroin führe – eine Behauptung, für die es bis heute keine belastbaren wissenschaftlichen Belege gibt. Eine aktuelle Umfrage liefert nun jedoch eine überraschende Wendung: Für viele Menschen ist das erste selbst angebaute Cannabispflänzchen nicht der Beginn einer Drogenkarriere, sondern der Startschuss für ein neues Hobby – den Anbau von Gemüse und Kräutern.
Von der Hanfpflanze zur Tomate
Eine Befragung unter 1.327 Hobbygärtnerinnen und -gärtnern, die zu Hause Cannabis anbauen, hat ergeben, dass ganze 66 Prozent von ihnen nach den ersten Erfahrungen mit dem Cannabisanbau auch begonnen haben, Tomaten im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu kultivieren.
Besonders interessant: Knapp ein Viertel der Befragten gab an, dass sie erst Jahre nach ihrem ersten Cannabisanbau überhaupt zum ersten Mal Tomaten gezogen haben. Offenbar öffnet der Anbau von Cannabis nicht nur die Tür zu einem tieferen Verständnis von Pflanzen, sondern weckt auch die Lust, das gewonnene Wissen auf andere Kulturen zu übertragen.
Mehr als nur ein Trend
Jessica Hanson, Mitgründerin und Geschäftsführerin von Homegrown Cannabis Co., dem Unternehmen, das die Umfrage durchführte, fasst es prägnant zusammen: „Cannabis ist keine Einstiegsdroge, sondern eine Einstiegspflanze. Wer einmal den Spaß und die Befriedigung erlebt hat, selbst etwas anzubauen, füllt schnell den ganzen Garten – und oft stehen dort bald nicht nur Hanfpflanzen, sondern auch Tomaten, Zucchini und vieles mehr.“
Welche Pflanzen folgen auf Cannabis?
Die Umfrage ergab, dass Tomaten zwar der Spitzenreiter unter den „Folgekulturen“ sind, aber längst nicht die einzige Pflanze, die Hobbygärtner nach dem Cannabisanbau ausprobieren. Besonders beliebt sind:
- Basilikum
- Erdbeeren
- Chili
- Gurken
- Salat
Gemeinsamkeiten zwischen Cannabis und Tomaten
Cannabis und Tomatenpflanzen teilen erstaunlich viele Anforderungen. Beide benötigen viel Licht, eine sorgfältige Nährstoffversorgung und regelmäßige Pflege. Wer gelernt hat, eine Hanfpflanze gesund durch den Wachstumszyklus zu bringen, hat automatisch Fähigkeiten erworben, die auch bei anderen Pflanzenarten nützlich sind. Geduld, Beobachtungsgabe und ein Gefühl für die Bedürfnisse der Pflanzen sind universelle gärtnerische Kompetenzen.
Ein Generationswechsel im Garten
Ein weiterer bemerkenswerter Aspekt der Umfrage ist der deutliche Unterschied zwischen den Generationen. Während nur 29 Prozent der befragten Babyboomer angaben, Cannabis vor Tomaten angebaut zu haben, lag der Anteil bei den Millennials bei 62 Prozent.
Diese Entwicklung spiegelt auch gesellschaftliche Veränderungen wider. In Regionen mit einer liberaleren Cannabispolitik ist der Eigenanbau oft legal und damit deutlich zugänglicher. Aber selbst in Gegenden mit restriktiven Gesetzen zeigt sich der Trend – dann eben diskreter und oft auf kleinem Raum.
Kulturelle Verschiebung durch Legalisierung
Die Legalisierung von Cannabis in einigen Ländern und Regionen hat dazu geführt, dass der Anbau zunehmend als legitimes Hobby betrachtet wird. Dabei verschmelzen die Grenzen zwischen reinem Freizeitgärtnern und einer bewussten Selbstversorgung mit Genuss- und Heilpflanzen. Wer Cannabis kultiviert, interessiert sich oft auch für andere Pflanzen, die das Leben bereichern – ob kulinarisch oder gesundheitlich.
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Gesundheitliche Vorteile des Anbaus
Gärtnern ist nicht nur eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, sondern wirkt sich auch positiv auf die körperliche und mentale Gesundheit aus. Der Cannabisanbau ist dabei keine Ausnahme – im Gegenteil: Er kann der Einstieg in einen aktiveren Lebensstil sein.
Mehr Bewegung und frische Luft
Eine von staatlicher Seite finanzierte Studie aus diesem Jahr kam zu dem Ergebnis, dass Erwachsene an Tagen, an denen sie Cannabis konsumieren, tendenziell körperlich aktiver sind. Das widerspricht dem gängigen Klischee des „faulen Konsumenten“.
Auch eine weitere Untersuchung aus dem Vorjahr zeigte, dass Cannabiskonsumenten im Durchschnitt mehr zu Fuß unterwegs sind als Nicht-Konsumenten oder Nutzer von E-Zigaretten. Zudem gibt es keine Hinweise darauf, dass sie seltener an Grundübungen oder Krafttraining teilnehmen.
Widerlegung des „Laziness“-Mythos
Schon 2021 belegte eine Studie, dass häufige Cannabiskonsumenten sogar eher zu körperlicher Aktivität neigen als Menschen, die kein Cannabis konsumieren. Dies widerspricht deutlich der Vorstellung, Cannabis würde automatisch zu Antriebslosigkeit führen.
Vorurteile im Faktencheck
Viele der gängigen Annahmen über Cannabisnutzer halten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Eine Analyse aus dem letzten Jahr fand keine Verbindung zwischen regelmäßigem Cannabiskonsum und erhöhter Paranoia oder geringerer Motivation. Ebenso konnte kein Zusammenhang zwischen Cannabis und einem „Kater“ am nächsten Tag festgestellt werden.
Eine weitere Untersuchung aus dem Jahr 2022 ergab, dass es keinen Unterschied in der Motivation oder im belohnungsorientierten Verhalten zwischen regelmäßigen Cannabiskonsumenten und Nicht-Konsumenten gibt. Im Gegenteil: Konsumenten berichteten von einer höheren Lebensfreude.
Fazit: Cannabis als Brücke zu einem grüneren Lebensstil
Aus Sicht eines Hanffreundes ist diese Entwicklung erfreulich. Der Eigenanbau von Cannabis bringt Menschen nicht nur mit der Pflanze selbst, sondern auch mit dem gesamten Kreislauf des Gärtnerns in Berührung. Das Wissen, das man beim Cannabisanbau erwirbt, lässt sich auf viele andere Pflanzen übertragen – und oft führt es dazu, dass Gärten, Balkone oder selbst kleine Küchenfensterbänke zu grünen Oasen werden.
Wer also behauptet, Cannabis sei ein „Einstieg“ – der liegt vielleicht nicht völlig falsch. Nur ist es eben nicht der Einstieg in den Konsum gefährlicher Substanzen, sondern in ein nachhaltiges, selbstbestimmtes und naturverbundenes Leben.
Quelle / Infos: https://www.marijuanamoment.net/marijuana-is-a-gateway-drug-to-growing-tomatoes-poll-suggests/
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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele
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