Neuformulierung der Cannabisreform in Malta

Am 18. Dezember 2021 setzte Malta als erstes EU-Land rechtliche Änderungen um, die den persönlichen Gebrauch und Anbau von Cannabis in begrenztem Umfang erlauben und eine regulierende Behörde ins Leben rufen: die Behörde für den verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis (ARUC).

Cannabisreform in Malta: Ein Schritt vorwärts?

Neuformulierung der Cannabisreform in Malta
Neuformulierung der Cannabisreform in Malta

Diese Behörde hat die Aufgabe, Cannabis Harm Reduction Associations zu überprüfen, zu lizenzieren und zu überwachen, angelehnt an das selbstregulierte Modell der Cannabis Social Clubs, das in Spanien, Belgien und Uruguay in unterschiedlichem Ausmaß angewendet wird.

Globaler Kontext und neue Entwicklungen

Weltweit haben über 800 Millionen Menschen legalen Zugang zu Cannabis. Die Diskussionen der Kommission für Betäubungsmittel und die Akzeptanz des Begriffs „Schadensminderung“ zeigen, dass die internationale Gemeinschaft, einschließlich Malta, zunehmend alternative Regulierungsansätze fordert, um sich von der Mentalität des „Drogenkriegs“ zu lösen und rechtliche sowie soziale Missstände gegenüber Drogenkonsumenten anzugehen.

Neuerungen im Juli

Parallel zum europäischen Fußballturnier führte die ARUC am 5. Juli Änderungen an den 2023 veröffentlichten Richtlinien ein, die Betriebsstandards für Cannabis Harm Reduction Associations regulieren. Zu den erwähnenswerten Änderungen zählen die Schaffung sicherer Gemeinschaftsräume und die Verfügbarkeit von CBD-dominanten Cannabisstämmen.

Verbesserungen und Widersprüche in den Richtlinien

Die Änderungen in den Richtlinien zur Governance und die Rolle der CHRA, die als Gemeinschaft durch direkte Beteiligung der Mitglieder während der Generalversammlung operiert, sind vielversprechend. Dennoch gibt es zahlreiche widersprüchliche Bestimmungen. Besonders bedenklich ist die finanzielle Tragfähigkeit dieser gemeinnützigen Vereinigungen. Hohe Lizenzgebühren stehen in keinem Verhältnis zu anderen gemeinnützigen Systemen und es bleibt fraglich, wie diese Vereinigungen vor der Infiltration durch große Unternehmen geschützt werden.

Kooperationen und finanzielle Belastungen

Unter der Leitung von Leonid Mckay wurden Tests in Zusammenarbeit mit der Universität Malta diskutiert, was finanziell sinnvoller gewesen wäre, da die Gelder in Forschung und Sicherheit reinvestiert worden wären. Stattdessen müssen CHRA auf private Unternehmen für Tests zurückgreifen, was zusätzliche Kosten verursacht.


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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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Ungleiche Unterstützung und Vorschläge für Verbesserungen

Es ist frustrierend, dass andere gemeinnützige Organisationen von zahlreichen Zuschüssen und Dienstleistungen profitieren, während CHRAs auf sich allein gestellt sind. Ein konsequenter Ansatz der Schadensminderung und der gemeinnützigen Ausrichtung würde es den CHRAs ermöglichen, auch auf diese Unterstützungen zuzugreifen und nicht als kommerzielle Einrichtungen behandelt zu werden.

Fragen an die ARUC

Es erscheint, als ob die ARUC die CHRAs in kommerzielle Cannabisgeschäfte umwandeln möchte, ohne die praktische Anwendung eines umfassenden Ansatzes zur Schadensminderung wirklich zu fördern. Die Behörde scheint mehr Vorstandsmitglieder als tatsächliche Mitarbeiter zu haben, was Fragen zur Effektivität der Überwachung und Prüfung aufwirft.

Schlussbetrachtungen: Die Herausforderungen der Cannabisreform in Malta

Die aktuelle Situation und die steigende Präsenz von synthetischen Cannabinoiden auf dem Markt weisen darauf hin, dass die Reformen möglicherweise eher kriminellen Organisationen als der Gesellschaft dienen. Die restriktiven Bestimmungen, die den Konsum und den Verkauf von Cannabis-bezogenen Produkten innerhalb der Räumlichkeiten der CHRAs verbieten, widersprechen den Menschenrechten und den Prinzipien der Schadensminderung, die von ReLeaf Malta seit 2017 vertreten werden.

Letztlich behindern diese Hindernisse die Möglichkeit, einen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis in Malta wirklich zu fördern und zu entwickeln. Die Cannabisreform bleibt ein komplexes Thema, das eine kontinuierliche Anpassung und einen echten Dialog zwischen allen Beteiligten erfordert, um die Rechte der Menschen, die Cannabis verwenden, wirklich zu schützen und zu fördern.

Quelle / Infos: https://www.maltatoday.com.mt/comment/blogs/130990/the_cannabis_reform_are_we_there_yet__andrew_bonello

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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der News bzw. Pressemeldung

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