MENU
Home » Konzertberichte OM » Deichbrand Festival 2013

Deichbrand Festival 2013

Vier Tage Spaß und abwechslungsreiche, tolle Live Acts – ein Festival, welches auch in diesem Jahr wieder mehr als lohnenswert war.


Deichbrand 2013 – das Festival der guten Laune

Allein die Zahlen sind beeindruckend: bereits in der neunten Auflage hat sich das nördlichste Festival Deutschlands zu einen der Top-Events gemausert. In vier Tagen wurden auf zwei großen und zwei kleineren Bühnen gleich 80 Bands die Chance geboten vor knapp 35.000 begeisterten Fans ihr Können unter Beweis zu stellen. Doch der Reihe nach…

Donnerstag

Bereits bei der Anreise spürte man deutlich: es wurde viel getan seit letztem Jahr! Musste man bei der achten Auflage noch lange Wartezeiten in Kauf nehmen, schien diesmal Parkplatzsuche, Einlass und Bändchenausgabe deutlich schneller zu funktionieren. Leider funktionierte die Bändchenausgabe nur besonders schnell, wenn man kein Gepäck dabei hatte, ansonsten musste man zeitweise schon bis zu drei Stunden warten. Was vielleicht noch etwas verbessert werden könnte, waren die Shuttlebusse, die vom Bahnhof aus nur schwer zu bekommen waren, da oft zu voll, und sie generell nur stündlich führen. Dadurch hat es dann doch zu einiger Verzögerung geführt. Auf dem Gelände angekommen wurde dieses dann erstmal in Augenschein genommen. Ein deutliches Wachstum war erkennbar! Kein Wunder, denn ist auch die Besucherzahl zum neunten Mal in Folge deutlich angewachsen! Obwohl es gerade erst Donnerstag war und die Sonne noch nicht ganz am Horizont verschwunden, mussten wir einen relativ weiten Weg in Kauf nehmen, um genügend Platz für Zelt und andere Utensilien finden zu können. Was bei milden Temperaturen noch kein Problem darstellte sollte uns im Laufe des Wochenendes noch zum Verhängnis werden – so war uns Petrus doch dieses Jahr deutlich wohlgesonnener. Allerdings fiel dem weiten Weg erstmal Letzte Instanz zum Opfer und nach Aufbau und kurzer Pause reichte es dann nur noch zu einem Besuch von The Sorrow, die um 1:00 Uhr das vollbesetzte Palastzelt betraten. Die vier Jungs aus Österreich wussten dem Publikum von erster Minute an, mit ihrem breakdownlastigen Metalcore mächtig einzuheizen, und es wurde für uns ein sehr rasanter Auftakt des diesjährigen Deichbrandfestivals. Nach einer Stunde stimmungsvollem Geballer war das Konzert auch schon wieder vorbei und die meisten begaben sich erstmal zum Ausruhen von Anreise und der ersten Konzerte zurück auf ihre Zeltplätze. Die nächsten Tage sollten auch noch anstrengend genug werden.

Freitag

Da eh noch ein paar Dinge fehlten begaben wir uns vormittags erstmal auf den Weg nach Cuxhaven zum Einkaufen. Letztes Jahr fuhren dort noch direkt Shuttlebusse hin, dieses Jahr mussten wir leider auf ein Taxi ausweichen, nachdem wir erfuhren, dass die Busse direkt vom Festivalgelände nur bis nach Nordholz fahren würden. Andere Shuttlebusse sollten irgendwo im Ort fahren, wo konnte uns leider niemand genau sagen. Nach einem ausgiebigen Einkauf dort und einem kurzen Abstecher ans Meer ging es auch wieder zurück zum Festival. Alles in allem dauert so ein Trip dann doch gerne mal länger als geplant, sodass Slime diesem Ausflug zum Opfer fielen. Nach zwei enttäuschenden Konzerten seit ihrer Wiedervereinigung war das aber durchaus zu verkraften. Weiter ging es dann mit den Broilers, die gewohnt für viel Freude und strahlende Gesichter im Publikum sorgten. Mir persönlich sind sie ein bisschen zu „poppig“ geworden und haben auch (leider) viele neue Stücke des letzten Albums gespielt – doch was bei mir weniger ankam, gefiel dem meist recht jungen Publikum dementsprechend umso mehr. Auch die Glanzzeit einer Band hat so gesehen ihre „Vanitas“. Ich hoffe, es wird uns nicht übel genommen, wenn wir an dieser Stelle gestehen müssen, auf Jennifer Rostock und Casper, die direkt im Anschluss spielten, bewusst verzichtet zu haben, und dafür unsere Kräfte für zwei vielversprechendere Acts aufsparten.

Den Anfang machten Anti-Flag, die direkt von der ersten Sekunde an richtig Gas gaben und das Publikum automatisch auf ihrer Seite wussten. Kaum waren die ersten Klänge gespielt wurde auch schon zum Circle Pit aufgerufen, der vorne von einer großen Masse gerne direkt in die Tat umgesetzt wurde. Als nach wenigen Minuten auch noch die Klassiker á la „Police Brutality“ ausgepackt wurden war der Moshpit direkt vor der Bühne nicht mehr der einzige: sogar bis hinter den zweiten Wellenbrecher wurde gepogt, gemosht, gefeiert und getanzt, was der Leistung der Politpunker aus Pittsburgh auch nur gerecht wurde. Was zusätzlich für einen sehr geilen Sound sorgte, war die getrennte Spur von Gitarre und Bass, ein zusätzlich treibender Schwung war so garantiert. Dabei spielte man ein Set runter, welches die komplette Bandgeschichte abdeckte und von den Fans frenetisch gefeiert wurde.

Nur 20 Minuten nach Ende des Aufritts ging es auf der Fire-Stage direkt weiter mit den Melodic-Death-Metallern von In Flames. Leider muss man sagen, dass die Party-Stimmung, die noch bei Anti-Flag vorherrschte, nicht mit herübergenommen wurde, was auch der Sänger mehr als einmal bemängelte. Die Menschen vor der Bühne waren deutlich verhaltender als noch zuvor und das, obwohl die Band sich sichtlich Mühe gab, allen voran Anders Fridén. Zu dem eigentlich nicht zu beanstandenen Auftritt, auch wenn manche Menschen sagen, In Flames haben ihre beste Zeit bereits hinter sich, kam noch eine überragende Lichtshow, die auf die Bühne abgefeuert wurde. Dennoch wollte nicht richtig Stimmung aufkommen und man hatte den Eindruck, die Security würde mehr Party machen als die eigentlichen Fans. Ein Aufschrei von Jubel ertönte erst, als der Anders Fridén zwei vorne umherirrende Bananen („Banana-Guy“) dazu aufforderte, sich in der Mitte zu treffen und sich eine Hochzeit wünschte. Ob es wirklich zu einer „Banana-Guy-Wedding“ nach der Show kam ist uns allerdings nicht bekannt.

Was dann zu sehr später Stunde im Festzelt folgte, war eine Mischung aus Genialität und Geschrei: „Atari Teenage Riot kombiniert anarchistische Botschaften mit Cyberpunk und Digital Hardcore, einer Mischung aus Techno-Musik, Hip Hop, Noise und Punk, die auf dem „Atari ST“-Computer programmiert wird.“, wie Wikipedia ganz passend beschreibt. In jedem Fall war es laut! Eine kleine elitäre Gruppe von ca. 300 Feierwütigen raffte noch ihre restlichen Reserven auf, um die Berliner Anarchisten zu würdigen. Denen, die es noch dorthin schafften, schien der Auftritt zu gefallen, und die unchristliche Uhrzeit schien der Band selbst am wenigsten auszumachen. Eine Stunde pures Geballer, was mitunter an Speedcore erinnerte und musikalisch sicherlich Geschmackssache war, fegte einem zum Schluss noch mal den Schlaf aus den Knochen, bevor es nach einer langen Nacht zurück zum Zelt ging.

Samstag

War es am Freitag noch bedeckt und fisselte hin und wieder, versprach der Samstag Sonnenschein pur. Bereits um 13:30 sollte der Tag mit einer der besten Auftritte beginnen, der für zahlreiche Festivalbesucher sogar das Highlight des diesjährigen Deichbrands darstellte: Le Fly! Die Hamburger mit ihrer „St. Pauli Tanzmusik“ heizten bei gut 30 Grad den feiernden Gästen gehörig ein, und die machten breitwillig mit: Springen, Rudern, Pogen – bis in die hinteren Reihen ließen sich die Massen begeistern. So wurde auch gerne mal ein „Knallrotes Gummiboot“ mitgesungen, und man kam schnell zu der Überzeugung: Le Fly ist zu Recht dieses Jahr auf die große Bühne umgezogen, nachdem sie im Vorjahr noch den Red Bull Tourbus bespielten. Aber nächstes Jahr dann bitte, bitte noch etwas später mit noch mehr Spielzeit! So zahlreiches und vor allem aktives Publikum hat man bereits am frühen Nachmittag selten gesehen! Dazu eine Band, die nicht minder begeistert war, und dementsprechend gab es beim letzten Song („Besofffen“) auch kein Halten mehr für niemanden. Von der ersten bis zur letzten Minute ist man einfach mit Le Flyt.

Musikalisch eine völlig andere Schiene fuhren die Schweden von Adept direkt im Anschluss. Dies spürte man auch. Die Partystimmung noch kurz zuvor schien wie weggeblasen, da die meisten wohl erstmal ein kühles Blondes nehmen mussten. So war der erste Pit zwar gut besucht und ihr Post-Hardcore schien dort Anklang zu finden, hinter dem ersten Wellenbrecher allerdings war nur noch wenig Publikum vorzufinden. Der Band schien es egal zu sein, sie gab Gas und präsentierte ihre Musik mit Einflüssen aus dem Metalcorebereich, melodisch schwungvoll und begleitet von vereinzelten Breakdowns. Kein besonders großer Unterschied, was die Umstände betrifft, folgte daraufhin mit Your Demise auf der Fire-Stage. Dabei handelte es sich eher um „typischen Hardcore“, der zwar auf der einen Seite durchaus mehr zum „Tanzen“ aufforderte, dem aber leider nicht ganz so viele Menschen nachkamen. Wer will es diesen auch bei einer Bullenhitze und bereits zwei Tage Party verübeln? Das schien den Jungs auf der Bühne und dem Pit vorne aber nicht viel auszumachen und so versuchten sie diesen Zuschauern auch gehörig in den Arsch zu treten, was diese teilweise selbst schon übernahmen.

Danach brauchten wir auch erstmal eine Getränkepause und zogen uns Richtung Zeltplatz zurück. Was dann abends folgte ist nicht ganz so einfach in Worten zu beschreiben. Eine Freundin, die mit war und die Band zuvor nicht kannte, beschrieb es wie folgt: „Das ist wie ein paar Teenage-Mädels, die man auf die Bühne gestellt hat.“ Ein bisschen wirkte es so, auf der anderen Seite gehörte das zum Image der Mädels dazu. Die Rede ist von The T.C.H.I.K. alias The toten Crackhuren im Kofferraum. Irgendwo zwischen genial und bescheuert, abstrakt aber unterhaltsam, gröhlten sich die fünf Frauen in Begleitung von drei Männern durch ihre Songs und versprühten dabei Partystimmung und gute Laune. Dabei hatten sie harte Konkurrenz, denn während sie im Zelt zur Daunenkissenschlacht animierten, spielten Kraftklub auf der großen Bühne. Doch die Menschen vorne im Zelt feierten die Berlinerinnen, während weiter hinten den zufällig vorbeikommenden Menschen das „WTF?“ auf der Stirn deutlich abzulesen war, wenn sie für ein paar Minuten stehen blieben und sich die Show anguckten. Diese war vor allem geprägt von Songs des neuen Albums „Mama, ich blute“, aber auch das recht bekannte „Ich und mein Pony“ durfte natürlich nicht fehlen. Als nach etwas mehr als 45 Minuten der Auftritt mit dem etwas unpassenden Song „Ich hab keinen Spaß“ beendet wurde, welches das Publikum lauthalts mitzusingen wusste, und was wunderbar sakastisch wirkte, ging es dann noch für eine halbe Stunde rüber zu Kraftklub.

Die Jungs zeigten das, was man von ihnen erwartet hatte. Die Songs waren bekannt, die Stimmung erstklassig und selbst die Security ließ es sich nicht nehmen die Jungspunde ordentlich abzufeiern. Im Grunde war der Auftritt ohne große Besonderheiten und erwartet gut. Eines der Highlights war wohl, als ein junger Mann mit einem Schild bewaffnet Sänger Karl Schumann veranlasste, dass er diesen darauf abzulesenden Heiratsantrag laut verlesen durfte. Alle Zuschauer mussten sich hinsetzen, bis die Begehrte gefunden wurde und, natürlich, ja sagte. Passend dazu folgte im Anschluss „Songs für Liam“. Alles in allem: gewohnt unterhaltsamer Auftritt der Jungs, die man sich immer wieder gut angucken kann.

Etwas anders verhielt es sich im Anschluss auf der Water-Stage mit Frittenbude. Nachdem diese letztes Jahr wetterbedingt nicht spielen konnten, wurde der Auftritt umso begeisterter erwartet und man sah die Vorfreude in den Gesichtern der Fans. Doch das sollte bei so manchem nicht besonders lange halten. Der Sound war klasse, auch wenn der Gesang nicht so überragend war wie sonst. Überhaupt schien Sänger Herr Rögner nicht seinen besten Tag gehabt zu haben. Etwas lustlos wirkend bemängelte er hin und wieder auch neckisch, dass ihm scheinbar etwas zu jung geratende Publikum. So stimmte er „Hyper-Hyper“ an, was lauthals mitgesungen wurde, um danach darauf hinzuweisen, dass beim Erscheinen des Songs ´93 die Hälfte der Zuschauer noch nicht mal geboren gewesen sei. Dass durchaus Potential in der Masse drinsteckte zeigte sich als nach ca. 20 Minuten „Heimatlos“ angestimmt wurde, der erste etwas schnellere Partytrack, welcher direkt ordentlich gefeiert wurde. Insgesamt schien die Band allerdings an diesem Tag eher ruhigere Töne zu bevorzugen, was beim Festivalpublikum nicht immer Anklang fand. „Hildegard“, „Raven gegen Deutschland“ und andere Partygaranten wurden zum Missmut vieler gar nicht gespielt, was sich demzufolge auch in der Stimmung wiederspiegelte. Aktionen wie das Rudern, das nach dem Le Fly-Konzert bei zahlreichen Konzerten an diesem Tag Verwendung fand, oder die „Wall of Love“ wurden dankend in Bewegung umgesetzt. Insgesamt einer der schlechteren Auftritte von Frittenbude, was vielleicht auch an der zu hohen Erwartung nach einem Jahr Vorfreude lag.

Später in der Nacht haben wir uns dann doch nochmal ins Zelt begeben, als Zeit für Dumme Jungs war, so der Name einer Techno-Formation aus Berlin. Dargeboten wurde hauptsächlich Elektro der härteren Gangart, die den noch zahlreichen feiernden Menschen um vier Uhr morgens den letzten Rest gaben. Ein beinahe voll gefülltes Zelt zappelte noch eine letzte Stunde ergiebig, bevor der Festivalsamstag auch feiertechnisch langsam in den Sonntag überging.

Sonntag

Zugegeben, einige Bands aus dem Sonntag Line-Up hätten unsere Anwesenheit mit Sicherheit verdient, doch am Tag vier und abermals über 30 Grad war an Bewegung leider lange Zeit nicht so Recht zu denken. So kam es dann, dass erst zu 20:00 Uhr die Sonnencreme weggestellt und das letzte Bier getrunken wurde, um sich auf den Weg zurück ins sehr gut besuchte Zelt zu machen. Der Grund? Das Pack! Mit einer Musik, die man vielleicht am besten als Fun-Metal bezeichnen kann, und deren Texte mitunter schon legendär sind – wenn man sie denn kennt – heizten sie dem eh schon ultrahocherhitzen Zelt nochmal richtig ein. Natürlich durften dabei auch die gewohnt amüsanten, wenn teils auch etwas langgeraten Ansagen, sowie Klassiker wie „Vannillebär“ oder „Heavy-Metal-Kind“ nicht fehlen inklusive den obligatorischen „Slayeeeeeeeeeeeeer“-Rufen. Alles in allem die perfekte Einstimmung für ein grandioses Abschlusskonzert auf der großen Bühne, was direkt im Anschluss folgen sollte.

30 Jahre Bandgeschichte, unzählige Konzerte, Nr. 1-Hits und allem, was sich eine Band wünschen kann, und dennoch scheinbar keinen Tag gealtert: Die Toten Hosen. Auf der einen Seite muss man im Grunde nicht mehr viel über sie schreiben; wer noch nicht in den Genuss eines Hosen-Konzertes gekommen ist, ist wohl selber Schuld und sollte es schleunigst nachholen. Auf der anderen Seite kann man ein solches Konzert einfach medial nicht vernachlässigen. Der Platz war voll bis fast überfüllt, die Stimmung kochte noch ein letztes Mal an diesem Wochenende richtig über – man spürte: das ist das, worauf die meisten der Besucher gewartet haben. Textsicher wurde sich durch alle bekannten Songs gesungen, angefangen mit „Bonny und Clyde“, über „Paradies“ und „Alles nur aus Liebe“. Es wurde gepogt und getanzt bis fast zum Festzelt zurück. Dazu kamen noch tolle Coverversionen von The Clash„Should I stay or should I go“, Hannes Waders´ „Heute hier, morgen dort“ und sogar Die Ärzte mit „Schrei nach Liebe“ zollte man Tribut. Eine tolle Songauswahl, sowohl von ganz alten Songs bis zurück in das Jahr ´82 wurden zum Besten gegeben, als auch die letzten Erfolge live zelebriert. Dass dabei Campino einfach nichts an seiner Überschwänglichkeit verloren hat zeigte sich, als er einem Security den Wasserschlauch wegriss, um die Menge damit kühl zu halten – insofern das überhaupt möglich war. Dabei stürzte er in den Bühnengraben, rappelte sich aber schnell wieder auf und es ging auch gesanglich passend zum Refrain weiter. Das einzige Manko: die gewohnte Hosenshow konnte dieses Mal nicht umgesetzt werden, was wohl an den strengen Auflagen der Veranstalter lag. In einer Ansage kommentierte dies Campino auch und meinte, den großtmöglichen Kompromiss, den er habe rausholen können sei das Folgende gewesen und enzündete ein Feuerzeug auf der Bühne, was für viel Gelächter sorgte. Ein Aufstieg auf das Bühnendach inklusive Pyrotechnik musste diesmal leider ausfallen, das wurde dann nach dem Konzert durch ein großes, positiv begrüßtes Feuerwerk ersetzt, was einen kultigen Abschluss bot.

Resümee

Insgesamt haben die Veranstalter des Deichbrands für die 35.000 angereisten Fans ein super Spektakel auf die Beine gestellt, und die organisatorischen Schwächen, von denen die meisten letztes Jahr noch wetterbedingt zu Stande gekommen sind, super in den Griff bekommen. Die Trennung der beiden Hauptbühnen, die jetzt nicht mehr nebeneinander stehen, sondern etwas mehr Platz dazwischen haben, hat sich durchaus positiv ausgewirkt und für viel weniger Gedränge gesorgt. Auch die Security schien dieses Jahr deutlich besser organisiert zu sein und durchaus auch besser gelaunt – vielleicht führte eines zum anderen?! So hat diese größtenteils mit den Gästen zusammen Party gemacht, ist auch auf dem Zeltplatz gerne mal mit Wasserpistolen vorbei gekommen und sorgte für gute, ausgelassene Stimmung. Das führt gleich zum einzigen Kritikpunkt, der aber durchaus auch sehr subjektiv sein kann: die Polizeipräsenz. Diese war mit über 200 Leuten vor Ort, patrouillierte über das gesamte Gelände ohne Einschränkungen, das nicht nur zu Fuß, sondern auch auf Pferden, mit Autos, und sogar ein Hubschrauber mit Kamera flog lange Zeit über das Gelände. Eigene Festivalwache für mehr Sicherheit hin oder her, eine dauerhafte Überwachung in Zeiten, in denen diese immer mehr in die Kritik gerät, muss gerade auf einem Festival nicht sein, besonders nicht durch die Polizei, insbesondere nicht per Hubschrauber. Da hätte man meiner Meinung nach eher mehr von den genialen Security einstellen können, die genauso für Sicherheit sorgen können. Sei´s drum, der Partystimmung hat das in den meisten Fällen keinen Abbruch getan und man traf viele kreative, feierwütige Menschen, die gerne auch mal auf dem Campingplatz als Spontanmusiker einsprangen, vor neuen (teils imaginären) Löchern warnten, den Verkehr regelten und viele andere Späße machten. Das Highlight war vermutlich die Pavillonparade in der Sonntagnacht, bei der zahlreiche Menschen mit Pavillons bewaffnet eine Karawane quer über den Zeltplatz starteten. Auch wenn ich noch immer nicht rausfinden konnte, welchen Sinn die Aktion hatte, sie war super anzuschauen. Danke für vier Tage wundervolle Party (fast) direkt am Meer!