Ein wundervoller freitäglicher Frühabend vor dem Osnabrücker Westwerk. Es gibt das erste Bier und ein gerade mit dem Soundcheck fertiger Mutz sitzt mir gegenüber. Unterstützt wird er dabei von seinem Bandkollegen Felix, der allerdings nur als Aufpasser fungieren soll. Nur für den Fall das Mutz wildeste Scheisse erzählt. Beginnen wir das ganze mal mit einem kleinen Portrait.

Alter: 23

Aufgewachsen: Celle Rockcity

Wohnort: Ebenfalls Celle

Beruf/ Arbeit: Kaufmann und Fronter

Instrument: Gitarre und Leadvocals

Andere Projekte: Nö!

Lieblingsessen: Maurerpimmel mit Gerümpel

Lieblingsgetränk: Jim Beam

Aktuelle „Top 5“:

1. Pantera – Far Beyond Driven

2. Metallica – Master Of Puppets

3. Machine Head – Burn My Eyes

4. Guns ´N´Roses – Apetite For Destruction

5. Testament – The Gathering

(Vielleicht doch nicht sooo aktuell…)

OM: OK fangen wir an. Ihr seid gerade auf ´nem Trip. Wie ist das Gefühl nach oben zu kommen?

Mutz: Fett…mehr geht nicht. Unbeschreiblich, ne. Wir haben unser Leben lang gerockt irgendwie und jetzt haben wir uns endlich mal zusammengefunden und jetzt geht’s schneller als wir gedacht haben und macht tierisch Bock.

OM: Das stimmt, schnell geht es wirklich. Momentan stehen die Leute ja auch auf Ektomorf oder so. Eure CD hat mich auch stark daran und an Machine Head erinnert. Meinst du daran liegt euer Erfolg?

Mutz: Ich denke wir spielen einfach nur das, was zusammengekommen ist. Wir kommen aus dem Deathmetal und aus dem Hardrock und das ist das Ergebnis, was dabei rausgekommen ist. Es passt halt gut und ich denke Metal und Rock kommen im Moment. Wird akzeptiert. Die Leute wollen wieder was hören, was auch Anspruch hat und ich denke das passt halt ganz gut zusammen.

OM: Ich hab gelesen ihr habt mit Korpiklaani und den Reitern gespielt. Waren das die Größten bislang?

Mutz: Ja, definitiv.

OM: Wie seid ihr an Korpiklaani rangekommen? Das passt ja nun so gar nicht.

Mutz: Hahaha, das lief über das Burning Rage Festival und die Organisatoren war´n unter anderem Riefenstahl. Das sind alte Bekannte von uns. Wir waren an dem Abend auch die einzige Band ohne Label und haben gut abgeräumt.

OM: Das kann ich mir vorstellen. Kommen wir mal zu Festivals. Ihr habt auf dem Emergenza gespielt. Persönlich find ich das Emergenza richtig Scheisse. Was sagt ihr zu dem Prinzip: Du bekommst Karten und musst die vertickern?

Mutz: Emergenza ist ´ne gute Plattform für Bands die sich zeigen wollen. Es ist wie eine Messe, auf der Bands sich dem Publikum vorstellen können. So gesehen ist es für Bands im unteren Sektor und sich hochspielen wollen ne gute Möglichkeit sich zu präsentieren. Aber es ist auch hinderlich, weil du dreimal in der gleiche Stadt spielst und dreimal die Leute mobilisieren musst. Und dass das ganze über Stimmenanzahl geht ist auch Streitwürdig. Zum Beispiel war eine Band aus Kiel da, die waren echt geil. Die haben als erstes gespielt, da war kein Mensch von denen da, die haben keine Sonne gehabt. Im Gegensatz dazu sind Bands, die qualitativ unter aller Sau waren, weitergekommen. Die haben halt 50.000 Leute angeschleppt.

OM: Das meinte ich

Mutz: Ja, und im Endeffekt finde ich für drei Bands die weiterkommen nach Köln, drei Vorentscheide ein bisschen übertrieben.

OM: Gehen wir weiter nach Wacken, wo ihr das Glück habt spielen zu dürfen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen bei dem Kontest zu spielen? War das eher zufällig oder wie?

Mutz: Ne das war ganz klar. Es gab ein paar Konteste die bei uns wichtig waren. U. a. Emergenza und das Wacken Metal Battle stand ganz oben, weil’s halt unsere Sparte bedient. Wir hatten irgendwo das Ziel, in die zweite Runde zu kommen. Das war halt die Option der Metalwelt zu zeigen. Hallo wir sind Drone, wir sind da und rocken euch den Arsch weg. Hat ja auch gut geklappt.

OM: Das hat geklappt. Kommen wir jetzt mal ein bisschen auf euch zu sprechen . Eure Texte, worüber sind die?

Mutz: Die sind über das reale Leben, über alltägliche Situationen. Generell sind die Texte reel. Wir singen nicht von Drachen, Schwertern und Reiten und so was. Es geht da mehr um reele Probleme, um Dinge die überweltigend sind. Z.B. haben wir jetzt nen ganz neuen Song „Chainsaw“ geschrieben. Da geht es darum, was es für ein Gefühl ist mit einer Kettensäge erst mal schön loszumarschieren und alles kurz und klein zu sägen. Das ist einfach dieses Machtgefühl. Und das versuchen wir halt im Song über die Musik und über die Texte kombiniert rüber zu bringen.

OM: Der Text der im Netz steht hat mich ein bisschen an Sepultura erinnert. Vielleicht noch ein bisschen Pantera oder so.

Mutz: Also Pantera kann gut sein.

OM: Ich hab zwar noch keinen Gig von euch gesehen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass bei der Mucke, so wie bei z.B. Ektomorf, es ziemlich abgeht. Rumspringen usw. Gibt’s dabei auch Violent Dancing und was hälst du davon?

Mutz: Nein, definitiv nicht. Wir haben nen ziemlich harten Moshpit, das ist klar. Bei uns wird viel Stagediving gemacht. Es geht ordentlich zur Sache. Dann und wann platzt auch mal einem der Schädel auf, an der Monitor Box oder so, aber das ist Eigenverschulden. Also von Violent Dancing halt ich gar nichts, weil es einfach nur noch destruktiv ist und gar nicht füreinander geht. Ein Moshpit, dabei geht geht es auch bei „Welcome To The Pit“ im Prinzip ist, man feiert ab soviel man kann, gibt 100% und wenn einer Fällt dann. Dauert es keine Sekunde und er steht wieder auf den Beinen, alle sind füreinander da und haben ne geile Zeit, passen aufeinander auf und am Ende sind alle völlig im Arsch, aber auch glücklich und darum geht’s uns. Sich völlig zu verausgaben und selbst zu zerstören ohne dabei den anderen zu schaden.

OM: Ja geile Sache, wenn man sich die Hardcore Szene mal anschaut ist das ja reines Geprügel. Aber egal, was erwartet ihr von der Zukunft?

Mutz: Für diese Jahr auf alle Fälle ein Labelvertrag.

OM: Habt ihr da was in Aussicht?

Ja, definitiv, wir werden dieses Jahr sicherlich unter ein Label kommen. Wo steth noch in den Sternen. Aber die Gespräche sind da, sagen wirs mal so.Wir halten uns aber mit Aussagen erst mal zurück bis wir wissen was auf dem Wackenbattle passiert. Wir machen halt im Moment viel, zeigen viel, spielen viel. Nicht unbedingt viele Gigs, aber dafür Gigs wo viel los ist, wo die Leute da sind. Also amtliche Locations und gehen auch direkt an Plattenfirmen ran. Wir sind also im Prinzip auf Werbetour im Moment. Schicken halt Material raus, holen uns Referenzen ein um zu gucken wie der Markt auf uns reagiert. Ich denke Ende Sommer bis Mitte Herbst werden wir uns dann für ein Label entscheiden und dann hoffentlich im nächsten Winter ne Platte aufnehmen.

OM: Sehr geil. Gut, ich hab ja schon angedroht das wir über Celle reden werden. Dann pack mal aus was da so abgeht!

Mutz: Celle ist irgendwie zwiegespalten. Einerseits ist es ne tierische Bürokratenstadt, auf der anderen Seite gibt’s ne tierisch geile Metalszene mit den umliegenden Dörfern Burgdorf und Lehrte. Da sind alles Junge Leute, die die alte Schule beherrschen. Das sind Leute von 14-20 die abrocken, aufeinander aufpassen. Das ist genau das, was ich vorhin auch mit dem Pit angesprochen hab. Die sind geil drauf. Die hören den alten Kram, hören den neuen Kram, sind für alles offen. Es geht halt tierisch ab. Gerade bei uns in Celle ist Metal tierisch schwer im kommen.

OM: Wundert mich ein bisschen, von Celle hört man sonst gar nichts.

Mutz: Wir haben jetzt Celle Rock City. Das ist ne Organisation die wir gemacht haben. Das haben Kollegen von uns angefangen und wir beteiligen uns da mit. So ziehen wir nach und nach größere Sachen auf. Wir haben dieses Jahr ein Festival gemacht. Zusammen mit den Grindfuckers. Das war komplett ausverkauft. Die Hütte hat gebrannt ohne Ende und das wird nach und nach immer mehr kommen. Wenn das gut organisiert und vereinigt wird. Es ist einfach alles da. Die Leute kommen zu den Konzerten, stehen vorne wenn die Bands spielen, es geht immer was ab, es ist immer was los, die Leute stehen zu einem und es ist halt ein riesen Haufen.

OM: Vergleich das ganze doch mal mit Osnabrück. Also, kennst du die Szene hier überhaupt?

Mutz: Wenig. Also in Osna ist viel Metal vorhanden. Die alternative Szene ist hier sehr ausgebreitet. Die Leute sind da. Was mir aber aufgefallen ist, ist das die Leute nicht so beherzt sind. Also im Vergleich zu Celle jetzt, da geben immer alle ihre 100% hier ist die breite Masse da die Metal hört, aber hier hab ich das Gefühl das die einzelnen Metaller sich nicht so auf die Bands einlassen würden. Nicht so direkt auf die Bands eingehen. Z.B. Mittwoch in diesem Laden…wie hieß er gleich…(Felix: Rosenhof) ja Rosenhof. Da gings gut ab.

OM: Ach du warst bei Trivium und so…

Mutz: Jap, da war ich echt beeindruckt das hier ein Circlepit funktioniert.

OM: OK, dann kommen wir noch mal zu dir. Wie wichtig ist Musik/Metal für dein Leben? Würdest du so ´nen Joey DiMaio Spruch bringen wie: “Nimm die Kanone und erschiess mich auf der Bühne”?

Mutz: Das würd ich nicht unbedingt sagen, aber im Prinzip ist es so. Ich würd alles für die Musik machen. Musik ist men Leben und schon mein ganzes Leben gewesen, von klein auf. Auch in meinem normalen Job hab ich nichts anderes als Musik um die Ohren. Das ist einfach das Leben. Sie ist das Elixier was uns jeden Morgen hochbringt und zu neuen Spitzen treibt.

OM: Solange ihr nicht so eine Scheissplatte aufnehmt wie Manowar und das selbe behauptet, OK. OK, machen wir Schluß. Wer wird Weltmeister?

Mutz: Deutschland!

OM: Ganz sicher?

Mutz: Auf jeden Fall!

OM: OK, ich bedanke mich. Viel Glück und Spaß nachher.

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