Alle Jahre wieder veranstalten die werten Kollegen vom Paderborner Metal Inferno e.V. das Metal Inferno Festival. Auch dieses Jahr bot man eine gute Mischung aus regionalen Nachwuchs- und Undergoundbands und namenhaften Headlinern.

Aufgrund unserer leicht verspäteten Anreise haben wir die erste Band The Helliphants leider verpasst, und auch die Einheimischen Paderborner Human Suit waren schon in der Mitte ihres Sets angelangt als wir eintrafen. Laut Festivalhomepage spielt diese Band „Modern Thrash Metal“, auch wenn sich das Ganze live eher wie Metalcore anhörte, der aber mit ordentlich Arschttritt und sichtlichem Spielfreude dargeboten wurde.

Noch mehr Spielfreude boten aber Rocketchief aus Münster: Stoner/Hard Rock at its best! Der Fünfer wirkte perfekt aufeinander eingespielt, und das Songmaterial muss sich nicht hinter dem von diversen Genregrößen verstecken. Dazu kam noch eine absolut gelungene Performance, viel Bewegung auf der Bühne und nahezu perfekter Sound, schon jetzt eine der besten Bands des Tages!

Aufgrund des mittlerweile aufgekommenen Bierdurstes hatten die Pagan/Black Metaller Obscurity schon einige Stücke gespielt und die reichlich anwesenden Fans waren voll in ihrem Element. Stücke mit klangvollen Namen wie „Blut und Feuer“ wurden lauthals mitgegröhlt, dazu wurde gebangt was das Zeug hielt. So würde es andernorts nichtmal beim Headliner abgehen…

Eternal Reign konnten danach mit ihrem Power Metal den Begeisterungslevel nicht mehr so ganz halten, boten aber dennoch eine sehenswerte Show, inklusive aller genreüblichen Posen. Nach und nach füllte sich der Saal dann auch, vermutlich auch weil es draußen mittlerweile recht kalt geworden war.

Auch wenn Accuser heutzutage musikalisch nichts mehr mit klassischem Metal zu tun haben, fanden sich diverse Kuttenträger vor der Bühne ein, die sich ein Old School-Set erhofften. Doch die vom Thrash zum modernen Hardcore a lá Hatebreed mutierten Siegener enttäuschten die Hoffnungen und spielten nur drei Stücke ihrer frühen Alben. Dennoch bildete – nicht ganz ohne zutun des Autors – sich der erste Pit des Abends, in dem es dann, genau wie auf der Bühne heiß herging.

Musikalisch schlugen die nun folgenden Gorilla Monsoon in eine ganz andere Kerbe, kamen beim Publikum aber mindestens genauso gut an wie die Vorgänger, was nicht zuletzt an dem sympatisch-asozialen Ansagen von Sänger Jack Sabbath (Geniales Pseudonym!) lag. Doom Metal kann also doch irgendwie partytauglich sein.

Dass Hail Of Bullets eine geniale Live-Band sind ist ja nichts neues, und auch dieses Mal machten sie ihrem Ruf alle Ehre. Die holländische Band um den sympathischen Sänger Martin van Drunen zerlegte die Kulturwerkstatt nach allen Regeln der Kunst, nur neue Songs gab es noch nicht zu hören, schade…

Am zweiten Tag waren eigentlich die schwedischen Gothic Metaller von Lake Of Tears für den Co-Headlinerposten gebucht, doch aufgrund eines gewissen isländischen Vulkans mussten diese ihren Auftritt kurzfristig absagen. Eine richtige Ersatzband konnte leider nicht mehr aufgetrieben werden, deswegen bekamen die ortsansässigen Scoop den Openerslot mit 30 Minuten Spielzeit, die anderen Bands sollten je ca. eine Stunde früher anfangen, doch im Laufe des Tages sammelte sich soviel Verzögerung an, dass der Headliner Destruction dann doch zur ursprünglich vorgesehenen Zeit spielte.

Aufgrund unserer erneut verspäteten Anreise hatten wir leider den Opener Scoop verpasst, und auch Sunlit Nights waren schon fast mit ihrem Set durch. Die Band hängte sich zwar ordentlich rein, konnte sich aber mit ihrem Glam Rock gegen die Sonne und die Fussball-Übertragung im Radio nicht durchsetzen. Selbiges Schicksal ereilte auch Autumn Sleeps und Laid In Ashes, die sehr engagierte Shows vor viel zu wenig Zuschauern hinlegten.

Auch der wirklich true Metal von Messenger konnte nicht viele Leute in den Saal locken, obwohl auch diese Band sich jede Menge Mühe gab. Angesichts dieser Posen wären Manowar sofort zur Emocore-Band mutiert.

Mittlerweile hatte sich die Sonne verzogen und es wurde draußen recht kalt, beste Bedingungen also um sich drinnen von Houwitser und ihrem Brutal Death Metal ordentlich den Arsch versohlen zu lassen. Die Band zeigte sich bestens aufgelegt und der unter seiner Skimütze verhüllte Sänger wagte einige Ausflüge ins Publikum. Toller Auftritt mit dem sich die Band mit Sicherheit einige neue Fans erspielt hat.

Sear Bliss boten Black Metal mit Trompetenklängen. Klingt komisch, funktionierte aber recht gut, auch wenn die Musik der Ungaren den meisten wohl zu anstrengend war.

Wesentlich eingängiger wurde es dann mit Powerwolf. Die deutsch-rumänische Band traf auf ein überraschend textsicheres Publikum, und lief zu Höchstleistungen auf, und Sänger Attila (Wie sollte ein Rumäne auch sonst heißen?) kam mit seinen „Vielen Dankeschon!“ kaum noch hinterher.

Destruction konnten also nicht mehr viel falsch machen. Außer dass der Soundcheck 15 Minuten länger dauerte als geplant und dass die Resonanzfelle der Bassdrums noch an das vom Metalinferno e.V. gestellte Drumset geklebt werden mussten. Wenn man drei Banner, auf denen der Bandname steht, auf der Bühne platziert hat, ist es natürlich sehr wichtig, dass die Bassdrums sich ins Gesamtbild einfügen. Man bemerkte zwar, dass dem Publikum zwei Tage voller Metal und Alkohol in den Knochen steckten, doch die Anwesenden gaben noch einmal alles, und die Band um Schmier stand ihnen wenig nach, auch wenn man diesen schonmal besser bei Stimme erlebt hat…

Insgesamt ein wirklich gutes Festival zu einem sehr günstigen Kurs, nächstes Jahr werde ich auch pünktlich zu den Openern kommen ;). Außerdem gab es an beiden Tage so gut wie keine Band mit schlechtem Sound, ein großes Lob an die zuständigen Mischer!

Anmerkung: Aufgrund von privaten Verhinderungen gibt es für den 2. Tag leider keine Bilder. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Mary Kolm, die uns ein paar Destruction Fotos hat zukommen lassen!

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