Petition: geplante Änderungen des medizinischen Cannabis-Gesetzes stoppen

Am 17. Juli 2025 wurde eine Petition mit der Nummer 184070 eingereicht, die sich mit geplanten Änderungen im medizinischen Cannabis-Gesetz befasst.

Hier geht es zur Petition: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2025/_07/_17/Petition_184070.html

Petition 184070 – Schutz der medizinischen Cannabis-Versorgung

Petition: geplante Änderungen des medizinischen Cannabis-Gesetzes stoppen
Petition: geplante Änderungen des medizinischen Cannabis-Gesetzes stoppen

Ziel der Petition ist es, den Bundestag aufzufordern, die vorgesehenen Einschränkungen zu stoppen. Konkret geht es um die geplante Pflicht zum persönlichen Arztbesuch für Verschreibungen sowie um das Verbot des Apothekenversands von Cannabis.

Für viele Patient:innen würde diese Gesetzesänderung gravierende Nachteile bedeuten, insbesondere für Menschen in ländlichen Regionen, mit eingeschränkter Mobilität oder geringem Einkommen.

Warum die Petition notwendig ist

Medizinisches Cannabis als essenzielle Therapieoption

In Deutschland sind zahlreiche schwerkranke Menschen auf Cannabis als Medikament angewiesen. Es handelt sich dabei nicht um ein Nischenpräparat, sondern für viele Patient:innen um die wirksamste oder sogar einzige Möglichkeit, Symptome zu lindern. Anwendungsgebiete sind unter anderem starke chronische Schmerzen, Multiple Sklerose, Epilepsie, Tourette-Syndrom oder therapieresistente Schlafstörungen.

Das bisherige System hat es ermöglicht, Cannabis nach einer ärztlichen Online-Beratung verschrieben zu bekommen. Die Medikamente wurden anschließend direkt von spezialisierten Apotheken nach Hause geliefert. Für viele Patient:innen war das ein unkomplizierter, sicherer und geregelter Weg.

Die geplanten Gesetzesänderungen

Die Bundesregierung plant nun tiefgreifende Veränderungen. Künftig sollen Rezepte ausschließlich nach einem persönlichen Arztbesuch ausgestellt werden dürfen. Parallel dazu soll der Versandhandel mit medizinischem Cannabis durch Apotheken verboten werden.

Beide Maßnahmen stellen eine deutliche Verschärfung dar und würden den Zugang zur Therapie erschweren.

Folgen für betroffene Patient:innen

Schwierigkeiten in ländlichen Regionen

Gerade Menschen auf dem Land sind auf digitale Angebote angewiesen. Ärzt:innen, die Cannabis verschreiben, sind dort selten. Bereits heute müssen viele Betroffene weite Strecken fahren, um eine verschreibungsbereite Praxis zu erreichen. Lange Wartezeiten auf Termine verschärfen die Situation zusätzlich.

Apotheken ohne Verfügbarkeit

Ein weiteres Problem ist die Versorgungslage in Apotheken. Nur ein Bruchteil der Apotheken führt Cannabis-Arzneimittel vorrätig. Der Versandhandel hat bislang sichergestellt, dass Patient:innen unabhängig vom Wohnort die benötigten Medikamente erhalten. Mit einem Versandverbot würden lange Anfahrtswege oder sogar eine vollständige Versorgungslücke entstehen.

Finanzielle Belastung durch Arztbesuche

Persönliche Arzttermine bedeuten zusätzliche Kosten. Pro Termin können bis zu 100 Euro anfallen, wenn beispielsweise Privatleistungen berechnet werden. Für chronisch Kranke, die regelmäßig auf Rezepte angewiesen sind, ist dies eine enorme finanzielle Hürde. Viele können diese Mehrkosten nicht stemmen.

Gefahr einer Zwei-Klassen-Medizin

Die geplanten Änderungen bergen die Gefahr, ein ungerechtes Zwei-Klassen-System zu schaffen. Wer in einer Stadt wohnt und über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, wird weiterhin Zugang zu Cannabis als Medikament haben. Wer hingegen auf dem Land lebt oder wenig Einkommen hat, verliert die Chance auf eine angemessene Behandlung.

Rückkehr zum Schwarzmarkt

Ein weiterer negativer Effekt ist die mögliche Abwanderung zum Schwarzmarkt. Wer legal keinen Zugang mehr zu seiner Medizin hat, sucht oft nach alternativen Wegen. Der Schwarzmarkt bietet jedoch keine Qualitätskontrolle, keine ärztliche Begleitung und birgt erhebliche gesundheitliche Risiken. Für Patient:innen, die auf eine sichere und standardisierte Behandlung angewiesen sind, wäre dies ein Rückschritt.


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Über den Autor: Michael Färber beschäftigt sich seit 2018 intensiv mit Cannabis, Hanf und CBD. Er absolvierte den Master of Cannabis Industry sowie die Ausbildung zum ACM-zertifizierten Berater für Medikamente auf Cannabisbasis. Dieser Artikel wurde von ihm redaktionell erstellt und geprüft und basiert auf eigener Recherche, Pressemitteilungen, aktuellen News, wissenschaftlichen Studien, langjähriger Erfahrung sowie modernen Recherche- und Textwerkzeugen. Weitere Informationen findest du hier: Autorenvorstellung von Michael Färber

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Forderungen der Petition

Erhalt des Online-Arztkontakts

Der digitale Arztkontakt muss erhalten bleiben. Besonders für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Patient:innen, die weit entfernt von spezialisierten Ärzt:innen wohnen, ist diese Möglichkeit unverzichtbar.

Weiterhin Apothekenversand von Cannabis

Der Versand von medizinischem Cannabis ist eine zentrale Säule der sicheren Versorgung. Nur dadurch kann gewährleistet werden, dass Patient:innen unabhängig von ihrem Wohnort Zugang zu den benötigten Medikamenten haben. Ein Versandverbot würde die Versorgung massiv gefährden.

Gleichberechtigter Zugang zur Therapie

Die Politik muss sicherstellen, dass alle Menschen in Deutschland die Behandlung erhalten können, die sie benötigen – unabhängig von ihrem Wohnort, ihrem Einkommen oder ihrer Mobilität. Gesundheit ist ein Grundrecht, und der Zugang zu verschriebenem Cannabis darf nicht durch unnötige Hürden eingeschränkt werden.

Gesundheit als Grundrecht

Recht auf medizinische Versorgung

Das Grundgesetz betont den Gleichheitsgrundsatz. Jede:r Patient:in hat Anspruch auf eine gleichwertige Behandlung. Der Zugang zu Cannabis als Medizin darf nicht von Faktoren wie Wohnort oder Einkommen abhängen.

Vermeidung zusätzlicher Hürden

Anstatt Hürden aufzubauen, sollte die Politik Wege suchen, die Versorgung zu verbessern. Digitale Arztbesuche, moderne Versandstrukturen und spezialisierte Apotheken sind Bausteine einer zukunftsfähigen medizinischen Versorgung.

Schlussfolgerung: Warum die Petition unterstützt werden sollte

Die Petition 184070 richtet sich gegen eine drohende Verschlechterung der Versorgungslage für Patient:innen, die auf Cannabis angewiesen sind. Sie setzt sich für den Erhalt digitaler Arztkontakte und den Apothekenversand ein – zwei entscheidende Elemente, um allen Menschen in Deutschland eine faire, sichere und gleichberechtigte Therapie zu ermöglichen.

Wer krank ist, braucht Hilfe – nicht zusätzliche Barrieren. Deshalb ist es notwendig, diese Petition zu unterstützen und ein deutliches Signal an die Politik zu senden: Die medizinische Versorgung mit Cannabis muss gerecht, modern und patientenorientiert bleiben.

Quelle / Infos: https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2025/_07/_17/Petition_184070.html

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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

Kein Anspruch / Gewähr auf Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit der News bzw. Pressemeldung

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