Mit „Für Dich“ geht The Walking Dead in die zweite Hälfte der vierten Staffel. Im Mid-Season-Finale verlor die Gruppe das Gefängnis nach einem verheerenden Angriff vom Governor und seiner Armee. Das Gefängnis wurde in weiten Teilen zerstört und ist nun von Beißern bevölkert. Im Chaos der großen Schlacht wurde die Gruppe in mehrere kleine Grüppchen getrennt, um deren weitere Geschichte es nun in den restlichen acht Folgen gehen soll. Den Anfang macht in „Für Dich“ Michonne, die nach dem Todesstoß an den Governor nun alleine zwischen den Beißern vor den Gefängnismauern steht.

Michonne auf sich allein gestellt

The Walking Dead Staffel 4 Episode 9 (Folge 44) - Für Dich (After)

The Walking Dead Staffel 4 Episode 9 (Folge 44) – Für Dich (After) bei SKY *

Erschreckender Auftakt der neuen Halbstaffel ist der verwandelte Kopf Hershels, der die Belagerung nicht überlebte. Michonne ersticht ihn und umgibt sich fortan mit zwei mundkastrierten Beißern, wie sie es auch schon zu Beginn ihres Abenteuers getan hat. Es scheint so, als wäre sie wieder als Einzelkämpferin unterwegs, als nomadisch lebende Kämpferin ohne Verbündete. In einem Traum wird sie an ihr früheres Leben erinnert, was ihren Wunsch zu etwas Normalität nur weiter verstärkt. Sie kann so nicht mehr leben. Der Anblick einer ihr sehr ähnlichen Beißerin löst dann die nötige Furcht, den Tatendrang und die Gewissheit in ihr aus, dass sie sich nicht mehr verstecken kann.

Die Guerrillazeit ist vorbei und sie murmelt ihrem toten Partner zu, dass sie jetzt eine Bestimmung im Leben habe. Kurzerhand fertigt Michonne sämtliche Beißer um sie herum ab und befreit sich metaphorisch von all ihrer Last in dieser gefährlichen Welt. Jetzt hat sie ein Ziel und folgt den frisch entdeckten Spuren von – wie sie vermutet – Rick und Carl.

Wird Carl der neue Rick?

Im Rahmen des zweiten Handlungsstrangs dieser Folge erfahren wir vom Schicksal von Rick und seinem Sohn Carl. Diese konnten sich im letzten Moment aus dem Gefängnis retten, mussten dabei aber den leeren Kindersitz von Judith entdecken. Rick ist schwer vom Kampf gezeichnet, versucht aber dennoch, Carl bestmöglich zu beschützen und ihm Survivaltipps zu geben. Dieser jedoch entfremdet sich im Verlauf der Folge immer mehr von seinem Vater, dem er im Stillen vorwirft, seine Schwester und Mutter nicht beschützt zu haben. Carl ist nun zwangsläufig erwachsen und will für sich alleine sorgen. Beide plündern verschiedene Orte, an denen Michonne später ebenfalls vorbeischaut. Carl reagiert patzig auf Ricks Ansprachen, will nicht mehr als Kind behandelt werden. In einer Bar versagen Ricks Kräfte und Carl muss ihm mit einem Schuss aus dem Revolver das Leben retten.

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Die beiden finden ein noch gut ausgestattetes und friedliches Haus, wo sie endlich zur Ruhe kommen. Carl lehnt von seinem Vater Essen ab und die Umkehr der Rollen nimmt dramatische Züge an, als Rick bewusstlos wird und für mehrere Tage seine Wunden auskuriert. Carl nutzt die Zeit, um sich als neue Führungsgestalt zu probieren und geht auf Plündertour. Dabei gerät er unerfahren in vermeidbare Schwierigkeiten, kann sich aber aus eigener Kraft retten. „Ich gewinne“, verkündet er dann, nachdem er entgegen Ricks allgemeinem Rat erneut Revolverkugeln benutzen musste. Carl genießt seine neu gewonnene Freiheit und kann sich am Abend gegenüber seinem weiterhin ohnmächtigen Vater endlich die angestaute Wut von der Seele reden. Rick sei schuld am Tod der halben Familie, war immer der Anführer, aber konnte keinen vor dem Governor beschützen. Jetzt sei Carl an der Reihe und Rick „ein Nichts“.

Am nächsten Tag findet Carl nicht nur Essen, sondern auch einen Beißer im Nachbarhaus. Erneut entgeht er dem Biss nur knapp und muss ein weiteres Mal schießen. Als Beute gewinnt er dafür eine große Dose Schokopudding, die er sich ganz bewusst nicht mit seinem Vater teilt und weiterhin die neue Einfachheit des neuen Lebens feiert. Der Handlungsverlauf zeigt wunderbar, wie Carl schon in jungen Jahren das Kindsein ablegen musste und jetzt vom Kopf her reif für diese Welt zu sein scheint. Was er dann jedoch an den Tag legt, ist kindliche Unvernunft gepaart mit ungenau angewandtem Erwachsenenwissen. Wo andere Kinder sich in der Pubertät mit kleinen Kriegen im Alltag gegen die Eltern auflehnen, drängt Carl hier direkt an die Spitze der Nahrungskette. Erneut zeigt uns The Walking Dead, wie die Umstände die Charaktere verändern.

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Eine neue Hoffnung

Irgendwann wacht Rick dann auf, ist aber noch so schwach, dass er Carl stöhnend entgegenkriecht und für ihn wie ein Beißer aussehen muss. Jetzt muss Carl seine Entwicklung abschließend, hat die Pistole schon in der Hand, um seinen vermeintlich toten und nun verwandelten Vater unschädlich zu machen. Doch er kann es nicht tun. Genau in diesem Moment begreift er, dass er alleine keine Chance haben wird. Im Scheitern seiner kindlich naiven Ideen liegt dann aber paradoxerweise das Erreichen seines Ziels des Erwachsenwerdens. Carl erkennt die Not, möchte sich sogar von seinem Vater beißen lassen. Jetzt ist er bereit für mehr und umso froher, als er Rick als lebendig erkennt. Rick ist noch kaum auf den Beinen, da sorgt er sich schon wieder um Carl, der nun wieder unterwürfig und einsichtig ist. „Du bist ein Mann“, lautet dann die abschließende Botschaft von Rick an Carl. Plötzlich klopft es an der Tür und Michonne trifft in Tränen auf ihre alten Begleiter. Das ist die Hoffnung, die die beiden jetzt brauchen und sogar Rick muss für einen kurzen Augenblick lächeln.

Fazit

Der Start der zweiten Staffelhälfte bildet gleich eine große Charakterentwicklung in Carl, der in zukünftigen Folgen immer eigenständiger und wie in den Comics ein starker Anführer sein kann. Auf ähnliche Weise muss sich Michonne mit ihrem Selbst beschäftigen, anders als bei Carl jedoch nicht in der Zukunft, sondern mit der Bürde der Vergangenheit. Sie ging schon damals ihren eigenen Weg, überlebte ihre Familie und wurde zum Badass mit dem Samuraischwert. Nun geht für sie der Weg zurück, dahin, wo eine neue Familie und endlich Frieden wartet. Von den drei Figuren dieser Folge ist wie so oft Rick derjenige, der keinen weiteren Schritt macht. Als besonderes Highlight von „Für Dich“ bleibt der abgetrennte und zombiefizierte Kopf des nicht vergessenen Hershels im Gedächtnis, der als Bindeglied zwischen der Vergangenheit im Gefängnis und den neuen Abenteuern fernab der schützenden Mauern dient.

Hier geht es weiter mit The Walking Dead Staffel 4 Episode 10

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Autor: Hackfleisch Helge


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