Australien: bekannt für Kängurus, „Crocodile Hunter“ Steve Irwin und AIRBOURNE

Und für was (the bloody hell) ist Australien noch bekannt, außer für Kängurus, dem völlig wahnsinnigen „Crocodile Hunter“ Steve Irwin (R.I.P.) und trockenen 35 Grad? Richtig, für Rock ́n`Roll, der einem aufrichtig und geradewegs in die Nüsse tritt.

Airbourne – Runnin‘ Wild

Genau darum geht Airbourne .„Runnin ́ Wild” heißt das erste Album der Band, das bereits Anfang 2008 in Deutschland erschienen ist. Mit einem klassischen Party – Rock à la AC/DC und Rose Tattoo reihen sich Airbourne bereits jetzt problemlos in die Liga der australischen Rockgrößen ein.

Großartiges Drumming, energiegeladenes Riffing und klassische Gitarrensoli erfüllen alle Erwartungen. Sänger und Lead- Gitarrist Joel O ́Keeffe kann mit seiner dynamisch – rauen Stimme überzeugen, mit der er vollkommen in das gängige Schema passt. Was mir besonders auffällt, ist der Sound: Die vier Jungs aus Melbourne tendieren in ihrem Gesamtklang eher gen Metal als Richtung klassischem Rock ́n ́Roll und erwecken somit einen moderneren, vielleicht auch härteren Eindruck.

Mit einer Gesamtlänge von 36:43 Minuten bekommt man 11 durchgehend gute Tracks, das Album schwächelt an keiner Stelle. Trotz den überdeutlichen Wurzeln der Band kann man zwar eine einschlägige Richtung ausmachen, aber nicht von einer Kopie sprechen.

Fazit: „Drink your beer/Drink your wine/Let’s have a good time.” Geiles Album.

Anspieltipps: „Runnin’ Wild”, „Blackjack” und „Girls In Black”

Airbourne – Black Dog Barking

Schon beim Opener „Ready to Rock“ wird klar, dass Airbourne immer noch voll auf der Höhe sind. Nach einem kurzen Männerchor setzen die Gitarren und das Schlagzeug ein, und sofort bleibt einem gar nichts anderes übrig, als sofort die Matte zu schütteln. Dazu der kreischende Gesang von Joel O’Keeffe – Großartig! Das Stück hat das Zeug zur nächsten Hymne, und steht in einer Linie mit Songs wie „Too much, too young, too fast“ und „No way but the hard way“.

Nach diesem fulminanten Anfang geht es dann allerdings etwas ruhiger und grooviger zu. Mit „No one fits me (better than you)“ gelingt den Jungs ein interessanter, stilistischer Schlenker, der äußerst sexy rüberkommt. Hier spürt man etwas mehr Pop- Einfluss und eine gewisse Glätte, die den Song extrem eingängig macht und zum Mitsingen einlädt. In eine ähnliche Richtung geht auch „Firepower“, allerdings mit deutlich mehr Härte und Aggressivität. Danach widmet man sich wieder mehr den Airbourne-typischen Trademarks.

„Live it up“ und „Woman like that“ sind straighte Hard Rock-Nummern mit typischer Lyrik und simpler Struktur. „Hungry“ hingegen ist ein klassischer Banger, der vor allem von seiner klaren Linie lebt. Der Song ist autobiografisch zu verstehen und beschreibt die Geschichte der Band. Mit seinem an frühe Metallica erinnernden Spirit zählt er wohl zu den härtesten auf dem ganzen Album. Einen würdigen Abschluss findet das Album dann mit dem Titeltrack „Black Dog Barking“. Dieser schon fast als düster zu bezeichnende Song strotzt nur so vor Wut, Angst und Aggression. Der schwarze Hund steht hier für ein geisterhaftes Wesen, das einem im Traum begegnet und als Zeichen des Todes gewertet wird.

Ganz besonders dieser Song unterstreicht die musikalische Zwitter-Stellung der Band. Längst sind sie aus dem Schatten ihrer großen Landsmänner AC/DC heraus getreten und haben ihren eigenen Sound kreiert. Hierbei vereint die Band die Fröhlichkeit des Rock’N’Roll, die Härte des Metal und auf gewisser Weise auch die Melodik des Pops miteinander.
Insgesamt kann man sagen, dass sich die Band logisch weiter entwickelt hat. Schlagzeug und Gitarren sind etwas ausgefeilter, und für das Songwriting scheint man sich mehr Zeit gelassen zu haben. Die Stücke wirken deutlich komplexer und umfassender als noch auf dem Vorgänger-Album.

Eigentlich nur der Opener erinnert noch an die Unbeschwertheit und Lockerheit früherer Tage. Wer also auf lustige Party-Nummern der Marke „Girls in Black“ oder „Blackjack“ steht, der wird hier nur bedingt bedient. Dafür haben die Songs auf „Black dog barking“ mehr Tiefe. Und sicher haben Airbourne nicht ihren grinsenden Optimismus und die reißende Hard Rock-Attitüde verloren.

Tracklist:
01. Ready to rock
02. Animalize
03. No one fits me (better than you)
04. Back in the Game
05. Firepower
06. Live it up
07. Woman like that
08. Hungry
09. Cradle to the grave
10. Black dog barking

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Devil Side Festival 2010 mit Airbourne

Überrascht von der guten Parkplatzsituation direkt an der Uni waren wir auch schon in wenigen Minuten vom kostenfreien Parkhaus auf dem Festivalgelände.

Bereits um 10:00 Uhr am Sonntagmorgen gaben sich die V8 Wankers die Ehre. Kein wunder dass viele Metalheads zu so früher Stunde noch nicht die nötige Überwindung fanden aufzustehen. 2 Stunden länger schlafen bedeutet für das Devil Side Open Air allerdings gleich 5 Bands zu verpassen: Die Black Spiders aus Großbritanien, Failed Perfection – welche für Throwdown eingesprungen sind-, The Haunted aus Schweden und die Münsterländer Neara hatten jeweils nur 25 Minuten Spielzeit. Dank der guten Organisation war der geplante fliegende Wechsel zwischen den Bands auf den 2 Bühnen kein Problem.

Pünktlich um 12:10 Uhr heizten uns Sonic Syndicate mächtig ein. Als der letzte Ton ihrer Melodic-Deathmetal-Mischung verhallte begannen Devil Driver auf der gegenüber liegenden Bühne. Mr. Irish Bastard, welche direkt im Anschluss an die Hardcore Band Smoke Blow spielten, wussten wie man das Publikum begeistert. Trotz brennender Mittagshitze zeigte das Publikum hohen körperlichen Einsatz.

Auf den Irish Folk folgte Alternative Metal von Emil Bulls und nachdem Mad Sin aus Berlin sich verabschiedet hatten kamen alle Hardcore-Fans bei Agnostic Front, Snapcase und Fear Factory auf Ihre Kosten. Für alle anderen war das eine wohlverdiente und dringend nötige Pause. Doch mit Zebrahead aus Kalifornien gab es ab 17:25 Uhr wieder ordentlich Abwechslung.

Overkill schrien sich die Seele aus dem Leib, so das man sich anschließend vorkam als hätte man Watte in den Ohren. Danko Jones war schlicht und ergreifend der Hammer, ich bin wohl nicht die einzige die sich darüber geärgert hat das er die Hälfte der Zeit dazu nutze zu reden anstatt zu singen.

Bevor die von vielen lang erwarteten Viking Metaller Amon Amarth aus Schweden die Bühne betraten, rockten New Model Army das Festival. Die Zeit in der die New Yorker, Sick Of It All spielten nutzen viele als Getränkepause um fit für Airbourne zu sein. Man konnte nicht anders als mitzumachen. Bei Airbourne blieb kein Fuß still stehen. Kein Stimmband geschont. Eine Band die keine Enttäuschung zulässt.

Mal abgesehen von den überteuerten Preisen an Essens- und Getränkeständen – eine kleine Pommes für 3 €? Ein 4 € Döner von dem man Abends noch Bauchschmerzen hat?- und davon das man keine Möglichkeit hatte sich nach dem Dixibesuch mal die Hände zu waschen war es alles in allem ein gutes Festival. Organisatorisch einwandfrei gelöst, ein Line Up das für 49 € absolut zufriedenstellend ist, viele Sitzmöglichkeiten, viel Schatten.

Ich bin gespannt auf das 3. Devil Side Open Air.

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Autor: ArchiVader

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