Als wir am Mittwoch Abend in Hünxe bei Bottrop ankamen, war das Campinggelände des Death Feast schon gut gefüllt und die Leute waren bereits bester Festivalstimmung. Von Beginn an herrschte eine super Atmosphäre. Nach dem Zeltaufbau ging es dann gleich ab in’s Partyzelt, in dem schon ein gutes Warm-up für die nächsten Tage geboten wurde.


Wer bei mir an diesem Tag die größte Aufmerksamkeit weckten waren dann Prostitute Disfigurement aus Holland, die nach einigen Jahren Pause wieder auf der Bühne standen mit all der musikalischen Macht, die sie carakterisiert. Das einzig Bedauerliche war, gerade für neue Fans, dass es keinerlei Merchandise der Band zu erwerben gab.

Anschließend spielten Leng tch’e aus Belgien, die mit hartem Sound und ihrem masskierten Sänger auf jeden Fall für Abwechslung sorgten.

Die vorletzte Band des Tages war Hail of Bullets, die meiner Meinung nach mit ihrer Art von Oldschool- Death Metal (auch aus Holland) beeindruckten. Es war nicht das erste Mal, dass ich sie live sah und doch überraschte es mich erneut, welche Power sie auf der Bühne haben.

Zum Hauptakt des Tages, Dying Fetus, muss ich wohl nicht viel sagen, denn die drei Jungs auf der Bühne sprechen mit ihrer Kunst für sich selbst. Wie schon am Vortag gab es nach dem letzten Konzert des Tages noch bis tief in die Nacht gute musikalische Unterhaltung.

Der Freitag begann mit der schottischen Band Cerebral Bore und für diese gab es bereits zahlreiches Publikum. Darauf spielten Haemophagia aus Spanien, die einen etwas sanfteren Gang als erwartet einlegten. Leider gab es nach den ersten 15 Minuten der Show einen Wetterumschwung, der mit starkem Wind anfing, die Bühne zu zerlegen. Die Konsequenz war, dass das Death Feast – Team entschied, dass die Bühne so nicht mehr sicher genug sei und so kam es, dass die Shows der folgenden Bands ins Partyzelt verlegt wurden, bis sich der Sturm legte. Leider bedeutete dies auch, dass es kein WM-Fussball für die Fussballer des Festivals gab, da der Übertragungsort im Partyzelt wegfiel. Dafür wurde dann zeitweise Fussball auf dem Rasen vor dem Partyzelt gespielt.

So spielten Bands wie Milking the goatmachine, Amputated und Cliteater leider nur auf einer kleinen provisorischen Bühne, was ein bißchen enttäuschend war für Bands und Publikum, aber die Stimmung nicht trübte.

Mit Sinister ging es dann am Abend wieder auf der großen Bühne weiter. Leider hatte das Chaos des Sturms zu einem großen Zeitverlust geführt, der jetzt wieder wettgemacht werden sollte, indem die folgenden Bands jeweils nur 30 Minuten spielen durften. Dies führte bei Bands wie Sinister, Rompeprop und Grave wie auch beim Publikum zu einigem Missmut. Aber abgesehen von dieser kurzen Spielzeit der Bands genossen die Leute doch 100%ig die guten Shows der besagten Bands.

Am Ende des Tages spielten Necrophagist und, wie es zu erwarten war, war dies ein spektakulärer Auftritt mit Liebe für musikalische Details. Anschließend endete auch der der zweite Tag des Death Feast 2010 im Partyzelt.

Samstag, der letzte Tag des Festivals, begann mit viel Sonne und guten Temperaturen. Für mich ein perfekter Tag, um eines der besten Death Metal Festivals, auf denen ich je gewesen bin, zu beenden. Doch die ersten Bands des Tages erschienen mir doch recht langweilig, bis Carnivore auftrat. Die Kolumbier, die eigentlich um die Ecke im spanischen Madrid wohnen, begannen ihre Show mit einem langsamen Death Metal und obwohl der Bassist im ersten Lied einen kleinen Sturz erlitt, liessen sie es sich nicht nehmen, den Circle Pit in Bewegung zu halten. Für mich war der Auftritt der Kolumbianer sogar eine 8,5 von 10.

Danch kamen Carnophage aus der Türkei, die eine gute Show lieferten, genauso wie Grind inc., wie erwartet mit gutem Metal Grindcore.

Die amerikanischen Waco Jesus schlossen sich mit einem ebenfalls ansehnlichen Auftritt an: Eine Band, die sich nicht komplett in schwarz kleiden muss, um eine gute Grindcore-Show zu geben.

Darauf gab es wie angekündigt ein special set von Dying Fetus, in dem sie ihre Alben „Purivication Through Violence“ (1996) und „Killing On Adrinaline“ (1998) spielten.

Krönender Abschluss des Death Feast war diesen Jahr Suffocation, die durch ihren ausdrucksstarken Sänger und spektakulärem Sound beeindruckten. Schon bei der Autogrammstunde konnte man die netten Amerikaner zuvor mal ganz normal und sehr Fan-verbunden erleben; der Auftritt war anschließend wirklich ein hervorragender Abschluss für ein beeindruckendes Festival.

Hervorzuheben bleibt, dass die Auswahl an Verpflegung für ein Festival dieser Größe mehr als zufriedenstellend war, so dass tatsächlich jeder Besucher auf seinen Geschmack gekommen sein dürfte: Von Pommesbude (mit der echt leckeren Death Feast Currywurst, sehr scharf) über Pizza bis hin zum China-Imbiss war alles vorhanden und auch Döner gab es natürlich.

Desgleichen war die Toilettenversorgung, wie schon im Jahr zuvor, bestens, da neben vielen Dixie-Toiletten auch richtig gemütliche Klos und saubere Duschen bereitgestellt wurden.

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