Heavy Metal ist im engeren, aber auch gebräuchlicheren Sinne eine Stilrichtung der Rockmusik. Die Musik ist im Groben eine Weiterentwicklung des Hard Rock mit Elementen aus Blues, Jazz und Punk.

Die bekanntesten Subgenres im Heavy Metal: Thrash Metal, Speed Metal, Death Metal und Black Metal

Bekannte Subgenres im Heavy Metal: Thrash Metal, Speed Metal, Death Metal und Black Metal

Bekannte Subgenres im Heavy Metal: Thrash Metal, Speed Metal, Death Metal und Black Metal

Heute wird zwischen mehreren Substilen unterschieden – beispielsweise Thrash Metal, Death Metal oder Black Metal. Der Ausdruck Heavy Metal benennt genau genommen eines dieser Subgenre, welches die vorherrschende Spielweise des der 1970er und 1980er umfasst; er wird aber in vielen Fällen synonym mit Metal als Oberbegriff angesehen. Die Heavy Metal benannte Subsparte trägt manchmal auch den Namen Classic Metal.

Einigen Menschen erscheint der Metal als primitiver Krach, während man die Musik in der Szene hingegen nicht selten als das non plus ultra ansieht; Insgesamt gibt es – wie in jeder Musikrichtung – auch hier zwar talentlose Musiker, aber auch einige der besten Sänger und Instrumentalisten der Welt, oder zumindest der Populärmusik. Im Grunde setzt die Metalszene sogar ein stärkeres Gewicht auf musikalischen Anspruch, als dies beispielsweise im Szenebewußtsein des Punkrocks oder Oi! aufzufinden ist – wenngleich Anspruch und Realität sich natürlich nicht zwingend decken müssen. Viele Kompositionen des Metal stehen in ihrer Ausgefeiltheit denen anderer Musikrichtungen aber dennoch nicht nach.

Während einige Metalbands große kommerzielle Erfolge verbuchen können, sah sich die Szene von der Öffentlichkeit früher – teilweise auch noch heute – mit Vorurteilen konfrontiert. Er wurde manchmal mit Begriffen wie Satanismus, Proletentum und Rechtsradikalismus in Verbindung gebracht und diffamiert, was für viele Szenegänger ein Problem darstellte, aber andererseits als Identitätsmerkmal zur Abgrenzung zum sog. Mainstream diente.

Doom Metal

Als die Erfinder des Doom Metal gelten Black Sabbath, deren Lieder wie beispielsweise Iron Man (aus der LP Paranoid von 1970) oder Sabbath, Bloody Sabbath (aus der gleichnamigen LP von 1973) als exemplarisch gelten können. Als erste Doom Metal Band überhaupt galt Tyrant, die späteren Saint Vitus, es folgten Trouble, Candlemass, Cathedral, Revelation und Pentagram.

In den späten 70er Jahren kam Doom völlig aus der Mode und wurde vom Punk überrollt. In den 80er setzten Bands wie Candlemass (Album ‚Epicus Doomicus Metallicus‘) und Saint Vitus die stampfende Zugmaschine Doom-Metal wieder in die Spur. Mittlerweile gibt es neben dem Standard noch einige neue Richtungen, die Spielarten Death Doom und Gothic Doom sowie den Stoner Metal, wobei sich der Death Doom durch seine Death-Metal-Grunts und der Gothic Doom zumeist durch eine romantischere Atmosphäre und Frauengesang auszeichnet.

Weitere Unterarten sind z.B. der Funeral Doom (langsamer, monotoner, Begräbnis-ähnliche Atmosphäre) oder der Drone Doom (nur noch verzerrtes Gitarren- und Bassgewaber). Wie allen Genres des Metal üblich, ist auch hier die Grenze zwischen den Stilen etwas verwischt.

Inhaltlich handeln die Texte meistens von Melancholie, Trauer, Endzeitstimmung, Sehnsucht, Verzweiflung und Tod. Doom Metal Stücke entfalten nach Auffassung der Fans ihre Wirkung nicht im bloßen Zuhören nebenbei, sondern man muss der Musik Zeit widmen, um sie genießen zu können.

Black Metal

Black Metal ist eine Subkultur des Heavy Metal, welche Ende der 1980er in Norwegen und Schweden entstand und sich rasch im nördlichen Europa ausbildete.

Die – im allgemeinen verschwommene – Bezeichnung wird für Bands verwendet, welche sich in ihren Texten und ihrem Auftreten mit satanistischem, heidnischem oder generell einer Art lebensfeindlichem Gedankengut beschäftigen. Im Untergrund findet heidnisches Gedankengut als lebensbejahend jedoch breite Ablehnung bis Verachtung.

Allerdings gibt es auch andere Definitionen, z.B. über die Musik. Der Gesang ist i.d.R eine Art Gekrächze oder Geschreie, während meistens primitive, monotone Gitarrenriffs gespielt werden – wenngleich manche Musiker auch komplexe und intensive Riffs bevorzugen, als Beispiel hier Emperor. Am Schlagzeug dominieren Double Bass und Blastbeats. In einigen Fällen werden auch Keyboards zum Aufbau eher orchestraler Momente verwendet, wenngleich jene im Untergrund verpönt sind.

Das kulturelle Zentrum der weltweiten Black Metal Szene stellen auch heute noch die Skandinavischen Länder und in ganz besonderem Maße Norwegen dar, wo die heutige Form der Stilrichtung ihren Ursprung fand, wenngleich auch in anderen Ländern derartige Szenen existieren. Die Wurzeln der Musik sowie der Name „Black Metal“ gehen auf die britische Thrash Metal Band Venom zurück, die eigentliche Ideologie basiert auf den Gedanken des Mayhem-Gitarristen Euronymous.

Black Metal gilt als die extremste Subszene des Heavy Metal, mit den stärksten Säkularisierungsbestrebungen in dieser Subkultur. Eine Schätzung geht von circa 8000 – überwiegend männlichen – Anhängern in der Bundesrepublik aus, die sich aktiv am Szeneleben beteiligen. Die Zahl der Mitläufer ist sicher weit aus höher.

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Death Metal

Death Metal ist eine Variante des Heavy Metal und damit der Rockmusik. Typische Merkmale sind sehr tief gestimmte Instrumente und gutturaler Gesang, oftmals auch Double Bass Drumming und extrem schnelle so genannte Blastbeats. Die Texte behandeln meistens die Thematik des Todes und des Leidens, teilweise mit philosophischen (nihilistischen) oder auch satanistischen Anteilen.

Der Musikstil entstand Mitte der 1980er-Jahre aus dem Thrash Metal. Erst nach einiger Zeit entwickelte sich jedoch Bewußtsein für eine neue Musikrichtung und Metalszene; so lassen sich damals beispielsweise auch bei Destruction Riffs finden, welche ohne weiteres von einer Death Metal Band hätten stammen können.

Als erste Vorreiter gelten vor allem die Bands Possessed, Slaughter, Hellhammer/Celtic Frost und Morbid Angel (von der Musikzeitschrift Rock Hard als die ersten Superstars des Death Metal bezeichnet) sowie Death, deren Kopf Chuck Schuldiner als „Godfather of Death Metal“ verehrt wurde. Erwähnenswert als eine der ersten Death Metal Bands sind ebenfalls Master.

Am einflussreichsten waren in den USA Bands aus Tampa, Florida (z.B. Death, Morbid Angel, Obituary, Deicide,) dem Umfeld New Yorks und Marylands (Suffocation, Cannibal Corpse, Malevolent Creation, Dying Fetus), sowie zu einem großen Maße auch Autopsy.

Parallel zum Death Metal entstand eine ähnliche, jedoch mehr der Punk-Bewegung zuzuschreibende Musikrichtung namens Grindcore. Diese war besonders zu Beginn der 1980er in Großbritannien von Bedeutung und brachte richtungsweisende Bands wie Napalm Death, Bolt Thrower oder Carcass hervor, die den US-Death Metal entscheidend prägten.

Thrash Metal

Thrash Metal entstand Anfang der 1980er Jahre als schnellere und extreme Spielart des Heavy Metal. Oftmals wird der Thrash als eine Verschmelzung der Energie und Geschwindigkeit des Hardcore-Punk und den Techniken des New Wave Of British Heavy Metal bezeichnet. Beim Thrash-Metal sollen die Gitarren brutal klingen und werden daher speziell darauf abgemischt oder herunter gestimmt. Der ursprüngliche Thrash Metal zeichnet sich vor allem durch schnelles und präzises Riffing aus. Oftmals wurde nur die offene E-Saite in Verbindung mit Power-Chords verwendet. Ein weiteres Kennzeichen ist konsequentes Double-Bass-Drumming. Thrash Metal wird allgemein als Ausgangspunkt für die extremen Metalstile, besonders Death Metal, angesehen.

Die Geschichte des Thrash reicht in die späten 70er Jahre zurück. Besonders zwei Bands werden allgemein als größte Einflüsse betrachtet, nämlich Venom und Motörhead. Manchmal werden diese Bands schon als Thrash bezeichnet, manchmal liest man auch „Proto-Thrash“.

Allgemein gilt aber „Kill ‚Em All“ von Metallica aus dem Jahr 1983 als erstes Thrash Album. Neben Metallica stammen auch viele andere wichtige Thrash-Bands aus der San Francisco Bay Area, darunter Exodus, Testament und Death Angel. Grob lässt sich sagen, dass Bands wie Exodus, Slayer, Dark Angel einen eher brachialeren und weniger melodiösen Stil verfolgten, während Bands wie Metallica, Megadeth oder Death Angel vielfältiger, melodiöser und etwas experimentierfreudiger waren. Wegen der hohen Geschwindigkeit und des technischen Anspruchs wurden verschiedene Thrash-Richtungen bald sehr technisch. Manchmal spricht man nach der 2nd Wave Of Thrash auch von Technical-Thrash oder Progressive-Thrash. Der Höhepunkt der Thrash Metal Bewegung war zweifellos zwischen 1986 und 1988 erreicht. Manchmal wird von 1988 oder 1989 zumindest bezüglich Bay Area Thrash als Thrash Metal Depression gesprochen, da der Enthusiasmus in der Szene damals etwas abflaute. Die Bands Anthrax, Megadeth, Metallica und Slayer werden als „Big Four“ des Thrash bezeichnet.

Eine weitere blühende Szene bildete sich in Deutschland mit Gruppen wie Destruction, Kreator, Tankard und Sodom. In neuerer Zeit auch mehrere jüngere Bands, bspw. Desaster, Blizzard, Witchburner, Epidemic Disease und Genetic Disorder.

Industrial Metal

Industrial Metal ist eine im Europa der frühen 1990er Jahre verbreitete Bezeichnung für eine ursprünglich in den USA entstandene musikalische Verschmelzung von Industrial und verschiedenen Varianten des Heavy Metal, wobei die Öffnung aus beiden Stilen erfolgen kann. Häufig wird der Begriff generell für elektronisch angehauchten Metal oder gar Rock verwendet und etablierte sich Mitte der 1990er neben der Sammelbezeichnung Crossover.

Beim ursprünglichen Industrial Metal werden oft Samples ähnlich dem frühen britischen Industrial (Cabaret Voltaire) verwendet. Der Gesang ist zumeist elektronisch verzerrt, Schlagzeuger werden partiell durch Drumcomputer ersetzt. Als Begründer dieses Stils gelten Ministry, welche Ende der 1980er Jahre ihre Elektronik mit harten Rhythmusgitarren kreuzten. 1991 veröffentlichten O.L.D. das Album „Lo Flux Tube“ und hämmerten sich mit ihrer Mixtur aus Metal-Gitarren, Computersounds und einem dem Thrash- und Black Metal nicht unähnlichen Kreisch-Gesang durch die frühen 1990er. Der große Durchbruch des Industrial Metal gelang jedoch erst mit Ministry’s zweitem Anlauf „Psalm 69“. Dieser Longplayer war wegweisend für viele nachfolgende Projekte aus dem Metal-, Industrial- und Electronic Body Music-Umfeld. Pouppée Fabrikk aus Schweden verabschiedeten sich 1993 von ihren EBM-Wurzeln und fanden produktionstechnische Unterstützung bei Tomas Skogsberg, der sich u.a. für die Alben der Death Metal-Acts Dismember und Entombed verantwortlich zeichnet. Die Krupps aus Deutschland beschritten einen ähnlichen Weg und veröffentlichten im selben Jahr „II“ (The Final Option). Front Line Assembly folgten 1994 mit „Millennium“, das bis dato beste und dichteste Werk des Zweimannprojektes. Der Einfluss Rhys Fulbers, jahrelanges Mitglied von Front Line Assembly, machte sich Mitte der 1990er u.a. auch bei Fear Factory bemerkbar, deren Album „Demanufacture“ er produzierte.

In einem anderem Zusammenhang verweist Industrial Metal auf Vermengung von Death Metal, Thrash Metal, Nu Metal und Metalcore, welche durch elektronische Einlagen bereichert werden. Die Vocals bestehen meistens aus elektronisch verzerrtem Geschrei oder Death-Growls, jedoch kommt sehr häufig auch cleaner, melodischer, sehr gekonnter Gesang zu Einsatz.

Als Ikonen dieses Stils gelten die ehemaligen Death Metaller Fear Factory, welche in ihre musikalischen Wurzeln nicht nur mit Elektronik einbauten, sondern zu einem großen Anteil auch das vorweggriffen, was Jahre später als Metalcore einen Hype erleben sollte. Während dieser Stil in Europa mit Darkane und Mnemic Anhängerschaft finden sollte, erlebte er in Verbindung mit dem Nu Metal durch Static-X in den USA kommerzielle Erfolge.

Die verschiedenen Genres im Heavy Metal

Hardrock

Die Geschichte des Hardrock kann man ziemlich einfach in drei Epochen einteilen. Die erste Epoche dauerte in etwa von 1968 bis ins Jahr 1975. Besonders prägend für diese Zeit waren die vier Bands Led Zeppelin, Deep Purple, Uriah Heep und Black Sabbath. Wie schon zuvor erwähnt, stellten Black Sabbath mit ihrem düsteren Hardrock die Weichen für den aufkommenden Heavy Metal. Deep Purple und Uriah Heep machten durch ihren klassischen Einfluss erste Schritte in Richtung Progressive Rock. Led Zeppelin gelten als eine der bedeutendsten Bands des bluesträchtigen Hardrocks und werden als Ur-Band des Sleaze Rock angesehen. Wörtlich bedeutet sleaze „schäbig“ und „zum Abschaum gehörend“. Diese Variante des Hardrock wurde vor allem in den späten 80er Jahren in den USA populär. Vergleichbar ist der Sleaze Rock mit dem Glam Metal, allerdings unterscheiden sich diese Spielarten hauptsächlich im Image der Bands. Sleaze Rocker sind eher rau, rebellisch und unangepasst, was sich auch in ihrer Optik äußert. Typische Sleaze Bands sind unter anderem Guns N`Roses, Crazy Lixx, The Hellacopters, Hardcore Superstar, L.A. Guns, Private Line, Reckless Love, Skid Row, Vains of Jenna, Rhino Bucket, The 69 Eyes oder Gemini Five.

Die zweite Phase des Hardrock dauerte etwa von 1975 bis 1982. Auch diese stand noch unter dem Einfluss von Led Zeppelin. Auch Bands wie AC/DC, Aerosmith, die Scorpions, Kiss und Rush fallen als wichtige Vertreter in diesen Zeitraum. Bezeichnend für die Musik dieser Zeit war eine relative Einfachheit und Ungezähmtheit. Beeinträchtigt wurde diese zweite Phase des Hardrock durch die zunehmende Popularität der Punkmusik. Im Jahr 1980 ebbte die Hochphase des Hardrock doch schnell ab, da sowohl der Schlagzeuger John Bonham von Led Zeppelin als auch der Frontmann Bon Scott von AC/DC verstarben.

Die dritte Hardrock-Phase wurde mit dem Erscheinen des ersten Van-Halen-Albums im Jahr 1978 eingeleitet. Der Ausnahme-Gitarrist Eddie Van Halen setzte mit seiner Virtuosität auf der Leadgitarre ganz neue Akzente. In den darauf folgenden Jahren nahm die aufblühende Popmusik immer mehr Einfluss auf den Hardrock. Die Bands gerieten immer stärker in Wettstreit miteinander, vor allem hinsichtlich der Grandiosität ihrer Bühnenauftritte und Produktionen, außerdem auch im Hinblick auf ihr eigenes Auftreten. Anfang der 90er Jahre verdrängten dann Stilrichtungen wie Alternative Rock und Grunge zunehmend das Genre des Hardrock. Selbst klassische Hardrock-Bands wie Giant oder Winger konnten sich nicht mehr auf dem Markt behaupten.

New Wave of British Heavy Metal

Die britische Musikzeitschrift „Sounds“ verwendete 1979 erstmals den Begriff New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM). Der eigentliche Erfinder des Ausdrucks ist der Londoner DJ Neal Kay. Dieser förderte beispielsweise Bands wie Iron Maiden oder Praying Mantis. Viele junge britische Bands schlossen sich der neuen Welle an und orientierten sich an den alten Hardrock-Urgesteinen Black Sabbath, Deep Purple oder Judas Priest. Allerdings verzichteten sie dabei nicht auf Punk-Elemente. Die Klassiker unter den NWoBHM-Bands sind Samson, Angel Witch, Def Leppard, Saxon, Iron Maiden, Praying Mantis, Girlschool, Raven, Tygers of Pan Tang, Diamond Head, Demon, Tank und Holocaust.

Glam Metal

Glam Metal, auch Hair Metal oder abfällig Poser Metal genannt, hat seinen Ursprung Ende der 70er Jahre und hatte seine Blütezeit Anfang bis Ende der 80er Jahre. Der schrille Look des Glam Rock vereinigt sich hier mit dem sogenannten „Party Metal“. Charakteristisch für den Glam Metal sind die virtuosen und schnellen Gitarrenparts, die relativ simplen Songstrukturen, die einprägsamen Refrains und der Falsettgesang. Unter Falsett versteht man landläufig die sogenannte Kopfstimme (wie man es von der Gruppe Modern Talking her kennt). Der Name Hair Metal entstand durch die langen und aufgestylten Haare der Bandmitglieder. Vom Begriff aufstylen (glam) leitet sich auch die Bezeichnung Glam Metal ab. „Poser“ ist ein abfälliger Name für die durchgestylten Metal-Musiker dieser Zeit. Von den „wahren Metallern“ wurden die Poser (Angeber) als „wimps“ bezeichnet (Weichlinge). Hauptsächlich davon betroffene Gruppen waren zum Beispiel Europe oder Poison. Maßgeblich beeinflusst wurde die spätere Glam-Metal-Szene durch Bands wie Aerosmith, Angel, Alice Cooper, Cheap Trick, Quiet Riot, Kiss, Hanoi Rocks, Ted Nugent, Van Halen und die New York Dolls. Weitere Vertreter des Glam Metal waren Dokken, Black´n Blue, Twisted Sister und etwa ab Mitte der 80er Jahre Cinderella, Warrant, Poison, Slaughter und Stryper. Anfang der 90er Jahre wurde der Glam Metal vom Grunge weitestgehend von der Bildfläche gedrängt. Nur wenige ältere Gruppen erfuhren gegen Ende der 90er Jahre nochmals ein Revival, wie zum Beispiel Skid Row und Twisted Sister.

Power Metal

Power Metal entstand Anfang der 80er Jahre und lässt sich in drei Untergenres einteilen. Da gibt es den US-amerikanischen Power Metal, den Europäischen Power Metal und den Epic Power Metal. Der Power Metal aus den USA ist eher von rauer Natur, es wird kaum oder gar kein Keyboard eingesetzt und der Stil gehört in die Kategorie des Classic Heavy Metal. Typische Vertreter des US-Power-Metal sind Bands wie Virgin Steele und Warlord. Der Europäische Power Metal wird auch manchmal als Melodic Speed Metal bezeichnet. Er trat Ende der 80er Jahre auf und wurde maßgeblich vom US-amerikanischen Power Metal beeinflusst.

Der Europäische Power Metal ist allerdings von einer weitaus fröhlicheren Natur, er ist um einiges schneller und die clean vocals sind ein deutliches Merkmal. Dies bedeutet, dass der Gesang von einer großen Klarheit ist und sich meist in den höheren Tonlagen abspielt. Außerdem kommt hierbei das Keyboard viel häufiger zum Einsatz und typische Powerballaden zählen zum Europäischen Power Metal. Charakteristische Bands dieser Sparte sind Helloween, Gamma Ray, Blind Guardian und Stratovarius. Sie gehörten zu den Gruppen der ersten Stunde; einige Zeit später kamen Bands wie Rage, Conception, Helicon, Hammerfall, Edguy, Sonata Arctica, Nightwish und Rhapsody of Fire dazu.

Der Epic Power Metal ist ebenfalls Ende der 80er Jahre entstanden und wird auch als Symphonic Power Metal bezeichnet. Hier finden sich grandios-pompöse Arrangements mit symphonischen Elementen. Sowohl der Text als auch die Musik sind gekennzeichnet von konzeptionellen epischen Stilmitteln. Oftmals werden große Chöre und/oder Orchester eingesetzt. Die Gruppen Blind Guardian und Rhapsody of Fire sind die bekanntesten Vertreter des Epic Power Metal.

Doom Metal

Doom Metal („doom“ ist der englische Begriff für Unheil oder Untergang) ist eine sehr düstere und schwere Stilrichtung des Metal. Bezeichnend für den Doom ist eine traurige, dunkle Grundstimmung, sowohl im Text als auch bei der Musik. Die Songtexte beeinhalten oft Themen wie Tod, Trauer, Verzweiflung, Sehnsucht, Melancholie und Untergangsstimmung. Der Doom Metal konnte sich nie wirklich als echter Mainstream gegenüber den anderen Metal-Stilrichtungen behaupten. Und das eigentlich völlig zu Unrecht: Doom ist von einem hohen künstlerischen Niveau geprägt, sei es von den Instrumenten, den Gesängen oder der Atmosphäre her gesehen. Doom Metal zeichnet sich durch schwere und sehr langsame Gitarrenriffs sowie durch walzende Drum Rhythmen aus. Außerdem hat er die meisten Subgenres, wie beispielsweise der Drone Doom, der Epic Doom, Death Doom, Gothic Doom, Stoner und Funeral Doom Metal. Zu den ersten Vertretern gehörten Black Sabbath, außerdem Saint Vitus, The Obsessed und Trouble aus den USA sowie Pagan Altar und Witchfinder General aus Großbritannien. Mitte der 80er Jahre gesellte sich dann die schwedische Gruppe Candlemass dazu.

Melodic Metal

Der Name Melodic Metal ist eine schwammige Sammelbezeichnung für eine Vielzahl an Metalstilen. Heute gibt es diesen Begriff in dieser Form eigentlich nicht mehr. Oft wird der Melodic Power Metal mit der Bezeichnung Melodic Metal einfach gleichgestellt. Im Grunde ist die Struktur ähnlich aufgebaut wie beim Power Metal, eben nur mit einer viel größeren Menge an Melodien und mit weniger Power. Es gibt aber auch den Melodic Death Metal, wobei hier das „Death“ nicht einfach weggelassen werden kann, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Auch bei diesem Genre bleibt das harte Grundgerüst des Death Metal bestehen, wobei eben mehr Melodien mit einfließen. Eine Gruppe der ersten Stunde war At The Gates, die ihr Album „Slaughter of the Soul“ 1995 herausbrachte. Allerdings löste sich die Band bereits 1996 wieder auf. Aus diesem Grund haben wohl zwei andere Bands einen viel größeren Bekanntheitsgrad erlangt: die Göteborger Bands In Flames und Dark Tranquility. Ebenfalls prägend für die sogenannte „Göteborger Schule“ waren die Bands The Haunted und Soilwork, deren Musik zusätzlich von Thrash-Elementen durchzogen war.

Speed Metal

Unter Speed Metal versteht man einen harten, lauten und von Sprech- und Schreigesang geprägten Metalstil der 80er Jahre. Besonders charakteristisch ist die hohe Geschwindigkeit der Songs, zumindest für die damalige Zeit. Der Begriff Speed Metal tauchte erstmals Ende der 70er Jahre auf – und zwar maßgeblich geprägt durch die Band Motörhead aus Großbritannien. 1977 wurde das gleichnamige Album auf den Markt gebracht; allerdings distanziert sich Frontmann Lemmy Kilmister von der Bezeichnung Metal-Band, er sieht sich eher im Rock´n´Roll Genre. Jedoch enthält die Musik von Motörhead deutliche Stilmittel des Speed Metal und die Band tritt noch heute bei den verschiedensten Metal-Festivals auf. Zu den offensichtlichsten Merkmalen des Speed Metal gehören zweistimmige Gitarren, der Doublebass und ein oft rauer, aber auch manchmal klarer Gesang. Bekannteste Vertreter des Speed Metal sind Metallica (vor allem mit „Hit the Lights“ 1982 und „Kill ´Em All“ von 1983), Megadeth, Anthrax, Anvil, Exodus, Slayer, Hallows Eve, Overkill und Agent Steel. Auch Helloween, Grave Digger und Running Wild haben mehrere Speed-Metal-Songs mit ihren Alben herausgebracht. Aus den USA gehören Racer X sowie The Great Kat zu den bekanntesten Speed-Metal-Bands. Im Laufe der Zeit verschwamm jedoch die deutliche Zuordnung der jeweiligen Bands zum Speed Metal. Einiges entwickelte sich in Richtung Thrash Metal oder wurde nun eher dem Power Metal zugeschrieben.

Thrash Metal

Thrash Metal (von englisch thrash, „verdreschen, verprügeln“) ist eine extrem schnelle Variante des Metal, welche Anfang der 80er Jahre hauptsächlich in Nordamerika entstand. Fälschlicherweise wird oft die Schreibweise „Trash“ verwendet, was übersetzt so viel wie „Müll, Abfall“ bedeutet. Maßgeblich beteiligt an der Entstehung des Thrash Metal sind Bands wie Metallica (zumindest deren erste Alben), Exodus und Exciter. Am meisten geformt wurde der Thrash Metal durch die Einflüsse des damals populären NWoBH und dem zu der Zeit extremen und schnellen Hardcore Punk. Bezeichnend für den Thrash-Stil sind schnelle und präzise Gitarrenparts und relativ rohe Spiel- und Gesangstechniken (allerdings ohne Deathgrowls). Somit gilt der Thrash Metal als Vorgänger der späteren harten Metalstile wie beispielsweise Grindcore oder Death Metal. Kaum vorzufinden sind beim Thrash solche Stilmittel wie Keyboards oder Synthesizer. Textlich werden beim Thrash Metal vorwiegend politische, sozialkritische, aggressive oder sogar satanistische Themen behandelt. Die Blütezeit des Thrash war Ende der 80er Jahre; Anfang der 90er Jahre wurde er durch die vielen neuen Stilrichtungen des Metal verdrängt und verlor an Popularität. Neben den vorher erwähnten Gruppen gehören zur Stilrichtung des Thrash Metal folgende Bands: Annihilator, Anthrax, Capricorn, Death Angel, Overkill, Slayer, Pantera, Sepultura, Sodom, Megadeth, Exhorder, Testament, Machine Head, Destruction, Exumer, Kreator, Sadus, Hades, Artillery und Coroner. Anfang des neuen Jahrtausends begann ein Thrash-Revival, nachdem Bands aus den Anfängen des Thrash wieder zusammenfanden und an ihren alten Erfolgen anknüpften. Dazu gehören zum Beispiel die Bands Exodus oder Destruction.

Funk Metal

In den 80er Jahren entwickelte sich die Stilrichtung des Funk Metal (auch Funky Metal genannt), die sich aus den verschiedensten Musikrichtungen zusammensetzte. Dazu gehören der Hardcore Punk, Hip Hop, Funk und Heavy Metal. Zu Beginn der 90er Jahre fand der Funk Metal mit den Bands Faith no More, Living Colour und Rage against the Machine seinen Höhepunkt. Der Gesang des Funk Metal zeichnet sich vor allem durch die clean vocals, also durch eine klare, reine Singstimme aus. Er wird zudem stark durch Elemente des Hip Hop geprägt. Instrumental wird die Musik oft durch Trompeten oder Saxofone untermalt. Funk Metal gilt als eine frühe Form des Crossovers und zudem als Vorreiter des moderneren Nu Metal. Bekannte Funk-Metal-Bands sind neben den vorab genannten: Firehouse, Incubus, F.F.F., Jane´s Addiction, Red Hot Chili Peppers, Cucumber Men, Extreme, Primus, 311, Fishbone, Porno of Pyros, Mordred, One Day as a Lion, Velcra, Ugly Kid Joe, Spin Doctors, Krautschädl, Freaky Fukin Weirdoz, Infectious Grooves, Blackeyed Blonde, Excuse Me Moses, T.M. Stevens, Lucy Brown, Clutch, Limp Bizkit und Urban Dance Squad.

Grindcore

Mitte der 80er Jahre entstand parallel zueinander in Amerika und Großbritannien der Grindcore, der vornehmlich im Crustcore und dem Hardcore Punk seine Wurzeln hat. Grindcore ist die wohl extremste und härteste Form des Metal. Typische charakteristische Merkmale des Grindcore sind anarchische Songgefüge und stakkatoförmige Rhythmen in einem enormen Tempo. Die Gesänge sind oftmals bis zur Unkenntlichkeit verfremdet und die gesamte Produktion wirkt nicht selten völlig chaotisch auf den Zuhörer. Ebenfalls bezeichnend ist der Einsatz von Blastbeats des Schlagzeugs, die manches Mal bis zu 180 Beats per minutes erreichen können. Seit den 90er Jahren werden zudem Drumcomputer eingesetzt. Auffallend beim Grindcore sind die sehr kurzen Songlängen, manchmal dauern diese nur wenige Sekunden, im Regelfall höchstens zwei bis vier Minuten. Die Texte sind meist aggressiv, zerstörerisch, sozialkritisch oder politisch. Hauptthemen sind Kriege, Gewalt, Horror und Tabuthemen. Untergenres entstanden, die zudem pornografische Elemente sowie die an Gore- und Splatterfilme angelehnten Liedtexte verinnerlichten. Folgende Bands sind dem Grindcore zuzuordnen: Rotten Sound, The Rotted, Impetigo, Dahmer, Mortician, Misery Index, Blood, Cattle Decapitation, Impaled, Antigama, Dead Infection, Napalm Death, Inhume, Terrorrizer, Brutal Truth, Dead, Repulsion, Extreme Noise Terror, Brain Drill und Nasum.

Death Metal

Mitte der 80er Jahre entwickelte sich aus dem Thrash Metal in den USA die neue Metalrichtung Death Metal. Als erste Vertreter des Stils gelten die Bands Slaughter, Celtic Frost, Possessed, Morbid Angel, Death und Master. Typische Merkmale des Death Metal sind die tiefen Instrumente und Growls, außerdem die rasanten Blastbeats und der Doublebass des Schlagzeugs. Raue, direkte Gitarrenriffs sind ebenso charakteristisch wie die typischen Death Growls des Gesangs. Einfach ausgedrückt kann der Gesang auch oft nur noch als „Gebrüll“ bezeichnet werden. Die Liedtexte befassen sich thematisch in der Hauptsache mit dem Tod, Leid, Zerstörung, dem Krieg, manches Mal auch mit satanistischen, teils philosophischen/nihilistischen und sozialkritischen Themen. Die gesellschaftskritische Thematik erscheint häufig bei den Subgenres Melodic Death und Technical Death. Zu den Subgenres des Death Metal gehören außerdem die Stilrichtungen Deathgrind, Death´n´ Roll, Brutal Death, Florida Death, Deathcore, Slam Death Metal, Death Doom, New York Death, Melodic Death Metal und Technical Death Metal. Die Urform des Death Metal wird inzwischen als „Old School Death Metal“ bezeichnet. Zu diesen Old School Bands gehören vornehmlich Gruppen wie Morbid Angel, Bolt Thrower und Master. Bekannte Kultbands, die eine Schlüsselfunktion im Death Metal spielten, sind außerdem Dark Tranquillity, Carcass, Hypocrisy, Amon Amarth und Obituary.

Black Metal

Ebenfalls in den 80er Jahren ist der Black Metal entstanden, maßgeblich aus dem Speed Metal heraus. Der Ursprung des Black Metal liegt in Norwegen und in Schweden. Von dort aus breitete er sich schnell in ganz Nord- und Mitteleuropa aus. Leicht zu erkennen ist der Black-Metal-Stil an dem krächzenden und lauten „Gekreische“ und an der dunklen und drückenden Stimmung, die vor allem durch die morbid-atmosphärischen Keybordklänge und die gewollten Dissonanzen in der Musik hervorgerufen wird. Ebenso wie die Atmosphäre ist auch der Text sehr düster und oft von Hass geprägt. Thematisiert werden vorwiegend okkultistische, satanistische und misanthropische Sachverhalte. Es geht dabei um Depressives, um düstere Rituale und Zeremonien; oft ist die Rede von der Apokalypse, von Friedhöfen und unterirdischen Katakomben. Auch anti-christliche und heidnische Elemente finden sich oft in den Texten des Black Metal. Häufig werden den Black-Metal-Bands Rechtsradikalismus und Rassismus vorgeworfen, was in der Regel nicht der Fall ist. Das negative Bild und die Vorurteile dem Black Metal gegenüber entstanden zudem durch Vorfälle in Norwegen, bei denen es zu Brandanschlägen auf diverse Kirchen kam. Im Laufe der Zeit entstanden immer neue Subgenres des Black Metal. In den 90er Jahren war dies der Symphonic Black Metal (mit den Bands Cradle of Filth und Dimmu Borgir), der Atmosphere Black Metal (mit den Bands Vinterland und Summoning) sowie der Unblack Metal (mit den Gruppen Lengsel und Horde). Ende der 90er Jahre kam der Stil des Depressive Black Metal (Funeral Mourning, Abyssmal Sorrow) sowie des Ambient Black Metal (Nortt, Profanum) hinzu.

Pagan Metal

Pagan Metal (von englisch pagan, „heidnisch“) ist ein Metal-Genre mit vorwiegend mythologischen Themen aus vorchristlichen Religionen. Entstanden ist der Pagan Metal Mitte der 90er Jahre, quasi als Produkt der zweiten Welle des Black Metal. Der größte Unterschied zum Black Metal ist allerdings die weniger satanistische Prägung, sondern vielmehr die Ausrichtung auf das Heidentum. Mythologie spielt dabei eine immense Rolle und bei den Songs geht es häufig um die Götter und das Heldentum des eigenen Landes. Nicht zwingend germanische oder nordische Sagenerzählungen bilden die Grundlage, auch Religionen aus vorchristlicher Zeit können die Basis der Texte sein, wie zum Beispiel aus der griechischen Antike oder aus der Historie von Ländern wie China, Japan, Amerika oder anderen Völkern. Bands der ersten Stunde waren zum Beispiel Primordial aus Irland, In the Woods aus Norwegen oder die litauische Band Poccolus. Die Band Kawir verband erstmals in Griechenland den Stil des Black Metal mit heidnischen Songtexten. Oftmals wir die Pagan-Metal-Musik mit Stilelementen des Folk Metal verbunden. Dann kommen Instrumente wie Dudelsäcke oder Fiddles zum Einsatz. Auch markante Keyboardstellen sind bezeichnend für die Musik. Wie beim Black Metal ist der Gesang des Pagan kreischend und krächzend; allerdings ist die Atmosphäre insgesamt weniger düster, sondern mehr epischer Natur.

Viking Metal

Zum Ende der 80er Jahre entstand das Metal-Genre des Viking Metal. Genau genommen ist dieser eine Mischung aus den Elementen des Black Metal, des Death Metal und der Folk-Melodien Skandinaviens. Die Texte handeln überwiegend von großen Schlachten der Wikinger, von den Mythen und Sagen dieses Volkes. Musikalisch eng verwandt ist der Viking Metal mit dem Pagan Metal, der allerdings die Mythologie und Sagenwelt der Länder aus den verschiedensten Kontinenten behandelt. Die Band Bathory mit ihrem leider 2004 verstorbenen Gründer Quorthon ist wohl die erste prägende Gruppe dieses Metalstils. Vor allem das Album „Hammerheart“ aus dem Jahr 1989 ist ein Paradebeispiel für Viking Metal der Extraklasse. Ein weiterer erwähnenswerter Vertreter des Viking Metal ist die Band Falkenbach und außerdem die Gruppe Enslaved, die allerdings sehr stark vom Black Metal beeinflusst war. Der Gesang des Viking Metal ist eine Mischung aus den Kreisch-Elementen des Black Metal, aus clean vocals und aus den tiefen Growls des Death Metal. Oft werden auch große Chöre eingesetzt und kraftvolle, melodische Gitarren. Auch Synthesizer und Keyboards werden gerne verwendet sowie manchmal Flöten und Fiedeln. Charakteristisch für den Viking Metal ist auch, dass die Texte oft in der Landessprache vorgetragen werden.

Industrial Metal

In der zweiten Hälfte der 80er Jahre entwickelte sich der Industrial Metal, auch als Industrial Rock oder Industrial Hardcore bezeichnet. Die Stilrichtungen des Industrial Rock und des Industrial Metal sind derart fließend, dass keine genaue Trennung vorgenommen werden kann. Geprägt ist dieses Metal-Genre von Elementen des Hardcore Punk, des Noise Rock und des Thrash Metal. Eine schwere und düstere Atmosphäre durchzieht die Musik, untermauert von elektronisch verzerrtem Gesang, der oft mit einem Halleffekt versehen ist. Auch Growls aus dem Death Metal können vertreten sein, außerdem wird das Schlagzeug meist durch den Drumcomputer ersetzt und das Keyboard spielt eine tragende Rolle für die düstere atmosphärische Dichte. Die Thematik des Industrial Metal handelt hauptsächlich von dunklen, traurigen, pessimistischen und ernsten Sachverhalten, ähnlich dem Doom Metal, dem Black Metal oder dem Dark Metal. Vorreiter dieses Stils ist die Band Ministry, aber auch die Gruppe Goldflesh. Zudem bekannt sind Bands wie beispielsweise Red Harvest, Schnitt Acht, Blow, Testify, Puncture, Strapping Young Lad, Skold, Stabbing Westward, Misery Loves Co., Die Krupps, The Amenta, O.L.D., Last Rites, 16 Volt, Acumen oder Scorngrain.

Nu Metal

Nu Metal ist eine noch nicht sehr lange vertretene Stilrichtung des Metal, die auch manchmal als New Metal oder Nü Metal bezeichnet wird. Angelehnt an den Boom des Crossovers in den frühen 90er Jahren wurde die Bezeichnung hauptsächlich für Musikbands verwendet, die sich Elemente des Industrial Metal, des Alternative Rock, des Hardcore, des Funk und Heavy Metal sowie teilweise auch des Hip Hop zu eigen machten. Mitbegründer des Stils war maßgeblich die Band Rage Against the Machine sowie die Gruppen System of a Down und Korn. Am meisten beeinflusst wurde der Nu Metal vom Funk Metal, der jedoch etwas seichter war, besonders im gesanglichen Sinne und im Gitarrenspiel. Folgende Merkmale bezeichnen den typischen Stil des Nu Metal: verzerrte E-Gitarrenklänge, Synthesizer-Einsätze, ein dominierender E-Bass, auf- und abspringende Bandmitglieder, hardcoretypischer Schreigesang, Texte über die Kindheit, Jugendzeit und über Kriminalität oder soziale Randgruppen. Bekannte Vertreter des Nu Metal sind: Slipknot, P.O.D., Coal Chamber, Breed 77, Linkin Park, Korn, Deftones, Disturbed, Insolence, Kittie, Red, System of a Down, Switched und Mushroomhead.

Metalcore

Bereits Mitte der 80er Jahre spielten Bands wie die Crumbsuckers oder S.O.D. die Stilrichtung des Metalcore, allerdings wurden sie damals noch dem Crossover zugeordnet. Der Begriff Metalcore entstand erst Mitte der 90er Jahre und setzte sich in der Musikszene hauptsächlich Anfang des neuen Jahrtausends fest. Metalcore ist eine Zusammensetzung aus den Elementen des Thrash Metal, des Melodic Death Metal sowie des Hardcore Punk. Somit überwiegen vor allem thrashlastige, aber auch melodische Rhythmen und Gitarrensounds. Weitere Merkmale sind häufige Tempowechsel, abwechselnde Gesangsstile der verschiedenen Musikrichtungen und die vom Hardcore (Rap) beeinflusste Textwahl, die sich hauptsächlich auf gesellschaftliche und politische Themen bezieht. Typische Metalcore-Bands: Stigmata, Unbroken, Heaven Shall Burn, Fall of Serenity, All that Remains, Asking Alexandria, August Burns Red, Bring me the Horizon, Caliban, Chimaira, Diecast, Embrace the End, Maroon, On Broken Wings, Killswitch Engage, Arson, By Night, Darkest Hour und As I Lay Dying.

Mittelalter Rock

Mittelalter Rock wird manchmal auch als Mittelalter Metal bezeichnet, da es oftmals Elemente des Folk Metal aufgreift und eine meist härtere Ausrichtung aufweist. Hauptsächlich die Band In Extremo hat Anfang der 90er Jahre das Genre populär gemacht. Die Stilrichtung ist eine vorwiegend deutsche Erscheinung. Da es nicht sehr viele Musikbands gibt, die sich ausschließlich diesem Genre zuordnen lassen, hat sich der Begriff in der Szene nicht übermäßig manifestiert. Oft wird der Mittelalter Rock dem Gothik zugeordnet, dies ist allerdings nicht korrekt, da seine Wurzeln mehr in der Mittelaltermusik, im Folk, Folk Rock, im Hardrock und im Metal liegen. Das Gothik-Genre hat sich mehr aus dem Post-Punk und dem Wave-Umfeld entwickelt. Die Merkmale des Mittelalter Rock sind folgende: Einsatz von altertümlichen Instrumenten (Drehleier, Schalmei, Blockflöte, Krummhorn, Laute, Sackpfeife, Harfe) neben den gängigen Metalinstrumenten, meist romantische und positive Mittelaltertexte (manchmal aber auch düster, wie zum Beispiel beim Thema Hexenverbrennung), Texte meist auf neuhochdeutsch, manchmal sogar auf lateinisch, rauer und markanter Männergesang. Typische Vertreter des Mittelalter Rock sind: In Extremo, Haggard, Volkstrott, Ingrimm, Tanzwut, Morgenstern, Ragnaroek, Subway to Sally, Schelmish, Vogelfrey, Zwielicht, Ougenweide, Nachtgeschrei, Ignis Fatuu, Moskote, Feuerschwanz und Adaro.

Folk Metal

Der Folk Metal hat sehr viele Ähnlichkeiten mit dem Viking Metal, dem Mittelalter Rock und dem Pagan Metal. Die Stilmittel lassen sich schon unterscheiden, allerdings sind die Übergänge manchmal fließend. Seit Anfang der 90er Jahre existiert der Folk Rock bereits, maßgeblich begründet von der Band Skyclad (mit ihrem Album „The Wayward Sons Of Mother Earth“) oder der Gruppe Orphaned Land aus Israel, die mit ihrer Musikrichtung das Folk-Metal-Subgenre des Oriental Metal begründete. Charakteristische Merkmale für den Folk Metal sind: typische folkloristische Melodien und Texte aus der jeweiligen Nation, clean vocals oder auch Growls und Schreigesang, neben Metalinstrumenten kommen Geigen, Flöten, das Akkordeon, die Drehleier, die Sackpfeife oder der Dudelsack zum Einsatz. Typische Folk-Metal-Bands sind: Vintersorg, Elvenking, Cruachan, Arkona, Midnattsol, Tuatha De Danann, Dalriada, Heidevolk, Turisas, Waylander, Tyr, Trollfest, Finntroll, Lumsk, Arafel, Almora, Toccata Magna und Ensiferum.

Heavy Metal Genres ausführlicher (mit Beispielbands) erklärt

Die Bay Area als Geburtsort des klassischen Thrash Metal

Thrash Metal (wird leider auch gerne falsch geschrieben, sodass das Genre auch gerne als „Trash Metal“ bezeichnet wird) bedeutet so viel wie „prügeln, verprügeln bzw. dreschen“. Und genau jene Wörter bilden auch das Programm des Thrash Metals. Denn jenes Genre zählt zu den extremen Sparten des Metals. Es gibt wohl kein „Zwischengenre“ des Metals, das derart schnell, aggressiv und brutal ist.

Thrash Metal entstand zu Beginn der 1980er Jahre. Es waren Bands wie Slayer oder die früheren Metallica (bis zum Album „Metallica“, das auch gerne als „Black Album bezeichnet wird), welche in der Bay Area spielten und eine Brutstätte für einen aggressiven und äußerst schnellen Sound schufen. Alles, was bisher dagewesen war, ganz egal, ob es sich um Led Zeppelin, Motörhead oder Black Sabbath handelte, musste übertroffen werden. Während das Genre noch bis in die späten 1980er Jahre zahlreiche Bands hervorbrachte (wie etwa Flotsam & Jetsam, Vio-lence, Forbidden oder auch Heathen), hat sich nur eine Handvoll der Gruppen durchsetzen können. Doch auch wenn Thrash Metal gerne als „amerikanische Erfindung“ angesehen wird, darf auch der teutonische Underground nicht aus der Geschichte verdrängt werden. Es waren Bands wie Kreator, Sodom oder auch Destruction, die ebenfalls die Thrash Metal-Szene prägten. Auch viele Death- sowie Black Metal-Bands berufen sich immer wieder auf diverse Thrash Metal-Bands aus Deutschland, die der Auslöser waren, mit der Musik zu beginnen und sich dem Genre anzuschließen. Auch wenn heute nur noch wenige Thrash Metal-Bands von früher übrig geblieben sind, haben sich in den späten 1980er und früheren 1990er Jahren einige Gruppen formiert, die zwar nie die Erfolge der „ersten Thrash Metal-Bands“ wie Metallica und Slayer erzielt haben, jedoch Jahre bzw. Jahrzehntelang erfolgreich in der Metal-Szene vertreten waren.

Zwischen Slayer und Metallica

Der Thrash Metal zählt heute zu den aggressivsten sowie härtesten Genres im Heavy Metal-Bereich. Es gibt wohl keine andere Musikrichtung, die derart schnell, brutal und aggressiv gespielt wird. Doch dabei spielen nicht nur die Musikinstrumente der einzelnen Bands eine Rolle, sondern auch der Gesang sowie die Texte. Vor allem charakterisiert sich Thrash Metal durch einen äußerst aggressiven Gesang und brutale Texte. Doch das Genre muss sich immer wieder Kritik gefallen lassen. So wird Thrash Metal als „unmelodisch“ dargestellt; die Musiker bräuchten auch keine Ahnung zu haben, wie sie ihre Instrumente spielen sollen. Ein fataler Irrtum. Schon alleine die Geschwindigkeit des Genres macht klar, dass nur äußerst geübte, professionelle und talentierte Musiker am Werk sein können, damit jenes Genre tatsächlich gespielt werden kann. Ein klassisches Beispiel sind etwa Slayer. Aber auch Metallica, welche bis Ende der 1980er Jahre Thrash Metal verkörperten und als „Erfinder“ des Genres galten, haben diese Zeit durchaus geprägt. Während Slayer heute noch immer Thrash Metal spielt und sich in den letzten Jahren kaum verändert haben, gab es aber auch zahlreiche andere Bands, die – wohl mit dem Alter – deutlich ruhiger wurden und auch für Balladen zu haben waren.

Die bekanntesten sowie erfolgreichsten Thrash Metal-Bands:

  • Exciter
  • Death Angel
  • Overkill
  • Testament
  • Exodus
  • Kreator
  • Megadeth
  • Anthrax
  • Slayer
  • Metallica

Speed Metal

Zu Beginn der 1980er Jahre entstand das Genre Speed Metal. Den Ursprung fand das Genre in Europa sowie Kanada. Charakteristisch für diese spezielle Unterart des Metals ist das durchaus hohe Tempo.

Die klassischen Merkmale

Im Speed Metal regieren zweistimmige Gitarrenläufe, harmonische Gitarrensoli sowie auch die häufige Verwendung des Doublebass. Ein weiteres Stilmittel ist der hohe Gesang. Auch wenn in den 1980er Jahren der Speed Metal immer wieder mit dem Thrash Metal gleichgesetzt wurde, gibt es doch deutliche Unterschiede. So sind im Speed Metal-Genre deutlich mehr melodische Klänge zu hören, während der Thrash Metal durch seinen äußert aggressiven Stil auffällt. In der weiteren Entwicklung konnte man auch feststellen, dass der Speed Metal immer mehr in das Genre des Powermetals eingeordnet werden konnte. Interessant ist vor allem die Tatsache, dass viele Bands, die durchaus die Kriterien einer Speed Metal-Band erfüllen würden, sich nie zu diesem Genre bekannt oder sich identifiziert haben. Mitunter ein Grund, warum heutzutage der Speed Metal – in seiner klassischen Art und Weise – nicht mehr existiert bzw. vielmehr in der Power Metal-Szene zu finden ist.

Die Pioniere des klassischen Speed Metals

Es waren Deep Purple, die zu Beginn der 1970er Jahre mit „Highway Star“ und „Fireball“ ein neuartiges Genre, das später Speed Metal genannt werden sollte, erfanden. Auch Motörhead gilt zu den Urvätern des Speed Metals; vor allem das Debütalbum gilt heutzutage als Pionier des Speed Metal-Genres. Auch Judas Priest konnte Ende der 1970er Jahre mit ihrem „Stained Class“-Album das Speed Metal-Genre nach vorne treiben und deutlich prägen. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass viele dieser Bands, angefangen von Motörhead bis Deep Purple, auch Judas Priest, sich selbst nicht in die Kategorie des Speed Metal-Genres einordnen wollen. Sie bezeichneten ihre Musik als „Rock N Roll“ oder auch „Heavy Metal“. Metallica hingegen revolutionierte den Speed Metal. Mit ihrem Album „Kill ‚em all“, welches im Jahr 1983 auf den Markt kam, sprachen Experten bereits vom ersten „richtigen Speed Metal-Album“. Metallica bezeichneten ihre Musikrichtung jedoch nie als Speed, sondern als Thrash Metal. Der Beweis: „Ride the Lightning“ hatte zwar noch Elemente des Speed Metals, jedoch konnte das Album – in Gesamtbetrachtung – in die Kategorie des Thrash Metals eingeordnet werden. Bands, die jedoch keinen Hehl daraus machten, Vertreter des Speed Metal-Genres zu sein, waren unter anderem Halloween oder auch Running Wild sowie Grave Digger. Selbst die früheren Stücke der deutschen Band Blind Guardian können in die Kategorie Speed Metal eingeordnet werden.

Das Ende des Speed Metals

Ob es die Nichtanerkennung des Genres war oder auch die ständige „Vermischung“ des Genres mit dem Thrash Metal oder anderen Unterarten der Musikrichtung, kann am Ende nicht gesagt werden, jedoch begann sich das Genre in eine andere Richtung zu entwickeln. So verließen viele der früheren Speed Metal-Bands das Genre und konzentrierten sich vorwiegend auf den Thrash Metal. Einige Vertreter des Genres bezeichneten sich wiederum als Power Metal-Bands. Heutzutage kann sehr wohl davon ausgegangen werden, dass der klassische Speed Metal kein wahres Genre ist, das eine richtige Unterart des Metals darstellt. Es ist eine Mischung aus Thrash und Power Metal.

Welche Bands können dennoch in die Kategorie des Speed Metals eingeordnet werden?

  • Helloween
  • Megadeth
  • Blind Guardian
  • Gamma Ray
  • Accept
  • Agent Steel
  • Anvil
  • Annihilator
  • Hirax

Death Metal

Deathmetal ist eine Musikrichtung, die sich in den 80er Jahren entwickelte und im Laufe der Zeit viele Subgenres mit sich gebracht hat. Das Genre kann als eine Weiterentwicklung des Thrash Metal angesehen werden. Death Metal tauchte zuerst in den Vereinigten Staaten auf, bevor der Stil sich in der Öffentlichkeit weiter verbreitete. Bands, die das Genre besonders geprägt haben, sind zum Beispiel Death, Possessed, Slaughter, Celtic Frost oder Morbid Angel. Der Frontmann von Death wird auch als „Godfather of Death Metal“ bezeichnet.

Der Begriff „Death Metal“ kam erst 1984 durch die Band Possessed und ihren gleichnamigen Song zustande. In den folgenden Jahren verbreitete sich der Musikstil und war Ende der 80er Jahre schon deutlich bekannter. Heute wird die ursprüngliche Form des Death Metal als Old School Metal bezeichnet. Aus Old School Death entstanden in den 90er Jahren die beiden bekanntesten Death-Stile, nämlich Melodic Death Metal und Technical-Deathmetal. Zu den Old School Bands gehören Master, Morbid Angel und Bold Thrower. Death-Doom und Deathcore sind weitere Stile, die zwar auch Deathmetalanteile enthalten, allerdings nicht zwangsläufig darauf beruhen.

Merkmale
E-Gitarren und E-Bässe sind oft um mindestens einen Ganzton tiefer gestimmt als normal, teilweise sogar noch tiefer. Im Vergleich zum Gesang stehen die Instrumente eher im Vordergrund und sind verhältnismäßig laut. Die Gitarrenriffs sind sehr direkt und hart, außerdem werden sie absichtlich oft nicht harmonisch gespielt. Für Gitarre und Bass werden auch verzerrte Klänge eingesetzt, um einen besonders rauen Klang zu erreichen. Für das Schlagzeug sind vor allem schnelle Rhythmen typisch, die mit einem Einsatz von Doublebass- und Blastbeat-Techniken kombiniert werden. Das Spieltempo ist allgemein sehr abwechslungsreich, denn wider Erwarten muss es nicht zwangsläufig schnell sein. Auch im Deathmetal gibt es langsamere Riffs. Bold Thrower und Hypocrisy sind dabei eher für walzende Riffs bekannt, Cannibal Corpse und Morbid Angel hingegen für ein gehetztes Tempo. Zum Teil gehören auch Keyboards zu den eingesetzten Instrumenten, um eine neue Ebene der Kreativität zu erreichen. Dadurch ergibt sich eine Abwechslung zu einer doch eher brutalen Musik. So erneuern inzwischen einige Bands ihren ursprünglichen Sound, um melodischer, elektronischer oder rockiger zu werden.

Der vorherrschende gutturale Gesang ist das sogenannte „Growlen“ bzw. „Grunzen“. Dieses ist oft nur schwer verständlich, dafür aber sehr ausdrucksstark. Je nach Subgenre des Death Metal sind die „Deathgrowls“ unterschiedlich und so mal verständlich, mal weniger verständlich. Anfang der 90er Jahre kamen die „Clean Vocals“ dazu, jedoch deutlich seltener und eher beim Melodic-Deathmetal vorzufinden. Die Bands Amorphis und Edge of Sanity führten einen Wechsel von klarem Gesang und dem typischen „Grunzen“ ein.

Typisch für den Deathmetal sind Texte, in denen es um brutale und extreme Themen geht, die häufig auch einen sehr provokativen Charakter haben. Grenzen gibt es eigentlich keine, meistens sind die Inhalte jedoch düster und martialisch. Zu den Themengebieten gehören beispielsweise Satan, Tod, Elend, Kriege, Zerstörung. Philosophie und Gesellschaftskritik findet man eher im Bereich des Melodic Deathmetal. Allgemein herrscht in den Texten eine eher pessimistische Weltanschauung.

Deathmetal ist ein Genre, das in ständiger Entwicklung ist, wie man auch an den vielen Subgenres sehen kann. Dazu gehören: Technical Death, Old School Death, Melodic Death, New York Death, Florida Death, Death Doom, Deathcore, Death“n Roll, Deathgrind.

Black Metal

Als eine der Ikonen des Black Metals, die norwegische Band Mayhem, im Jahre 1994 ihr offizielles erstes Album „De Mysteriis Dom Sathanas“ veröffentlichten, hatte sich bereits eine stringente, aus dem Heavy- und Death Metal abgespaltene, Subkultur entwickelt, die auf eine gesamte Dekade musikalischen Outputs zurückblicken konnte. Das Genre Black Metal verdankt seinen Namen wohlweislich den Metalveteranen Venom, deren gleichnamiges 1982er Album als Inspiration und gleichzeitig Initiierung gilt.

Und so dunkel wie der Name erscheint auch die Musik. Insbesondere Schlagzeug und Gitarre vollführen Hochgeschwindigkeitskünste, die nur in vereinzelten langsamen Stücken zurückgenommener auftreten. Im Gegensatz zum Death Metal, deren Riffs ebenso simpel daherkommen, sind die Gitarren im Black Metal zwar auch verzerrt, jedoch nicht tiefer gestimmt. Die dadurch erzeugten, monoton-düster klingenden Melodien und die einzelnen harmonischen Brechungen, vermitteln eine hypnotische Wirkung, die durch die ständige Wiederholung noch um einiges intensiver wirkt. Zusammen mit dem schreiend-krächzendem Gesang, der im Gegensatz zu den tiefen Growls im Death Metal, nicht immer nur unverständliche und undefinierbare Verse hervorzaubert, entsteht so beim Zuhörer eine Sogwirkung, die ekstatische Ausmaße annehmen kann. Diese Ekstase lässt sich sehr gut auf die mystisch angehauchten Texte übertragen. Deren Inhalte speisen sich – insbesondere bei den aus der skandinavischen Region stammenden Vorreitern und Hauptvertretern des Genre (wie Bathory, Immortal oder Darkthrone) – aus heidnischen, natur-philosophischen, misanthropisch-weltabgewandten oder der Romantik entlehnten Themen. Dies zeigt sich auch an der Covergestaltung einiger Bands (z.B. bei Burzum oder Carpathian Forest), die derlei Elemente visuell aufgreifen. Neben diesen Charakteristika wird dem Black Metal aber auch eine antichristliche und vor allem satanische Haltung zugeschrieben, was gerade durch die in der Vergangenheit öffentliche, häufig negativ konnotierte Darstellung einzelner, bekannter Personen aus der Black Metal Szene vermittelt wurde.

Unterstützt wird diese vorherrschende Meinung durch das genreübliche Auftreten und Erscheinungsbild. Schwarz ist natürlich die einzig tragbare Kleidungsfarbe, da sie angestrebte Assoziationen zu Tod, antichristliches und satanisches Gebaren und Mystik herstellt. Kombiniert wird dies mit martialischen, mittelalterlichen Waffen und dem Tragen von Patronengurten auf der blutbefleckten und bemalten Haut. Die Bühnenpräsenz (wenn denn überhaupt vorhanden) passt sich dem an und verwendet alle symbolischen Merkmale in Gesamtheit. „Blood Fire Death“ ist demnach nicht nur ein genretypisches Album von Bathory, sondern gleichzeitig auch die Quintessenz öffentlicher Performance im Black Metal. Der elitäre, antikommerzielle Grundton des Genres ist dabei gleichzeitig Fluch und Segen. Black Metal gilt als relativ abgeschlossenes, von anderen Metalgenres los gelöstes Gebilde, das keine äußeren Einflüsse akzeptiert. Diese angestrebte Authentizität hebt die besondere Stellung der Black Metaller (sowohl Hörer, als auch Protagonisten) hervor. Ein solcher Elitarismus führte teilweise auch zur Ablehnung und Abwendung von früheren Größen des Black Metal (zu nennen sind hier vor allem die kommerziell erfolgreichen Bands Dimmu Borgir und Cradle of Filth). Dennoch verschließen sich Teile der Szene nicht anderen Einflüssen und kombinieren Elemente verschiedenster Richtungen. So entwickelten sich Subgenres wie Pagan- und Vikingmetal, die rein heidnische Aspekte thematisieren und in Bands wie die Norweger Enslaved oder auch deutschen Kombos (z.B. Menhir oder Falkenbach) typische Vertreter haben.

Auch wenn der reine Black Metal weiterhin existiert, ist seine Relevanz gerade ab Mitte der 1990er Jahre und spätestens nach Veröffentlichung des eingangs genannten Mayhem-Werkes, stark gesunken. Gründe dafür sind zum einen die Auflösung vieler Bands der ersten Stunde. Aber auch die erwähnte Öffnung gegenüber externen Einflüssen und die damit einhergehende Abkopplung vom elitären Kern forcierte diese Tendenzen.

Melodic Death Metal

Melodic Death Metal (auch „Melodeath“) ist ein Subgenre des Death Metal, das in den 1990er Jahren entstanden ist und ursprünglich aus Göteborg stammt. Als Synonym für das Genre wird auch die Bezeichnung New Wave of Swedish Death Metal verwendet. Nach dem Herkunftsort Göteborg werden auch die Titel Göteborger Metal oder Göteborger Schule häufig benutzt, entstanden ist Melodic Death Metal nämlich aus dem Göteborger Underground. Teilweise bedient sich das Genre auch Elemente des Black Metal.

Entstehungsgeschichte
At The Gates gilt mit ihrem 1995 veröffentlichten Album Slaughter of the Soul als die erfolgreichste Band der Stilrichtung Melodic Metal. Heutzutage gehören Dark Tranquility und In Flames ebenso zu den bekanntesten Bands des Genres. Alle kamen aus dem Herkunftsort Göteborg. At The Gates löste sich 1996 auf, weshalb die beiden anderen Bands später hauptsächlich als Begründer des Melodic Metal angesehen wurden. In Flames gilt dabei als besonders prägend, weil sie von den drei Bands kommerziell gesehen die größten Erfolge erzielten. Weitere Bands, die in der Szene bekannt waren, sind Soilwork und The Haunted. The Haunted stammen ebenfalls aus Göteborg und sind maßgeblich für den Begriff „Göteborger Schule“ verantwortlich. Sie machten in ihrer Musik außerdem Gebrauch von zusätzlichen Elementen des Thrash Metal.

Charakteristische Merkmale
Wie andere Subgenres des Death Metal zeichnet sich auch Melodic Death Metal durch bestimmte stilistische Eigenschaften aus. Zu den Instrumenten, die für das Genre typisch sind, gehören E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und Keyboard. Zum Einen gelten auch für Melodic Death Metal die typischen Elemente des Death Metal, darunter tiefer und aggressiver Gesang, tiefer gestimmte und verzerrte Gitarren und keine Verwendung optimistischer Refrains. Allerdings sind auch Violinen, Harfen, zweistimmige Gitarren und offbeat-orientiere Rhythmen der schwedischen Folklore typisch für das Genre. Es tauchen jedoch auch längere Abschnitte mit Gitarren auf, die nicht verzerrt, sondern vergleichsweise clean sind. Band dieses Genres neigen allgemein zu längeren und deutlich melodischeren Songs im Gegensatz zu anderen Metal Stilrichtungen. In Bezug auf Stimmung und Inhalte sind die Kompositionen weniger düster und mehr lebendig.

Der Gesang ist beim Melodic Melodic Metal sehr abwechslungsreich und wechselt zwischen Growls, Screams, Brüllen und auch klarem Gesang. At The Gates greifen vor allem auf Black Metal Einflüsse zurück, weswegen ihr Gesang nicht mehr nur Growls enthielt, sondern auch „high-pitched screams“. Die Musiker der Melodic Metal Szene machten in den zweistimmigen Gitarrenriffs, Soli und im Gesang von Melodien aus Moll-Tonleitern Gebrauch. So kam das Adjektiv „melodic“ zustande, das für das Genre heute wesentlich ist. Melodic Metal Kompositionen sind klassisch-harmonisch sowie tonal, während zum Beispiel Florida Death Metal oft mit komplexen Skalen arbeitet. Keyboards sind in der Metal-Szene generell sehr umstritten, sind bei einigen Bands aber gang und gäbe, beispielsweise bei Children of Bodom oder Dark Tranquility.

Als Kombination von der Aggressivität des Death Metal mit melodiösen Riffs, harmonischen Gitarren und klaren Vocals wird Melodic Death von vielen als die beste Art des Metal angesehen.

Power Metal

Dieses Sub-Genre des Metal entwickelte sich Anfang der 1990er-Jahre in erste Linie in Europa. Zwar entwickelte sich auch in Amerika bereits zu Beginn der 1980er-Jahre eine Richtung mit demselben Namen, allerdings erreichte dieser nie dieselbe Popularität wie Power Metal aus Europa. Die Genre-Bezeichnung wurde Anfang der 1990er-Jahre geprägt und Ende des Jahrzehnts durch die Band Hammerfall populär. Ursprünglich wurde der Begriff zunächst recht allgemeine für kraftvollen Metal benutzt. Mit der Zeit entwickelte sich der Power Metal zu einem weltweiten Phänomen. Gerade in Südamerika und Japan gibt es große Fangemeinden, wobei sich die Bands stark am europäischen Stil orientieren.

Gerade der europäische Power Metal zeichnet sich durch tragende Melodien, hohe Stimmlagen und ein hohes Tempo aus. Dabei bezieht sich die Bezeichnung „europäisch“ auf den Stil und nicht auf die Herkunft. Die Melodien werden häufig durch Keyboards unterstützt und manche Bands setzen auf orchestrale Arrangements. Im Gegensatz zu vielen anderen Stilrichtungen des Metal ist der Power Metal alles andere als düster und hoffnungslos. Viele Balladen, gerne auch als Power Balladen arrangiert, prägen das Genre. Thematisch beschäftigt sich der Power Metal überwiegend mit epischen und heroischen Fantasy-Themen. Aber auch romantische Themen und Heldensagen werden mit viel Pathos musikalisch umgesetzt. Freiheit und Selbstverwirklichung, all das hinterlässt eine positive Stimmung. Der Gesang sticht besonders hervor. Hohe, klare Tonlagen werden kaum durch weitere Elemente erweitert.

Der US-amerikanische Power Metal dagegen unterscheidet sich deutlich vom populäreren europäischen Stil und ist mehr dem Classic Metal zuzuordnen. Die Stimmung ist aggressiver, harte Gitarrenriffs und Gitarrensoli treten in den Vordergrund. Keyboards kommen fast gar nicht zum Einsatz und auch der Gesang ist rauer und um einige Tonlagen tiefer. Die bekanntesten Vertreter des US-amerikanischen Power Metal sie die Band Vicious Rumors und Metal Church. Aber auch Omen, Helstar und Crimson Glory genießen in dieser Ausprägung bis heute Kultstatus.

Aus dem Power Metal entwickelte sich der Epic Power Metal, auch Symphonic Metal. Diese Stilrichtung unterscheidet sich vor allem durch ihre Konzeptionalität in textlicher und auch musikalischer Hinsicht vom Power Metal. Hier kommen Chöre und ganze Orchester zum Einsatz. Die Grenzen sind jedoch fließend.

In Südamerika und Japan orientieren sich die Vertreter des Sub-Genres an der europäischen Stilrichtung. Vor allem in Japan feiern europäische Bands große Erfolge und haben teilweise eine größere Fangemeinde als in ihren Heimatländern. In Südamerika etablierten sich erfolgreiche Power-Metal-Bands, wogegen in Japan bis auf wenige Ausnahmen die Musik importiert wird. Beispiele für erfolgreiche japanische Power Metal-Bands sind Double Dealer, Concerto Moon und Galneryus.

Die bekanntesten und erfolgreichsten Vertreter dieses Genres weltweit sind:
At Vance, Avantasia, Blind Guardian, Brainstorm, Dragon Force, Dark Moor, Edguy, Epica, Freedom Call, Gamma Ray, Gloryhammer, Grave Digger, Hammerfall, Helloween, Iced Earth, Kamelot, Masterplan, Orden Ogan, Primal Fear, Powerwolf, Rage, Rhapsody of Fire, Running Wild, Sabaton, Savatage, Scanner, Sonata Arctica, Stratovarius, Vicious Rumors, Virgin Steele, Within Temptation, Morgana Lefay, Rhapsody, Crimson Glory, Helstar, Helion, Angel Dust, Sanctuary, Storm Hammer, Warlord, Demons & Wizards, Tad Morose

Doom Metal

Hier handelt es sich wahrscheinlich um den am meisten unterbewerteten Stil der Szene. Ende der 1970er-Jahre entstand dieses Sub-Genre des Metal in England. Als absolute Pioniere gelten Black Sabbath, die mit schweren und langsamen Gitarrenriffs eine neue Richtung einschlugen. Doom Metal feierte nie einen großen Durchbruch im Mainstream. Und auch innerhalb der Szene schafften es nur wenige Bands wirklich bekannt zu werden und große Hallen zu füllen. Doom Metal ist seit seiner Entstehung ein Genre für den Underground der Metal-Szene. Dort jedoch ist er bis heute lebendig.

Das Sub-Genre hat enge Grenzen. Die Musik zeichnet sich durch eine gewisse Bodenständigkeit mit sich ständig wiederholenden Lava-Riffs aus. Neben einem reduzierten Tempo und einer starken Verzerrung der Gitarren, ist aber vor allem der Gegensatz zwischen Monotonie und Individualität das Hauptmerkmal. Doom Metal ist düster und kommt weit langsamer daher, als zum Beispiel andere Sub-Genres wie der Death Metal. Die Schwermut und gleichzeitige Erhabenheit, die auch als Mischung aus musikalisch transportierte Hoffnungslosigkeit gepaart mit einer tragenden Atmosphäre bezeichnet werden kann, ist in der Musik nahezu einmalig. Die tief gestimmten Gitarren, die häufig über einen Bassverstärker gespielt werden, vermitteln ein warmes und breites Klangbild. Der klare Gesang sowie Elemente aus Blues, Psychedelic und Hard Rock grenzen den Doom Metal klar von anderen Richtungen ab. Der Doom Metal hatte aber von Anfang an eine deutliche Bereitschaft zum Crossover und zeichnet sich durch viele Sub-Stile aus.

Textlich geht es im Doom Metal häufig um Apokalyptisches. Groteske und bis ins morbide reichende Weltanschauungen, Trauer, Wut, Schmerz und die bereits erwähnte Hoffnungslosigkeit und Melancholie treffen mitunter auf skurrile Landschaften. Die Texte und die Musik sind relativ also relativ homogen und schaffen die typische Doomatmosphäre.

Als typisch für den Doom Metal und ebenso als Geburtsstunde gelten die ersten vier Alben von Black Sabbath. Sie prägten den typischen Klang, der durch nachfolgende Band wie Saint Vitus oder Trouble in den 1980er-Jahren aufgegriffen wurde. Ab der zweiten Hälfte des Jahrzehnts vermischte sich der Doom Metal zunehmend mit angrenzenden Subkulturen und weitere Sub-Genres entstanden:

  • Stoner Doom
  • Sludge
  • Funeral Doom
  • Industrial Metal
  • Post-Metal

Diese Genrebegriffe wurden in den 1990er-Jahren noch unter dem Begriff „Doomcore“ zusammengefasst. Mit zunehmend mehr Interpreten und weiter ausdifferenzierten Spielweisen, wurden jedoch auch die Substile stärker differenziert. Gegen Ende des Jahrzehnts nahmen vor allem Death Metal und Harcore Punk starken Einfluss auf den Doom Metal. Daraus entstanden weitere Substile:

  • Epic Doom
  • Death Doom
  • Gothic Metal
  • Grunge
  • Stoner Doom
  • Drone Doom
  • Black Doom
  • Horror Jazz

Bekannte Bands aus dem Sub-Genre Doom Metal sind:

My Dying Bride, Ahab, Candlemass, Shape of Despair, Saint Vitus, Evoken, Count Raven, Memento Mori, Solitude Aeturnus, Trouble, Cathedral, Anathema, Paradise Lost, Funeral, Skepticism, Swallow the Sun, Black Sheep of Nexus, Paramaecium, Goatlord, My Silent Wake, Unholy, Esoteric, Katatonia (alte Alben), Isole, Novembers Doom, Sleep, OM, Electric Wizard, Cemetary, Winter, Black Sabbath, Earth, Veni Domine, October Tide, Doom:VS, Officium Triste, Darkflight, Griftegard, Beelzefuzz, Blood Ceremony, Jex Thoth, Obelyskkh, The Obsessed, Orchid, Revelation, Saint Vitus, Trouble, Witchcraft, Witchfinder General, Pentagram

Industrial Metal

Industrial Metal ist eine Spielart der Rock-Musik, die in der zweiten Hälfte der 80er Jahre entstanden ist. Das Genre beruht auf den Einflüssen von Hardcore Punk, Thrash Metal und Noise-Rock, allerdings waren auch Elemente der Post-Industrial-Musik prägend für diese Musikrichtung. Zur gleichen Zeit ist auch Industrial Rock auf den gleichen Grundlagen entstanden, daher ist es dem Industrial Metal recht ähnlich. Klar definierte Grenzen gibt es dabei nicht, weil beide Stile sich gleicher Elemente bedienen und nicht mehr genau trennbar sind.

Industrial Metal entwickelte sich durch europäische Gruppen wie Einstürzende Neubauten und Cabaret Voltaire, die aus dem Post-Industrial Bereich kamen. Mitte der 80er Jahre erschuf die aus der Schweiz stammende Band The Young Gods den für Industrial Rock/Metal typischen Sound mit Samplern und Loops. In den Vereinigten Staaten wurde das Genre insbesondere von Big Black, Swans und J.G. Thirlwell geprägt. Die Blütezeit des Genres fand von 1993 bis 1996 statt.

Merkmale
Es gibt einige Instrumente, die für das Genre des Industrial Metal kennzeichnend sind, darunter E-Gitarre, E-Bass, Sequenzer, Sampler, Synthesizer und Drumcomputer. Die Musik hat allgemein einen eher technikbetonten Klang, daher ist die Verwendung von rhythmischen Gitarren und sich wiederholenden elektronischen Kompositionen typisch. Es werden hauptsächlich kurze und prägnante Riffs für die Lieder verwendet. Diese sind meistens schnell, dissonant und erinnern an Noise-Rock, aber auch Hardcore Punk. Vom Thrash Metal wurden mit der Palm-Mute-Technik sogenannte „Machine Gun Riffs“ übernommen. Während die Kompositionen allgemein eher simpel und minimalistisch sind, wird ihnen die entsprechende Härte mit Powerchords verliehen. Bassgitarren spielen keine große Rolle, ebenso sind Leadgitarren und Gitarrensoli für das Genre unüblich. Für besondere Akzente im Rhythmus ist meistens der Synthesizer zuständig.

Aufgewertet werden die Kompositionen häufig mit bestimmten Samples, zum Beispiel aus Filmen, Nachrichten, Rundfunkaufnahmen, Loops von Maschinengeräuschen oder Sirenen. Dies war auch schon beim frühen Industrial der Fall, jedoch wurden die Geräusche dort live eingespielt. Im Hinblick auf den Gesang kommen häufig Shouts mit Hall, aber auch Growls zum Einsatz. Generell wird die Stimme aber meist elektronisch verfremdet, klare Vocals und Melodien gibt es im Industrial Metal ohnehin kaum. Die Drumcomputer ersetzen Schlagzeuger, allerdings machen viele Bands auch noch von „Live-Drumming“ Gebrauch. Beschrieben wird das Genre auch als Kombination von Industrial Dance Rhythmen mit Hardcore Gitarrenriffs und einer sehr starken Energie.

Im Rahmen der Post-Industrial und Electro-Industrial Szene wurde es gängig, Sequenzer und Sampler zu benutzen. Beeinflusst wurden dabei viele Industrial Metal Bands von klassischen Bands des Industrial Bereichs wie Throbbing Gristle, Cabaret Voltaire oder SPK. Allerdings ist Industrial Metal keine direkte Weiterentwicklung der Industrial Musik. Vielmehr beruht sie auf ähnlichen Elementen und lässt sich mit Electronic Body Music und Electro-Industrial vergleichen. Industrial Metal beschäftigt sich inhaltlich mit kritischen Themen, vor allem in Bezug auf Gesellschaft, Systeme, Medien oder Religion. Auch Dystopien, soziale Missstände und Politik werden thematisiert.

Obwohl einzelne Gruppen, zum Beispiel Nine Inch Nails und Ministry, in die Charts kamen, hatte das Genre in der Öffentlichkeit keine allzu große Reichweite. Sowohl in der Metal-Szene als auch in der Punk-Szene galt die Musik als zu elektronisch, für die Elektro-Szene waren die harten Gitarrenriffs eher abschreckend. Anklang fand Industrial Metal daher hauptsächlich in der Rivethead-Kultur. Trotzdem prägte das Genre im Nachhinein die Musikszene, denn auch Bands der Genres Grindcore und Extreme Metal griffen auf elektronische sowie Elemente von Post-Industrial zurück.

Viking Metal / Folk Metal

Viking Metal, auch Folk Metal, ist ein Subgenre des Metal, in dem Elemente von Death Metal sowie Black Metal mit skandinavischer Folklore kombiniert werden. In den Songs geht es grundsätzlich um Wikinger und deren Mythologie, vor allem deren Leben, Sagen und Schlachten. Beim Vikingrock liegt der Fokus der Kompositionen ebenfalls auf Wikingern, jedoch erinnert er eher an Rock und Punk. Deswegen ist er vom Viking Metal klar zu trennen. Pagan Metal ist schon deutlich schwerer vom Viking Metal abzugrenzen, weil es dabei ebenfalls um Mythologie und heidnische Themen geht.

Die Band Manowar stellt mit ihrem vierten Album Sign of the Hammer eine wesentliche Grundlage dar. Obwohl sie dem Heavy Metal und True Metal Genre angehört, sind die Texte auf die germanische Mythologie bezogen und beschreiben Leben und Tod wikingischer Götter und Krieger. Auch die Untermalung besteht aus epischer und passender Musik, jedoch werden die Themen nur oberflächlich behandelt und stehen keinesfalls im Zentrum. Aus diesem Grund lässt die Band sich nicht unbedingt zum Viking Metal zählen. Hingegen wird die schwedische Band Bathory mit dem Album Blood Fire Death und dessen Nachfolger Hammerheart als Begründer des Viking Metal gesehen. 1991 entstand die Band Enslaved, die mit ihrer Musik Geschichten über Wikinger erzählten und sich nicht mit den typischen satanistischen Texten befassten. Dabei machten sie auch Gebrauch von Folklore Elementen und gelten als Begründer des Begriffs „Viking Metal“, weil dieser in einem Beiheft auftaucht. In Verbindung zu diesem Begriff gab es auch die norwegische Band Mock mit ihrer Demo Cold Winter sowie die Band Einherjer. Die Band Borknagar verwendete zwar skandinavische Folklore-Elemente, jedoch keine Texte über Wikinger. Mit der Zeit erschienen weitere Bands im Viking Metal Genre, zum Beispiel Falkenbach, Windir, Mithotyn oder Thyrfing.

Kennzeichnend für Viking Metal sind bei der Instrumentierung E-Gitarre, E-Bass, Schlagzeug und folkloristische Instrumente. Die typischen Gesangstile verschiedener Metal-Genres finden auch beim Viking Metal Verwendung, so zum Beispiel Screams, Growls, eine Kombination der beiden oder auch klare Vocals in Form. Diese tauchen meist in einem hymnischen Gesang in Unisono auf. Viking Metal wird teilweise vom Folk Metal abgegrenzt, ist aber dennoch ein Subgenre dieses Stils. Die Texte des Viking Metal werden aus der nordischen Mythologie aufgegriffen. Bands setzen sich meistens aus zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug und häufig auch einem Synthesizer zusammen. Eine klare Definition von Leadgitarre oder Rhythmusgitarre gibt es jedoch nicht. Vielmehr wechseln sie sich ab oder kommen gleichzeitig zur Geltung. Die komplexen Melodien dieser Stilrichtung sind harmonisch, dominant und einprägsamer als zum Beispiel beim Black oder Death Metal. Wider Erwarten steht der Synthesizer oft mit einer aktiven Melodie im Vordergrund und untermalt nicht nur die Musik. Im Vergleich zu den Gitarren ist er definitiv gleichberechtigt. Zu den folkloristischen Instrumenten, die ebenso auftauchen, gehören Maultrommeln, Akkordeons oder Fiedeln.

Beim Viking Metal ist auch das optische Auftreten von Bedeutung, so untermalen einige Bands ihr Konzept auch mit ihrem passenden Erscheinungsbild. Mit diesem Merkmal grenzen sie sich deutlich von Black Metal und Death Metal Bands ab. Die Musiker tragen zum Beispiel mittelalterliche Kostüme, Rüstungen und Waffen, als Schmuck Thorhämmer. Für eine besonders kriegerische Erscheinung beschmutzen sie ihre Gesichter auch mit Erde oder Blut. Speziell für Promotionszwecke wurden oft auch Szenen aus dem Leben eines Wikingers nachgestellt.

Pagan Metal

Pagan Metal (übersetzt auch heidnischer Metal) ist eine klassische Unterart des Metals, in dem häufig vorchristliche Religionen oder auch mythologische Themen im Vordergrund stehen. Pagan Metal wird gerne mit dem ähnlichen Viking Metal verwechselt, wobei es doch einige Unterschiede und Abgrenzungen der Genres gibt. Viele Musikexperten sind auch der Ansicht, dass der Pagan Metal eine Weiterentwicklung des klassischen Black Metals sei. Wohl auch deshalb, weil jenes Genre im Rahmen der zweiten Black Metal-Welle zum Vorschein trat.

Die Entstehung des Pagan Metals

Es war die sogenannte „zweite Black Metal-Welle“, die den Pagan Metal hervorbrachte. Während die Black Metal-Bands vorwiegend satanistische Texte schrieben, konzentrierten sich die Vertreter des Pagan Metals vorwiegend auf das Heidentum. Aus diesem Grund folgte schon zu Beginn der Entstehung des Pagan Metals eine klare Abgrenzung, sodass der Pagan Metal zwar seine Wurzeln im Black Metal hat, jedoch deutliche Unterschiede im textlichen Segment aufweist. Doch auch im Bereich des Pagan Metals gibt es immer wieder Bands, die zwar vergleichbare Musik machen und als Urväter gelten, jedoch sich nicht in jenes Genre einordnen lassen wollen. So etwa Enslaved, die von Viking Metal sprechen und deren Alben auch gerne als „Heathen Metal“ bezeichnet werden. Die erste Band, die tatsächlich in das Genre eingeordnet werden konnte und auch kein Problem mit der Neubezeichnung hatte, war In the Woods, eine norwegische Gruppe. Auch Poccolus gelten als Urväter des Pagan Metal. Wegweisend galten auch die ersten Stücke der Band Primordial aus Irland. Auch in Deutschland haben sich zahlreiche Pagan Metal-Bands gegründet. Die bekanntesten Vertreter jenes Genres waren etwa Adorned Brood, Falkenbach oder auch Tumulus sowie Menhir und Bergthron. Auch Andras und Black Messiah, die noch zu Beginn in das Black Metal-Genre eingeordnet werden konnten, entwickelten sich mit der Zeit zu klassischen Pagan Metal-Bands.

Der Pagan Metal hat Europa im Sturm erobert

Der Pagan Metal ist vorwiegend in den Niederlanden, Deutschland, Dänemark sowie im skandinavischen Raum beheimatet. Doch im Laufe der letzten Jahre hat sich auch im östlichen Europa eine starke Szene entwickelt. Auf Grund der hohen Popularität, die der Pagan Metal genießt, wurden ab dem Jahr 2000 zahlreiche Pagan Metal-Festivals ins Leben gerufen. Das Ragnarök-Festival, das seit dem Jahr 2004 in Deutschland veranstaltet wird, gilt als klassisches Aushängeschild der Szene.

Warum Pagan Metal immer wieder in das Kreuzfeuer der Kritik gerät

Natürlich steht der Pagan Metal – auch auf Grund seiner Texte – immer wieder in der Kritik. Oftmals aber auch unberechtigt, da immer wieder selbsternannte Musikexperten die Abgrenzung zwischen dem Pagan Metal und dem Black Metal nicht erkennen (oder auch etwa nicht erkennen wollen).

Klassische Vertreter des Pagan Metals sind:

  • In the Woods (Norwegen)
  • Primordial (Irland)
  • Black Messiah (Deutschland)
  • Heathen Foray (Österreich)
  • XIV Dark Centuries (Deutschland)
  • Moonsorrow (Finnland)
  • Skyforger (Lettland)
  • Arkona (Russland)
  • Falkenbach (Deutschland)
  • Heidevolk (Niederlande)

Metalcore

Vorwiegend setzt Metalcore auf Elemente des Heavy Metals, wobei auch Spuren des Hardcore Punks und auch des sogenannten Extreme Metals enthalten sind. Seit dem Jahr 2003 wird – auch auf die Anspielung des „NWOBHM“ (New Wave of British Heavy Metal) – die Musikrichtung gerne als „NWOAHM“ (New Wave of American Heavy Metal) bezeichnet. Vor allem viele amerikanische Bands verkörpern das Genre des Metalcore. Die wohl bekanntesten Vertreter des Metalcore-Genres sind Killswitch Engage. Aber auch Heaven Shall Burn oder As I Lay Dying gelten als klassische Metalcore-Bands.

Die Entstehung des Genres Metalcore

Das Genre Metalcore ist ein sogenanntes „Zwischengenre“, das sich vorwiegend aus der Hardcore Punk-Szene entwickelt hat, wobei vorwiegend auch Elemente das Extreme Metals zu finden sind. Viele Bands verwenden auch Elemente und Stilrichtungen des klassischen Heavy Metals. Zu den musikalischen Wurzeln des Metalcores zählen auch einige Crossover-Bands. Es waren mitunter damalige Bands, welche vorwiegend in der Crossover-Szene beheimatet waren, die ihren Stil mit Hardcore und anderen Musikgenres derart vermischten, dass der Metalcore entstand. Somit kann das Genre Metalcore auch als klassische „Mixtur“ aus verschiedenen Genres bezeichnet werden, welches sich jedoch erst Ende der 1990er bzw. Anfang der 2000er Jahre manifestierte. Oftmals wird der Metalcore auch gerne mit dem Genre des „Nu Metal“ verglichen; hier gibt es jedoch kaum Zusammenhänge oder etwaige Verbindungen. So hat sich der Nu Metal teilweise aus dem Hip-Hop gebildet. Klassische Vertreter des Nu Metals sind etwa Linkin Park, die – bei genauerer Betrachtung – mit dem Metalcore alá Killswitch Engage nichts zu tun haben. Derartige Stile, wie etwa Hip-Hop, sind im Metalcore jedoch nicht vorzufinden. Die Verbindungen sind wohl deshalb gegeben, da beide Musikstile relativ zeitnah populär wurden und gleichzeitig Bands in den Charts vertreten waren, die einerseits Metalcore und andererseits Nu Metal-Vertreter waren.

Die Wurzeln des Metalcore

Viele der Metalcore-Bands sind vorwiegend dem Metal näher, auch wenn die Wurzeln des Metalcore aus dem Punk-Bereich und der Hardcore-Szene stammen. Die Lieder der Bands befassen sich vorwiegend mit persönlichen Problemen oder auch mit der politischen Lage. Dabei setzen Metalcore-Bands auch immer wieder auf aktuelle Themen. Ein Unterschied zu Extreme Metal ist etwa die Tatsache, dass der Metalcore keine fiktiven Themen aufgreift, sondern durchaus mit realen und zeitgemäßen Faktoren arbeitet. Nur sehr wenige Bands schreiben Texte über fiktive Themen; vorwiegend setzt der Metalcore durchaus auf Realität und versucht mitunter auch, seinen Fans eine Botschaft zu übermitteln. Die Anhänger, welche sich selbst als Metalcore-Fans bezeichnen, gelten jedoch nicht als Subkultur und sind dem klassischen Metal-Image einzuordnen. So tragen Metalcore-Fans nicht nur die Haare länger, sondern kleiden sich gerne dunkel und sind oftmals mit Bandshirts ausgestattet.

Folgende Bands sind klassische sowie auch bekannte Vertreter des Metalcore-Genres:

  • As I Lay Dying
  • August Burns Red
  • Darkest Hour
  • Caliban
  • Chimaira
  • Unearth
  • Heaven Shall Burn
  • Killswitch Engage
  • Parkway Drive

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