Lacrimosa. Das steht für die Symbiose aus Klassik und Metal, für absolut emotional schwermütige und melancholisch mitreißende Werke, für einzigartig poetische Texte und natürlich für das Multitalent Tilo Wolff.

Lacrimosa – Lichtgestalt

Lacrimosa - Lichtgestalt

Lacrimosa – Lichtgestalt

Dieser hat nun wieder zusammen mit seiner (musikalischen) Partnerin Anne Nurmi das mittlerweile neunte Studioalbum mit dem tragendem Titel „Lichtgestalt“ veröffentlicht.

Von vornherein kann schon mal gesagt werden, dass es auf jeden Fall eine Steigerung zu den beiden etwas schwächeren Vorgängeralben „Echos“ und „Fassade“ darstellt und um einiges rockiger rüberkommt. So finden sich auf der CD 8 Tracks plus Bonussong (eine Pianoversion von „The Party is over“) in typischer Lacrimosa-Manier. Gleich der Opener, das 11-minütige „Saphire“, weiß durch schöne sinnliche Streicher und im Mittelpart durch sehr harte Metalriffs zu überzeugen und ist ein würdiger Beginn für das Album. „Der Kelch der Liebe“, für mich eines der Highlights der Platte, und „Lichtgestalt“ sind rockige und eingängige Nummern. Bei „Nachtschatten“ wird wieder einen Gang zurückgeschraubt, was aber keineswegs die Qualität des Songs mindert.

Die beiden englischen Stücke der Scheibe „My last goodbye“ und „The Party is over“ kommen sehr emotional melancholisch daher. Bei ersterem wird der Gesang von Anne Nurmi übernommen die ansonsten auf „Lichtgestalt“ ein bißchen kurz kommt. Mit „Letzte Ausfahrt: Leben“ ist man dann kurz vor Schluss noch bei einem weiteren meiner persönlichen Highlights angelangt.

Beim finalen „Hohelied der Liebe“, welches durch einen wunderschönen Chor unterstützt wird und einen gelungenen 14-minütigen Abschluss darstellt, verwendet Wolff dann Zitate aus der Bibel um sich auszudrücken.

Alles in allem ein sehr typisches und solides neues Werk der schweizer Band, besser noch als die beiden Vorgänger aber nicht ihr stärkstes Album; für Fans der Gothicinstitution Lacrimosa aber dennoch absolut empfehlenswertwert!

Anspieltipps:
Kelch der Liebe
Letzte Ausfahrt: Leben

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Label: Hall of Sermon
Genre: Gothic
Releasedate: 2005-05-02
Web: http://www.lacrimosa.de/
Punkte: 8

Autor: Picco

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Lacrimosa – Lichtjahre (Live)

Lacrimosa - Lichtjahre (Live)

Lacrimosa – Lichtjahre (Live)

Ende Juni 2007 ist es soweit: Die neue Lacrimosa- DVD und der dazugehörige Soundtrack auf Doppel-Live-CD sind verfügbar. So mancher Lacrimosa- Fan konnte bereits im Rahmen des WGT 2007/Leipzig die Weltpremiere des Lacrimosa-Films erleben und sich davon überzeugen, dass es sich hier um eines der aufwändigsten Filmprojekte der Musikbranche handelt.

Kurioserweise wurde die Premiere für das letzte Kapitel der DVD aufgezeichnet. Das Premiere-Publikum war somit in einen „Film-im-Film“-Effekt eingebunden und verkörperte den Schlusspunkt der Tour, die im Mai 2005 begann. Im Rahmen der Lichtgestalt-Tournee spielte Lacrimosa auf vier Kontinenten und in zwölf Ländern; sie dokumentierten unter anderem mit Hilfe von zwölf Kameramännern, zwei Kranführern, achtzehn Aufbauhelfern, drei Beleuchtern, zwei Tonmännern und insgesamt über 15.000 Zuschauern ihre Auftritte.Die Doppel-CD ist ein Zusammenschnitt aus aktuellen Kompositionen wie z.B. „Lichtgestalt“, „The Party Is Over“ und „Letzte Ausfahrt Leben“, beinhaltet aber auch echte Klassiker wie „Alles Lüge“ oder „Komet“.

Interessant dürfte hinsichtlich der Live-CDs sein, dass hier einige Songs in die Tracklist aufgenommen wurden, die aus Zeitgründen nicht auf der DVD enthalten sind (wie beispielsweise das erst zweimal live vorgetragene und bislang unveröffentlichte “The last Millennium”).Mit Live-Feeling und zugleich extrem gutem Sound versehen ist diese Neuerscheinung sicherlich mehr als nur ein Sammlerstück. Trotzdem würde ich jedem empfehlen, sich den Film-Trailer anzuschauen und dabei stark darüber nachzudenken, ob es bei der Anschaffung des Mediums nicht doch die DVD sein darf. Die zahlreichen Blicke hinter die Kulisse sind einfach sehr sehenswert, wie in dem kurzen Stück Filmmaterial sehr deutlich wird. Einerseits dokumentieren die Mitschnitte die Entwicklung der musikalischen Live-Umsetzung der Band und andererseits verspricht die DVD privatere Aufnahmen vor und nach den Auftritten.

+ Auch als Limited Doppel-CD Edition (1999 Stück) erhältlich

Der General meint: Der Titel „Lichtjahre“ ist nicht übel…manch einer kann zufrieden sein, wenn er einen lichten Moment hat.

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Label: Hall of Sermon
Genre: Gothic
Releasedate: 2007-06-29
Web: http://www.lacrimosa.de/
Punkte: 8

Autor: Der General

Lacrimosa – Revolution

Lacrimosa - Revolution

Lacrimosa – Revolution

Neuer Sound, gewagte Klangspiele, alte Stimme: Lacrimosa erfinden sich selbst neu auf dem brandneuen Album, das passend dazu den Titel Revolution trägt.

Es ist das elfte Studioalbum, das der Wahlschweizer Tilo Wolff veröffentlicht. Alles fing 1990 an und war für damalige Verhältnisse neu und gewagt. Heute sind Lacrimosa alte Hasen im Musikgeschäft und erfreuen sich einer größeren Fangemeinde, die vor allem die knallharten, teilweise auch sehr verspielten Texte und die Stimmen von Wolff und Anne Nurmi zu schätzen weiß. Ihr aktueller Streich heißt nicht nur Revolution, sondern ist auch eine, denn das Duo wagt Neues und bringt frischen Wind in ihre Musik.

Bei den Aufnahmen saßen zwei bekannte Musiker an den Instrumenten: Mille Petrozza, bekannt durch die deutsche Thrash Metal-Formation Kreator, stellte sein Können an der Gitarre einmal mehr unter Beweis und spielte die Songs ein. Den Rhythmus gab Stefan Schwarzmann vor, seines Zeichens Drummer der Metal-Ikonen Accept. Damit wäre die erste Neuerung erwähnt und beim Reinhören stellt man schnell fest, dass es sich mehr als gelohnt hat, die beiden erfahrenen Musiker ins Boot zu holen. Sie bringen Schwung in die Songs und bereichern das Album ungemein durch dargebotenes Feingefühl an den Instrumenten.

Ein weiteres Novum stellt der Einsatz von Chören und orchestralen Parts dar. Die starken, vollen Gesänge kommen gut zur Geltung, geben manchen Liedern aber einen musicalartigen Anklang, der verwirrend erscheint. Man ist es nicht gewohnt, und während einige Stücke dahinplätschern und kaum einen Eindruck hinterlassen – beispielsweise „If The World Stood Still A Day“ oder „Verloren“ -, brechen einige aus und bilden ein Feuerwerk an Chor, orchestralen Parts und mitreißendem Gesang, so zum Beispiel „This Is The Night“.

Ob einem die Mischung gefällt, ist schwer zu sagen. Natürlich muss sich eine Band stets weiterentwickeln und niemand wird ihnen das verübeln, aber ob die nun angeschlagenen Töne wirklich den Geschmack der Fans treffen, bleibt abzuwarten. Die durchdringende Stimme von Wolff geht etwas unter und bildet nicht mehr das Zentrum, wie bei vergangenen Alben und vor allem beliebten Songs wie „Lichtgestalt“ und anderen. Neben schnellen und härteren Passagen gibt es viele sanfte, klavierlastige Parts, die das Tempo rausnehmen – und leider oftmals auch den Hörspaß. Die Musik plätschert vielfach nur dahin, was sehr schade ist.

Das Cover ist wie üblich schwarzweiß. Auf einem Trümmerfeld stehend schwenkt der bekannte Clown eine Fahne. Im Hintergrund sieht man noch Rauchschwaden. Passt zum Titel und ist wohl auch nicht das schlechteste Cover. Wer auf Bleistiftzeichnungen steht, kommt bei Lacrimosa sowieso immer auf seine Kosten.

Das Album Revolution ist mittelmäßig. Vielleicht nicht einmal ein Muss für Fans, aber klangvoll und durchaus interessant. Möglicherweise klingen manche Songs live erheblich besser. Das kann man Ende September austesten, denn da sind Lacrimosa bis Mitte Oktober auf Tour.

Tracklist:

01. Irgendein Arsch ist immer unterwegs
02. If the world stood still a day
03. Verloren
04. This is the night
05. Interlude – Feuerzug (Part I)
06. Feuerzug (Part II)
07. Refugium
08. Weil Du Hilfe brauchst
09. Rote Sinfonie
10. Revolution

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Label: Hall of Sermon
Genre: Gothic
Releasedate: 2012-09-07
Web: http://www.lacrimosa.de/
Punkte: 5

Autor: Kyra Cade


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