New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM) erstmals 1979 verwendet

NWoBHM: DIAMOND HEAD

Die britische Musikzeitschrift „Sounds“ verwendete 1979 erstmals den Begriff New Wave of British Heavy Metal (NWoBHM). Der eigentliche Erfinder des Ausdrucks ist der Londoner DJ Neal Kay. Dieser förderte beispielsweise Bands wie Iron Maiden oder Praying Mantis.

New Wave of British Heavy Metal

NWoBHM: DIAMOND HEAD
NWoBHM: DIAMOND HEAD
Viele junge britische Bands schlossen sich der neuen Welle an und orientierten sich an den alten Hardrock-Urgesteinen Black Sabbath, Deep Purple oder Judas Priest. Allerdings verzichteten sie dabei nicht auf Punk-Elemente. Die Klassiker unter den NWoBHM-Bands sind Samson, Angel Witch, Def Leppard, Saxon, Iron Maiden, Praying Mantis, Girlschool, Raven, Tygers of Pan Tang, Diamond Head, Demon, Tank und Holocaust.


In deren Zuge wuchsen Bands wie Iron Maiden oder Saxon zu den größten Metal-Acts der Geschichte heran und Veröffentlichungen aus dieser Zeit sind immer noch einer der größten Einflüsse auch auf junge aktuelle Bands. Selbst Metallica coverten damals einen Song von Blitzkrieg auf ihrer „Creeping Death“ EP.

Blitzkrieg – Theatre Of The Damned

Aber während Iron Maiden oder Saxon mal mehr, mal weniger erfolgreich immer präsent waren, verlor man Blitzkrieg zwischenzeitlich doch ein wenig aus den Augen. Zwar veröffentlichte die Band immer wieder neue Alben, an die kleinen Erfolge aus den frühen Achtzigern konnte man aber zu keinem Zeitpunkt mehr anknüpfen.

Aktuell liegt nun das Album „Theatre of the Damned“ vor, auf dem die Band das präsentiert, was sie am besten kann: handwerklich soliden Heavy Metal der alten Schule. Für Einsteiger ist sicherlich erstmal wichtig zu wissen, dass Sänger Brian Ross nicht zu den „Eierkneifern“ gehört, sondern eine leicht raue, dadurch aber auch etwas gewöhnungsbedürftige Stimme besitzt. Auch kann sich die Produktion durchaus hören lassen, obwohl sie ein wenig zu „trocken“ wirkt. Dies hilft aber nicht darüber hinweg, dass Blitzkrieg im Jahre 2007 eigentlich keine Akzente mehr zu setzen vermögen.

Spielerisch ist alles im grünen Bereich, aber trotzdem ist das Material weder hochgradig spannend noch in irgendeiner Weise außergewöhnlich ausgefallen.So bekommt man im Endeffekt gut anhörbare, aber leider auch verzichtbare Musik geboten, die zwar Anhänger klassischer Metal-Klänge ansprechen dürfte, neue Fans werden Blitzkrieg mit diesem Album aber wohl leider nicht gewinnen.

Diamond Head – It’s Electric (CD) / To The Devil His Due (DVD)

Diamond Head stark beeinflusst worden zu sein. Das am 4.11.2005 im Londoner Astoria für CD und DVD mitgeschnittene Konzerte zeigt eine ungewohnt Junge Band, da mittlerweile nur noch Gitarrist Brian Tatler aus der Originalformation übrig geblieben ist. Den Bass schwingt mittlerweile Eddie Moohan, hinter den Kesseln des Schlagzeuges sitzt Kerl Wilcox und anstelle von Original-Frontmann Sean Harris gibt nun Nick Tart, der seit der letzten Scheibe „All Will Be Revealed“ mit dabei ist, sein Bestes in Sachen Gesang.

Für Sänger Nick Tart war es mit Sicherheit nicht leicht, der Band Diamond Head, einer Legende der „New Wave Of British Heavy Metal“ (NWOBHM), ein neues Gesicht und eine neue Stimme zu verpassen. Nach einem kurzen „Am I Evil?‘-Intro“ welches wohl auch wegen der Unterstützung eines zweiten Gitarristen mit Namen Mills herrlich mächtig aus den Lautsprechern drückt, wird klar, warum sich die Band ihren Sänger ausgesucht hat. Nick bringt sowohl das Raue, so wie auch den Blues seiner Stimme recht gut rüber und harmoniert dabei wunderbar mit dem Rest der Band ohne seinen Vorgänger zu beschämen.

Bei Songs wie z.B. „It’s Electric“, „Helpless“ oder „Am I Evil“ kommt bei Liebhabern von klassischem Heavy Metal mit Sicherheit eine Mange Freude auf, und da diese damals noch relativ neue Musikform viele Einflüsse aus heute modernen Musikstielen vereint, werden auch wohl jüngere Hörer ihre Freude mit dieser Musik haben. Die mitreißenden Riffs und die treibenden Drums zeigen jedenfalls, warum sich so viele Bands in ihren Anfangstagen von Diamond Head haben beeinflussen lassen.

Bei der außerdem noch unter dem Namen „To The Devil His Due“ erhältlichen DVD Version des Konzertes bekommt man eine recht solide Produktion, die allerdings keine ungewöhnlichen Überraschungen für die Fans bereit hält. Das Konzert an sich kommt in Stereo 2.0 oder in Digital 5.1 und wirkt etwas druckvoller als die oben beschriebene CD-Aufnahme und auch die Bildqualität und die Kameraführung kann sich sehen lassen. Über das animierte Startmenü kommt man zusätzlich noch in das Vergnügen, ein kurzes Filmchen mit Studioimpressionen, sowie ein Interview der Band sehen zu können. Allerdings beschränkt sich die Sprachausgabe hierbei lediglich auf Englisch.

Fazit: Insgesamt kann man das aktuelle Diamond Head Werk als recht gelungen bezeichnen. Immerhin haben sie es geschafft, ein gutes Live-Album und eine gute Live-DVD auf den Mark zu schmeißen in der viele Klassiker und auch neuere Songs der englischen Band vereint sind. Bei einigen Details kann man sich zwar nicht ganz sicher sein, ob nun wirklich alles Live ist, oder ob bei einigen Passagen noch etwas im Studio nachgeholfen wurde. Aber die Hauptsache ist ja, dass der Sound und das Drumherum stimmen, und das tun sie!

Judas Priest – Epitaph (DVD & Blu-Ray)

Im Rahmen der „Epitaph World-Tour“ wurde die Show am 26. Mai 2012 im legendären Londonder „Hammersmith Apollo Theater“ mit mehreren Kameras für eine spätere DVD-Auslese aufgezeichnet. Judas Priest präsentieren bei einer Spielzeit von 142 Minuten 23 Klassiker der einzigartigen Bandhistorie von allen 14 Alben der Jahre 1974 bis 2008.

Zum ersten Mal ist auf einer Judas Priest-Veröffentlichung auch Neuzugang Richie Faulkner zu hören und zu sehen, der den langjährigen, am 20. April 2011 ausgestiegenen Gitarristen K.K. Downing ersetzte. Richie Faulkner hat sich in der kurzen Zeit sehr positiv in das Bandgefüge integriert und bringt eine ordentliche Portion frischen Wind mit, dem das leicht angeschlagenen Schlachtschiff sichtlich gut bekommt. Judas Priest bieten uns auf dieser DVD eine richtige Metal-Show mit allem, was dazugehört. Pyros, Laser und ein einzigartiges Stageset. Zwar ist Sänger und „Metal God“ Rob Halford bei einigen Stücken gesanglich nicht ganz auf der Höhe (besonders bei dem Stück „Painkiller“), aber immerhin ist der gute Mann auch schon über 60 Jahre alt und einfach eine Ikone im Heavy Metal, die ganz deutlich polarisiert. „Epitaph“ stellt die 2005 erschienenen „Rising in the East“-DVD locker in den Schatten.

Fazit: Ich habe den britischen Tour-Tross auf der „Epitaph“-Konzertreise im letzten Jahr in Münster sehen können und war von der Show richtig begeistert. Wer Judas Priest noch nicht live gesehen hat, sollte dieses in naher Zukunft schleunigst nachholen, bevor in den nächsten Jahren das große Bandsterben anfängt. Es dauert nicht mehr lange und viele Bands der ersten Stunde wie Iron Maiden, Judas Priest, Mötley Crüe, AC DC, Ozzy, etc. werden sich altersbedingt auflösen. 23 Klassiker der Metal-Legende auf einer DVD ist wirklich „Value for money“. Positiv zu erwähnen ist auch, dass es endlich mal Stücke in die Setlist geschafft haben, die lange nicht mehr live von Judas Priest gespielt wurden, und ist deshalb nicht nur für Judas Priest-Fans ein absoluter Pflichtkauf.

Tracklist:
01. Battle Hymn
02. Rapid Fire
03. Metal Gods
04. Heading Out To The Highway
05. Judas Rising
06. Starbreaker
07. Victim Of Changes
08. Never Satisfied
09. Diamonds And Rust
10. Prophecy
11. Night Crawler
12. Turbo Lover
13. Beyond The Realms Of Death
14. The Sentinel
15. Blood Red Skies
16. The Green Manalishi (With The Two-Pronged Crown)
17. Breaking The Law
18. Painkiller
19. The Hellion
20. Electric Eye
21. Hell Bent For Leather
22. You've Got Another Thing Coming
23. Living After Midnight

Judas Priest – Rising in the East (DVD)

Nach der Rückkehr von Rob Halford zu Judas Priest ist „Rising in the East“ das erste aktuelle Livedokument der Metal- Ikonen in der Urbesetzung seit langen Jahren. Nun gut, es ist nicht wirklich die „Reunion Tour“ sondern die Tour zum aktuellen Album, jedoch unterscheidet sich die Setlist bis auf die neuen Tracks kaum von der der „Reunion“.

Bewaffnet sind sie auch diesmal mit einem Set, bei der fast kein Klassiker vermisst wird und Songs von der aktuellen Scheibe „Angel of Retribution“, die sich optimal in das Set einfügen. Dadurch bieten die selbsternannten „Metal Gods“ ein zweistündiges Konzert, was man nach einem Durchgang sofort wieder sehen muss.

Die Tonqualität ist absolut tadellos. Es gibt die Möglichkeit das Konzert sowohl in „5.1 Dolby Digita“l als auch in „5.1 DTS“ auf sich wirken zu lassen.

Die Bildqualität lässt teilweise jedoch ein wenig zu wünschen übrig, obwohl ich dazu sagen muss, dass ich daran sehr hohe Ansprüche setzte, die meist nicht zu befriedigen sind.

Das Judas Priest ein leichtes Spiel bei diesem Konzert hatten und die Menge die Band abfeiert ohne Ende tut der Stimmung der gesamten DVD verdammt gut und lässt den Zuschauer vor dem Bildschirm zu einem Teil des grandiosen Konzertabends im „Budokan“ in Tokio werden.

Das Halford nicht mehr alle Töne trifft tut dem ganzen keinen Abbruch, da er das durch seine Qualitäten als Frontmann absolut wieder gutmacht. Auch der Rest der Band liefert einen tollen und überzeugenden Job ab, was die DVD fast abrundet.

Mein größter Kritikpunt ist nämlich, dass komplett auf Bonusmaterial verzichtet wurde, und somit nur das Konzert auf der DVD zu finden ist. Eine kleine Tourdoku, ein Making of oder Ähnliches hätte der DVD noch ganz gut getan.
Trotzdem kann ich „Rising in the East“ einfach nur jedem ans Herzen legen! Für Priest-Fans ist sie sowieso ein Pflichtkauf und für alle anderen auch aufgrund der Setlist ein guter Überblick über das Schaffen einer der größten Bands des Metals, die uns hoffentlich noch lange Jahre erhalten bleibt!
„The Priest IS back!“

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Autor: ARCHIVader


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