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Black Metal

Als eine der Ikonen des Black Metals, die norwegische Band Mayhem, im Jahre 1994 ihr offizielles erstes Album „De Mysteriis Dom Sathanas“ veröffentlichten, hatte sich bereits eine stringente, aus dem Heavy- und Death Metal abgespaltene, Subkultur entwickelt, die auf eine gesamte Dekade musikalischen Outputs zurückblicken konnte. Das Genre Black Metal verdankt seinen Namen wohlweislich den Metalveteranen Venom, deren gleichnamiges 1982er Album als Inspiration und gleichzeitig Initiierung gilt.

Und so dunkel wie der Name erscheint auch die Musik. Insbesondere Schlagzeug und Gitarre vollführen Hochgeschwindigkeitskünste, die nur in vereinzelten langsamen Stücken zurückgenommener auftreten. Im Gegensatz zum Death Metal, deren Riffs ebenso simpel daherkommen, sind die Gitarren im Black Metal zwar auch verzerrt, jedoch nicht tiefer gestimmt. Die dadurch erzeugten, monoton-düster klingenden Melodien und die einzelnen harmonischen Brechungen, vermitteln eine hypnotische Wirkung, die durch die ständige Wiederholung noch um einiges intensiver wirkt. Zusammen mit dem schreiend-krächzendem Gesang, der im Gegensatz zu den tiefen Growls im Death Metal, nicht immer nur unverständliche und undefinierbare Verse hervorzaubert, entsteht so beim Zuhörer eine Sogwirkung, die ekstatische Ausmaße annehmen kann. Diese Ekstase lässt sich sehr gut auf die mystisch angehauchten Texte übertragen. Deren Inhalte speisen sich – insbesondere bei den aus der skandinavischen Region stammenden Vorreitern und Hauptvertretern des Genre (wie Bathory, Immortal oder Darkthrone) – aus heidnischen, natur-philosophischen, misanthropisch-weltabgewandten oder der Romantik entlehnten Themen. Dies zeigt sich auch an der Covergestaltung einiger Bands (z.B. bei Burzum oder Carpathian Forest), die derlei Elemente visuell aufgreifen. Neben diesen Charakteristika wird dem Black Metal aber auch eine antichristliche und vor allem satanische Haltung zugeschrieben, was gerade durch die in der Vergangenheit öffentliche, häufig negativ konnotierte Darstellung einzelner, bekannter Personen aus der Black Metal Szene vermittelt wurde.

Unterstützt wird diese vorherrschende Meinung durch das genreübliche Auftreten und Erscheinungsbild. Schwarz ist natürlich die einzig tragbare Kleidungsfarbe, da sie angestrebte Assoziationen zu Tod, antichristliches und satanisches Gebaren und Mystik herstellt. Kombiniert wird dies mit martialischen, mittelalterlichen Waffen und dem Tragen von Patronengurten auf der blutbefleckten und bemalten Haut. Die Bühnenpräsenz (wenn denn überhaupt vorhanden) passt sich dem an und verwendet alle symbolischen Merkmale in Gesamtheit. „Blood Fire Death“ ist demnach nicht nur ein genretypisches Album von Bathory, sondern gleichzeitig auch die Quintessenz öffentlicher Performance im Black Metal. Der elitäre, antikommerzielle Grundton des Genres ist dabei gleichzeitig Fluch und Segen. Black Metal gilt als relativ abgeschlossenes, von anderen Metalgenres los gelöstes Gebilde, das keine äußeren Einflüsse akzeptiert. Diese angestrebte Authentizität hebt die besondere Stellung der Black Metaller (sowohl Hörer, als auch Protagonisten) hervor. Ein solcher Elitarismus führte teilweise auch zur Ablehnung und Abwendung von früheren Größen des Black Metal (zu nennen sind hier vor allem die kommerziell erfolgreichen Bands Dimmu Borgir und Cradle of Filth). Dennoch verschließen sich Teile der Szene nicht anderen Einflüssen und kombinieren Elemente verschiedenster Richtungen. So entwickelten sich Subgenres wie Pagan- und Vikingmetal, die rein heidnische Aspekte thematisieren und in Bands wie die Norweger Enslaved oder auch deutschen Kombos (z.B. Menhir oder Falkenbach) typische Vertreter haben.

Auch wenn der reine Black Metal weiterhin existiert, ist seine Relevanz gerade ab Mitte der 1990er Jahre und spätestens nach Veröffentlichung des eingangs genannten Mayhem-Werkes, stark gesunken. Gründe dafür sind zum einen die Auflösung vieler Bands der ersten Stunde. Aber auch die erwähnte Öffnung gegenüber externen Einflüssen und die damit einhergehende Abkopplung vom elitären Kern forcierte diese Tendenzen.