In den letzten Jahren rückt Hanf zunehmend in den Fokus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.
Hanf und Bierbrauen – eine spannende Kombination

Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung hat nun gezeigt, dass der Zusatz von Hanfsamen während des Brauprozesses nicht nur neue geschmackliche Nuancen eröffnet, sondern auch die ernährungsphysiologische Qualität von Bier steigern kann. Für Hanffreunde ist das eine spannende Entwicklung, da hier traditionelle Braukunst mit den vielseitigen Eigenschaften des Hanfs verbunden wird.
Wissenschaftliche Basis: Die Studie im Überblick
Die Untersuchung, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Molecules und finanziert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie das polnische Ministerium für Wissenschaft, widmete sich der Frage, welchen Einfluss Hanfsamen auf den Brauprozess und das Endprodukt haben. Forscher verschiedener Universitäten – darunter Krakau, Nitra, Łomża und Olsztyn – analysierten Biere, die mit unterschiedlichen Anteilen von gemälzten und ungemälzten Hanfsamen gebraut wurden.
Im Mittelpunkt stand dabei der Vergleich von Rezepturen mit bis zu 30 % Hanfsamen gegenüber Kontrollproben, die ausschließlich mit Gerstenmalz hergestellt wurden.
Die Rolle der Hanfsamen im Brauprozess
Hanfsamen sind reich an Proteinen, ungesättigten Fettsäuren, Ballaststoffen, Polyphenolen sowie nicht-psychoaktiven Cannabinoiden. Diese Inhaltsstoffe bringen nicht nur gesundheitliche Vorteile mit sich, sondern können auch das sensorische Profil von Bier beeinflussen. Besonders interessant: Hanf und Hopfen stammen beide aus der Pflanzenfamilie der Cannabaceae – eine botanische Verwandtschaft, die für die Brauwelt von Bedeutung ist.
Gesundheitliche Aspekte von Hanfsamen im Bier
Die Studie bestätigt, dass Hanfsamen einen besonderen Mix an Nährstoffen enthalten. Dazu zählen essentielle Aminosäuren, ein hoher Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sowie ein reichhaltiges Spektrum an sekundären Pflanzenstoffen.
Polyphenole als Antioxidantien
Ein zentrales Ergebnis: Vor allem die ungemälzten Samen erhöhten den Gehalt an Polyphenolen im Bier deutlich. Besonders Trans-Ferulasäure und Gallussäure wurden in höheren Konzentrationen nachgewiesen – Substanzen, die für ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt sind.
B-Vitamine für den Stoffwechsel
Darüber hinaus konnte ein Anstieg an B-Vitaminen festgestellt werden, insbesondere Riboflavin (Vitamin B2). Diese Vitamine sind nicht nur für den menschlichen Stoffwechsel von Bedeutung, sondern verbessern auch die Aktivität der Hefe während der Gärung. Bei der Variante mit 30 % gemälzten Hanfsamen wurde die höchste Konzentration gemessen.
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Cannabinoide im Fokus
Obwohl Hanfsamen selbst nur geringe Mengen an Cannabinoiden enthalten, wurden in der Untersuchung verschiedene Verbindungen wie CBD, CBDV, THCV, THCAA, CBG, CBN und CBC getestet. Die Forscher betonten, dass die meisten dieser Substanzen nicht im Samen selbst gebildet werden, sondern durch äußere Kontamination von Harzdrüsen während der Ernte und Verarbeitung in das Material gelangen. Dennoch zeigen die Ergebnisse, dass diese nicht-psychoaktiven Cannabinoide im Brauprozess in messbaren Mengen erhalten bleiben können.
Technologische Chancen und Herausforderungen
Die Studie zeigt nicht nur die Vorteile, sondern auch die Hürden bei der Herstellung von Hanf-Bier.
Unterschied zwischen gemälzten und ungemälzten Samen
Während ungemälzte Samen besonders reich an Polyphenolen sind, fördern gemälzte Samen die Bildung und Freisetzung von Vitaminen. Für Brauereien könnte die Mischung beider Varianten daher ein interessantes Feld sein, um den Nährstoffgehalt und die geschmackliche Vielfalt optimal auszubalancieren.
Herausforderungen im Brauprozess
Ein Problem ist die Tatsache, dass Hanf reich an Cellulose sowie Zuckern wie Glukose und Xylose ist – Stoffe, die von herkömmlichen Brauhefen nur eingeschränkt verwertet werden können. Hier bedarf es weiterer Forschung, um geeignete Verarbeitungsmethoden zu entwickeln und gleichzeitig die Produktionskosten im Griff zu behalten.
Marktchancen für Hanf-Biere
Der globale Hanfmarkt wächst derzeit mit einer beachtlichen jährlichen Rate von über 17 %. Trotz dieser Entwicklung ist die Anwendung von Hanf in der Fermentationsbiotechnologie bislang noch wenig erforscht. Das eröffnet innovativen Brauereien die Möglichkeit, sich frühzeitig mit Spezialbieren zu positionieren, die sowohl geschmacklich als auch gesundheitlich neue Wege gehen.
Hanf-Getränke als Alternative zu Alkohol
Parallel dazu zeigen aktuelle Umfragen, dass gerade jüngere Generationen wie Millennials und die Gen Z zunehmend Cannabis-Getränke mit THC als Alternative zu klassischen Alkoholprodukten bevorzugen. Ein Drittel dieser Konsumenten greift bereits bei Freizeitaktivitäten wie After-Work-Treffen eher zu THC-haltigen Drinks als zu Bier oder Wein.

Hanfprodukte in der Lebensmittelindustrie
Die Forschung zu Hanfsamen beschränkt sich nicht nur auf Bier. Neue Studien deuten darauf hin, dass Hanfsamen und Hanföl auch als Basis für glutenfreie Backmischungen dienen können. Solche Produkte könnten nicht nur geschmacklich überzeugen, sondern auch durch ihren hohen Nährwert punkten.
Fazit: Hanf als Zukunftsrohstoff für die Braukunst
Die Ergebnisse der Studie machen deutlich: Hanfsamen sind weit mehr als ein Nischenprodukt. Sie bereichern Bier mit wertvollen Nährstoffen, Antioxidantien, Vitaminen und nicht-psychoaktiven Cannabinoiden – ohne die grundlegenden Parameter des Brauprozesses negativ zu beeinflussen.
Für die Brauwelt könnte Hanf damit eine Brücke schlagen zwischen Tradition und Innovation. Auf der einen Seite bleibt das klassische Gerstenbier als Grundlage bestehen, auf der anderen Seite eröffnen sich neue Möglichkeiten für gesundheitsorientierte Konsumenten, die Bier nicht nur als Genussmittel, sondern auch als funktionales Getränk wahrnehmen möchten.
Quelle / Infos: https://www.marijuanamoment.net/using-cannabis-seeds-during-the-beer-brewing-process-enhances-the-nutritional-value-study-shows/
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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele
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