Turbulente Line-up-Wechsel und dennoch würdiger Ersatz: Hellbringer und Poltergeist ersetzten Hatriot und Paradox. Anvil ersetzten Death Angel und Skull Fist sagten ganz ab. Die Veranstalter des diesjährigen HOAs hatten es nicht leicht und stellten trotzdem mal wieder ein super Kult-Open Air auf die Beine.

Donnerstag

Als erste Band eröffneten am Donnerstag die spanische female Heavy-Combo Lizzies um 17 Uhr das Festival. Nachdem das Zelt endlich aufgebaut war und der Hunger gestillt war ging’s los mit den kürzlich bestätigten Oliver Dawson Saxon. Sie taten als Co-Headliner des Tages ihr übriges. Beim Publikum konnte die Band allein aufgrund der vielen Saxon Hits wie„Rock’n’Roll Gypsie“ „Denim and Leather“, „Crusader“ oder „Wheels of Steel“ punkten. Weiter ging das feucht fröhliche Feiern mit dem US Metallern Warlord, die für den ersten Abend eine vernünftige Party veranstalteten.

Freitag

Die erste Band, die wir uns am Freitag zu Gemüte führten waren Wizard. Die Power Metaller spielten routiniert ihr Set herunter und wiesen auf ihre 25-jähriges Bandjubiläumsfeier im September mit Majesty hin. Das von den Fans geforderte „Sign of the Wizard“ wurde von der Band anstandlos, allerdings mit kleinen Unsicherheiten, performt. Danach folgten die Evil Invaders. Nach ihrer Horrorfilm-Intro packten sie das räudige Thrash Brett aus und zimmerten munter und mit Geschwindigkeit drauf los. Die darauf folgende Ersatzband Poltergeist schien mit sich zufrieden zu sein. Nur schien es, als wolle der leider nur mittelmäßige Gesang nicht richtig zum Rest der Band passen. Obwohl die Herren um V.O. Pulver von Gurd und dem ehemaligen Destruction-Mitglied André Grieder eine 19-jährige Pause hinter sich hatten, wirkten sie trotzdem nicht minder spielwütig und gaben alles. Auch die Thrasher Xentrix lieferten ein soldies Brett ab und machten deutlich, dass ihr letzter Auftritt in Deutschland vor über zwanzig Jahren zu lange zurück lag. Die NWOBHM–Legende Diamond Head zeigte sich moderner als erwartet und spielte neben ihren Klassikern auch einige neue Songs mit denen das Publikum nur nicht so recht warm wurde. Nick Tart, der zwischen den „alten“ Herren sehr jung wirkende Sänger brachte allerdings eine mehr als solide Gesangsleistung hervor. Ein Highlight des Festivals waren die gutgelaunten Veteranen von Anvil. Der dauergrinsende Gitarist und Sänger Steve „Lips“ Kudlow begann plötzlich mithilfe eines Vibrators Gitarre zu spielen. Auch gewisse Anekdoten über sein erstes Treffen mit Dio und Ritchie Blackmore waren der heimischen Atmosphäre zuträglich. Zurecht wurden Anvil bei „Metal on Metal“ als „die“ Kult Band des ganzen Festival gefeiert. Einen gewöhnungsbedürftigen, in jedem Fall aber spektakulären Auftritt legten die Italiener Death SS am späten Abend hin. Sie waren im Gegensatz zu Anvil mit maximalem Equipment angereist. Nach einer Stunde Verspätung begannen Death SS mit Beamer, Feuerwerk und einer Menge Nebel die okkulte Messe. Der Sänger erinnerte optisch sehr an Conchita Wurst in Leder und auch der Rest der Band hatte sich dem Look, inklusive Gesichtsbemalung angepasst. Interessant dürfte die Show vor allem aufgrund der nackten Tänzerin gewesen sein, die neben brennenden Kerzen okkulte Tänze vollzog, während die Band eingängigen, doomigen „Horror Metal“ spielte. Insgesamt wirkte das „Messe“ mit den papierschlangenartigen Flammen, die die Sicht auf die Bühne verhinderten, etwas inszeniert und „too much“.

Samstag

Die Tygers Of Pan Tang zeigten am Samstag entspannten NWOBHM mit Seventies- und Glam Rock Einflüssen. Danach feierten Rezet mit dem original Sänger von Violent Force am Nachmittag eine „Night of Violent Force“, also einen gemütlichen Kaffeeklatsch am Freunden. Nach ihrem legendären Debüt „Power And Pain“ waren Whiplash bereits einige Male in Deutschland und gaben sich zur Freude vieler auch beim HOA die Ehre. Die Menge feierte die alten Herren gebührend bei „Spit on your Grave“. Auch der einstündige monsunartige Regenguss am Nachmittag tat der aufgeheizten Stimmung keinen Abbruch.

Als Headliner überzeugten Grand Magus auf ganzer Linie und galten für uns als die Krönung des Festivals. Die ganze Setlist bestand aus Hits wie „Ravens guide our way“, „Sword ot the Ocean“ oder Hymnen wie „Valhalla“, welche dem bei einem Autounfall verstorbenen Festivalbesucher Tobi gewidmet wurde. Nach etwas mehr als einer Stunde verabschiedeten sich die Schweden unter einem nicht endenden Hammer of the North-Chor der Zuschauer. Zu guter letzt beendeten dann Riot das Festival mit einem stimmlich sehr vielseitigen Sänger und einer guten Portion Klassiker.

Fazit

Am Ende blicken wir auf ein tolle Gartenparty mit netten Leuten, gutem Wetter und viel guter Musik zurück. Highlights neben Grand Magus und Anvil waren sicherlich auch der ausgebaute Merchbereich und die neuen kulinarischen Stände mit Steinofenpizza und Mittelalterbrot zu fairen Preisen. Verbesserungsbedürftig waren hingegen laut Meinung vieler Besucher die spärlichen Duschen, für die man sich vorher anmelden musste.

Setlist Diamond Head

  • Broken
  • Lightning
  • Alimony
  • To Heaven
  • Devil/Heat
  • What’s in
  • Shoot
  • It’s electric
  • Give
  • Sucking
  • Prince
  • Evil
  • Helpless

Setlist Tygers Of Pan Tang

  • Keeping Me Alive
  • Love Don’t Stay
  • Gangland
  • Don’t Stop By
  • Mr. Indispensable
  • (Paris, Do It, Euh)
  • Rock Candy
  • Insanity/Raised
  • Suzie Smiled
  • Hellbound
  • Don’t Touch Me
  • Love Potion #9

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen