Der Deutsche Hanfverband (DHV) ist eine Lobbyorganisation, die sich für die Legalisierung von Cannabis als Heil- und Genussmittel einsetzt. Finanziert wird er von mehr als 3700 privaten Fördermitgliedern sowie Firmen aus der Branche. Rechtlich ist der Hanfverband allerdings ein Unternehmen des Geschäftsführers Georg Wurth und kein Verein.

Argumentation des Hanfverbandes für die Legalisierung

Metaller.de: DHV Bronzesponsor

Metaller.de: DHV Bronzesponsor

Die Grundthese des Hanfverbandes ist, dass die Verbotspolitik mehr schadet als nützt. Denn sie erschwere Menschen den Zugang zu einem erwiesenermaßen hilfreichen Heilmittel, kriminalisiere harmlose Anwender und ermögliche echten Kriminellen gute Gewinne. Der Verband fordert die Gleichstellung von Cannabis mit Alkohol und Tabak. Ein legaler Verkauf geprüfter Ware unter der Berücksichtigung des Jugendschutzes sei auch gesellschaftlich sinnvoller als der jetzige Zustand: Es müsste kein Geld mehr für die Strafverfolgung von Cannabisbesitz ausgegeben werden, die legale Produktion von Cannabis als Nutz- und Heilpflanze sei ein Geschäftsfeld mit Zukunft und kriminellen Banden werde die finanzielle Basis entzogen.

Aktivitäten: Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit

Der Hanfverband betreibt zum einen Öffentlichkeitsarbeit, zum anderen Lobbyarbeit in der Politik. Ein wichtiger Teil der Öffentlichkeitsarbeit ist die Internetseite hanfverband.de: Dort lässt sich alles finden, was irgendwie mit dem Thema zu tun hat. Das sind unter anderem neueste Entwicklungen weltweit in Sachen Legalisierung, die rechtliche Lage und aktuelle Gerichtsurteile in Deutschland, Ratgeber für Menschen, die medizinisches Cannabis brauchen, Fakten rund um Cannabis als Rauschmittel, auch für Eltern, eine Übersicht zu aktuellen Medienberichten sowie Hinweise auf Aktionen. Der Hanfverband ist auch in den sozialen Medien aktiv und unterhält einen YouTube-Kanal.

Sehr öffentlichkeitswirksam und auch finanziell einträglich war die Teilnahme von Georg Wurth bei „Wer wird Millionär“. Mit dem Geld wurden unter anderem Werbespots produziert und als Kinowerbung verbreitet. Eine neuere öffentlichkeitswirksame Aktion ist ein Fahrradtaxi in Berlin mit der Beschriftung „Schluss mit Krimi. Cannabis Normal.“ Vor Wahlen veröffentlicht der Hanfverband die Positionen der teilnehmenden Parteien zum Thema.
Vertreter des Hanfverbandes stehen Journalisten als Ansprechpartner zur Verfügung und gehen auch direkt auf die Politik zu. So beraten sie beispielsweise bei parlamentarischen Initiativen als Sachverständige.

Cannabis als Heilmittel

Die gesellschaftliche Zustimmung zu Cannabis als Heilmittel ist stark gewachsen, was sich auch darin zeigt, dass immer mehr Länder dies zulassen. Es gibt in Deutschland allerdings noch hohe Hürden, bevor ein Patient ein Cannabisprodukt verschrieben bekommt. Teilweise fehlt es den Ärzten auch an Erfahrung damit. Es ist bisher nicht erlaubt, dass ein Patient, der das Mittel offiziell nutzen darf, sich durch Eigenanbau versorgt, was viel billiger und einfacher wäre. Beim Hanfverband bekommen Patienten Rat bei der Antragstellung, es wurde auch eine Broschüre dazu veröffentlicht. Außerdem setzt sich der Verband politisch dafür ein, dass ihnen der Eigenanbau erlaubt wird.


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Cannabis als Genussmittel

Deutscher Hanfverband (DHV): Auf legalem Weg zu legalem Cannabis

Deutscher Hanfverband (DHV): Auf legalem Weg zu legalem Cannabis

Cannabis ist ein beliebtes Genuss- und Rauschmittel, obwohl es in Deutschland verboten ist. Nach Ansicht des Hanfverbandes ist das Verbot nicht wissenschaftlich zu begründen. Er verweist auf die Genussmittel Alkohol und Tabak, die jedes Jahr zu Todesfällen führen und trotzdem legal sind. Zudem würden die Nebenwirkungen von Cannabis häufig stark übertrieben. Dass es Nebenwirkungen geben kann, wird aber nicht bestritten. Dazu gibt es auch ein Video auf der Internetseite.

Die Legalisierung von Cannabis als Genussmittel könne jedoch helfen, Nebenwirkungen zu minimieren, so der Hanfverband. Zum einen könnte ein legales Produkt kontrolliert in gleichbleibender Qualität produziert werden. Der Konsument könne sicher sein, was es bekommt, und seinen Konsum entsprechend dosieren. Im illegalen Handel wird Cannabis meist gestreckt, in unterschiedlichem Maße. Beim Verkauf eines legalen Cannabisproduktes in einem Laden könne auch der Jugendschutz besser durchgesetzt werden. Denn die Nebenwirkungen treffen besonders sehr junge Menschen. Ob die Grenze bei 16 oder 18 Jahren liegen soll, wird noch diskutiert.

Knackpunkt Führerschein

Das größte Problem für viele Cannabis-Nutzer ist aktuell, dass ihr Führerschein gefährdet ist, wenn sie mit einem Abbauprodukt von Cannabis im Blut am Steuer erwischt werden, selbst wenn sie korrekt gefahren sind. Diese Abbauprodukte sind noch deutlich länger nachzuweisen als die Rauschwirkung andauert. In vielen Berufen ist der Führerschein aber sehr wichtig, ebenso zur Organisation des Alltags in Familien. Der Hanfverband argumentiert damit, dass Menschen dadurch allein aufgrund der Wahl ihres Genussmittels der Weg verbaut werde. Eine Legalisierung erspare der Justiz Arbeit und verhindere außerdem, dass kriminelle Banden mit Cannabis-Handel Gewinne machten.

Forum für Nutzer

Cannabis-Nutzer können sich im Forum der Internetseite austauschen. Dabei wird von der Verwendung von Klarnamen abgeraten, ebenso wie vom Dokumentieren von Straftaten. Der Fokus liegt auf der gewünschten Legalisierung und Fragen zur rechtlichen Situation. Hier finden sowohl diejenigen Ansprechpartner, die Cannabis als Heilmittel brauchen, als auch diejenigen, die mit Abbauprodukten im Blut von der Polizei angehalten wurden und nun um ihren Führerschein fürchten. Das Forum wird moderiert. Für die Mitglieder des Hanfverbandes steht ein Diskussionsraum zur Verfügung, der nicht öffentlich einsehbar ist.

Mitgliedschaft und andere Unterstützung

Der Hanfverband finanziert sich aus der Unterstützung von rund 3700 privaten Fördermitgliedern, Firmensponsoren sowie Verkäufen aus dem Onlineshop. Als Fördermitglied hat man unter anderem kostenfrei Zugang zur Rechtsberatung rund um das Thema. Man darf auch am internen Diskussionsforum teilnehmen, das nicht öffentlich einsehbar ist. Firmensponsoren zahlen einen höheren Beitrag und werden in einer Liste auf der Webseite genannt, wenn sie zustimmen. Im Onlineshop werden T-Shirts verkauft, einige davon aus Nutzhanf, außerdem Informationsmaterial, Fachbücher zum Thema sowie Raucherbedarf wie Blättchen und Feuerzeuge.

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Autor: Luulaja


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