DHV Stellungnahme zum Gesetzentwurf von Warken gegen Telemedizin

Die politische Debatte rund um Cannabis auf Telemedizin-Plattformen erreicht Anfang 2026 einen neuen Höhepunkt.

Cannabis auf Telemedizin-Plattformen: Warum der aktuelle Gesetzentwurf für Aufruhr sorgt

DHV Stellungnahme zum Gesetzentwurf von Warken gegen Telemedizin
DHV Stellungnahme zum Gesetzentwurf von Warken gegen Telemedizin

Ein Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, die telemedizinische Verschreibung von medizinischem Cannabis sowie den Versand über Online-Apotheken massiv einzuschränken oder faktisch zu beenden. Dagegen regt sich deutlicher Widerstand aus der Zivilgesellschaft, der Cannabiswirtschaft und von Patientenorganisationen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die Stellungnahme des Deutschen Hanfverbandes (DHV), die im Rahmen einer Anhörung des Gesundheitsausschusses am 14.01.2026 im Bundestag eingebracht wurde. Der Verband warnt vor einem Rückschritt in vordigitale Zeiten und vor erheblichen negativen Folgen für Patienten, Versorgungssicherheit und den legalen Markt.

Meldung: Was ist konkret passiert?

Das Bundesgesundheitsministerium plant eine Änderung des Medizinal-Cannabis-Gesetzes. Kernpunkt des Vorhabens ist eine deutliche Einschränkung der Telemedizin im Bereich Cannabis. Künftig sollen Cannabisblüten nicht mehr online verschrieben werden dürfen. Stattdessen soll eine persönliche Vorstellung in einer Arztpraxis verpflichtend sein. Auch bei Folgerezepten ist ein erneutes Vor-Ort-Gespräch in regelmäßigen Abständen vorgesehen.

Zusätzlich soll der Versand von medizinischem Cannabis durch spezialisierte Online-Apotheken untersagt werden. Patienten müssten ihre Medikamente künftig ausschließlich in stationären Apotheken abholen oder über einen lokalen Botendienst beziehen.

Faktenbox: Geplante Änderungen im Überblick

  • Keine Online-Verschreibung von Cannabisblüten mehr
  • Persönlicher Arztkontakt vor Ort verpflichtend
  • Versandverbot für Cannabisblüten durch Online-Apotheken
  • Abholung nur noch in stationären Apotheken

Bedeutung: Warum ist das Thema so relevant?

Die geplanten Änderungen betreffen einen sensiblen Bereich der Gesundheitsversorgung. Cannabis auf Telemedizin-Plattformen hat sich in den letzten Jahren für viele Patienten als praktikable Lösung etabliert. Gerade Menschen mit chronischen Schmerzen, neurologischen Erkrankungen oder psychischen Belastungen profitieren von spezialisierten Online-Angeboten.

Telemedizin bedeutet in diesem Zusammenhang nicht nur Videogespräche, sondern auch spezialisierte ärztliche Kompetenz, strukturierte Anamnesen und eine engmaschige Begleitung. Für viele Betroffene war dies erstmals ein realistischer Zugang zu einer legalen Cannabistherapie.

Einordnung: Für wen ist das besonders wichtig?

Patienten mit chronischen Erkrankungen

Für viele Patienten war es schon immer schwierig, einen Arzt zu finden, der bereit ist, Cannabis zu verschreiben. Die Telemedizin hat hier eine Versorgungslücke geschlossen. Ein Wegfall dieser Möglichkeit könnte dazu führen, dass Betroffene wieder ohne legale Therapieoption dastehen.

Ärzte und medizinische Fachkräfte

Viele Hausärzte fühlen sich bei der Cannabismedizin unsicher. Gründe sind fehlende Erfahrung, unzureichende Vergütung des Beratungsaufwands und Angst vor Regressforderungen durch Krankenkassen. Spezialisierte Telemedizin-Anbieter haben diese Lücke teilweise geschlossen.

Apotheken und Cannabiswirtschaft

Spezialisierte Online-Apotheken haben in den letzten Jahren Know-how aufgebaut, faire Preise ermöglicht und Arbeitsplätze geschaffen. Ein Versandverbot würde diesen Geschäftsmodellen die Grundlage entziehen.

Rückschritt in vordigitale Zeiten

Der DHV kritisiert, dass die geplanten Regelungen nicht nur neue Entwicklungen stoppen, sondern sogar hinter frühere Standards zurückfallen. Schon vor der Entkriminalisierung war die telemedizinische Begleitung von Cannabispatienten möglich.

Während die Bundesregierung in anderen Bereichen die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben will, wird ausgerechnet bei Cannabis ein Sonderweg eingeschlagen. International wirkt das befremdlich, insbesondere im Vergleich zu Ländern wie Kanada oder den USA.

Aus deutscher Sicht bedeutet das …

Aus deutscher Sicht droht eine Verschlechterung der medizinischen Versorgung. Gerade im ländlichen Raum ist der Zugang zu spezialisierten Ärzten begrenzt. Telemedizin hat hier eine Brücke geschlagen. Wird diese eingerissen, trifft es vor allem Patienten mit eingeschränkter Mobilität oder geringem Einkommen.

Wirtschaftliche Auswirkungen und Arbeitsplätze

Die Cannabisbranche ist ein junger Wirtschaftszweig mit Innovationspotenzial. Telemedizin-Plattformen, spezialisierte Apotheken und Dienstleister haben investiert und Arbeitsplätze geschaffen. Die geplanten Einschränkungen könnten zahlreiche Unternehmen in existenzielle Schwierigkeiten bringen.

Faktenbox: Wirtschaftliche Folgen

  • Gefährdung spezialisierter Online-Apotheken
  • Verlust von Arbeitsplätzen
  • Rückgang von Investitionen in den Standort Deutschland

Problematisch daran ist …

Problematisch ist vor allem die Ungleichbehandlung von Cannabis im Vergleich zu anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten. Viele psychoaktive Arzneimittel mit teils erheblichen Nebenwirkungen können weiterhin telemedizinisch verschrieben und versendet werden.

Wenn ausgerechnet Cannabis strengeren Regeln unterworfen wird, entsteht der Eindruck einer fortgesetzten Stigmatisierung statt einer sachlichen Regulierung.

In der Praxis dürfte es daran scheitern, dass …

In der Praxis dürfte das Vorhaben daran scheitern, dass es nicht genügend qualifizierte Ärzte vor Ort gibt, die Cannabis verschreiben wollen oder können. Schon heute berichten Patienten von monatelanger Arztsuche.

Ein verpflichtender persönlicher Arztkontakt löst dieses Problem nicht, sondern verschärft es. Gleichzeitig werden Hausarztpraxen weiter belastet, obwohl sie vielerorts ohnehin überlastet sind.

Blüten versus Extrakte: Eine fragwürdige Trennung

Ein besonders kritischer Punkt ist die geplante Ungleichbehandlung von Cannabisblüten und Extrakten. Während Blüten künftig nicht mehr online verschrieben werden sollen, bleiben Extrakte erlaubt.

Aus medizinischer Sicht ist diese Unterscheidung kaum nachvollziehbar. Blüten ermöglichen durch Inhalation einen schnellen Wirkungseintritt und eine feinere Dosierung. Extrakte haben andere Vorteile, sind aber keineswegs grundsätzlich risikoärmer.


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Auswirkungen auf den Schwarzmarkt

Ein oft unterschätzter Aspekt ist die Wirkung auf den illegalen Markt. In den letzten Jahren ist ein erheblicher Teil des Cannabisbedarfs in legale Bahnen gelenkt worden. Schätzungen zufolge wurden 2025 über 100 Tonnen Cannabis legal verschrieben.

Fällt der einfache legale Zugang weg, droht eine Rückverlagerung auf den Schwarzmarkt. Das wäre weder aus gesundheitspolitischer noch aus ordnungspolitischer Sicht sinnvoll.

Für Cannabisclubs könnte das konkret heißen …

Auch Cannabisclubs geraten indirekt unter Druck. Ihnen ist der Versand an Mitglieder untersagt. Wenn gleichzeitig Telemedizin und Online-Apotheken eingeschränkt werden, verschlechtert sich die Gesamtsituation für legale Bezugswege weiter.

Gerade Menschen, die nicht in der Nähe eines Clubs wohnen, stehen dann erneut vor der Wahl zwischen illegalem Markt oder medizinischem Umweg.

Kontext: Politische Debatte im Bundestag

Die Anhörung findet im Gesundheitsausschuss des Bundestages statt. Neben der Bundesregierung äußern sich Sachverständige, Verbände und Fraktionen. Auch ein Antrag zur Gleichstellung von Cannabis mit klassischen Arzneimitteln steht im Raum.

Kritiker sehen darin einen Versuch, medizinisches Cannabis wieder stärker zu reglementieren und Sonderregelungen abzuschaffen.

Ausblick und Update-Hinweis

Wie der Gesetzgeber letztlich entscheidet, ist noch offen. Die Anhörung und die eingegangenen Stellungnahmen könnten zu Änderungen am Gesetzentwurf führen. Klar ist jedoch: Die Debatte um Cannabis auf Telemedizin-Plattformen wird die Branche und die Politik auch 2026 weiter intensiv beschäftigen.

Ein tragfähiger Kompromiss müsste die Bedürfnisse der Patienten, die medizinische Sicherheit und die Realität der Versorgung gleichermaßen berücksichtigen.

Zusammenfassung

Der geplante Gesetzentwurf gegen Cannabis auf Telemedizin-Plattformen stößt auf breite Kritik. Er droht, den Zugang zu medizinischem Cannabis zu erschweren, innovative Versorgungsmodelle zu zerstören und den Schwarzmarkt zu stärken. Viele Argumente sprechen dafür, Telemedizin nicht einzuschränken, sondern sinnvoll weiterzuentwickeln.


Hier gibt es weitere Informationen

Zum Fachartikel


Quellen / Infos: https://hanfverband.de/stellungnahme-des-dhv-zum-gesetzentwurf-der-regierung-gegen-telemedizin

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Autor und Bild: Canna-Chad Gregor Paul Thiele

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