Öl gibt es heutzutage in den verschiedensten Variationen und Geschmacksrichtungen. Je nach Ausgangsprodukt versorgen sie uns unter anderem mit reichlich Vitaminen, Aminosäuren und Omega 3 Fettsäuren. Leider büßen einige industriell hergestellte Öle eine Vielzahl dieser wichtigen Stoffe durch teils unnötige Hitzebehandlungen ein. Wie ihr den vollen Nährstoffgehalt durch die eigenständige Herstellung gewährleistet und welche Rohstoffe besonders dafür geeignet sind, erfahrt ihr hier.

Vorteile von selbst gepresstem Öl

Gesundes Öl in den verschiedensten Variationen selber herstellen

Gesundes Öl in den verschiedensten Variationen selber herstellen

Grundsätzlich gibt es zwei Methoden zur Öl-Herstellung. Bei der kaltgepressten Variante wird das Rohprodukt keiner Hitzebehandlung unterzogen, weswegen sämtliche gesunde Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Eine minimale Anröstung ist zur Verbesserung des Geschmacks bei beispielsweise Kürbiskernöl jedoch durchaus empfehlenswert.

Öl aus der Industrie wird oft heiß- beziehungsweise warm gepresst. Bei etwa 100 °C werden dabei sämtliche Vitamine abgetötet. Zusätzlich wird das Produkt oft noch einem chemischen Prozess unterzogen. Diese Methode erhöht zwar die Haltbarkeit und die Ertragsmenge, verringert dafür jedoch die gesundheitlichen Vorteile. Auch der Geschmack leidet unter diesem Verfahren.

Selbst hergestelltes Öl kann also zuverlässig kalt gepresst werden und garantiert euch so den vollen Nährstoffgehalt. Auf die Dauer gesehen, ist es außerdem kostengünstiger und auch geschmacklich ist es dem industriellen Öl weit überlegen.

Selbstgepresstes Öl leicht gemacht

Um gesundes Öl selber herzustellen, bedarf es neben etwas Geduld und Zeit, nur der richtigen Rohstoffe sowie einer geeigneten Ölpresse. Bei Letzterem wird zwischen einer handbetriebenen und einer elektrischen Ölpresse unterschieden.

Die handbetriebene Presse hat zwar den Vorteil, dass sie auch ohne Strom funktioniert, jedoch ist die Elektrische deutlich komfortabler, schneller und auch effektiver. Dies zeigt sich bereits am Anfang der Öl-Herstellung: Bei Verwendung der manuellen Ölpresse müsst ihr den Rohstoff der verarbeitet werden soll, zuerst gründlich zerkleinern. Der benötigte Kraftaufwand zum Auspressen ist jedoch immer noch enorm.

Bei der elektrischen Presse entfällt sowohl das Zerkleinern als auch der benötigte Kraftaufwand. Zusätzlich gibt es noch verschiedene Einstellungen wie beispielsweise „schonendes Pressen“. Manche Geräte verfügen neben der Kaltpressung sogar über eine Heißpressung. Es versteht sich von selbst, dass die elektrische Variante um einiges teurer ist als die handbetriebene. Außerdem ist sie deutlich schwerer und auch komplizierter zu reinigen.

Eine schöne Übersicht über die am Markt verfügbaren Ölpressen bekommt man auf oelpresse.org.

Für welches Gerät ihr euch schlussendlich entscheidet, bleibt natürlich euch überlassen. Bei beiden Varianten gilt: Da das selbst gepresste Öl eine geringere Haltbarkeit aufweist, sollte es nicht zu lange aufbewahrt werden. Verarbeitet daher stets kleinere Mengen und füllt diese sofort in eine gut verschließbare Glasflasche ein. Achtet bei der Lagerung auf eine Licht- und Wärme geschützte Umgebung.

Übrigens: Der Presskuchen, der sich bei der Auspressung des Öls ergibt, kann wunderbar für gesunde Kuchen verwendet werden.

Geeignete Rohstoffe zur Öl-Herstellung

Gesundes Öl kann aus den verschiedensten Lebensmitteln gewonnen werden. Beim Einkauf sollte dabei jedoch immer auf qualitativ hochwertige Rohstoffe aus biologischem Anbau geachtet werden. So vermeidet man zugesetzte Pestizide oder andere Zusatzstoffe.

Besonders beliebt bei der Öl-Herstellung sind diverse Samen und Kerne wie beispielsweise Leinsamen, Sesam, Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne. Auch die meisten Nussarten lassen sich sehr gut verarbeiten. Dazu zählen Haselnüsse, Erdnüsse und Walnüsse. Des Weiteren könnt ihr noch Mandeln, Traubenkerne, Pistazien, Hanfsamen und Soja verwenden.

Auch greift man häufig zu ungewöhnlicheren Zutaten wie Schwarzkümmel oder Senfkörnern um dem Öl mal einen etwas anderen Geschmack zu verleihen.

Nicht zu vergessen sei auch das klassische Olivenöl und das klassische Rapsöl. Diese bieten sich am besten als Grundbasis für Gewürz- und Kräuteröle an.

Vielfältige Abwandlungen und Verfeinerungen

Selbstgepresstes Öl lässt sich auf alle möglichen Arten verfeinern. Am besten geeignet, ist dafür eine Basis aus pflanzlichem Öl wie beispielsweise dem Olivenöl. Alternativ könnt ihr auch geschmacksneutrales Sonnenblumen- oder Rapsöl verwenden.

Als Zusatz eignen sich für einen pikanten Geschmack vor allem Chilipulver, Pfefferkörner und Knoblauch.
Für milde Kräutergemische sind frische Kräuter wie Thymian, Majoran, Rosmarin, Basilikum aber auch Lavendel empfehlenswert.

Wollt ihr es ein bisschen exotischer haben, könnt ihr es mit der Schale von Zitronen, Limetten und Orangen probieren.

Herstellung und Lagerung von verfeinerten Ölen

Habt ihr eine geeignete Öl-Basis sowie die Zusätze eurer Wahl beisammen, braucht ihr nur noch eines: Geduld. Legt die Geschmacks-gebenden Zutaten in euer Öl ein. Dieses sollte sich in einer sterilisierten, gut verschließbaren Glasflasche befinden. Achtet darauf, dass die Kräuter oder Gewürze vollends mit der Flüssigkeit bedeckt sind. Nun könnt ihr die Flasche verschließen und an einem lichtgeschützten, kühlen Ort für gut 4 Wochen ziehen lassen. Dadurch entfaltet sich das volle Aroma der Zutaten und bekommt eine ganz besondere Intensität.

Um die Haltbarkeit nach dieser Ziehzeit zu erhöhen, könnt ihr das fertige Gemisch noch durchsieben. Danach solltet ihr es innerhalb von 6–12 Monaten verbrauchen und bis dahin kühl und lichtgeschützt lagern.

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Autor: Sebastian Ölschlegel


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