METALLER TESTEN DINGE – Test 11 – Pizzaofen mit Schamottsteinen im Garten selber bauen

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Pizzaofen selber bauen

Pizzaofen selber bauen

Frisch zubereitete Pizza ist gerade bei Metallerparties, Gartenfesten und Familienfeiern sehr beliebt und schmeckt am besten, wenn sie aus dem eigenen Pizzaofen kommt. Wer nicht den benötigten Platz und nicht die Zeit und das Geschick für einen selbstgebauten hat, kann sich einen gastronomietauglichen Pizzaofen kaufen. Dieser kann sogar günstiger sein als ein selbstgebauter. Der Bau eines Pizzaofens mit Schamottsteinen ist dabei kein Hexenwerk, sondern auch mit durchschnittlichen handwerklichen Fähigkeiten einfach zu bewerkstelligen. Professionell ausgeführt, stellt ein solcher selbstgebauter Pizzaofen im eigenen Garten auch oft ein optisches Highlight dar. Für den Bau selbst eignen sich Schamottsteine ganz ausgezeichnet. Das Material ist in jedem Baumarkt erhältlich, lässt sich rasch aufheizen, ist hitzebeständig bis circa 1.000 Grad Celsius und besitzt zudem hervorragende Wärmespeichereigenschaften. Auch die weiteren Materialien wie Schotter, Betonsteine, der passende Kleber und Mörtel sind im Handel für schmales Geld erhältlich. In einigen Baumärkten ist es auch möglich, entsprechendes Werkzeug auszuleihen. Eine kurze Anleitung zum Bau findet sich im folgenden Text.

 

1. Den geeigneten Standort finden
Vor der Errichtung sollte der Standort genau überlegt sein. Zentral und gut erreichbar sollte er sein, jedoch keine Gefahr für brennbare Materialien und ggf. Kinder darstellen. Als Bauherr ist man dabei für die Einhaltung der Brandschutzmaßnahmen selbst verantwortlich. Im Zweifelsfalle kann auch der Bezirksschornsteinfeger nützliche Informationen beitragen. So sollte der Platz ausreichend groß sein, also circa zwei mal zwei Meter, wobei sich idealerweise keine Bäume, Hauswände (eigene oder die des Nachbarn), Zäune oder Hecken in der unmittelbaren Umgebung befinden. Der Rußabzug durch das Ofenrohr sollte einkalkuliert und auch die Laufwege zu Zubereitungs- und Essplätzen berücksichtigt werden. Der Pizzaofen sollte auf tragfähigem und verfestigtem, ebenen Untergrund errichtet werden.

2. Das Fundament errichten / die Bodenplatte gießen
Für einen sicheren Stand des Pizzaofens empfiehlt es sich, ein Fundament zu schaffen bzw. eine Bodenplatte zu gießen. Hierzu wird eine rechteckige Grube circa 15 Zentimeter tief ausgehoben und mit Kies oder Schotter aufgefüllt und verdichtet. Aus Kanthölzern wird nun ein Schalungsrahmen gefertigt und mit Hilfe einer Wasserwaage genau waagerecht in die Grube eingebracht. Der flüssige Estrich oder Beton wird eingefüllt und glattgestrichen. Nach zwei bis fünf Tagen ist dieser soweit ausgehärtet, dass sich die weiteren Arbeiten anschließen können.

 

Pizzaofen mit Schamottsteinen

Pizzaofen mit Schamottsteinen

3. Der Unterbau / Sockel

Idealerweise wird die Bodenplatte mit einer Lage Dachpappe abgeschlossen, um den Aufstieg von Feuchtigkeit zu behindern. Darauf wird dann ein U aus Gasbeton-, Porenbeton- oder YTONG-Steinen gebildet, welche mit dem passenden Kleber verbunden und anschließend verputzt werden. Alternativ können auch Ziegelsteine oder andere Materialien verwendet werden. Jedoch sollte auf eine stand- und wetterfeste Verarbeitung geachtet werden. Der Unterbau soll als Grundlage für die Back- und Tischplatte des Pizzaofens dienen und ist daher bis zur entsprechenden, gut erreichbaren Höhe zu mauern.

4. Errichtung der Back- und Tischplatte
Der Sockel wird nun mit einer ausreichend großen Platte abgeschlossen, welche sowohl als Backplatte, als auch überstehende Tischplatte dient. Die Platte kann entweder selbst gegossen oder fertig gekauft und auf die passende Größe zugeschnitten werden. Als Materialien bieten sich hier Porenbeton, Granit, Blähton oder auch feuerfeste Kalziumsilikatsteine an. Die Backplatte selbst wird dann mit Schamottsteinen ausgekleidet. Beim Verkleben der Steine sollte darauf geachtet werden, dass diese ähnlich wie Fliesen eben und ohne starke Höhenunterschiede verbaut werden.

 

Pizzaofen Innenraum

Pizzaofen Innenraum

5. Konstruktion des Brennraums
Gebacken wird die Pizza im Brennraum. Der Brennraum wird als Kuppel gestaltet und kann entweder als Negativ-Modell aus Sand oder als Rundbogen aus Metalldraht und Dämmplatten oder auch aus einem Gerüst aus Brettern geformt werden. Dies ist der schwierigste Teil des Baus, der unter Umständen einige Tage in Anspruch nehmen kann. Es gibt mittlerweile ganze Bausets für Pizza- und Brotöfen, die die Fertigung des Brennraums erheblich erleichtern können. Im Zweifelsfalle kann man auch auf ein solches Bauset zurückgreifen. Es folgt dann ein Überzug des Brennraumes innen und außen mit feuerfestem Beton bis zu einer Wandstärke von circa 10 Zentimetern. Nach dem Aushärten kann die Schalung entfernt und die Schamottsteine innen mit dem passenden Kleber aufgebracht werden.

 

6. Kamin / Ofenrohr zum Abzug

Im Brennraum sollte eine Aussparung für den Kamin bedacht werden. Das Ofenrohr sollte am höchsten Punkt angebracht werden, möglichst aus Edelstahl bestehen und circa 15 cm Durchmesser haben. Der Kamin selbst kann 100 bis 150 cm lang sein und gemauert, geklebt oder mit Krallen befestigt werden. Soll der Pizzaofen auch zum Brotbacken verwendet werden, muss sich das Ofenrohr komplett schließen lassen, damit die Wärme auch nach dem Erlöschen des Feuers im Ofen verbleibt. Hierfür kann entweder eine handelsübliche Drosselklappe oder auch einfach eine auf Größe zugesägte Edelstahl-Platte mit entsprechender Halterung und einem Scharnier verwendet werden.

7. Abschluss durch den oberen Rundbogen
Um den Brennraum formschön abzuschließen, kann man den oberen Rundbogen aus Gitterdraht und Dämmplatten konstruieren, die Konstruktion wieder mit Beton verfestigen, das Ganze mit Klinkersteinen versehen und vermörteln. Auch hier sollte unbedingt auf eine wetterfeste Verarbeitung geachtet werden. Da auch die Temperaturen im oberen Rundbogen recht hoch werden können, ist feuerfester Beton zu verwenden. Für den Ausgang des Kamins ist eine entsprechende Aussparung vorzusehen und entsprechend zu dämmen.

 

Metalltüre mit Thermometer am Pizzaofen

Metalltüre mit Thermometer am Pizzaofen

8. Wetterfest und optisch schön verputzen
Um den Pizzaofen abzuschließen und auch optisch einheitlich zu gestalten, kann man die gesamte Konstruktion nach dem Aushärten noch verputzen. Hierbei ist darauf zu achten, den Ofen vorher komplett aushärten zu lassen, gegebenenfalls auch mit mehreren Probeheizgängen. Nach circa 2 Wochen und einem entsprechenden Regenschutz kann der Ofen nun verputzt und anschließend gestrichen werden.

9. Klappe für Ofenöffnung
Für einen reinen Pizzaofen ist eigentlich keine Klappe notwendig. Wer den Ofen auch zum Brotbacken verwenden möchte, benötigt jedoch noch eine Ofentür. Auch optisch sieht der Pizzaofen mit einer Edelstahltür mit dekorativen Elementen einfach noch schöner aus. Aufgrund der Verbrennungsgefahr empfiehlt es sich hier, nicht selbst eine Tür zu basteln sondern auf eine massive gusseiserne Backofentür aus dem Handel zurückzugreifen. Viele dieser Türen haben auch eine spezielle Luftregulierung eingebaut, was die Temperaturregulierung im Ofen und damit die Varianten des Backens noch einmal erhöht. Die im Handel erhältlichen Türen sind in der Regel für alle Pizza- und Backöfen in gängigen Größen zu verwenden und nicht besonders kostenintensiv.

 

Selbst gemachte Pizza aus dem eigenen Pizzaofen

Selbst gemachte Pizza aus dem eigenen Pizzaofen

Die erste Metallerparty kann dann mit der Inbetriebnahme des neuen Pizzaofens starten. Für die optimale Pizza muss man sicher den ein oder anderen Backvorgang beobachten und optimieren. Wir wünschen viel Spaß mit dem neuen Pizzaofen!

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